Mittwoch, 19. Januar 2011

Vorbild USA: Leichen in den Straßen - weil das Geld für die Bestattung fehlt

Nur wenige Meter von der glitzernden Autoshow entfernt durchziehen kratertiefe Schlaglöcher die Straßen von Detroit. Viele Stadtviertel hat die Polizei schon lange aufgegeben. Um die Gewalt einzudämmen, werden ganze Straßenzüge abgerissen. (...)

Detroit wird verkleinert. Die Autofabriken wurden verkleinert, zehntausende verloren ihren Job und damit ihre Krankenversicherung. Als nächstes ihr Haus - und als letztes ihr Auto. Da es in der Autostadt kaum Busse und Bahnen gibt, ist es ohne Privat-Pkw extrem schwierig, sich um neue Jobs zu bewerben und pünktlich zur Arbeit zu kommen. (...)

"Nicht genug zu essen und kein Dach über dem Kopf" - so wie ihm gehe es vielen ehemaligen Detroiter Autoarbeitern, sagt Mark Samuels. Detroits Obdachlosenquartiere sind hoffnungslos überfüllt - und zwar mit vielen jungen Männern. Eigentlich müsste auch er wegziehen, um wenigstens Tagelöhner-Jobs zu finden, meint Samuels. Manchmal hilft er bei der Stadt aus, Leichen von den Straßen einzusammeln. Denn viele können oder wollen die 500 Dollar für eine Billigbeerdigung ihrer Verwandten nicht aufbringen und legen nachts Verstorbene einfach irgendwo in Detroit ab, in der Hoffnung, dass niemand deren Identität herausfindet. Mehr als 70 dieser Toten, die niemand bestatten will, liegen mittlerweile im Detroiter Leichenschauhaus: das Symptom einer brutalen Verelendung.

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Anmerkung: Ein unfassbarer Text aus der tagesschau-Redaktion - da wird über himmelschreiende Zustände in den USA berichtet, als handele es sich um einen Bericht vom Mars - während dasselbe Medium doch seit Jahren den Umbau unseres Landes nach US-amerikanischem Vorbild auf allen Ebenen propagandistisch begleitet. Doch nirgends findet sich ein solcher Hinweis - die Aktuelle Kamera sieht das offenbar als zwei vollkommen verschiedene, hermetisch voneinander getrennte Welten an: Die glitzernde USA der "unendlichen Möglichkeiten und Freiheit" auf der einen und die realen Zustände wie in Detroit auf der anderen Seite.

Machen Sie sich das klar: Diese realen Zustände sind das Vorbild der neoliberalen Bande - so soll es in absehbarer Zeit auch in Deutschland aussehen. Da wird man dann auch einfach mal versuchen, eine ganze Stadt zu verkleinern, weil es ja einen massiven Stellenabbau gegeben hat - wofür braucht man dann schon noch all die Wohnungen und Häuser? Wer keine Arbeit hat, kann ja verschwinden, sich in Luft auflösen oder wahlweise sterben gehen - Wohnungen oder Nahrung brauchen solche Leute nicht. Wer nicht mehr zahlen kann, verliert seine Lebensberechtigung - es sei denn, man gehört zur "Elite". Da gilt das selbstredend nicht.

Und ausgerechnet an einem solchen Ort halten die Jobvernichter, die mit ihren Autos sehr reich geworden sind und diesen Reichtum immer weiter vermehren, ihre Messe ab, auf der sie Luxuskarossen für die Zukunft präsentieren. Grotesker geht es kaum noch. Kein Romanautor könnte sich absurdere Geschichten ausdenken als die, die der Neoliberalismus in der Realität schafft.

Und die Aktuelle Kamera verlinkt fleißig "verwandte" Themen unter dem Text. Wenn Sie es nicht schon gesehen haben, halten Sie sich fest, setzen Sie sich am besten hin, damit Sie sich nicht verletzen beim Fallen - denn dort steht allen Ernstes:

  • Detroit: Deutsche Autobauer setzen auf US-Markt [video]

  • US-Autobauer feiern Wiederauferstehung in Detroit


  • Das ist ein Alptraum, ein Alptraum ohne Erwachen.

    Kommentare:

    Anonym hat gesagt…

    AlBtraum ...

    Charlie hat gesagt…

    Ach herrje. Wenn Dir sonst nichts Konstruktives dazu einfällt, empfehle ich Dir, Dich zumindest ein wenig intensiver mit der Rechtschreibung zu befassen. ;-) Eine erste Anlaufstelle ist zum Beispiel duden.de, wo Du nachlesen kannst: "Von Duden empfohlene Schreibung: Albtraum. Alternative Schreibung: Alptraum."

    Wenn Du dich für die Etymologie dieses Wortes interessierst, wirst Du sogar noch herausfinden, wieso ich die Schreibweise mit "p" bevorzuge ... ;-)

    Liebe Grüße!

    jakebaby hat gesagt…

    Jetzt hat sich der arme Kerl knapp 2 1/2 Jahre durch 100e Artikel zurueckgewurschdlt und endlich was zum kommentieren gefunden und du machst ihm das grob fahrlaessig kaputt.

    'Hoffentlich tut er sich nichts an.

    Gruss
    Jake

    jakebaby hat gesagt…

    Stichwort Duden kam mir bezueglich Anonym noch dieser alte Manta-Witz: 2 Mantafahrer: "Hey ich hab mir n' Duden gekauft" .... "Hastn' schon eingebaut" ...

    Charlie hat gesagt…

    Ach Jake, ich weiß auch nicht, welche seltsamen Prozesse in so manchen Hirnen ablaufen. Wenn sie aber dazu führen, dass unser anonymer Freund sich etwas antut, wollen wir sie nach Kräften fördern, gelle. ;-)

    Liebe Grüße!