Mittwoch, 18. November 2015

Jebsen und die "Weltverschwörung"


Ich habe es tatsächlich gewagt, mir den jüngsten Vokalerguss des Ken Jebsen zum Thema der Anschläge in Paris anzuhören - und wie befürchtet, wurden meine schlimmen Erwartungen nicht enttäuscht. Es ist in weiten Teilen unerträglich, diesem Gesabbel lauschen zu müssen - und das gewiss nicht nur wegen des Sprechers rhetorischer Unfähigkeit, die im wesentlichen aus Schnellfaselei besteht und die er immer wieder mit rein emotionalen, stets unbegründeten Appellen verbindet und - durch entsprechende "geschickte" Schnitte - mit anklagendem Blick frontal in die Kamera absondert. Das ist pure Demagogie aus dem Lehrbuch der Propaganda.

Sowohl inhaltlich, als auch sprachlich beginnt Jebsen - für seine Verhältnisse - langsam und "harmlos", steigert sich im Verlauf der 30 Minuten aber in die gewohnte Hast und Hetze. Er verbindet - scheinbar wahllos - tatsächliche, nachvollziehbare Kritik mit an Irrsinn grenzenden "Thesen", für die er nicht einen einzigen Beleg präsentiert, sondern die er lediglich durch stete Wiederholung zu zementieren versucht. Da ist beispielsweise von einer globalen "Agenda" die Rede, die derzeit "abgearbeitet" werde und die es zum Ziel habe, die Weltbevölkerung erheblich zu dezimieren - ein Gedanke, der für sich genommen schon so abstrus ist, dass mir dazu spontan lediglich "Dr." Axel Stoll oder der "KOPP-Verlag" einfällt.

Letztlich entwirft Jebsen hier das Bild einer "elitär gesteuerten Weltverschwörung", die fast niemand - natürlich mit Ausnahme der "Erleuchteten", also ihm selbst und einigen SektengenossInnen - durchschaue. Damit bewegt er sich exakt auf demselben Niveau wie die lächerliche Nazi-Propaganda, die vor 80 Jahren ebenfalls eine - damals noch ausdrücklich "jüdische" - Weltverschwörung ausgemacht und für ihre widerlichen Zwecke missbraucht hat. - Auch Jebsen schafft es in diesem Video problemlos, das Thema "Israel" wie beiläufig einzustreuen - ausgerechnet an der Stelle, an der er sich zornig über die bösen Diktaturen des Nahen Ostens wie beispielsweise Saudi Arabien auslässt: Da fällt das Wort "Israel" fast reflexartig in einem Nebensatz, so als seien die Staaten Saudi Arabien und Israel in irgendeiner sinnvollen Form miteinander vergleichbar und strebten letzlich dieselben Ziele an. Noch absurder geht es kaum.

Jebsen wiederholt immer wieder - und das auch völlig korrekt -, dass die Anschläge von Paris jetzt von der westlichen Politik gnadenlos instrumentalisiert werden, um den ersehnten Überwachungsstaat weiter voranzubringen und den Krieg im Nahen Osten weiter zu forcieren. Damit hat er recht. Allerdings instrumentalisiert er selber diese Erkenntnisse sodann zur Untermauerung seiner völlig grotesken, irrsinnigen Weltverschwörungsfantasie, die - hoffentlich! - kein klar denkender Mensch ernst nehmen kann. Es ist nur eine Randnotiz, dass Jebsen hier - in trauter, böser Tradition - pathetisch die "Wahrheit" beschwört. - Merke, lieber Ken: Der Kapitalismus, den Du in Deinem Pamphlet vorsichtshalber gar nicht erst erwähnst, benötigt überhaupt keine "Agenda" (erst recht keine "elitär gesteuerte"), um gewissenhaft dafür zu sorgen, dass die superreiche Minderheit stetig noch reicher und der Rest der Menschheit immer ärmer wird. Man nennt das üblicherweise Systemimmanenz. Wer hier eine "Verschwörung" vermutet, hat weder die Historie, noch die Wirkmechanismen des Kapitalismus verstanden - oder verfolgt wieder einmal ganz andere Ziele.

Dasselbe gilt freilich für die unstrittigen Bestrebungen der neoliberalen Bande, die Totalüberwachung auszubauen und ihre kriegsgeilen Gelüste auszuleben.

Ich kann es mir nicht erklären, dass zumindest teilweise auch gebildete, intelligente Menschen dieser offensichtlichen, inszenierten Demagogie auf den Leim gehen. Durch Personen wie Jebsen wird Aufklärung zur Vernebelung und Journalismus zur Propaganda, und die so dringend notwendige Kapitalismuskritik findet nicht mehr statt. Wenn dieser hochalberne Klamauk von manchen allen Ernstes als "seriöser Journalismus" angesehen wird, muss der nächste Bundeskanzler wohl Erich von Däniken heißen.

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(Titelseite des Nazi-Hetzblattes "Der Stürmer. Deutsches Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit", Sondernummer 1, Mai 1934)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke für die Einordnung. So weiss man was man von Jebsen zu halten hat!

Anonym hat gesagt…

Ich traue diesem Jebsen auch nicht.
Weiß nicht warum, weil seine Interviews mit z.B. Willi Wimmer sind ja recht erhellend.
Trotzdem.
Aber warum sagen gerade solche Leute in vielen Dingen eher die Wahrheit ?
Was auch immer die Wahrheit ist.
Warum sagen oft nur solche Leute z.B., die Saudis unterstützen den IS, eine banale Sache, die eigentlich jeder weiß, die aber nicht den Weg in die Tagesschau findet.
Blöd, gell ??
( Gas weg, bin kein Nazi........... )

Charlie hat gesagt…

@ Anonym: Du hast vielleicht nicht so ganz verstanden, was ich geschrieben habe.

Wimmer ist ein CDU-Mitglied (!), das sich gerne in der Gesellschaft von tiefbraunen Gesellen wie Elsässer aufhält. Dem ist unter gar keinen Umständen zu trauen. Jebsen wiederum ist in seinen "Interviews" kein Journalist, sondern lediglich Stichwortgeber; Kritik oder Widerspruch kommen bei ihm in diesem Format gar nicht vor.

Dass unsere Massenmedien in weiten Teilen ebenfalls schlichte Propaganda betreiben, ist kein Argument für Jebsen.

Generell gilt nach wie vor, dass gerade demjenigen das allergrößte Misstrauen entgegengebracht werden sollte, der "die Wahrheit" für sich beansprucht. Vorliegend sind das sowohl die Massenmedien, als auch Figuren wie Jebsen. Beide unterscheiden sich in ihren manipulativen Strukturen nicht sonderlich voneinander, auch wenn sie andere Ziele verfolgen.

Journalismus geht vollkommen anders.

Liebe Grüße!

Anonym hat gesagt…

Wo ?
Journalismus ??
Gibt's den noch ?
Wird der in dunklen Hauseingängen verdealt ?
Sag mir wo, ich geh dann auch hin.

Ne, mal ernsthaft, wenn ein Nazi sagt,
bei 100 °C kocht Wasser, dann stimmt das.
Und es ist mir in dem Fall egal, wenn der Typ ein Nazi ist.
Und es sind heutzutage ja eben gerade seltsame Leute,
die einigermaßen die "Wahrheit" sagen.
Das ist doch die Tragik.
Wo bekommt man denn die besten Infos ?
Bei den Linken und bei den Rechten.
Jede Gruppe hat gleich viel Feinde.
Aber wenn beide das gleiche sagen, na dann muss es ja stimmen.
Mit ein Grund, warum ich Junge Welt und Junge Freiheit lese.
Man muss nur wissen was man tut.
In diesem Sinne.

Bruno17 hat gesagt…

Es ist halt ein weiter Weg für Viele.
Erst kommt die Erkenntnis, dass etwas faul ist im Staate. Hier iat er schon weiter, als die Meisten.
Jetzt müßte ihm mal jemand die Zusammenhänge erklären oder er liest gleich die "Bedienungsanleitung", sprich "Das Kapital". Dann wüßte er auch, womit er es hier zu tun hat.
Auch Abhilfe findet sich hier im Ansatz. Mehr dazu dann bei Lenin.
Was wir freilich nicht wissen, ist ob er nicht kann, nicht will oder noch nicht soweit ist.
Damit ist er nicht allein. Selbst viele vermeintlich "Linke" haben ein Problem damit zu verstehen, dass man Kapitalismus nicht reformieren kann.
Wenn er mit seiner Tätigkeit Menschen zum Nachdenken bringt, sei ihm voerst seine etwas wirre "Propaganda" geziehen.

Anonym hat gesagt…

Ähhhhh.........
Kann ich von jemandem, der keine, nicht nur eine schlechte, nein, keine Rechtschreibung hat erwarten, daß er Marx verstanden hat ?
Und geh mir weg mit Verbrechern wie Lenin, da kann ich ja gleich "Mein Kampf" anbieten.

Mechthild Mühlstein hat gesagt…

Mein problem mit Jebsen ist, daß er zwar babbeln kann, jedoch keine sprache hat.

Das hat mit mangelhafter rechtschreibung nichts zu tun, sondern mit konfusem, unlogischen denken.

Und wer bei Lenin zwanghaft »Hitler« denkt, ist mutmaßlich nicht für einen pfennig besser.

Jebsen ist ein sehr unkritischer geist, der sich selbst gern in den mittelpunkt stellt. An sich ein paradebeispiel, wie journalismus nicht sein sollte: er behandelt ein thema, um sich selbst zu inszenieren.

Ein guter journalist sollte genau das gegenteil tun: über ein thema berichten und sich aus der angelegenheit möglichst raushalten.

Anonym hat gesagt…

@Mechthild :"Und wer bei Lenin zwanghaft »Hitler« denkt, ist mutmaßlich nicht für einen pfennig besser."
Sorry, aber das ist ein saudummes Geschwätz.

Mechthild Mühlstein hat gesagt…

Gut, dann ist das halt »saudummes geschwätz«.

Dann liegt es an Dir zu beweisen, daß Lenin und Hitler ungefähr das gleiche gewollt hätten.

Anonym hat gesagt…

Ich habe einen Stalinisten im Freundeskreis.
Echt wahr jetzt.
Aber mit dem pol. diskutieren ? Näh. Geht nicht.
Hab Dich lieb !

altautonomer hat gesagt…

Anonym 12:45 Uhr: "Ne, mal ernsthaft, wenn ein Nazi sagt,
bei 100 °C kocht Wasser, dann stimmt das." Und schon hat Dich der Nazi mit einer indifferenten Pauschalbehauptung reingelegt. Wissen doch wir Linken, dass Wasser auf der Zugspitze in 2.964 m Höhe bereits bei 90 Grad Celsius kocht.

Tipp: Weniger Junge Freiheit lesen.

Mechthild Mühlstein hat gesagt…

Dein persönliches umfeld interessiert mich nicht.

In einer diskussion sind allein fakten relevant. Ich bin stets mistrauisch und lehne es ab, liebgehabt zu werden.

altautonomer hat gesagt…

Jebsen bezeichnet die politischen Konsequenzen aus den Ereignissen in Paris als "emotionale Mobilisierung". Dabei macht er mit seiner Hypothese eines Terrorangriffs auf ein AKW oder mehrere Chemie- oder Atomanlagen nichts anderes. Er macht den Zuhöreern Angst. Das Resumee aus seiner stakattoartigen Rede, die erhöhter Konzentration bedarf, um alles mitzubekommen, ist die, dass nicht die "Eliten" angegriffen und entmachtet sondern die (austauschbaren) Politmarionetten aus den Parlamenten verschwinden müßten. Hier bekommt der Zuhörer schon eine leichte Ahnung, worum es ihm persönlich geht. Um seinen Führungsanspruch.

Er geht auch nicht darauf ein, warum die "Eliten" des Islam und des Christentums, obwohl Konkurrenz zueinander stehend, übereinstimmend handelnd ihre Bevölkerungen umfassend dezimieren wollen. China spielt bei Jebsen überhaupt keine Rolle im großen Vernichtungsplan.

Jebsen sagt, dass ein "Knall" in der Aufbereitungsanlage La Hague so verheerende Folgen hätte, dass Tschernobyl und Fukushima dagegen ein Kindergeburtstag seien.
Er läßt die Frage offen, wieso in einem derartigen Szenario die Eliten von der Zerstörung der Infrastruktur und der Versuchung riesigen Landstriche verschont würden.



Bruno17 hat gesagt…

Lenin und Hitler in einem Topf?
Das hört sich für mich an wie "Mein Kampf" (vielleicht) gelesen und Lenin vom "Hörensagen".
Keine gute Mischung!

Charlie hat gesagt…

@ Anonym vom 18.11., 13:53 Uhr:

"Und geh mir weg mit Verbrechern wie Lenin, da kann ich ja gleich 'Mein Kampf' anbieten."

Menschen, die einen derartigen Stumpfsinn absondern, können nicht ernsthaft erwarten, in irgendeiner Weise ernstgenommen zu werden. Brunos Verweis auf Marx und Lenin ist in diesem Zusammenhang völlig logisch und vor allem äußerst sinnvoll.

Eine umfassende Information über solche Themen kann ein Blog-Posting inklusive Kommentarbereich selbstverständlich niemals anbieten - dazu musst Du schon selber aktiv werden, eine gute Bibliothek aufsuchen (online ebenfalls verfügbar) und Deine Nase in den entsprechenden Büchern versenken. Danach kannst Du jederzeit gerne substanzielle Kritik äußern - vorher ist das nichts anderes als lächerlicher Klamauk und schnöde Trollerei.

Liebe Grüße!

epikur hat gesagt…

Hier hat Jebsen den Bogen weit überdehnt. Zustimmung!

Natürlich ein gefundenes Fressen für alle Jebsen-Basher. Dennoch gibt es Interviews von ihm, die durchaus wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Charlie hat gesagt…

Diese Wortmeldung, Epikur, verdient großen Respekt. Danke dafür!

Dennoch verwahre ich mich gegen den Begriff "Bashing", denn ich kritisiere Jebsen - nicht nur aufgrund dieses aktuellen Beitrages - inhaltlich, da er

1. nicht journalistisch, sondern klar erkennbar propagandistisch arbeitet, und
2. nicht erkennen lässt, welche Ziele er letztendlich verfolgt.

Die fehlende Kapitalismuskritik ist dabei ebenso relevant wie die Tatsache, dass er mit allerlei Personen gerade keine kritischen Interviews führt, sondern lediglich als niemals intervenierender Stichwortgeber und dabei zusätzlich als politischer Akteur auftritt, der seinerseits ganz offensichtlich eine "Agenda" unters Volk bringen möchte.

Das ganze wäre völlig legitim, wenn er sich nicht immer wieder das alberne Etikett des "Journalisten" anheftete. Das erinnert mich zu sehr an Orwell.

Liebe Grüße!

André hat gesagt…

Wirklich guter Artikel - Chapeau!

Charlie hat gesagt…

Ach ja, Herr Karl alias André? Der Text widerspricht in jeglicher relevanter Hinsicht Deiner abstrusen Auffasssung von Medien-, Gesellschafts- und Sozialkritik. Mit einem "Spezialdemokraten" wie Dir werde ich erst dann ein gemeinsames Bierchen trinken, wenn Du endlich das so lange schon fällige Bekenntnis unterschreibst: "Kapitalismus ist scheiße!"

Das wird nicht geschehen - also bitte ich zum wiederholten Male darum: Schleich Dich. Ich möchte mit Kapitalismusverstehern wie Dir nichts zu tun haben.

Liebe, verabschiedende Grüße!

Anonym hat gesagt…

Charlie,
auch der IS bekämpft den Kapitalismus.

jakebaby hat gesagt…

Nicht ganz OT, da es sich bei dem Interviewten um einen der bekanntesten Volksverhetzer der islamophoben Szene handelt.
Leider eine Seltenheit, wurde Wilders von O'Keefe mit Humor, Sarkasmus, Nachhaken, nachdruecklich, faktisch und absolut konsequent kompromislos zerlegt.
Journalismus at its Best! .... wobei mir auch meine jahrzehntelange Aversion gegen solch widerliche Arschloecher die Feuchtigkeit im Schritt garantierte. :-)
http://jakester-express.blogspot.com/2013/03/okeefe-vs-wilders.html

Charlie,
dein sinnloser Vorschlag an einen der hirnlosen Kommentatoren eine Bibliothek aufzusuchen, erinnerte mich unverzueglich an diese Konversation zwischen Mantafahrern: "Hey, ich hab mir 'n Duden gekauft" .... "Hast du ihn schon eingebaut?"

So Long
Jake

jakebaby hat gesagt…

By the Way ... ein absoluter Klassiker an realer Beschreibung der Art von Leuten/Kommentatoren, welche u.A. auch dir auf den Sack zu gehen zu versuchen: http://www.ruhrbarone.de/snickers-und-pissrinnen
Einer der einzig angepassten Umgangstoene ....

jakebaby hat gesagt…

"Ne, mal ernsthaft, wenn ein Nazi sagt,
bei 100 °C kocht Wasser, dann stimmt das.
Und es ist mir in dem Fall egal, wenn der Typ ein Nazi ist." ... etc. ...

Zu 100% existiert auf diesem Planet keine Tier/Pflanzen/etc. Form, welche solch einen sinnentfernten Scheiss auch nur andenken wuerde.

"( Gas weg, bin kein Nazi........... )" ... wenn nicht, dann noch bloeder! ...? und das muss dir dann noch jemand erklaeren .... muessen ...

Fuer "saudummes Geschwätz" steht dir ausschliesslich ein Spiegel zur Verfuegung.

GFY ... und das tust du sowieso staendig ..

Charlie hat gesagt…

@ Anonym v. 19.11., 12:08 Uhr:

Erstens stimmt Deine Behauptung in dieser simplifizierenden Form nicht, und zweitens ist sie - selbst wenn sie korrekt wäre - schlichtweg irrelevant.

Anonym hat gesagt…

Fefe nennt so etwas Medienkompetenz. Gleich der Eingangskommentar: "Ich glaube dem Jebsen auch nicht". Den hier eingetragenen Blogeintrag soll man auch nicht GLAUBEN. Man soll sich aus allen Informationen ein Bild machen - in der Hoffnung, Elternhaus und Schule hat Denkfähigkeit mitgegeben.... Jebsen erhebt keinen Wahrheitsanspruch, sondern fordert immer wieder dazu auf, nachzurecherchieren. Die Rubrik memyself ist genau das Equivalent zu den Kommentaren in Presse, ARD und ZDF. Auf alle diese treffen genau die gleichen Vorwürfe zu, weil sie in der Natur der Sache (persönlicher Kommentar) liegen. Bei Jebsen kann man sich jedoch viele Informationen (bspw. Interviews) zusammensuchen, um sich ein eigenes Bild zu machen.
In Deutschland gab und gibt es einen sehr starken Antikommunismus. Erst selbst erfunden, dann den Amis beigebracht (Gehlen und Co.) und verstärkt als Bumerang zurück gekommen. Und warum? Weil die marxistische Beschreibung des Kapitalismus richtig ist (das sind keine Muskeln, es ist ein Tumor - beides wächst und lässt den Körper größer = kräftiger erscheinen). Das weiß auch Jebsen, nennt es auch oft, jedoch nicht konsequent wegen der in alle Deutschen eingeprügelten Schere gegenüber Kommunisten.
Niemand soll Jebsen glauben, ich habe ihn auch bisher nicht so ("VT") verstanden bzw. kann seine Gedankengänge und Sendungen einordnen. Ich sage ja auch nicht, dass das hier ein Fantasyblog ist, nur weil es immer mal wieder Realitätsfluchten gibt.
Wer Angst hat, reagiert auf Schlüsselreize der Angst und wird sich auch bei Jebsen (und BILD, und ARD und ZDF) fürchten. Wer den Kapitalismus versteht, hat keine Angst mehr. Und darum sollte es immer gehen. Jebsen leistet hierzu Hilfestellung, in dem er hilft, Ereignisse im Zusammenhang einzuordnen.
"Trotzdem" hier: Weiter so! (also abgesehen von "persönlichen" Feden mit "Brüdern im Geiste", die (für das subjektive Empfinden) eine unangenehme Aussprache haben.
Gruß aus Berlin

Charlie hat gesagt…

@ Anonym: Tja, so verschieden können Wahrnehmungen ausfallen. Vieles von dem, was Du schreibst, sehe ich ähnlich - nur ziehe ich in Bezug auf Jebsen völlig andere Schlüsse daraus. Bei ihm findet ja gerade keine Kapitalismuskritik statt, sondern eine Verlagerung oder besser "Auslagerung" der Kritik in meines Erachtens völlig irrsinnige Sphären.

Sicherlich hat das auch etwas mit "Medienkompetenz" zu tun - allerdings trifft das ja auf ausnahmslos alle Dinge, Begebenheiten und Handlungen zu, zu denen man sich eine persönliche Meinung bilden kann bzw. sollte. Mit einem solchen Spruch sagt man also nicht mehr aus als "Wer sprechen möchte, muss zunächst eine Sprache erlernen".

Fefe ist übrigens ein gutes Beispiel dafür - der Gute hat sich ja kürzlich erst von BlogleserInnen erläutern lassen müssen, was eine "Querfront" sei (als Fefe-Leser hast Du das bestimmt mitbekommen). Laut seinen veröffentlichten Updates zu diesem Thema ist er der tatsächlichen Bedeutung aber wohl nicht sonderlich nahe gekommen.

Und da sind wir auch schon beim Thema "Glauben": Letztlich ist jede persönliche Meinung, so fundiert sie im Einzelfalle auch sein mag, das Resultat eines individuellen Prozesses, der mal mehr, mal weniger faktenorientiert und kenntnisreich ausfällt, und an dessen Ende - im besten Falle - eine "Überzeugung" herauskommt. Das Wort legt die Vermutung schon nahe, dass es dabei weniger um "Wahrheit", sondern eben um "Glauben" geht.

Niemand kann irgendeine umfassende "Wahrheit" verkünden (abgesehen von religiösen Spinnern natürlich) - man kann lediglich versuchen, die eigene Überzeugung möglichst fundiert und logisch zu formulieren, so dass sie auch für andere nachvollziehbar ist bzw. wird. Genau das tut Jebsen aber nicht. Er handelt eher wie ein Prediger, der den "unwissenden Schafen" die "Wahrheit" verkündigen möchte. Unabhängig vom Inhalt geht da bei mir schon der "rote Alarm" wie auf der "Enterprise" los.

Heinz Rudolf Kunze, der alte Knochen, hat schon 1984 zu diesem Thema ein hübsches Liedchen mit dem Titel "Glaubt keinem Sänger" geschrieben, das den Nagel auf den Kopf trifft:

Sie bauen sich auf
an der Gitarre und am Klavier
Sie sagen: Alle meine Lieder
handeln ganz und gar von mir

Sie zeigen sich vor
in sensibelsten Posen
Sie verscherbeln an euch
eure eignen Neurosen

Und ihr findet euch darin wieder
so trostlos wie ihr seid
und ihr merkt nicht, diese Lieder
sind die Vampire eurer Traurigkeit

Glaubt keinem Sänger!
Ist meine erste und letzte Parole
Glaubt keinem Sänger!
Schlachtet die Idole

Sie lachen euch aus
auf ihrem vorgeschobnen Posten
Sie werden einfach alt
auf eure Kosten

Sie lieben euch alle
Sie lieben euch sehr
Und mögen sich selbst
schon seit Jahren nicht mehr

Und ihr fühlt euch so verstanden
so ermutigt und gemeint
doch man kommt sich schnell abhanden
wenn man jede Nacht öffentlich weint

Glaubt keinem Sänger!
Ist meine erste und letzte Parole
Glaubt keinem Sänger!
Schlachtet die Idole


Liebe Grüße!

Anonym hat gesagt…

Ich schrieb:
" Ich traue Ihm nicht "
nicht
"Ich glaube Ihn nicht"

Anonym hat gesagt…

Noch was, woher habt Ihr, die ganze hier schreibende Bande,
Eure gnadenlose Überheblichkeit her ?
Da wird man kurz abgekanzelt, es wird behauptet,
man hätte Marx nicht gelesen, und wenn doch,
dann nicht verstanden.
ich bewege mich also wie ein Kriechtier unter den Solen
der hier Kommentierenden, welche das Alphabet erfunden haben.
Ach was sag ich, die Schrift.
Leute...........................
Ich kenne diese Attitüde nur zu gut aus links/kommunistischen Kreisen
oder auch von den Autonomen.
Auch in den selbstverwalteten Jugendzentren, vor 40 Jahre,
( jetzt aber rechnen,rechenen ohuuuu )
gab es immer ein paar Figuren, die einem die Welt erklärt haben.
Und wenn man nur einen Zentimeter von deren Weltanschauung abweicht
ist man schon Nazi, Minimum.
Oder gleich SA. Es ändert sich nix.
Auch irgendwie tröstlich.
Ansonsten, Ken Jebsen, mein Gott..........
so wichtig isser nu auch wieder nich.

Charlie hat gesagt…

Ach, Anonym. Es eigentlich ganz einfach: Wenn Du auf Augenhöhe ernstgenommen werden möchtest, musst Du auch auf Augenhöhe argumentieren - ansonsten kannst Du dich in jeder "Gruppe" - völlig egal, ob es sich nun um "Linke", Religiöse, Physiker, Musiker, eine Ortsgruppe der CDU oder Alkoholiker handelt - in die Ecke stellen und den Eselshut aufsetzen. Damit begibst Du dich selbst - völlig ohne fremdes Zutun - ins Abseits und darfst wie gewohnt schreien: "Die zeigen mit dem Finger auf mich und nehmen mich nicht ernst! Alles Faschisten!" ... oder so ähnlich. Bei den "besorgten Bürgern", "Pegida" oder den Jebsen-Fans bist Du damit am passenden Ort; dort sind derlei Hirnentleerungen üblich.

Genau aus diesem Grund ist Dein Kommentar aber hier - um es salopp zu sagen - hirnschmelzender Blödsinn. Ich befürchte, dass Du auch dieser - leicht satirischen - Argumentation nicht folgen kannst und erneuere daher meinen Appell, Dich möglichst jenseits der Jebsen-Szene fortzubilden. Du wirst es nicht glauben - aber Du besitzt tatsächlich ein Gehirn und hast sogar die Fähigkeit, irgendwann doch noch mit dem Denken zu beginnen. Warum willst Du damit warten, wenn Du es auch heute schon tun kannst?

Satire ist am schönsten, wenn sie nicht verstanden wird.

Du hast aber schon meinen vorangegangenen Kommentar gelesen? Oder war der zu schwierig formuliert? Verkürzt lautet er: "Ich auch nix wissen. Ich nur lesen, denken und glauben." Ich hoffe inständig, dass Dir das weiterhilft auf Deiner Suche nach der niemals zu erreichenden "Wahrheit".

Liebe Grüße!

Anonym hat gesagt…

Ich sag's ja, die Welt erklären.
Das machst Du wirklich schön !
Und sonnst Dich in Deiner eigenen Sonne,
hoffentlich gibt Sie warm.
Selbstbefriedigung.

Charlie hat gesagt…

Selbstbefriedigung ist schön, in der Tat. :-)

Mehr kann ich Deiner Antwort leider nicht entnehmen - vielleicht mit Ausnahme der Erkenntnis, dass sowohl Fortbildung, als auch Satire nicht zu Deinen Prioritäten gehört. Wir beenden das an dieser Stelle besser, gelle.

Anonym hat gesagt…

Seuftz...so geht es also nicht.
Dann anders:
Isch nix sage, Ken gut.
Ken seltsam.
Ken schmierig wie Michel Friedman.
Aber Ken sage manchmal Tatsache,
die andere nix sage.
Des isch blöd, weil besser, wenn
Tagesschau sage Tatsache.
Und nix schmierige Ken.
Tut Tagesschau und wichtig Zeitung
FAZ ZEIT Spiegel aber ned.
Nur lese auf komisch Internetseite,
daß Saudis bezahle IS,
oder das Nachschub für IS kommme über
Türkisch Grenze.
Des abr nix sage Tagesschau.
Nur manchmal Ken.
Und des isch blöd.
Verschdesch??

Charlie hat gesagt…

Mein hoffentlich allerletzter Kommentar dazu, Herr oder Frau Anonym:

Jebsen deckt nichts auf, sondern rezipiert lediglich die Erkenntnisse, die er anderswo liest. Dass beispielsweise der IS von Einzelpersonen - unter anderem aus Saudi Arabien - finanziert wird, hat nicht der Herr Jebsen entdeckt, sondern das hat er - oh Wunder - in der Mainstreampresse gelesen. So wie ich und viele, viele andere auch.

Auch die weiteren Einzelheiten zu diesem unschönen Thema sind überall abrufbar - auch wenn sie in der Tagesschau gemeinhin nicht vorkommen. Der Skandal in diesem Fall ist also, dass die Regime in Berlin und anderen westlichen Staaten das ebenso wissen und nichts dagegen unternehmen - völlig unabhängig davon, ob ein Herr Jebsen das wiederholt. Eine "Verschwörung" wird daraus aber trotzdem nicht.

Anders gesagt: Jebsen benutzt die Erkenntnisse anderer Journalisten und Medien, um daraus seine Verschwörungsfantasie zu basteln. Das ist vergleichbar mit dem Vorhaben, dass ich damit beginne, die Wortmeldungen anonymer KommentatorInnen hier zu sammeln, um damit den Beweis anzutreten, dass "Anonyme" stets auch "Gehirnlose" seien. Ich will das - im Gegensatz zu Jebsen - aber nicht tun. ;-)

Wenn Du mir auch nur einen einzigen (!) Fakt nennen kannst, der auf eine "investigative journalistische" Tätigkeit Jebsens zurückzuführen ist, spendiere ich Dir einen Kasten Bier (oder, falls Du Muslim bist, auch gerne einen Kasten Apfelschorle). Der Mann deckt nichts auf, sondern vernebelt und instrumentalisiert.

Liebe Grüße!

Anonym hat gesagt…

Ja ha ha ...........
Welcher Journalist macht denn heute noch mit der Hand am Arm Recherche wie ein Todenhöfer ??
Das müsste man ja sagen, ein Schmied, der nicht seinen eigenen Stahl kocht ist kein richtiger Schmied.
Ne Ne......
Heftet er sich so was an's Revers ?
Investigativer Journalismus ??
Nö, oder ?

Berlin hat gesagt…

Es geht ja auch nicht darum, ob Jebsen es "entdeckt" hat. Es geht auch nicht darum, ob Jebsen irgendwelche VT bastelt. Und diese "westliche"/Biedermann- Vorstellung von "Journalismus" war mir schon immer suspekt, deswegen stört mich das nicht, wenn ihm (und anderen) da Mängel vorgeworfen werden. Mein Impuls ist der: lösen wir uns von persönlichen Diskussionen und Vorwürfen und besprechen die Fakten, die uns auch Leute wie Jebsen liefern können (die "anerkannten" Journalisten schaffen das seit Jahren nachweislich nicht mehr). Auch wenn es DIE Wahrheit nicht geben kann, so gibt es richtig und falsch. Und das wollen wir herausfinden. Selbst aus schlechten Gesprächspartnern, Argumenten usw. kann man etwas lernen und wenn es das ist, was man nicht möchte. Und dazu dienen die umfassenden und hinterfragenden Interviews von Jebsen mit Leuten wie Hörmann, Rügemer, Hottinger, Leukefeld und vielen mehr, selbst das merkwürdige Interview mit Elsässer zum Thema Familie, bei dem man "live" den Bruch der beiden miterleben kann.
Die "zionistische Weltverschwörung" beispielsweise gab es schon vor Jebsen und dem Internet. Und auch wenn man seit dem Internet ALLE Publikationen dazu besorgen kann, wird kein denkender Menschen dadurch zum VT/Anti/sonstwas und GLAUBT solchen Schwachsinn. Es ist das KAPITALISTISCHE Prinzip, welches gar nicht mal "böse" ist, sondern es kann nicht anders, genau wie ein Krebs-Tumor oder ein Parasit. Der Parasit kann noch weiterexistieren, auch wenn der Wirt schon tot ist. Der Spruch des faulenden, parasitären Kapitalismus stimmt, aber nur das Kennen und Nachbeten reicht offensichtlich nicht. Der Mensch muss es wohl am eigenen Leib ausprobieren. Deswegen wird jeder kluge Arzt sagen, dass der Tumor komplett weg muss. Zur Not auch ihn umgebenes Gewebe.
Daher finde ich hier immer wieder die Bezugnahme zum Kapitalismus so richtig. Deswegen - weiter so!
Gruß aus Berlin

Charlie hat gesagt…

@ Berlin: Dein - ehrenwerter - Ansatz setzt eine mündige Bevölkerung voraus, die zwischen Propaganda und Berichterstattung unterscheiden kann. Die bisherigen Erfahrungen mit Jebsen und seinen "Fans" illustrieren jedoch deutlich, dass davon leider keine Rede sein kann.

Da wird unkritisch dem Idol gefolgt, ohne das Hirn anzuschalten, was dann zu Aussagen wie "Jebsen bringt journalistisch hochwertige Interviews" und ähnlichem Nonsens führt, der für jeden Studenten der Journalistik schon im ersten Semester als stumpfsinniger Blödsinn zu entlarven ist. Das ist kein Journalismus, sondern dumpfe Propaganda.

Du schreibst es ja selbst: Verantwortlich für diese ganze widerliche Jauche ist der Kapitalismus - es handelt sich somit um ein systemisches Problem, das keinerlei "Verschwörungen" bedarf. Jebsen & Co. behaupten aber etwas anderes, und das sehr lautstark und abgrenzend. Wie schon einmal vor 80 Jahren wird hier - ob nun aus Dummheit, Ignoranz oder Überzeugung, das will ich nicht entscheiden - die Systemkritik abgewürgt und in andere, nämlich unbedeutende Kanäle umgeleitet.

Ich frage mich auch, wie Du zu der Aufassung gelangst, niemand würde diesen infantilen "Weltverschwörungsthesen" tatsächlich Glauben schenken - Jebsen tut das doch ganz offensichtlich, und es gibt leider viele, viele Menschen, die diesem Irrsinn unkritisch folgen (siehe beispielsweise hier).

Auf diese hirnverbrannte Weise ist dieses System gewiss nicht zu besiegen - ein derartiger Irrwitz führt allenfalls dazu, dass wieder einmal Sündenböcke für die kapitalistische Katastrophe gesucht und gefunden werden, ohne die zwingend notwendige Systemfrage zu stellen. Und nachher bleibt alles beim Alten, wie schon nach 1945 vorgelebt.

Die Jebsens und "Propagandaschau"-Wichtel sind klar erkennbar ein Teil des Problems, und nicht der Lösung.

Liebe Grüße!

Anonym hat gesagt…

Genau, schön gesagt Berlin.
Das wollte ich Charlie die ganze Zeit auch sagen, auf unterschiedlichste Art, aber er blickt es halt immer noch nicht. ( Weisch ??? Guggschdu ! )
Er hängt halt irgendwo fest.
Wie eine Schallplatte, die springt, repetiert es ja auch immer wieder das Gleiche.
Vergiss es. Sobald irgendwas nicht in die Schublade "Kapitalismuskritik" reinpasst kann er es nicht mehr verdauen.
Dabei handelt und denkt er genau so, wie Wir alle im Kap. ja funktionieren sollen.
Nur Ich, nur meine Meinung ist richtig, ist alternativlos, alles andere ist Lüge oder ggf. VT.
Folgt alle mir und meiner Religion, und alles wird gut.
Ich kenne das soooo gut, mein Gott.
Anarchos, Autonome, nächtelange Diskussionen in der WG-Küche. Diese ätzende herablassende Art, wenn man nicht der entsprechenden Meinung und Haltung anhängt.
Fast schon faschistisch.
Schwarze Klamotten hatten Sie ja schon, wie eine SS-Uniform ( Hi HI )
Na, ich hör jetzt auf...........

jakebaby hat gesagt…

"Fast schon faschistisch.
Schwarze Klamotten hatten Sie ja schon, wie eine SS-Uniform ( Hi HI )" ... ach wie lustig ... mit den dunkelbraunen Verjauchungen ueber rot/linke Faschisten musst du dir bei den dementsprechend zahlreichen baumstumpfdummen Vereinigungen der rassistisch, islamo/homo/xeno/etc.-Phoben Zustimmung einfahren. ... (divers 'linke 'Querfrontler tuns natuerlich auch)

Charlie hat gesagt…

@ Jake: Gib Dir keine Mühe - bei diesem "Anonymen" fruchten Worte nichts mehr. Der hat seine "stahlharte" Meinung und die wird er zur Not auch "bis zur letzten Patrone" gegen jegliche "Angriffe" der Vernunft verteidigen.

Üben wir uns in Toleranz und lassen ihn krakeelen. ;-)

Berlin hat gesagt…

Der Unterschied von Jebsen zu ARD, ZDF und Presse ist aber, dass er sagt "lasst euch keine Angst machen", "lasst euch keine Feindbilder aufzwingen", "lasst euch nicht einreden, dass ihr verschieden seid", "fallt nicht darauf rein, macht da nicht mit, bleibt friedlich". Das wird man NIEMALS in den Nachrichtensendungen hören, nur in Kindersendungen (außer Logo, was auch wieder eine Nachrichtensendung/Kinderangstmache ist). Wenn der Mensch den Kapitalismus nicht erkennt, soll er wenigstens die von Jebsen immer wieder vermittelten Regeln beachten. Für diese Menschen brauchen wir Jebsen und Co. und nicht ARD/ZDF/Presse. Wenn "wir" mit Kapitalismuskritik kommen, werden wir nicht verstanden und/oder ziehen die zigfach gelehrten Reflexe (Kommis, Stalins Stasi) auf uns.

Charlie hat gesagt…

@ Berlin: Exakt dasselbe Argument benutzen AfD- und Pegida-Deppen zuhauf, was meines Erachtens nur einen sinnvollen Schluss zulässt: Nicht die Formulierung der Kritik ist ausschlaggebend, sondern die Ziele, die damit erreicht werden sollen - und darüber schweigt sich Jebsen stoisch aus.

Der Mann regt ja gerade nicht dazu an, den eigenen Geist zu bemühen, sondern übt sich eifrig in Propaganda und gibt knallhart den Weg vor, den "Aufgewachte" zu verfolgen haben. Damit unterscheidet er sich nicht von den "Lügenpresse"-KrakeelerInnen von AfD und Pegida.

In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat die Nazibande übrigens ganz ähnlich agiert, um Zustimmung in der Bevölkerung zu erlangen. Auch deren Ziele hatten damals freilich nichts mit einer "besseren Welt" zu tun, wie wir heute nur allzu genau wissen.

Es ist nicht nur schäbig, die gegenwärtige, kapitalistische Systempropaganda einfach durch neue Propaganda zu ersetzen, sondern geradezu brandgefährlich.

Liebe Grüße!

Berlin hat gesagt…

@Charlie
"lasst euch keine Angst machen", "lasst euch keine Feindbilder aufzwingen", "lasst euch nicht einreden, dass ihr verschieden seid", "fallt nicht darauf rein, macht da nicht mit, bleibt friedlich" - das benutzen Pegida/Afd und 1920er Jahre Nazis?
Ich kann nur zu den Nazis reden, weil ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, aber da wurde keine der obigen Ansagen gemacht, sondern exakt das Gegenteil. Zu Pegida/Afd kann ich nichts sagen, ich hätte sie in die gleiche Richtung wie die 1920er vermutet?