Montag, 26. März 2012

Amnesia - The Dark Descent

Ein Gastbeitrag von Darkmoon

Ich weiß gar nicht so genau, weshalb ich diesen Text schreibe. Der Ursprung liegt in einer kleinen Diskussion mit Charlie über Computerspiele, die ich hier im Blog geführt und in deren Folge ich mich bereit erklärt habe, über das Spiel Amnesia - The Dark Descent zu berichten. Dieses Versprechen will ich nun einlösen.

Eigentlich passt das Thema gar nicht hierher, denn was könnte weiter voneinander entfernt sein als das politische Zeitgeschehen auf der einen und die Welt der fiktionalen Computerspiele auf der anderen Seite? Und dennoch sehe ich hier Parallelen, die ich etwas erklären muss.

Erst einmal zum Spiel selbst: Es handelt sich bei Amnesia um ein so genanntes Adventure aus dem Horror-Genre. Anders als viele andere Spiele basiert es aber nicht auf einem auszutragenden Kampf - ganz im Gegenteil: Der Spieler hat keine Waffen zur Verfügung und kann den Bedrohungen, denen er im Verlaufe des Spiels begegnet, nur ausweichen. Flucht und Verstecken sind die einzigen Möglichkeiten, die ihm bleiben. Insofern ist es - trotz des allgegenwärtigen Horrors, der wirklich fantastisch umgesetzt ist - ein pazifistisches Spiel, das allein durch seine unvergleichliche Atmosphäre und die zu lösenden Rätsel besticht. Es versteht sich auch von selbst, dass eine Bedrohung, die man als Spieler nicht bekämpfen kann, umso bedrohlicher wirkt. Die visuelle und akustische Umsetzung in diesem Spiel tut ihr Übriges - ich war nie zuvor so "in Beschlag genommen" von einem Spiel. Es hätte schon das Haus über mir zusammenbrechen müssen, damit ich überhaupt mitbekommen hätte, was sich außerhalb des Spiels ereignet.

Zur Handlung will ich nicht viel schreiben, denn ich möchte ja nicht spoilern. Nur soviel: Der "Abstieg in die Finsternis", den der Spieler bei Amnesia sehr konkret durchlebt, ist für mich ein Spiegel der gesellschaftlichen und sozialen Zerstörung, die momentan über Europa und die Welt hereinbricht. Dabei gibt es so manche Details zu bestaunen, die wahrlich schreckenerregend sind - denn die Geschichte, die sich im Laufe des Spiels offenbart, ist eine zutiefst faschistische. Im Grunde kann man sagen, dass man mit Amnesia den Verfall einer als zivilisiert angenommenen Gesellschaft in ein menschenverachtendes, absolutes Horrorszenario miterlebt.

Ich fürchte, es ist kein Zufall, dass ein solches Spiel gerade heute entstanden ist und dass es ausgerechnet in Deutschland spielt (die Entwickler sitzen in Skandinavien).

Ich möchte es jedem ans Herz legen - es ist als Download für wenig Geld (15 Euro) zu haben. Wer lieber andere spielen lässt und dabei zuschaut, kann bei youtube zwischen mehreren verschiedenen "Let's play"-Versionen wählen und sich so einen Eindruck verschaffen. Ich garantiere aber, dass kein Zuschauen das Selberspielen ersetzen kann.

Wenn hier im Blog immer wieder Texte und Zeichnungen publiziert werden, die auf den bevorstehenden Untergang des zivilisierten, sozialen Europas Bezug nehmen, dann soll auch dieses Spiel als zeitgemäße Entsprechung Erwähnung finden. Es illustriert mindestens genauso gut wie Kästner, Lierke oder Tucholsky den Niedergang - erreicht aber meines Erachtens wesentlich mehr junge Menschen.

Kommentare:

Gamer hat gesagt…

So hab ich das Spiel noch garnicht betrachtet aber irgendwie stimmt das schon. Ich finde die Realität aber trotzdem viel schlimmer als den Horror im Game. Und das will was heissen!

Charlie hat gesagt…

So, ich muss mich dann jetzt wohl auch zu diesem Selbstversuch äußern - versprochen ist versprochen. :-)

Üblicher Weise habe ich nichts mit Computerspielen am Hut, mir fehlen schlicht Zeit und Motivation dazu. Das letzte Spiel, an das ich mich erinnern kann und das noch irgendwo in einer Kellerkiste vor sich hinstauben muss, war "The Seventh Guest" - das muss weit über 10 Jahre her sein.

Das war die Ausgangslage, als ich nun aufgefordert wurde, mich mit "Amnesia" zu beschäftigen. Und ich muss sagen, dass ich trotz niedrigster Erwartungen doch sehr positiv überrascht worden bin. Erwartet hatte ich stupide Ballerei, extreme Gewaltdarstellung und wenig Intellekt - in allen drei Punkten muss ich zurückrudern. Geballert oder sonstwie gekämpft wird hier überhaupt nicht, der extreme Horror wird lediglich angedeutet und findet vor allem in der eigenen Vorstellungswelt statt, und dem Intellekt wird ebenfalls einiges geboten, wenn man storybezogen spielt.

Ich habe das Spiel inzwischen durchgespielt und muss sagen, dass es mir einige Stunden der Faszination eingebracht hat - auch wenn ich an einigen Stellen verdammt lange rätseln und herumirren musste und zweimal auf externe Hilfe angewiesen war, ohne die ich kaum weitergekommen wäre. Das Szenario und die Geschichte, die sich langsam im Ablauf offenbart, haben mich tatsächlich in ihren Bann gezogen, was ich zuvor nicht für möglich gehalten habe.

Dies ist aber gleichzeitig auch einer der stärksten Kritikpunkte, die ich an dieser Art der Freizeitbeschäftigung zu üben habe. Das Suchtpotenzial erscheint mir hier sehr hoch - und ganz offensichtlich ist das Spielen ein ganz gemeiner Zeitdieb. Trotz der positiven Bewertung kann ich also nur zu dem Schluss kommen, dass solche Spiele - so wundervoll oder faszinierend sie auch sein mögen - letztendlich eher der Ablenkung und Ruhigstellung der Menschen dienen. Anstatt sich zu empören - was angebracht wäre -, versumpft man über längere Zeiträume in einer fiktionalen Welt.

Es ist wahr, dass Literatur, Filme oder Musik etwas Ähnliches bewirken können und dass auch der Massensport, das Fernsehen und der Boulevard letztlich dieselben Mechanismen der Ablenkung bedienen. Der Unterschied besteht aber darin, dass je nach Art und Umfang des Konsums ein Buch, ein Theaterstück, ein Gemälde, ein Gedicht oder ein Film das kritische Bewusstsein und den Willen zur Empörung stärken können, während Sport, Unterhaltungsmedien und Computerspiele dieses Potenzial nicht besitzen.

"Amnesia" ist für mich in einem Atemzug mit süchtig machenden Drogen zu nennen: Ein Mensch, der die Fähigkeit besitzt, selbst und unabhängig über die für ihn gesunde Dosis zu bestimmen, mag viel Schönes und Gutes daraus ziehen - für andere aber ist es eine deutliche Gefahr. Angesichts der uns umgebenden irrsinnigen Welt voller Ablenkungen, Ruhigstellungen, Propaganda und Gehirnwäschen dürfte die große Mehrheit der Menschen zu den Gefährdeten zählen.

In einer anderen, besseren Welt könnten Computerspiele vielleicht zu einer bedeutenden Kunst- und Ausdrucksform werden - leider leben wir in einer solchen Welt nicht.

Darkmoon hat gesagt…

Schade daß du deine Meinung nicht geändert hast, obwohl dir das Spiel anscheinend ja gefällt. Ich halte die eventuelle Suchtgefahr für bei weitem nicht so groß. Na ja, einen Versuch war´s wert. :-)

Vielleicht wäre ein Spiel mit "pädagogischem Anspruch" wie "A New Beginning" auch besser als Einstieg für dich geeignet gewesen ...

Lisa hat gesagt…

Allein das Bild sieht ja schon so gruselig aus, das ist ganz bestimmt nix für mich. Wieso kucken sich manche freiwillig Gruselfilme an oder spielen Horrorspiele? Als ob die reale Welt nicht mehr als genug Horror hätte.

gronkhfan hat gesagt…

So ich bin dem Tipp gefolgt und bin nach über 5 Stunden grade in der "Zisterne" im Spiel angekommen und kann nur sagen: Ich hab nie vorher ein so geiles Spiel gespielt. :)) Ich bin soooo gespannt was da noch alles kommt. Drei Daumen hoch dafür!! :))

Und an Lisa: Wer freiwillig auf so nen Nervenkitzel verzichtet iss bestimmt Raumfahrer oder Höhlenforscher in der Antarktis. Probier das Game doch einfach mal aus, ich geh fast jede Wette ein das es dich auch packt.

Ich kann erst am WE weitermachen (wegen Zeit) und freu mich schon jetzt wie beschuert drauf.

Charlie hat gesagt…

Zur Suchtgefahr: Siehe Kommentar von gronkhfan unten ... ;-)

Und ich habe allen Ernstes Entzugserscheinungen! Ich habe mich bei ernsthaften Überlegungen ertappt, das Spiel ein zweites Mal zu beginnen ...

Das ist für mich eindeutig.

jakebaby hat gesagt…

Die Jungs muessen das auch mal aus einer anderen Sichtweite betrachten.
Ich zB. habe noch nie gespielt und das wird auch weiterhin so bleiben.
Ist keine Ablehnung sondern reines Desinteresse.

Gruss
Jake

Charlie hat gesagt…

Bei mir war's ja ganz ähnlich, Jake. Ohne das ständige Drängeln von Darkmoon wäre ich nicht im Traum auf die Idee gekommen, dieses Spiel zu installieren und zu spielen. Ich lerne aber immer wieder gerne auch neue Sichtweisen kennen, außerdem spielen verdammt viele (gerade jüngere) Leute solche Spiele, so dass es bestimmt nicht verkehrt ist, sich mal etwas damit zu beschäftigen - und wenn's nur deshalb geschieht, diese Leute etwas besser zu verstehen.

Gerade Deine Meinung zu "Amnesia" würde mich schon sehr interessieren ... ;-)

Liebe Grüße!

Darkmoon hat gesagt…

Da schließe ich mich an. Die Meinung des "großen Polterers" Jake interessiert mich auch sehr. Ich stelle dir das Spiel auch kostenlos zur Verfügung, wenn du es ausprobierst und etwas dazu schreibst!

Also?

Anonym hat gesagt…

Es tut mir Leid das sagen zu müssen. Aber man merkt deutlich das du von der Materie Videospiel nicht viel verstehst. Fangen wir mal da an das du der Meinung bist Spiele können unmöglich Gesellschaftskritisch sein und die Leute aufrütteln. Das ist schlicht falsch. Es gibt solche Spiele. Nur sind diese Meist verniedlicht. Es ist eine sehr schwere Materie ich weiß. Aber dennoch werde ich es kurz eläutern. Bestes beispiel ist ein typischer spiele Blockbuster. Call of Duty. Nun kann man natürlich der Meinung sein das dieses Spiel dumpfe ballerei ist. Mag durchaus sein. Doch diese Reihe kann die Gesselschaft aufrütteln. Ganz einfach Jeder Brutal Inzenierte Ego-Schooter ist ein Größeres Antikriegsmedium als es ein Film oder ein Buch sein kann. Warum?? Weil man es selbst erlebt. Man tötet menschen auf Brutalster weise. Man richtet sie manchmal hin!!!. Das mag pervers klingen aber das stellt die Realität dar. Es ist ganz einfach auch in Wirklichkeit so. Man kann danach durchaus ein Schlechtes Gewissen bekommen, man sagt sich warum machen die entwickler das den nur. Warum produzieren die so einen schund. Dabei halten die Entwickler so der Geselschaft einen Spiegel vor. Die Gesellschaft egelt sich vor ihren eigenen Hässlichen Anglitz. Was macht man dan natürlich?? Man schneidet solche stellen aus den Spiel. UND GENAU WENN DAS Geschehen ist, genau zu diesen zeitpunkt wird der Krieg und das Grauen im spiel verniedlicht und verherrlicht und dan sind die Spiele erst das böse verherrlichende instrument zur Amokläuferbildung was die Bundesregierung ganz verbieten will. Nicht durch die Entwickler kommt dies zustande. Nein durch die die dieses spiel schneiden. Hier wird die Realität eines Krieges verzerrt. Jetzt will ich nicht sagen das Call of Duty Realistisch ist um Gotteswillen nein. Aber die stellen die das Grauen eines Krieges darstellen werden halt rausgeschnitten. Genau das selbe ist natürlich bei Spielen die den 2 WK behandeln. Warum werden den Die Hakenkreuze rausgeschnitten? Wieso macht man das? Soll uns nicht immer die Geschichte vorgehalten werden? Oder will man sie damit Insgeheim vergessen machen? Dies verstand ich nie. In jeden Hollywood Film mit Nazis gibt es sie. Die verbrechen, die Symbole und die perversen Gedanken. Nur da Wo der spieler das Grauen miterlebt und sich dan sagen kann. "Um Gotteswillen hoffentlich passiert das nie wider, Jetz weis ich was mein Großvater meinte mit den grauen und damit das ein krieg nur denen gefällt die nie in einen gekämpft haben." da gibt es sie nicht die verbrechen. Da wo es am intensivsten und am härtesten rübergebracht wird wie Schrecklich Krieg ist. Da wird am meisten Geschnitten. Das Verschwinden die Leichen nach kurzer zeit, da ist das blut rosa oder nicht sichtbar. Nur in spielen wird der Feind nicht getötet sondern "Markiert" Und das nicht wegen den entwicklern. Nein das nur wegen der USK. Ich finde das ist der Flasche weg. Mann kann es schon fast mit der Sage "Des Königs neue Kleider " vergleichen. Der könig ist eigentlich nackt. Doch jeder staunt über seine kleidung die garnicht exestier und sagt ihn das. Und am ende glaubt der König selbst er hat kleider an. So ist es auch mit den Schneiden von spielen. Es wird so geschnitten das man kaum merkt was man gerade getan hat. Aber in wirklichkeit würde einen Übel davon und man würde schlaflose nächte haben. ABER DAS MERKT MAN SO LEIDER ERST WENN MAN IN DER WIRKLICHKEIT DIES ERLEBT,DA DIE SPIELE ZU SCHÖN GEMALEN WERDEN.

jakebaby hat gesagt…

Schau schau, voraussetzende (Assumption is the Mother of all FuckUps) Fehleinschaetzungen mit nachfolgendem Missionierungsversuch.

Ich hatte schon Mitte '80 ein paar Kunden in meiner Kneipe, die jede freie Sekunde an damaligen LangzeitSpielen des Jahres verbrachten und nur mal kurz auf ein Bierchen vorbeikamen um sich danach den Rest der Naechte um die Ohren zu schlagen. ...

Im Verlauf der kommenden Jahrzehnte war ich kein Freund derartiger Entwicklungen. Ein Dinosaurier, verzweifelt um seine guten alten Zeiten trauernd.
Irgendwann diesbezueglich aufwachend, mich in den Schuhen der Generation meiner Eltern/Grosseltern zu finden, welche mich auch lange nicht verstehen zu vermochten.
Nicht, dass mir Heute auch nur annaehernd sympathischer ist, aber ich mussts irgendwann verstehen/akzeptieren.

Jetzt hab ich seit ein paar Jahren Farb-TV :-)
Wii, X-Box, Compjuda, ..etc. ... hab mich da mal kurz reingekniet, vor allem um meinen Kleinen zu animieren .....

und sein Lieblingsspielzeug ist (leider:) immer noch Jake.
Pool, Insekten/Schlangen ..Jagd, Suempfe, Carshows, Beach, .... (heute gehn wir zB. zu den Indianern unseres jaehrlichen Festivals)
http://jakester-express.blogspot.com/search?q=pow

Sonst noch Fragen? .. Keine? ... Wegtreten!
Gruss
Jake

PS. Ich verschwende ehh schon wesentlich zuviel Zeit Online, um mir globale Scheisse reinzuziehen.
Und auch auf diese 'Sucht wuerde ich so dankend verzichten moegen.

Charlie hat gesagt…

Das war mitnichten ein "Missionierungsversuch" meinerseits, lieber Jake. ;-) Mich hätte lediglich Deine Meinung dazu interessiert - nachdem Du es ausprobiert hast. Mein Urteil ist nach dem Ausprobieren ja ebenso ausgefallen wie Deines.

Charlie hat gesagt…

Oh, das muss Dir nicht leid tun, lieber anonymer Kommentator - ich habe tatsächlich keine Ahnung von Computer- und Konsolenspielen (und habe ja auch nichts anderes behauptet). :-) Weshalb ich diesen Selbstversuch gestartet habe, ist ja oben beschrieben.

Ich bin auch bei Dir, was die Zensur in Deutschland betrifft - ich ärgere mich bei Filmen stets maßlos darüber, wenn wieder irgendwelche Szenen herausgeschnitten wurden, und ich kann mir lebhaft vorstellen, dass diese Unsitte bei Spielen auch exzessiv Anwendung findet.

Ansonsten kann ich Deiner Argumentation aber leider nicht folgen. Es wird ja niemand dazu gezwungen, ein Ballerspiel zu spielen. In der Regel tut man das freiwillig und aus dem Grund, weil es Spaß macht. Und da kann ich nun wirklich nichts Gesellschaftskritisches entdecken - unabhängig von der Frage, ob da nun vorher geschnitten wurde oder nicht. Ganz im Gegenteil - ich muss nach der Geisteshaltung und Befindlichkeit des Spielers fragen, der sich aus freien Stücken dazu entschließt, aus Spaß virtuell Menschen abzuknallen.

Auch darf man niemals vergessen: In diesem System, dem wir ausgesetzt sind, dienen Musik, Filme, Spiele und alle anderen Dinge, die von Konzernen stammen, ausschließlich einem Zweck: Es soll (und muss) Profit damit erwirtschaftet werden. Die Inhalte sind da völlig nebensächlich. Wirkliche, "echte" Kultur kann man in diesem System nur noch jenseits von Konzerneinflüssen (aber auch dort nur selten) finden.

Ich bleibe dabei: Computerspiele besitzen ein großes künstlerisches und gesellschaftskritisches Potenzial - ebenso lässt sich aber auch eine immense Suchtgefährdung feststellen. Und in den Händen von Konzernen können sie geradezu eine Bedrohung für die Gesellschaft darstellen und Menschen manipulieren - und zwar intensiver als andere Medien.

Viele Grüße!

jakebaby hat gesagt…

Den Kommentar verstehe ich im Ganzen nicht so recht.
Warum haette dich meine Meinung dazu interessiert, wenn Dein Urteil nach dem Ausprobieren ja ebenso ausfiel wie Meines?

Waehrend ich eine Banane mit Schale esse, fragst du mich warum ich sie denn nicht schaele. ... Dummerle, .. ich weis doch was drin ist!

Banane, Gorilla, Jake ... 'Mission Imposible'

Gruss
Jake ... and that is not even mye real Name ..

jakebaby hat gesagt…

Im Ganzen einverstanden.

Aber nicht mit "Es wird ja niemand dazu gezwungen, ein Ballerspiel zu spielen."

Ich gehe davon aus, dass du weist was ich meine.

Gruss
Jake

Charlie hat gesagt…

Äh ... nein, sorry, ich weiß leider nicht, was Du damit meinst. Meines Wissens existiert im Bereich der Computerspiele noch kein Zwang, bestimmte Spiele zu spielen. Ich weiß zwar, dass bestimmte Spiele durch das Militär bzw. die angeschlossenen interessierten Wirtschaftslobbyisten forciert werden - aber letztlich bleibt es doch die freie Entscheidung eines jeden Menschen, diesen Kram anzunehmen oder zu ignorieren. Oder meinst Du etwas anderes?

jakebaby hat gesagt…

Ooooch Charlie,

Als naechstes versuchst du mir diesbezueglich zu erklaeren, dass kindlich/erwachsene Existenzen in dieser Gesellschaft, in jeglichster Hinsicht, vollkommen Ungezwungen, Frei Entscheiden, welcher Scheisse sie Folge leisten.

Amnesia?

Dede hat gesagt…

@jakebaby:

Ich glaube nicht daß Charlie Kinder gemeint hat. Das ist keine Frage von frei oder unfrei sondern von Medienkompetenz. Und da sind wir alle frei uns zu bilden.

Ich schau zum Beispiel gerne Splatter- und harte Horrorfilme. Bin ich deswegen ein Massenmörder und Psychopath? Nee, ich bin ehemaliger Kriegsdienstverweigerer und kann nicht mal ne Fliege plattmachen.

Was du gegen die Freiheit der Entscheidungen (von Erwachsenen) hast, versteh ich nicht. Wir müssen uns doch alle durch den Nebel der Propaganda und der Verführungen boxen und kommen trotzdem irgendwo an. Manche sogar bei der Wahrheit.

Zensur oder Verbote wären jedenfalls die allerschlechstete Alternative die ich mir vorstellen kann! Was also ist dein Vorschlag in bezug auf dämliche Ballerspiele?

jakebaby hat gesagt…

@ Dede

Ich habe mich nicht explizit auf Kinder bezogen.
Ab bestimmtem Kindesalter sehe ich ehh kaum mehr Unterschiede der Beeinflussbarkeit zu sogenannten Erwachsenen.

Die 'Freiheit der Entscheidungen' im Nebel der Propaganda, wuerde ich eher als kollektive Gehirnwaesche bezeichnen, welche umfangreichst greift. Wobei ich ja nichts Neues verkuende.

'Zensur oder Verbote'? ... wo sollte ich denn da anfangen .. Menschheit?
Natuerlich gibt es so Einiges welches ich mit aller Haerte verfolgen und dezimieren wuerde!

Gewalt im Ganzen .. wobei wir wieder bei der Menschheit waeren ;-)

Gruss
Jake

Dede hat gesagt…

@jakebaby:

Hmmmm.... das hab ich jetzt nu nicht so ganz verstanden, was du damit gemeint hast. Gehirnwäsche? Klar die findet statt, jeden Tag, und trotzdem werden nicht alle Gehirne gewaschen. Woran liegts?

Und was hat das mit Ballerspielen zu tun? Wenn du mal eins gespielt hast weißt du, daß das vollkommen hirnlos ist und eher mit einem Tischtennisspiel zu vergleichen ist als mit einem phantsievollen richtigen Spiel. Mit dem kleinen Unterschied daß man meistens Soldaten, Zombies, Monster, Aliens usw. treffen muß und nicht Bälle. Seit Computergrafiken aber immer realistischer werden, wird dieser an sich kleine Unterschied plötzlich aber doch riesengroß, denn man sieht jetzt wirklich was man da anrichtet. Das sollten aber eigentlich alle halbwegs intelligenten Leute erkennen können, trotz Gehirnwäsche.

Ich finde also man muß klar unterscheiden zwischen Ballerspielen wo es ums reine Ballern (auf Tontauben, Roboter, Zombies usw.) geht und solchen, wo man wirklich gegen andere Menschen kämpft und die abknallt. Das darf nicht sein, finde ich, und das muß auch jedem Spieler einfallen der sich das antut. Ganz abgesehen davon daß ich persönlich solche Spiele einfach totlangweilig finde.

Mit Zensur und Verboten erreicht man aber nix. Dann wird das eben illegal und trotzdem runtergeladen und gespielt, wahrscheinlich sogar öfter als ohne Verbote.

D.D.

daniel hat gesagt…

ich schliesse mich hier dem dunkelmond an und kann nur festellen dass AMNESIA neue massstäbe setzt und das genre des horrorspiels neu definiert.

klar macht das spiel süchtig! das ist doch ein beweis dafür dass es einzigartig ist. welche gute kunst (wenn man das so nennen will) macht denn NICHT süchtig?

beipflichten muss ich aber auch dem charly denn es gibt elendig viele computerspiele, die einfach nur stumpfsinnig sind. ein gutes beispiel ist dafür ALAN WAKE. das hätte ein wirklich gutes spiel werden können, wenn man auf die ständige hirnlose ballerei verzichtet hätte. so ist es eben nur ein weiteres dummes ballerspiel geworden auf das man getrost verzichten kann. da werfe ich lieber zum fünften mal AMNESIA an und entfliehe dem unterirdischen fernsehprogramm in die finstere welt von schloss brennenburg...

übrigens stammt das spiel von keinem konzern sondern von einer sehr kleinen spielefirma. und das merkt man, positiv natürlich. da es so erfolgreich war, wird sich das womöglich beim nachfolger (der für diesen herbst angekündigt ist) ändern. leider.

ich lese ja immer gerne hier mit aber bei dem thema musste ich dann auch mal meinen senf dazugeben. :)

Gamer hat gesagt…

Um das ganze mal abzuschließen und dem geneigten Leser zu verdeutlichen, mit welchen geistigen Nieten er sich hier auseinandersetzt: Schaut euch mal das Ende dieses "Lets play" an und kringelt euch. (http://www.youtube.com/watch?v=80qs-Lq4nq8) Den Typen versteht man nicht (spricht der deutsch?), es ist offensichtlich, dass er nach Anleitung spielt, und trotzdem verfehlt er das eigentliche Ziel (nämlich den gepeinigten Agrippina zu retten).

Solche Typen dürfen wählen (wenn sie schon 18 sind). Wundert es IRGENDJEMANDEN noch, dass der Untergang vor der Türe steht? Als ich dieses youtube-Video gesheen habe war mir klar: Die menschheit ist zum Aussterben verurteilt.

Vielleicht ist das keine so schlechte Wahl der Natur.

Darkmoon hat gesagt…

Im dritten Durchlauf hab ich´s auch geschafft, Agrippa ist gerettet, und meine Seele auch! :) Die Realität bleibt derweil finster, ich weiß. Trotzdem bleibt das Spiel genial.

Was den Möchtegern-Lets-Player betrifft, den Gamer verlinkt hat: Ohne Worte. Noch übler kann man nicht failen und das auch noch online stellen. Das hat fast schon CDU-Qualität.

Charlie hat gesagt…

Psssst ..... Darkmoon: Ich habe das Spiel inzwischen auch ein zweites Mal gespielt (Asche auf mein Haupt) und ich habe es auch geschafft, den alten Mann zu retten und den fiesen Faschisten ins Jenseits zu befördern. :-)

Der Suchtfaktor ist doch noch höher als ich befürchtet habe. Du hast mich angefixt - ich stelle es auch Dir in Rechnung, wenn ich von diesem Scheiß nicht mehr lassen kann! ;-)

Anonym hat gesagt…

Charlie, auch ich bin Amnesia-Süchtig, weil ich muss dir sagen. Ich nehme Spiele sehr ernst und spiele nicht zum Spaß. Ich bin ein Mensch mit Ideologie von höchstem Niveau, und für mich sind Computerspiele etwas SEHR wichtiges im Leben, so wie schöne Musik, ein Bild oder sonst ein "Kunstwerk" wo Ideen und Talente enthalten sind. Amnesia ist so ein Spiel und ich spiele auch NUR solche Spiele mit Intellektuellem Hintergedanke und anständig gemachtem Gameplay (keine Ballerei oder sonst ein Superhelden-Mist).

Warum mir Spiele wie Amnesia so viel bedeuten ist einfach, weil sie wirklich was besonderes sind und man im Leben etwas verpasst, wenn man solch ein Spiel nicht spielt. Amnesia ist in dem Sinne ja auch gar kein "Spiel". Ein Spiel ist ja immer zum Spaß da, aber die nackte Angst, die förmlich am Spieler nagt, ist alles andere als spaßig. Amnesia ist vom Adrenalin her fast gleichzusetzen mit Bunjee-Springen! Der Horror ist wirklich immens wirkungsvoll. Es ist einfach dermaßen interessant, in einem Spiel so zu versinken. Ist nicht jeder von uns mit spannenden Geschichten und Abenteuern zu haben? Warum lesen wir Bücher, warum schauen wir Filme? Man will einfach etwas erleben, sich in eine Handlung reindenken, was sonst unmöglich wäre. Und warum Computerspiele allgemein einen so schlechten Ruf haben, ist doch nur den ganzen Mainstream-Blockbustern zu verdanken. Aber die interessieren mich erst gar nicht. Soll doch von mir aus die halbe Welt ihr Battlefield oder World Of Warcraft spielen... diese Menschen werden niemals verstehen, was der wirkliche Sinn eines Spiels ist. Und auch vor Amnesia war das schon so gewesen, endlich hat ein kleines schwedisches Entwickler-Team aus 5 Studenten das verstanden. Amnesia haben die zu Hause gemacht, ganz ohne Budget. Über Skype haben sie ihre Arbeitspakete besprochen und ein Spiel daraus gemacht. Und es ist etwas dabei herausgekommen, wozu kein großer Publisher von Blockbuster-Titeln in der lage wäre. denen würde es einfach an Talenten fehlen, die etwas von Gamedesign-Ideologie verstehen, stattdessen entwickeln die nur Müll für die Breite Masse um an möglichst viel Geld zu kommen.

Amnesia ist deshalb ein äußerst Wertvolles Spiel. Es ist unglaublich, welch Qualität man hier für 15 Euro geboten bekommt! Solche Spiele muss man loben und ich muss auch ganz klar sagen, Amnesia hat mich emotional sehr bewegt. Man erfährt die dunklen Emotionen des Menschen und dass man als Spieler selbst andere Menschen gefoltert hat, um sich selbst beliebt zu machen.

Amnesia ist so genial, ich könnte Stundenlang allein in einem Raum stehen und dem Wasser zusehen, wie es von der Decke tropft oder wie der Staub rieselt. Das Erforschen von dunklen Szenarien hat schon immer begeistert und durchaus kann man aus dem Spiel etwas lernen, es möchte einem eine geheime Botschaft mit auf den weg geben.

Wenn du mehr über Spiele lernen willst, solltest du dir auch "Penumbra" antun. Das ist von den Machern von Amnesia und in Sachen Story und Rätsel ein noch komplexeres Erlebnis. Die geheime Botschaft spielt auch hier eine große Rolle. Es wird dein eigenes Kollektivbewusstsein auf die Probe gestellt.

Das sind Spiele von höchstem Niveau und da man nur einmal lebt, sollte man sich solch ein "Erlebnis" nicht entgehen lassen!

Du musst wissen, Spiele sind prinzipiell etwas sehr geniales. Nur gibt es hier mehr Mist auf dem Markt als wirklich was Gescheites. Ist aber bei Musik doch das gleiche... es hat eben nicht jeder ein wahres Talent und man muss sich eben die guten Sachen heraussuchen.

Du hast gesehen, wie Spiele begeistern können. Und Amnesia ist nicht das einzige Spiel, welches solche Qualitäten bietet.


Liebe Grüße

Daniel

Charlie hat gesagt…

@ Daniel:

Ich kann Dir in den meisten Punkten beipflichten - weiter oben habe ich das ja sinngemäß auch schon geschrieben. Mein Hauptkritikpunkt, den ich auch schon formuliert habe, bleibt aber bestehen, nämlich die Sucht- und Ablenkungsgefahren, die von solchen Spielen auch ausgehen können.

In einem Punkt irrst Du dich allerdings: Selbstverständlich ist auch "Amnesia" ein Spiel. Die "Lust am Gruseln" ist fast so alt wie die menschliche Kultur - Schriftsteller wie E.T.A. Hoffmann, E.A. Poe oder Stephen King sind zu ihren Zeiten und darüber hinaus nicht zufällig so bekannt und beliebt geworden. Auch Horrorfilme schauen sich die meisten Menschen gerade wegen des Grusel-Effektes an. Dasselbe gilt für Computerspiele des Horror-Genres auch - inzwischen kenne ich auch noch einige andere (die aber allesamt nicht die Intensität von "Amnesia" erreichen).

Nach diesem Experiment habe ich jedenfalls nicht wieder mit dem Spielen komplett aufhören können ... Darkmoon hat mich erfolgreich "angefixt". Momentan bin ich gerade bei "The Moment of Silence" - ein Adventure, das ich auch sehr empfehlen kann, da es thematisch auch verdammt gut in unsere schlimme Zeit passt, denn es spielt in einem orwellähnlichen, totalitären Überwachungsstaat. Es gibt also auch durchaus gesellschaftskritische Spiele, die das Bewusstsein für unsere Realität schärfen können.

Liebe Grüße!

dani hat gesagt…

@ daniel und charlie

ja, mein kurzer spielt auch gerne......was ich eigentlich nicht so sehr gerne sehe, nun ja......

frage an euch, da ich die absolute null in diesen dingen bin. ein attraktives spiel für einen 12jährigen? hab mir schon mal "sherlock holmes" angeguckt......und vor 3 wochen "anno 1602" sehr preiswert ergattert. ansonsten habe ich hier nix.....
ach doch - habe mir ja - dank darkmoon - mal "harveys neue augen" gegönnt. aber damit tut er sich sauschwer.......wie ich ja auch.....höhöhö...

ansonsten ömmelt er 20 minuten täglich bei "brickforce" oder wie immer das heißt rum. weil die simpsons will er abends auch noch gucken und mehr als ne stunde medienzeit am tag gibt es nicht!

grüßle
dani




dani hat gesagt…

@ daniel und charlie

mein sohn spielt auch gerne - wenn auch noch unter "bewachung" und mit festgelegter medienzeit. ich widerum bin überhaupt kein pc-spieler, wie die aktion mit "lilli" ja bewiesen hat....harrharr.....

könnte ihr mir ein intelligentes spiel für einen 12 jährigen vorschlagen? danke!

grüßle
dani

Anonym hat gesagt…

Das mit der Suchtgefahr wird aber doch immer so wie der Teufel an die Wand gemalt. Natürlich darf man andere Dinge nicht vernachlässigen, aber das eine schließt das andere ja nicht aus. Ein tolles Spiel ist wie Kulturgut. Allein die Musik ist ebenso auf hohem Niveau wie manch ein anderer das von klassischen Künstlern behaupten würde. Erinnerst du dich noch an die Hintere Halle? Wie hast du dich gefühlt, als du dort hineingekommen bist?
Sucht wird immer als eine Gefahr gesehen, das ist allerdings nicht mit Drogen zu vergleichen, die einen krank machen!

Was hat man denn, wenn man im Leben keine schönen Dinge mitbekommt und man immer nur über die Welt und die Politik am Motzen ist? Am Ende macht es einen doch nur krank und es ändert gar nichts an der Situation. Umso schöner, in einer Geschichte zu versinken, die einem etwas mitteilen möchte - ist es nicht der Sinn einer jenen Geschichte, dich in sie hineinzusaugen?

Wenn man allerdings kaum noch Lust auf andere Beschäftigungen hat oder sich nur isoliert, dann ist das wirklich eine Gefahr, aber daran sind weniger die Spiele schuld, sondern das liegt an einem selber. Über all die Raucher beschwert sich auch niemand, dabei ist das eine viel schlimmere Sucht, die den Körper angreift, seine eigene Gesundheit, die man mit keinem Geld der Welt bezahlen könnte!

Ich will allerdings auch nicht alle Spiele schön reden, ich habe ja geschrieben, auf dem Massenmarkt findet man nur Mist und die wirklich gescheiten Dinge schlummern eher im Verborgenen. Eine Gefahr ist es, sobald Spiele einen verderben, gute Spiele können das hingegen nicht.

Natürlich ist Amnesia als Medium betrachtet ein Spiel. Jedoch waren sich die Entwickler selbst nicht sicher, ob es sich dabei wirklich um ein klsssisches "Spiel" in dem Sinne handelt, weil es einfach nicht zum Fun gemacht wurde. Denn wenn die Angst wirklich funktioniert (was der Sinn ist) dann ist das gar nicht mehr schön. Bei Amnesia kroch ich irgendwann nur noch am Boden herum und habe mich innerlich gefragt, wieso ich mir das überhaupt antue. Jedoch genau das ist der Reiz, ich würde diese Emotion allerdings nicht als "Spaß" beschreiben, das wäre einfach das falsche Wort und deshalb ist Amnesia auch kein Spiel in dem Sinne, weil es nicht der Belustigung dient, sondern eine ernsthaft traurige und beklemmende Erfahrung vermitteln möchte.
Und dennoch ziehe ich Penumbra vor. Die Rätsel sind noch involvierender, die Atmosphäre noch beklemmender und die Horror-Mechaniken wirken besser. In Penumbra fühlt man sich stets wie in einer realen Umgebung und es werden keine "Effekte" aufgesetzt. Auch Hunde und Spinnen sind bedrohlicher, weil es die wirklich gibt. Ich finde deshalb, dass die Plausibilität sehr wichtig ist, um den Horror ernstzunehmen. Wir müssen aufhören zu denken "es ist ein Spiel". Amnesia und Penumbra wollen nicht das Gefühl von einem Spiel vermitteln. Sie wollen den Spieler eher glauben lassen, wirklich in dieser Welt zu stecken und dass diese real wäre.

Man kann froh sein, wenn man denn eine solche Perle gefunden hat, die einen so dermaßen in sich hineinsaugt. Oder hätten die Entwickler das Spiel absichtlich nicht so gut machen sollen, damit man davon nicht süchtig wird? Wer will denn schon langweilige Spiele, davon gibt es ja bekanntlich genug.

Ich finde das viel schlimmer, wenn man stattdessen auf allemöglichen Partys geht und sich besauft. Schau dir doch die Jugend heutzutage an, kennt doch nichts anderes mehr als Saufen. Das ist die andere Seite, wenn man (zu) viele "Sozialkontakte" hat.

Sich zu besaufen ist für mich billiges Niveau. Lieber gelte ich dann "offiziell" als Spielesüchtig, da weiß ich aber, dass das Wort an sich nur schrecklicher klingt als es ist und dass ich wirklich etwas emotional bewegendes mitnehme!

Man könnte auch sehr schnell jemanden als Fußball-Süchtig bezeichnen, nur weil er jedes Wochenende im Stadion verbringt. Jeder hat eben seine Dinge, die er mag und das ist auch gut so.

Grüße

Daniel

Charlie hat gesagt…

@ dani:

Tut mir leid, aber mit Spielen für Kinder kenne ich mich so gar nicht aus. Ehrlich gesagt: Ich würde ein Kind tunlichst gar nicht damit konfrontieren - die Zeit kommt sowieso, in der Freunde und Mitschüler es "anfixen". Dieser Tipp ist natürlich hinfällig, wenn das bereits geschehen ist. ;-)

In keinem Falle solltest Du dich aber nach der FSK-Freigabe richten - ich kenne eine ganze Reihe von Spielen, die offiziell ab 12 Jahren freigegeben, aber trotzdem für Kinder völlig ungeeignet sind.

Sorry, dass ich nicht weiterhelfen kann!

Liebe Grüße!

Charlie hat gesagt…

@ Daniel:

Unsere Standpunkte liegen ja gar nicht so weit auseinander. Aber das Thema "Spielsucht" verharmlost Du meines Erachtens doch etwas zu stark. Ich habe es ja (in minimaler Dosis) am eigenen Leib erfahren: Als ich "Amnesia" spielte, habe ich in der Tat viele andere Dinge inkl. meiner Sozialkontakte vernachlässigt - das hat sich erst wieder normalisiert, nachdem ich das Spiel durch hatte und mein Verhalten einigermaßen reflektieren konnte. Und ich kann mir lebhaft vorstellen, dass viele andere damit erheblich stärkere Probleme haben bzw. dann möglichst schnell ein neues Spiel beginnen (müssen).

Es kommt also - wie immer - auf die jeweilige Person an: Für den einen Menschen stellt es kein Problem dar, ab und an mal ein oder zwei Gläser Bier oder Wein zu trinken - für einen anderen ist das der Beginn einer lebenslangen, verheerenden Alkoholsucht. Leider können die allermeisten Menschen (mich inklusive) sich selbst in dieser Hinsicht kaum realistisch einschätzen - das gelingt, wenn überhaupt, meist erst in der Rückschau. Als Raucher weiß ich, wovon ich da rede. ;-)

Du hast völlig recht, wenn Du darauf hinweist, dass es eine Menge anderer Süchte gibt, denen allzu viele Menschen viel zu leicht verfallen. Gerade vor diesem Hintergrund verwundert es mich, dass Du PC-Spiele nicht in dieselbe Kategorie einordnest, sondern sie explizit sogar ausklammerst.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich plädiere keineswegs für ein Verbot von Computerspielen, ebensowenig wie für ein Verbot von Alkohol, Tabak, Filmen oder Musik (auch das kann süchtig machen). Es sollte aber einem jedem stets bewusst sein, dass solche Spiele ein Gefahrenpotenzial besitzen - genau wie das beispielsweise in Bezug auf Alkohol ja auch der Fall ist.

Was die Qualität mancher Spiele betrifft, bin ich ja voll und ganz Deiner Meinung. Es gibt - wie in jedem Genre - unheimlich viel überflüssigen und verdummenden Schrott - aber eben auch einige Perlen. "Amnesia" ist eine davon ("Penumbra" habe ich noch nicht gespielt, es ist aber schon seit fast einem halben Jahr gekauft). Du weist zu recht (Vorsicht: Spoiler) auf die "Hintere Halle" hin - das war einer der Orte, die nach dem puren, finsteren Horror des Zellen-Traktes wie eine Erlösung wirkten - ich wollte da gar nicht wieder weg. Das gibt sich zwar im weiteren Verlauf wieder, denn in diesem Spiel ist jede Sicherheit trügerisch, aber vom Spiel-Design her ist das eine Meisterleistung.

Ich kann zum Schluss eigentlich nur noch mein ursprüngliches Fazit von oben wiederholen: In einer anderen, besseren Welt könnten Computerspiele vielleicht zu einer bedeutenden Kunst- und Ausdrucksform werden - leider leben wir in einer solchen Welt nicht.

Wie man es auch dreht und wendet: Ich persönlich finde politisches und gesellschaftliches Engagement bedeutend wichtiger in dieser schrecklichen Welt als den "Rückzug ins Private". Der muss freilich auch sein, keine Frage - aber wir enden in genau dieser Finsternis, wenn er bei zu vielen Menschen überhand nimmt.

Liebe Grüße!

darkmoon hat gesagt…

Daniel: Ich finde dieses und andre Spiele ja genauso genial, aber ich sag dir was: Ich geh trotzdem hin und wieder auf Partys und besaufe mich. -) Das eine schliesst das andre doch nicht aus!?! Die Jugend von heute iss auch nicht anders als die Jugend von gestern, Dummbratzen, Partylöwen, hirnleere Vollidioten und peinliche Kofferträger gabs in meiner Jugend auch schon. Nicht "die Jugend" ist am Zustand der Welt Schuld sondern wir, die Erwachsenen.

Und am Freitag werd ich mich besaufen gehen und danach spiele ich den Rest des Wochenendes, wenn die werte Dame mit der ich zusammenlebe mich läßt! Meistens macht sie ja bei beiden Tätigkeiten mit. -) Wir sind alle beide trotzdem politisch aktiv....

Anonym hat gesagt…

Ja, ich verstehe nun was du meinst und gebe dir vollkommen Recht. Allerdings musst du mir dein Zitat geneuer erklären. Meinst du, Computerspiele werden nicht als Kunstwerk gesehen? Die Spieler finden das schon, Politiker evtl. nicht, aber das ist schon ein Politiker? Jemand, der selbst seinen eigenen Job falsch macht soll über Computerspiele bescheid wissen? Die sind doch so blind vor Augen und haben keinen blassen Schimmer von Spielen. Haben selbst nie gespielt. Ich bin mir sicher, wenn die alle mal Amnesia spielen würden, würden die eine ganz andere Einstellung zu der Sache haben. Die denken doch nur, es wird überall nur herumgeballert und gewalt verherrlicht. Leider ist das auch so, wenn man sich die Mainstream-Spiele anschaut, aber die denken es wäre jedes Spiel so. Oder ein Spiel wäre nur dummer Zeitvertreib. Haben also absolut keine Ahnung... genauso wenig wie von "guter" Politik. Die Wahrheit ist doch, dass das alles Verbrecher sind, und dagegen wissen einige Spiele, die Wahrheit zu reflektieren.

Die Welt ist schlecht, das stimmt leider, aber genau darum gelten solche Spiele als Kunstwerk. Die bringen einem zum Nachdenken, wenn man denn storybezogen spielt.

Geschichten haben die Menschen schon immer begeistert und je besser man sich in eine Geschichte reindenken kann, umso mehr ist sie ein Kunstwerk und je süchtiger man davon wird, umso genialer ist sie.

Hast du auch "Amnesia: Justine" gespielt? Eine 2-Stündige Story-Erweiterung für nach dem Hauptspiel? Wurde seit dem Update 1.2 eingefügt und ist über den Button "Justine" im Launcher startbar. Und ich bin so süchtig, dass ich dieses Spiel gleich ins Deutsche übersetzt habe... weil die lag nur in englisch vor. Und ich habe auch Penumbra: Requiem (letzte Episode) übersetzt. Außerdem habe ich von allen Spielen von Frictional Games die Texte überarbeitet, um ein noch besseres Spielerlebnis zu bieten.

Ein Beispiel will ich dir zeigen:

"Finde den Schöüssel zum Weinkeller."

"Ich habe die Tür zum Weinkeller gefunden, doch ohne Schlüssel lässt sie sich nicht öffnen."


Welcher der beiden Sätze findest du, klingt interessanter? Da ich vorher Penumbra gespielt habe, wusste ich, in Amnesia auf jedes Detail zu achten und es hat mich gestört, dass die "Mementos" nicht vom Spieler selbst geschrieben wurden, sondern wie Tipps oder Hinweise durch den Computer wirken. Außerdem habe ich nun Wörter wie "vermutlich, wahrscheinlich, ich bin mir sicher, etc." verwendet, um die Gedanken und Ahnungslosigkeit des Spielers besser vermitteln und das macht das gesamte Spiel NOCH interessanter. Man kommt sich nicht so vor wie in einem Spiel wo man eine "Quest" erfüllen muss, sondern man setzt sich selbst mit der Welt auseinander und notiert sich Gedanken.

Kann ich nur jedem empfehlen, der noch mehr Adventure-Feeling im Spiel haben will. Das werden diejenigen verstehen, die vorher Penumbra gespielt haben und deshalb mit etwas höheren Erwartungen an Amnesia herangegangen sind.


Liebe Grüße

Ich wieder

Charlie hat gesagt…

@ Daniel:

Ich mache Dir mal einen Vorschlag: Pack Deine Gedanken zu einem bestimmten Computerspiel (möglichst nicht "Amnesia", denn das hatten wir ja nun schon) oder zu Computerspielen generell doch einfach in einen kleinen Artikel und schicke mir den per Mail (editor@gmx.li) - dann stelle ich ihn, wenn er den für dieses Blog geltenden Kriterien entspricht, als Gastbeitrag hier online. Mich würde das interessieren, da Du dich mit dem Thema offenbar ausgiebig beschäftigst, und außerdem müssten wir dann nicht mehr in dieser uralten Kommentarspalte aus dem März 2012 miteinander diskutieren. :-)

"Justine" habe ich auch gespielt - allerdings war ich davon nicht mehr so begeistert. Mich würde vielmehr interessieren, was dieses Entwicklerteam für die Zukunft plant bzw. woran es momentan arbeitet.

Liebe Grüße!

Anonym hat gesagt…

Hallo Charlie, eine e-mail habe ich dir schon geschickt mit Spiele-Vorschlägen, die ebenfalls ein anständiges Konzept haben wie Amnesia (abgesehen vom Genre) und auch wenn ein Trailer allein das oft nicht so darstellen wird (weil er mehr auf Action gemacht ist, um das Spiel spektakulärer aussehen zu lassen) so sind all diese Spiele absolute Kunstwerke und wissen sich garantiert sehr lange zu fesseln.

Aber ich kann ja noch mal einen Blog-Artikel verfassen bezüglich Spielen allgemein und ihn dir dann mal schicken, allerdings kann das etwas dauern...

Justine fand ich sehr Gruselig, aber etwas zu sehr frustrierend, weil ohne Speicherpunkte hat man dann doch irgendwann keine Lust mehr. Naja, es war ja auch nur ein kleines kostenloses Hardcore-AddOn.

Frictional Games arbeitet nun an einem neuen Spiel, das schon in der Planung stand, bevor Amnesia veröffentlicht wurde. Es wird die neu entwickelte HPL3 engine genutzt (Amnesia HPL2 und Penumbra HPL1). Das neue Spiel soll primär kein Horror-Spiel werden, aber ein Spiel mit Horror. Es wird nicht als Horror-Spiel beginnen, aber es wird zu einem werden und man wird der typischen Atmosphäre treu bleiben. Sogar Outdoor-Locations sind eingeplant. Ich schätze mit einem Release nächstes Jahr.

Gleichzeitig lässt Frictional Games ein anderes Entwickler-Team (thechineseroom) an einem Amnesia-Nachfolger arbeiten. "Amnesia: A Machine For Pigs" wird in den nächsten Monaten erscheinen, ich tippe auf März.

Es werden also bald zwei neue Spiele von Frictional Games kommen und man verspricht das neue Amnesia soll noch gruseliger werden. Habe mir schon extra ein 47" LED-TV gekauft wegen dem Spiel.

Das neue Projekt, an dem Frictional Games arbeitet, ist allerdings noch Top-Secret. Es gibt dazu noch kein Bildmaterial. Allerdings arbeiten die nun mit 11 Mann seit 2,5 Jahren daran. Im Vergleich, Penumbra Overture haben die in 6 Monaten fertig gestellt und waren damals nur 4 Mann. Und im Vergleich zu Amnesia ist Penumbra Overture noch komplexer.

Auch wenn das neue Amnesia von anderen Entwicklern gemacht wird, ist Frictional Games auf jeden Fall mit involviert. thechineseroom ist u.a. bekannt durch das Spiel "Dear Esther".

LG

Charlie hat gesagt…

Es ist leider keine Mail angekommen - auch nicht im Spam-Ordner.

Liebe Grüße!