Dienstag, 3. Februar 2015

Ad sinistram: Auschwitz - das waren DIE Deutschen


Ein Gastbeitrag von Altautonomer

Der Blogger Roberto de Lapuente hat am 02.02.2015 einen Text auf seinem Blog veröffentlicht, der - wie hier vor wenigen Tagen ebenfalls geschehen - anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz den Kommentar von Anja Reschke (ARD) zur Grundlage hat. Lapuente schreibt:

Reschke sagte weiter, sie schäme sich für die Bilder, die aus den Konzentrationslagern kommen. Das finde ich gut. Sie schäme sich als Deutsche. Das finde ich albern. Man sollte sich als Mensch dafür schämen, was sein Artgenosse so alles mit seiner eigenen Spezies anstellen kann. Ob es Teil heutiger deutscher Identitäten sein muss, dass man sich dafür schämt, wage ich stark zu bezweifeln.

Es geht auch überhaupt nicht mehr darum, was Deutschen [sic!] der Welt angetan haben. Aber was der Mensch dem Menschen antut, darüber sollte man immer und immer wieder sprechen. Sich zu erinnern[,] hat heute nichts mehr mit Schuld zu tun. Und in gewissem Sinne muss niemand, der weit nach dem Krieg in Deutschland geboren ist, seine Identität an die Shoa heften.

Und dann kommt weiter unten sein sekundärer Antisemitismus: "Keiner macht heute mehr den Spaniern persönlich Vorwürfe für ihre limpieza de sangre" ("Reinheit des Blutes", Doktrin aus dem Jahr 1555, Anm.d.Verf.).

Das liest sich wie eine trotzige, unhistorische Absage an die Spezifik des deutschen Faschismus und die Singularität des Holocaust.

Während Anja Reschke den Bezug zur heutigen Zeit allein über "Pegida" herzustellen versucht, fällt Lapuente nur das "Race Profiling" und ein über vier Jahre altes Wahlplakat der NPD ein. Erbärmlich. Warum wurde nicht der staatlich geführte "NSU" und die Rolle der Geheimdienste erwähnt, nicht die Tatsache, dass im neuen Jahrtausend überall wieder Nazis in die Kommunalparlamente einsickern; wo blieb der Hinweis auf die seit 1990 von Neonazis über 130 Ermordeten? Und wie würden Sie es den wenigen Überlebenden und ihren Familienangehörigen erklären, dass in @de wieder der Hitlergruß in der Öffentlichkeit gezeigt wird, dass Hooligans in Fußballstadien singen "Wir bauen eine U-Bahn von hier bis nach Auschwitz", dass rechtsradikale Organisationen unter dem Label der Meinungsfreiheit ihre Parolen auf Märschen durch die Metropolen in die Öffentlichkeit grölen dürfen und diejenigen, die sich ihnen in den Weg stellen, von der Polizei brutalst weggeknüppelt werden? Diese Ereignisse sind nicht von heute auf morgen vom Himmel gefallen, sondern haben etwas mit der Kontinuität des Hitlerfaschismus zu tun.

Nein, Herr Lapuente, es waren keine Sudanesen, keine Brasilianer, Nepalesen oder Inuit, die den Holocaust zu verantworten haben. Es waren Deutsche - und nicht nur eine Minderheit, sondern bis auf wenige Ausnahmen wie die Roten Zellen, die Weiße Rose und vereinzelte todesmutige Individuen, die Jüdinnen und Juden versteckten, DAS deutsche Volk. Die Kollektivschuldthese mag noch so umstritten sein, aber ist es nicht so, dass sich heute wieder eine Entwicklung mit faschistoiden Tendenzen abzeichnet, zu der sich die schweigende Mehrheit - zustimmend - passiv verhält? Die Kollektivschuldthese beruht auch auf der Tatsache, dass alle gesellschaftlichen Bereiche durch die NSDAP organisatorisch erfasst und kontrolliert waren: NSKK, BDM, Hitler-Jugend, SA, NS-Frauenschaft, Deutsches Jungvolk, Reichsarbeitsdienst, Kraft durch Freude usw. Es waren auch nicht Länder wie Finnland, die Niederlande oder Jugoslawien, aus denen sich der Faschismus anschickte, Europa in Schutt und Asche zu legen, das Grauen ging von deutschem Territorium aus.

Die Opfer des Stalinismus (zwischen 3 und 20 Millionen Toten) waren als Klassenmord eine unvergleichbare Parallele zum Rassenmord der Nazis. In den Gulags wurde der Tod der Gefangenen billigend in Kauf genommen. Bei den Nazis war der Tod das Ziel. Nie zuvor war die totale Vernichtung einer Menschengruppe inklusive Frauen und Kindern Staatsziel.

Die Singularität der Shoa zeichnet sich auch dadurch aus, dass sich der Vernichtungswahn mit der verlorenen Schlacht um Stalingrad radikalisierte und sich moderner, industrieller, zivilgesellschaftlicher Methoden bediente. So gab es im Lager Treblinka am Ende keine Selektionen mehr. Die ankommenden Opfer wurden direkt in die Gaskammern geleitet. Der Vernichtungswahn bekam vor der ökonomischen Verwertung der Ankommenden als Arbeitskräfte Priorität. In Auschwitz gab es allein 46 Verbrennungsöfen, die Tag und Nacht brannten.

Alles wurde begleitet von einem modernen, rationellen Verwaltungsapparat. Der US-Konzern IBM leistete mit seinen Hollerith-Anlagen den Hauptanteil an der reibungslosen bürokratischen Erfassung der Juden. Die Reichsbahn funktionierte noch in den letzten Kriegswochen und brachte die Transporte mit den Opfern pünktlich in die Lager, sofern nicht wegen der Züge mit den Soldaten auf dem Rückzug ein Zwangsstopp eingelegt werden musste. Die DeGeSch (Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfungsmittel) lieferte das Zyklon-B. Die BMW (Bayrischen Motorenwerke) hatten 75 Prozent der deutschen Flugzeugmotoren geliefert. Im Motorradbereich war man traditionell gut aufgestellt, unter anderem mit dem "Stalingrad-Krad" für die Wehrmacht, aber das war nur ein Nischenmarkt, der allerdings bis heute wichtig für das Image und die öffentliche Wahrnehmung der Marke ist. Die Liste der Wirtschaftsunternehmen wie Krupp und andere, die im NS-System ihre Chance witterten und bekamen, ließe sich noch weiter fortführen.

Singulär ist auch die kühl kalkulierende Verwertung der Opfer. Ihr Besitz wurde - nach unzähligen vorangegangenen Räubereien - an der "Rampe" ein letztes Mal geplündert. Die sowjetischen Befreier finden sieben Tonnen gesammeltes Haar, aus dem z.B. Füßlinge für U-Boot-Besatzungen hergestellt wurden. Auch die Menschen selber ließen sich noch für wissenschaftliche Forschungen nutzen (Mengele). Dabei wurde Empathielosigkeit der Schergen als "heldenhafte Impulskontrolle" geadelt.

Die Antwort auf die Frage nach Schuld oder Verantwortung der heute staatstragenden Generationen erübrigt sich meines Erachtens mit dem Verweis auf das Nachkriegsdeutschland, seiner nationalsozialistischen personellen, ideologischen und ökonomischen Kontinuität und den großen Frieden mit den Tätern.

Zum Abschluss dazu ein Zitat über Schuld versus Verantwortung:

Es scheint ein nicht weltfernes Unternehmen, ein typisches Individuum zu konstruieren, das in die Nazizeit hineinwächst, sie durchlebt, in den neuen Staat Bundesrepublik hineinwächst und sich ihm anpasst. Dieser Typus hat bis heute die Geschichte der Bundesrepublik in seinen Händen gehalten; er hat auch die heute Zwanzig- bis Dreißigjährigen erzogen. Weil er tief in sich selber gespalten ist, muss das unverkennbare Spuren in den Jüngeren hinterlassen. Denn wir alle durchlaufen Identifikationen mit den Älteren, die nach ihrer Eltern-, Lehrerrolle als Vorbilder wirken müssen, ehe wir die eigene Identität finden. Es ist deshalb illusionär, anzunehmen, eine junge Generation könne leicht das Joch von "geheiligten" Traditionen und Vorurteilen abwerfen. Sie wird das Erbe an Verhaltensmustern modifizieren, mehr nicht. Das ist ihre Chance, mehr nicht.

(Alexander und Margarete Mitscherlich: "Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens", Piper 1967)


Kommentare:

Charlie hat gesagt…

Ich kann mich dem "Altautonomen" nur vorbehaltlos anschließen.

Zum Thema "Treblinka" sei aber noch angemerkt, dass dieses Lager, gelegen fernab von allen industriellen Produktionsanlagen, von vorn herein als reines Vernichtungslager ohne jedes "Verwertungsinteresse" konzipiert war. Das Lager hat nur etwas länger als ein Jahr existiert - innerhalb dieses schmalen Zeitrahmens wurden dort etwa 850.000 Menschen ermordet - während lediglich 70 Menschen dem Horror des totalen Vernichtungswahns der Nazis nur mit knapper Not entkommen konnten.

(Video)

altautonomer hat gesagt…

Wenn Lapuente meint, es ginge auch überhaupt nicht mehr darum, was Deutschen [sic!] der Welt angetan haben, dann entnazifiziert er die Shoa.

„Auschwitz“ wird so zu einer universalen Krisenmetapher, das Gedenken an den Holocaust zu einem Teil einer globalen Erinnerungskultur. Die Täter der Jahre 1933 bis 1945 geraten aus dem Blickfeld und mit ihnen die historischen Ereignisse, die für uns als die Nachfahren der Täter eine besondere Bedeutung haben.
(Zit. aus publikative.org)

altautonomer hat gesagt…

Ralf Giordano, Schriftsteller: "Als häufig geladener Zeitzeuge und Überlebender des Holocaust bläue ich der Generation der Enkelinnen und Enkel dreierlei ein: Erstens: Ihr seid an den Nazi-Verbrechen in jeder Beziehung schuldlos - de jure, de facto, politisch, moralisch, historisch. Doch steht ihr in der Kette nationaler Geschichtsverantwortung, dass dergleichen in keiner Form wieder aufstehen und obsiegen könnte."

Es gab im Jahr 2012 Interviews mit Nachkommen (Enkeln)der hochrangigen Nazi-Funktionäre Höß, Himmler und Göring. Ihr Fazit: Es gibt weder das "böse Gen", das schuldig macht noch eine moralische Sippenhaftung ex post. Den Interviewten war klar, dass sie nicht als Familienmitglieder, sondern als Deutsche moralisch-historische Verantwortung tragen.

Kramladen hat gesagt…

Mir ist das hier gerade etwas zu harmonisch...

Zugegeben, ich halte Reschkes Pegidabezug im Zusammenhang mit den schwachsinnigen Xenophoben für nicht förderlich, da dadurch bei den geistigen Nachkommen derer, die von Nichts was gewußt haben, wie man sieht, sofort die Klappe fällt und sie sich vermutlich noch bestärkt fühlen, weil "sie ja keine Nazis sind" - zumindest nicht sein wollen. Ist halt auch letztlich "preaching to the choir", wobei ich im Sinne des steten Tropfens die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben will.

Traurig ist jedoch, daß das hier letztlich ein Proseminar ist, welches in diesen Zeiten am Rande der Wahrnehmungsschwelle stattfindet. Das hat mitunter Züge von K-Gruppen-Diskurs der Siebziger. Wenn Lapuente - der mir oft alles zu sehr verfaselt - weil er einen Punkt herausgreift, sekundären Antisemitismus' und unhistorischer Absage geziehen wird. Das hat er nun auch nicht verdient. Soll er, wie sonst auch, den 'zigsten 600-Zeilen-Riemen schreiben?

Der Kapitalismus hat es geschafft, dieses Menschheitsversagen zu einem institutionalisierten Kranzabwurfs/Betroffenheitstermin zu degenerieren, daß sich die Herrschenden ob der Vergessenheit ihrer Rolle ins Fäustchen lachen können. Die Dimension dessen, das da aus dem Schoß kroch, dürfte heute den wenigsten unter 35 und den meisten darüber kaum noch Anlaß für irgendeine Form von Reflexion sein. War ja schließlich sechs Wochen lang im Lehrplan in der Neunten oder Zehnten. Muß ja irgendwann auch mal gut sein, wie dieser Tage gerne zu hören.

Adornos „Das Übermaß an realem Leiden duldet kein Vergessen“ ist zu banaler Folklore, die sich jeglicher ernsthafter Auseinandersetzung, die über Betroffenheitslyrik a la Merkel, Springer, Gauck und Co hinausgeht, verweigert, verkommen. Die formierte Gesellschaft hält Schwarze Milch eher für ein Smoothie-Lifestyle-Getränk ohne Alkohol.

Da paßt es dann prima, Schüler verpflichtet durch Auschwitz zu karren, wo zwischen den Selfies kurz festgestellt wird, daß das ja echt nicht cool, vielleicht sogar ziemlich krass war.

Dafür ist der ganz reale inhumane Alltag tout Charlie und predigt zusammen mit Schlächtern das eigene Zerrbild von Menschlichkeit und Solidarität als alternativlos.
Nur das mit dem © ® ™ € müßte noch abschließend geklärt werden.

altautonomer hat gesagt…

Kramladen: "Soll er, wie sonst auch, den 'zigsten 600-Zeilen-Riemen schreiben?"

Nein, das verlangt ja niemend, dass er alles mit einem thematischen Überbau versieht. Nur solche Aussagen wie der Verweis auf die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in anderen Ländern nennt man nun einmal sekundären Antisemitismus.

Zeitbezogen ging es bei dem Thema doch um die Befreiung von Auschwitz und die von Puente kritisierte Identität von Frau Reschke als Deutsche" und nicht um die philosophisch durchaus berechtigte Binse "was der Mensch dem Menschen antut". Ich könnte auch mal was darüber schreiben, was der Mensch dem Tier antut, oder was "Männer den Frauen antun". Passt immer und überall, historisch und aktuell (IS, Boko Haram, usw.). Insofern unhistorisch, weil entnazifizierend.

Ein in den Augen seines Kommentariats sprachlich, philosophisch und historisch belesener und sorgfältiger Blogger wie Lapunete hätte doch vielleicht mal der Frage nachgehen sollen, ob so etwas (und warum) nur in Deutschland möglich war.

PS: K-Gruppen kenne ich nur vom Hörensagen.

Charlie hat gesagt…

@ Kramladen: Zu Lapuente habe ich mich vor einiger Zeit ja auch schon geäußert - ich halte auch die hier vom Altautonomen formulierte Kritik für vollkommen berechtigt.

Im Übrigen finde ich es ebenfalls traurig, dass dieses Thema generell "am Rande der Wahrnehmungsschwelle stattfindet" - das hat nach meinem Empfinden aber nichts mit irgendwelchen "K-Gruppen" (die mir außerdem ebenfalls kein Begriff sind) zu tun, sondern mit dem fatalen Befund, den Du selber ja völlig korrekt benannt hast: In den Massenmedien und selbstredend der Politik ist der Holocaust längst zu einer reinen Historien-Show verkommen, in der Hintergründe, Zusammenhänge und Ursachen überhaupt keine Rolle mehr spielen oder sogar oft genug grotesk verfälscht dargestellt werden, so dass die allseits von Merkel, Medien & Co. papageienhaft beschworene Phrase von der "Verantwortung" vollständig sinnentleert wird. Ins selbe Show-Horn trötet, wenn auch etwas dezenter, Lapuente mit seinem Text.

Ich finde es wichtig, darauf zu reagieren - insbesondere dann, wenn es aus einem vermeintlich linken Dunstkreis stammt.

Den letzten Absatz Deines Kommentars habe ich leider nicht verstanden - vielleicht kannst Du das noch einmal mit anderen Worten wiederholen? Vielen Dank!

stiller Leser hat gesagt…

Zum "sekundären Antisemitismus":

"Zu allererst: Der sogenannte sekundäre Antisemitismus ist nicht etwa ‚zweitrangig‘. Seinen Namen bekam er aufgrund rhetorischer Wandlungen in der judenfeindlichen Kommunikation nach 1945: Nicht trotz, sondern wegen Auschwitz sollten ‚die Juden‘ nunmehr an allem schuld sein, wie es Henryk M. Broder einmal sarkastisch auf den Punkt brachte. ‚Sekundär‘ ist dieser Antisemitismus also nur darin, dass er nicht mehr auf die Leugnung von Auschwitz setzt. Er verleiht dem über 2.000 Jahren alten Judenhass lediglich mittels neu arrangierter Codes und Chiffren Ausdruck: Sie erlauben, die historische Tatsache der Shoah partiell in ein verkehrtes Weltbild zu integrieren, in dem ‚die Juden‘ auch weiterhin als Synonym für alles Unglück der Menschheit fungieren sollen.

Die Qualität und die Gefährlichkeit des Antisemitismus ist dadurch nicht etwa vermindert worden, sondern dieselbe geblieben. Mehr noch: Die Stärke des Ressentiments überdauerte selbst den beinahe gelungenen Versuch, das komplette europäische Judentum zu vernichten. Dies zeigt, wie schwer es ist, den Antisemitismus durch Aufklärung auszuschalten: Selbst die Evidenz des bis heute beispiellosen Massenmords an den europäischen Juden vermochte es nicht zu verhindern, dass auch dieses maximale Verbrechen in eine ,jüdische Schuld‘ verkehrt werden konnte, anstatt Mitleid mit den Opfern auszulösen. Nunmehr sollen stattdessen vor allem diejenigen, in deren Gesellschaft die Massentötung in den Gaskammern der deutschen Vernichtungslager ursprünglich geplant und umgesetzt wurde, die ersten und nachhaltigsten ‚Opfer‘ einer Vergangenheit sein, ‚die nicht vergehen will‘ (Ernst Nolte). Werde sie ihnen doch permanent von ‚den Juden‘ vorgeworfen, um jegliche entlastende ‚Normalisierung‘ der Gesellschaft der ‚Gnade der späten Geburt‘ (Helmut Kohl) im Keim zu ‚ersticken‘."

Aus: Jan Süselbeck: Was ist sekundärer Antisemitismus?

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=19681

dlog hat gesagt…

Dass die Shoah von "den Deutschen" durchgeführt wurde, daran zweifelt auch der Autor von "ad-sinistram" nicht. Und ich denke auch nicht, dass ihm daran gelegen war, den systematischen, industriell organisierten Massenmord an Millionen von Menschen zu verharmlosen oder die Frage der Verantwortung kommender Generationen (aus dem Land der Täter) klein zu reden, zu verharmlosen oder wie man das auch immer nennen mag.

Nein, ich gehe einfach davon aus, dass er einen sehr konkreten Bezug zur Gegenwart herstellen wollte. Kernaussage:

"Was der Mensch dem Menschen antut, darüber sollte man immer und immer wieder sprechen".

Also das was heute passiert oder noch passieren könnte. Erinnerung alleine macht keinen Sinn, wenn man nicht gegenwärtige Geschehnisse und Tendenzen im Auge behält. Kurz und "gefährlich" formuliert: Der Blick zurück und die Tatsache der Schuld an vergangenen Verbrechen ist unverzichtbar aber im Hier und Jetzt hilft dies uns nur bedingt weiter.

http://ad-sinistram.blogspot.com.br/2008/12/hitler-als-vorlufer.html

Ich halte die Kritik an "Roberto" für berechtigt. (Verschwurbelte Sprache, Egozentriker, Salonsozialist, etc. ...) Eines ist er aber mit Sicherheit nicht: ein Antisemit. Auch kein "sekundärer, was immer das heissen mag.