Donnerstag, 7. April 2016

Veganer: In der Republik der Bekloppten


In meinem Lieblingsblog "Jenseits der Realität" gab es vor kurzem ein Gastspiel, das der Realsatire in den Mund gesprungen ist. Ein Autor namens Hartwut Schmerz ließ sich dort über die böse, intelorante Gesellschaft aus, die seinem veganen Ansinnen böswillig im Wege steht. Der Tenor des Sermons lautet schlicht: "Ihr seid intolerant, weil ihr mir nicht an jeder Wegecke vegane Speisen anbietet!"

Deutlicher könnte man den Unsinn gar nicht in Worte fassen - und dennoch toppen ihn einige Kommentare mühelos. Nein, Herr Schmerz: Wenn du dich nur von Pflaumen und Haferflocken ernähren möchtest, ist Dir das unbenommen - aber die Forderung, dass derlei Schmonzes auch sonst überall verfügbar sein müsse, ist - um es diplomatisch zu formulieren - grober Bullshit.

Wie immer bei solchen Themen handelt es sich auch hier um einen Nebenschauplatz, der mit viel Energie beackert wird - während die tatsächlichen Probleme unter den Tisch fallen. Wenn man die ekelhafte Massentierquälung kritisiert, muss man zwangsweise das kapitalistische System kritisieren, das eine solche Perversion nicht nur ermöglicht, sondern erzwingt. Und das hat nichts mit Intoleranz zu tun, sondern nur mit systeminterner Logik. Selbstverständlich findet man im verlinkten Bullshit-Text nichts, das darauf hindeutet, denn dem Autor geht es nicht um die Menschen (also das System), sondern einzig um die Tiere.

Die Deppen, die bei "Jenseits der Realität" kommentieren, verstehen das freilich nicht: Dort wird die geforderte Toleranz gleich umgewandelt in ihr Gegenteil. So spalten diese Gesellen munter die so dringend notwendige Opposition - als hätten sie eifrig in der Weimarer Republik gelernt. Es ist ein Fanal der Dekadenz und des Unterganges, dass sich solche Stimmen einmal mehr Gehör verschaffen.

Es lebe die Biene Maja in der Republik der Bekloppten.

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Geheimnis und Melancholie einer Straße



(Gemälde von Giorgio de Chirico [1888-1978] aus dem Jahr 1914, Öl auf Leinwand, Museum of Modern Arts, New York, USA)

Kommentare:

Ich bin kein Roboter hat gesagt…

Sehr guter Text, danke!

Warfrüherschonmalda hat gesagt…

Bravo! Ja, ja, genau so ist es! Nebenkriegsschauplätze, Nebelkerzen - Hauptsache die eigene Nabelschau wird befördert und Solidarität höchstens noch mit anderen Nabelschauern empfunden. Detox, veganes Futter und Wellness, aber Apps am Arm und Leere in Herz und Hirn...

frei-blog hat gesagt…

@Charlie,
und schon gab's wieder was auf die Mütze. Eine Verbindung zum kapitalistischen Ausbeutungssystem wäre weitaus tödlicher gewesen, als meine gewagte Überleitung zu Hartz IV – also: völliger Unsinn, wie mir wieder einmal attestiert wurde.
Gruß Volker

altautonomer hat gesagt…

Der Autor bestätigt mir, dass vegane Ernährung automatisch dazu zwingt, sich ständig mit der tierethisch korrekten Ernährung zu beschäftigen. Wobei er selber sich nicht darüber im Klaren zu sein scheint, dass seine Pommes transgene Fette enthalten und die Bohnen seines schwarzen Kaffees mit den blutenden Fingern von südamerikanischen Kindern für einen Lohn von unter 1 Dollar pro Tag gepflückt wurden. Es ist nun mal nicht möglich, in diesem System widerspruchsfrei zu konsumieren.

Andere verzichten aufs Auto und aufs TV. Bewundernswert, aber leider ebenfalls ohne großen Nachahmungseffekt.

Veganer werden in Europa nicht verhungern. Bei den Anhängern der Lichtnahrung bin ich mir da nicht so sicher.


epikur hat gesagt…

Vor einigen Tagen lief in der Berliner U-Bahn ein Mann mit einem Pappschild herum, auf dem stand: "Lebe Vegan. Rette Tiere. Sei ein Held." Das Problem bei Veganern, Gender-Gagaisten, Feministinnen und Bio-Dogmatikern ist ihr Fantatismus und die ständigen, penetranten Versuche, die Menschen zu ihrem Glauben zu missionieren. Selbst via PC-Spiel versuchen schon Autoren ganz penetrant die Leute zu bekehren. Das nervt nicht nur, sondern ist, ganz richtig, komplette Energieverschwendung von den wirklich wichtigen Problemen.

Charlie hat gesagt…

@ Volker: Du solltest inzwischen doch realisiert haben, dass Du einen hohlköpfigen Dampfplauderer bzw. Kasper wie "eulenfeder" nicht ernstnehmen musst. Anders sieht das freilich bei Roland Faulfuß aus - dem ist seine menschenfeindliche Intoleranz selbstverständlich bewusst und er forciert sie nicht versehentlich.

Umso wichtiger ist es, dass es gelegentlich Stimmen wie die Deine gibt, die dem esoterischen Irrsinn Paroli bieten. Wenn die zensurbeflissenen Gesellen dieser satirischen Webseite das zuließen, wäre ich auch diesem Fall an Deiner Seite.

Liebe Grüße!

frei-blog hat gesagt…

@Charlie,
von ernstnehmen kann nicht die Rede sein, er ist nichts anderes, als ein Stiefellecker und Schwätzer. Was mir allerdings gehörig auf den Senkel geht, ist seine großkotzige Art, jegliche kritische Äußerung als Idiotie abzustempeln, um sich hechelnd Liebkind zu machen. Meinen letzten Kommentar an Eule beendete ich mit "Grüße an die Redaktion", einen diplomatischen Hinweis, dass die Redaktion von HdS auch ihrem Starkommentator etwas mehr Respekt abverlangen sollte. Unnötig zu erwähnen, dass dem Narr seitens rr freie Fahrt erlaubt wird, also gerade das Gegenteil von Toleranz forciert wird. Dem Rest der Gemeinde scheint dies ebenfalls am Süden vorbeizugehen.

jakebaby hat gesagt…

Erstmal zur Eule. Stiefellecker und Schwätzer waere komplimentierend fuer jemanden, der ueber/durch den Schliessmuskel versucht die Hoden von innen zu lutschen. Der/Sowas sollte einem auch nicht im Geringsten auf den Senkel gehen, vor allem nicht, wenn man das doch aus Erfahrung voraussetzen muss. Der Schwaetzer geht zum Stiefellecken immer ueber Bord. Bin mir nicht ganz sicher was zwischen dem ewigen Dreck der Eule oder der jahrelangen Gewaehrleistung dessen auf HdS verschissener ist. ...

Zum Veganer. Derart Veganer sollten sich auf verhungern/dursten einstellen, da ja irgendwo in Zentral-China 'ne besoffene Kuh am Fluss umgefallen, ihren tierischen Speichel in den globalen Trinkwasserkreislauf gaafert und waehrenddessen noch an Alkoholvergiftung verstarb. .....

Gruss
Jake





Anonym hat gesagt…

HdS ist in meinen Augen so etwas wie das Guantanamo von Kleinbloggersdorf. Das Ziel: Auslöschung von kritischen Identitäten bei gleichzeitiger Unterstützung und Akzeptanz von Schleimscheißern.

Pete Simon hat gesagt…

Ich nix vegan. Aber ich verzichte gerne mal auf das Kilo Rinderbraten am Sonntag. Das spart dem System 15000 Liter Wasser. Statt dessen jibbet Pasta&Gemüse.

Und dann lasse ich mir eine gemütliche Badewanne ein und habe Spa(ß) mit meiner Frau.

Kennste? Kennste noch? Invasion von der Vega?2?

Die Vagi ööö Veganer unterwandern uns! Alaa4aarm!