Montag, 28. November 2016

Für Frieden und Kapitalismus! Yeah!


Mein Lieblingssatiriker Stefan Gärtner hat mal wieder seine intellektuellen Muskeln spielen lassen und sich über einen Text einer gewissen Carolin Emcke aus der Süddeutschen ausgelassen, der an Dummheit und Bräsigkeit kaum mehr zu überbieten ist. Ich verlinke den Schmonzes aus Bayern nicht, da die Süddeutsche BenutzerInnen von Reklame-Blockern inzwischen konsequent aussperrt und sich somit selbst ins digitale Abseits begibt. Wer keine Lust hat, sich blinkende Desinformationen zu irgendwelchen Damenbinden, Klopapieren oder Dumpf-Phones anzusehen, während er sich auf der verzweifelten Suche nach den Resten des Journalismus' befindet, ist auf den Qualitätsseiten aus Bayern nicht mehr willkommen. So soll es sein!

Der Gärtner liest den Quatsch wohl nicht online, so dass er ihn auch nicht verlinken muss. Er schreibt - und ich feiere ihn einmal mehr für seine böse, süffisante Note:

Es ist ein schöner Beruf, den die Carolin Emcke da hat: In der Welt herumfahren, Bücher lesen und dann die richtigen Fragen nicht und die falschen Fragen so gymnasial stellen, dass der liberalen Kundschaft, die die Antworten auf gar keinen Fall wissen will (und von dramatischen Transformationen auch immer zuletzt betroffen ist), der Samstagsspaziergang nicht vergeht. Dass für derlei windelweiches Gemurkse kostbares Altpapier verbraucht wird: das muss – für Frieden und Kapitalismus! – die Freundschaft aushalten.

Es lohnt sich sehr, den Text in Gänze zu lesen - alldieweil der Autor ausgiebig aus dem reklamezensierten Text zitiert, so dass man gar nicht nach Bayern klicken muss, um sich die Haare zu raufen. Er hat gar nicht viel dazu geschrieben - seine kurzen Anmerkungen zwischen den Zitaten reichen aber völlig aus, um die Propagandapredigt der Kapitalismusfreundin Emcke in genau die lächerliche Kindergartenecke zu rücken, in die sie gehört.

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Der flammende Leitartikel



(Zeichnung von Thomas Theodor Heine [1867-1948], in "Simplicissimus", Heft 47 vom 16.02.1925)

Kommentare:

epikur hat gesagt…

Sehr gute Analyse von Gärtner!

Die Emcke wird gerade überall rumgereicht, weil sie den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten hat, offensiv immer und überall betont, dass sie lesbisch ist (wer sie also kritisiert, ist ein homophober Sexist!) und, wie Du treffend festgehalten hast, außer moralischem Geschwurbel schön im unkonkreten Geblubber verbleibt.

Leider gibt es auch in den aktuellen Blättern einen Beitrag von ihr. Das unpräzise, im Vakuum verbleibende "wir sollen uns doch mal wieder alle lieb haben" - Geplapper konnte ich nicht lange aushalten.

Theo Tier hat gesagt…

Könnte nicht jemand sie noch als Buprä vorschlagen? Ich würde dann sogar mal Popcorn essen.

Was mich wundert: mit dem Addon "uBlockOrigin" erscheint die Seite aus Bayern wie eh und je.

altautonomer hat gesagt…

SZ wird bereits seit längerer Zeit observiert:

http://www.suedwatch.de/blog/

Charlie hat gesagt…

@ Theo Tier: Ich kann und will nicht alle Reklame-Blocker testen - bei mir reichte schon das vergleichsweise harmlose "Ghostery"-Tool aus, um statt der qualitätsjournalistischen Seite nur diesen schnöden Hinweis zu Gesicht zu bekommen.

Die Helden werden schon wissen, was sie da tun. ;-)

Für das Amt des Bundespräsidenten ist aber selbst Frau Emcke noch zu "links" - die Dame versteht zwar nicht, dass Frieden und Kapitalismus ein Gegensatzpaar sind, will aber trotzdem Frieden. Und das geht nunmal gar nicht. Ein Kriegspräsident ist gefragt - der Menschenfeind Steinmeier wird`s gewiss richten.

Charlie hat gesagt…

@ epikur: Ich hätte jetzt gerne etwas Schlaues zum Blätter-Artikel der Frau Emcke geschrieben - muss aber gestehen, dass ich über die ersten Absätze nicht hinausgekommen bin. Wenn ich kaptialismusfreundliche Schwurbeleien lesen will, dann gebe ich mir eine Dosis Lapuente, Spiegelfechter oder Nachdenkseiten - da brauche ich nicht auch noch die Friedenspreisträgerin. ;-)

Liebe Grüße!