Samstag, 17. September 2016

Freiheitlich-demokratische Politiker: Wenn die Geldquelle zu versiegen droht


Es gibt ja viele Möglichkeiten, sich selbst als billige Hure im Politbetrieb zu präsentieren - die Beispiele für diesen schamlosen Akt sind längst Legion. Ein besonders ekelerregendes Exempel für dieses schmutzige Geschäft hat nun der ehemalige "Pirat" Christopher Lauer in Berlin in die Welt gekotet: Der hat sich nämlich brav die Schlips-Borg-Uniform angezogen und bittet anlässlich des anstehenden Wahltheaters in Berlin nun um die Aufnahme in die - *trommelwirbel* - SPD.

Die SPD. Tatsächlich die SPD. Er hat sich nicht einmal die kriegsgeilen Grünen oder die flüchtlingsfremdelnde, koalitionsgeile Linkspartei ausgesucht, sondern ausgerechnet die SPD. Natürlich ist es letztlich einerlei, welchem Block der neoliberalen Einheitspartei er beitritt, aber dieses Detail ist dennoch ein Highlight in meiner dunklen Welt: Ich sehe Herrn Lauer und Frau Nahles schon als neues "linksgrünversifftes Liebespaar", das auch dem letzten Rentner, Behinderten, Kranken und Arbeitslosen den Rest des "Existenzminimums" unterm Hintern wegpfändet und dieses unnütze Gesocks in die Obdachlosigkeit - oder besser noch: ins Lager - schickt.

Es ist aber auch zu schön, an den einträglichen Trögen der hiesigen Demokratiesimulation zu sitzen - wieso sollte der Mann auch plötzlich damit aufhören, sich monatlich tausende von Euro auf sein Bankkonto zu scheffeln, ohne dafür etwas Sinnvolles zu tun? Gewiss hat der Kerl, der seit Jahren - inzwischen fraktionslos - fürstlich bezahlt wird, nun plötzlich sein Gewissen entdeckt und erkannt, dass er nur in der SPD eine "Heimat" haben kann, um seine politischen Ideale in die Tat umzusetzen - dieses Credo nimmt ihm doch wohl jeder auf Anhieb ab. Gerade die SPD in Berlin ist ja ohnehin bekannt dafür, dass sie ganz besonders sozial, antikapitalistisch und geradezu selbstlos zum Wohle der Mehrheit der Bevölkerung agiert. Wer würde dem sauberen Herrn Lauer hier wohl schnöden Eigennutz unterstellen? - Ich tue das sicherlich nicht ... äh ... doppel-äh ...

Nein, Herr Lauer folgt hier lediglich seinem reinen, völlig weißen Gewissen. Er kann doch auch nichts dafür, dass er in seiner fernen Jugend im Alpha-Quadranten, also vor sagenhaften vier Jahren, mal versehentlich einen ganz anderen Haufen im Netz hinterlassen hat, in dem er uns - damals noch als "Pirat" - wissen ließ, dass er sich eher "'ne Kugel durch den Kopf jagen" werde, als SPD-Mitglied zu werden. Was interessiert den Schlips-Borg von heute denn auch sein Geschwätz von gestern? Wenn das Bankkonto lacht, lacht auch der schlipsgewürgte Hampelmann. Das ist Kapitalismus.

Ich persönlich habe ja keinerlei Erfahrungen mit Huren - aber ich biete dennoch an, dass ich gewissen Figuren sehr gerne die notwendige Kugel gratis nach Hause liefere und sogar standhaft bis zum Schluss warten werde, um die erfreulichen Fotos nach dem Schuss zu archivieren und sie ins Netz zu stellen. Sonderlich viel verspritzte Hirnmasse ist hier ja sowieso nicht zu erwarten.

Lauer ist indes kein bedauerlicher Einzelfall, sondern lediglich der Ausdruck eines durch und durch korrupten Systems, das weder durch "Wahlen", noch durch Wegsehen bekämpft werden kann. Der korrupte politische Filz auf der einen und die bis ins Mark intelligenzfeindliche Sündenbockmentalität der "besorgten Bürger" samt ihrer faschistischen AfD auf der anderen Seite bilden einmal mehr die böse, braune Allianzbrühe, aus der nur schaurige Monster erwachsen können.

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Gewächse
(Komposition aus Maschinenteilen)



(Gemälde von Hannah Höch [1889-1978] aus dem Jahr 1928, Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Gelsenkirchen)

Kommentare:

Andy Bonetti hat gesagt…

Der Typ hat letztes Jahr bei Springer angeheuert. Das sagt ja schon alles. Und wenn man im Berliner Verwaltungsapparat einen sicheren Versorgungsposten möchte, dann muss man bei der SPD unterkriechen. Karrieretechnisch alles richtig gemacht. Old and busted: Glaubwürdigkeit. New hot shit: offen gelebter Egozentrismus in der Sozialdemokratie.

Fluchtwagenfahrer hat gesagt…

Moin,
schön das du wieder da bist.
LG
p.s.
mit der KUGEL allein ist es nicht getan, man könnte ihm ja ein Leasing- Angebot
seitens unserer bewaffneten Ordnungsmacht unterbreiten, so ala parteiübergreifende Hilfestellung für den politischen Nachwuchs.

Schirrmi hat gesagt…

Das sich manche Menschen nicht schämen. Schamlos. Ehrlos. Und jetzt haue ich einen raus: "Wenn der mein Jung wäre.."

Welcome back, Charlie!

Ich bin kein Roboter hat gesagt…

Schöner Beitrag; schön dass du wieder da bist! ; schönes Bild (wo hast du die immer her?)

Die Piraten bücken sich an SPD/Grüne ja auch im NRW-Landtag und bspw. auch Stadtrat D'dorf hoch... "Sie werden assimiliert werden..."
Bzw. die Ratten verlassen das sinkende Schiff.. und suchen sich ein Neues...

Bei Flatter in den Comments den Link gesehen:
http://www.rp-online.de/politik/gruene-wollen-talentkarte-fuer-einwanderer-einfuehren-aid-1.6262684

"Ach, ist doch gar nicht so schlimm, ist doch praktisch", höre ich...
Dann können wir auch die Gen-Karte einführen, oder?
(Gattaca anyone?)

Ich wünsch dir alles Gute!
Grüße vom Nicht-Roboter

epikur hat gesagt…

Erst mischt er den Politbetrieb in Berlin ein wenig auf, dann arbeitet er beim Springer Konzern und macht genau das, was er jahrelang kritisiert hatte (Leistungsschutzrecht) und nun will er zur SPD. Glaubwürdigkeit, Integrität, Prinzipien, ein Gewissen - das alles steht der Kohle im Weg. Also ab auf den Müll damit.

Willkommen zurück! :-)

Charlie hat gesagt…

@ all: Danke für die Rückmeldungen. Die tun der gemarterten "Seele" gut. :-)

Zu dem Link von @no-robot fällt mir indes nichts Schlaues mehr ein - wieso benutzen diese Grünen eigentlich noch nicht das Hakenkreuz als Parteisymbol? Was sind das bloß für verkommene Gestalten, die sich so einen faschistischen Dreck ausdenken - bzw. (denken müssen sie ja gar nicht mehr) ihn bloß wiederholen?!?

Im Übrigen dürfen wir jetzt vermutlich einmal mehr gespannt verfolgen, wie die "antikapitalistische" Linkspartei in Regierungsverantwortung in Berlin in trauter Eintracht mit diesen Hakenkreuz-Grünen und der nicht minder furchtbaren, ebenso asozialen SPD den Kapitalismus bekämpfen und für das Wohl der Bevölkerung sorgen wird. Wer angesichts dieser Aussage auf der Stelle irre wird und seinen Schädel in einen laut platzenden Zustand versetzt sieht, ist ein Realist. Ich wage eine Prognose: Ein Dackelkackhaufen vor dem "Roten Rathaus" wird erheblich mehr Resonanz bewirken als die Beteiligung der Linken an der zukünftigen Provinzregierung in Berlin.

Diese Figuren - und damit ist selbstverständlich auch die Linkspartei gemeint - sind nicht einfach nur dumm oder verrückt, sondern schlicht und ergreifend korrupt. Herr Lauer ist ein beredtes Beispiel dafür - und eben nur eines unter so vielen, vielen anderen.

Der Kiezneurotiker hat zu diesem Thema einen ganz wunderbaren Text verlinkt, den ich zur Lektüre sehr empfehlen will.

Anonym hat gesagt…

Dass die SPD in Berlin bei einer hohen Wahlbeteiligung von 66,9 % mit ihren 21,6 Prozent der Stimmen von einem Wahlsieg redet, ist an Dreistigkeit, Realiätsverlust und Größenwahn nicht mehr zu toppen. Eine Lachnummer.