Sonntag, 11. September 2011

USA: Eine Kriegsnation im permanenten Ausnahmezustand

Zehn Jahre nachdem Terroristen Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York und das Pentagon steuerten, sind die USA ein bis in seinen strukturellen Kern durchmilitarisiertes Land. Ihre neuen Feindbilder – Islam und Terrorismus – drohen die Vereinigten Staaten regelrecht zu verschlingen.

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Anmerkung: Die Lektüre dieses längeren Textes lohnt sich sehr, bietet er doch einen recht umfangreichen Blick auf den heutigen Zustand der USA. Auch an Zahlen und Beispielen mangelt es im Artikel nicht. Vieles davon war mir bereits bekannt, doch eines hat mich dann doch erstaunt - nämlich die These der Autorin, einige (oder auch viele?) Bürger der USA empfänden sich selbst und ihre Nation als etwas "Besseres". Wörtlich steht im Text:

"Als Zugewanderte hat mich die fixe Idee der US-AmerikanerInnen, einem auserwählten Volk anzugehören, am meisten gestört. Ich sah wohl ein, dass dieser Mythos das aus vielen Kulturen zusammengesetzte Immigrationsland zusammenhielt. Aber diese tiefe Überzeugung, etwas Außergewöhnliches zu sein, sonderte selbst die weitestgereisten meiner US-FreundInnen letztlich vom Rest der Welt ab. Sie waren anders, besonders, besser."


Ist das tatsächlich so? Vielleicht kann Jake dazu etwas schreiben, der ja ebenfalls als Zugewanderter in den USA lebt?

Im Übrigen ist dieser Bericht aus dem "Inneren des Imperiums" aber sehr informativ, wie ich finde. Wir können an dieser Zustandsbeschreibung gut erkennen, auf welchem schlimmen Weg sich auch Deutschland und Europa befinden - die Propaganda und gezielte Desinformation der Menschen scheinen sich in den USA der Perfektion angenähert zu haben - mit entsprechenden "Erfolgen".

Kommentare:

jakebaby hat gesagt…

.... die These der Autorin hat dich erstaunt?

Vor Allem diesbezueglich war/bin ich der Meinung, dass gerade Dies zum allgemeinen Bewusstsein ausserhalb Amerikas zaehlt.

Wieviel mehr religioes/patriotisch indoctinierte Hirnwaesche sollts denn noch sein.
Jahrhunderte an Zellenpruegel mit 'Gods own Country' & 'Greatest Country in the World' ... und soviele "BEST"-ETC.teras ... lassen keine Sekunde locker.

Das mit dem "Country" ist wenigst geograFisch denn gesellschaftlich zu verstehen.
The American Way of Life ... in Masse wie natuerlich Individuell ... Freiheit, Friede, Equality, Prosperity, ..... best Place to Live, ... unabhaengig von Bildung/sozialem Standard, .... ob man es 'besser weis? oder gar nicht, .... most Powerfull ... etc.

Sicherlich macht es einen Unterschied, das Ganze vorort zu er/leben.
Das ist aber reine Ansicht und Gewohnheitssache.

Beispiel zum Abstumpfen: Vor 9 Jahren begann, fuer meinen, damals 3jaehrigen Kleinen, Preschool.
Irgendwann durch die erste Woche, hangelte ich mich zum Fenster auf der Rueckseite des Klassenzimmers um zu checkn wie der Kleine tut.
Da wehte auf dem Bildschirm gerade die US-Flagge, KampfJets ballerten glorreich durch die Mattscheibe, ... se WhiteHouse und ein bloedegrinsender Bush ... etc. ... ,,, waehrend die Lehrerin und ihre Assistentin die Jungs und Maedels abline'ten und ihnen eifrigst die Haendchen auf die Bruestchen drueckten, um dieses allmorgendliche "Pledge to the Legion" zu installieren.

Mir diesem steinzeitlichen Grundprinzip des "Lasset die Kindlein zu mir Kommen" bewusst, konnte ich es dennoch nicht vermeiden meinem Unmut ueber diesen Scheiss genuege zu tun und diese 2 Lehrerinnen anzufauchen. Wobei es sich erschwerend um eine Special-Class aus mental gehandicapten Kindern handelte, die nicht auch nur einen Scheiss auf irgendwelch beschissene Gehirnwaesche geben. .. EVER!!

Oder sollte ich bei der MassenBarbarei der amerikanischen Genitalbeschneidung beginnen?
Deren extrem negativ psychologisch'nachhaltige Folgen, indem man einem Neugeborenen extremste Schmerzen zufuegt, wo doch diese kleinen zarten Wesen nichts anderes benoetigen, denn Alle zur Verfuegung stehende Waerme, Liebe und Geborgenheit ..... ?

Etwas Besonderes zu sein haellt, wie die Autorin erwaehnt, die Amerikaner zusammen.
Dies sollte man auch tunlichst pflegen.
Nicht, dass ich es fuer moeglich halte, aber sollte diese Matrix erlahmen, waere Gewalt die einzig moegliche Folge.
'What goes around comes around' .... und auch ansonsten haben Amis ne Menge an logisch sinnvollen Weisheiten auf Lager.
Wuerde man diesen Weisheiten auch nur im Geringsten Folge leisten, waere man ein gutes Stueck weiter.
Entschuldige meine gelegendliche Polemie, aber viel mehr bleibt mir nicht, um nicht in gelegentliche Lachkraempfe zu verfallen.

Realitaeten auch nur halbwegs bewusst, bleibt einem wirklich nur noch der Erhalt von daerbstem Humor, Sarkasmus ..etc., um nicht in real angebrachte Hysterie zu verfallen.

Im Vergleich zu Amerika ranke ich Deutschland jederzeit und in jeglichster Art als Uebler, da Amerika durch Jahrhunderte einen umfangreichen Scheiss etablierte und beibehaellt, fuer Welchen, excessiv zu kopieren, Deutschland ein paar wenige Jahrzehnte beanspruchte.

Gruss
Jake

Charlie hat gesagt…

Danke für diese Einschätzung - mir was das tatsächlich in dieser Form noch nicht bekannt. Dass einige/viele Amerikaner einen überbordenden, ausufernden Patriotismus pflegen, wusste ich - aber dass damit auch die pathologische Fehleinschätzung einher geht, etwas "Besonderes" oder "Außergewöhnliches" - eben "besser" als der Rest der Welt - zu sein, das haut mich doch ziemlich um.

Woher kommt bloß ein solcher offenkundig absurder Größenwahn? Gut - wenn schon die Allerkleinsten mit solchem Unsinn geprägt werden, ist das zwar fatal - aber irgendwann im Laufe des Lebens muss man doch mal das eigene Gehirn anwerfen und derlei eingetrichterten Kram kritisch hinterfragen ... das ist doch vollkommen normal, besonders in der Zeit der Jugend. Nicht so in den USA?

Ich finde das jedenfalls sehr erschreckend. In Deutschland hat man ja auch mal eine Weile gemeint, etwas "Besseres" als viele andere zu sein ... und was daraus für eine Katastrophe erwachsen ist, dürften wir alle wissen.

Jakester hat gesagt…

".... aber irgendwann im Laufe des Lebens muss man doch mal das eigene Gehirn anwerfen und derlei eingetrichterten Kram kritisch hinterfragen ... das ist doch vollkommen normal, besonders in der Zeit der Jugend."

Das Grass haett ich auch mal gern :)
'Vollkommen normal' ist doch das krasse Gegenteil. (Indoktrine/Gehirnwaesche)
Bei dem extrem multiblen Irrsinn da draussen wissen doch die allermeisten Menschen ueberhaupt gar nicht so recht, was denn so genau Sache ist und es ist ja auch nicht so, dass ihnen dies irgendjemand auf einem auch nur halbwegs groesseren Podium erklaeren moechte.
Selbst ich als Ineressierter unterliege zwar nicht den allgemein brachialen Massenluegen, habe nur ein grobes Grundgeruest und je mehr ich dazulerne desto weniger will ich wissen.
Das tut naemlich im Schaedel weh.

Dem Ganzen fuege man, vor allem in dieser jetzig, wiedermal beschissendsten Primetime, heftigste Unsicherheit und Angst hinzu, und schon haben wir ein gewohntes Scenario.
Gewalt auf allen Ebenen.
Die Geschichte lehrt uns nichts Anderes und Mensch ist ein vorzueglicher Schueler.

Wie schon immer "noch", laueft das Ganze 'noch' relativ 'Gut.
Die meisten Menschen wissen mehr oder weniger, dass sie beschissen werden. ("Die luegen doch alle")
"Gegen 'Die/Das kann man ehh Nichts machen" ist ein weiteres Indiz des allgemeinen Bewusstseins.
Und da kommen wir zum Ausschlag.
Es existiert keinerlei, auch nur halbwegs signifikante Alternative!!

Politik will und kann keinen Ausschlag mehr geben da diverse Industrien am Ruder sitzen und Politik nur noch gehorsam exekutiert.
Zuzueglich ist dies auch kein nationales Problem, sondern wird rasant zu einer gesamtwestlichen Verzahnung.

To Big to Fight .... ?
Unter/Bewusst duerfte das der Hauptgrund fuer die umfangreich gesellschaftliche Laehmung sein.
Aufmerksamkeit, Kritik, Wissen, ... ist ne feine Sache.
Die wird mit allen Mitteln vom industriell/politischen Komplex mit seiner uebermaechtigen Verbloedungs/Luegen-Industrie bekriegt.
Somit wird die sogenannte Macht des Wissens terminiert/depremiert. http://narrenschiffsbruecke.blogspot.com/2011/09/zitat-des-tages-haben-oder-sein.html

Und was lehrt uns die Menschheitsgeschichte ueber die Konsequenzen dieser so gewohnten Entwicklungen? ... Gewalt! .. Mord und Totschlag auf allen Ebenen!
BRAVO!! .. wir sind vorzuegliche Schueler unserer Natur.
Und die Geschichte wiederholt sich nicht, Sie ist unnachgiebig kontinuierlich.
You can't proof me Wrong!
So whats the Point??

Gruss
Jake

Nuntius hat gesagt…

Der hier besprochene Artikel ist hervorragend. Besonders interessant finde ich diese Bemerkung:

"Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir – Schreibende wie Lesende – mit solchen Narrativen vor der komplexen heutigen Wirklichkeit in eine vormoderne Welt der Mythen und Sagen flüchten, wo alles noch eine feste, wenngleich feudale Ordnung zu haben schien."

Mit ebensolchen Mythen sollte sich unser Verstand eigentlich beleidigt fühlen, wo doch Rationalität angeblich das feste Fundament unseres Weltbildes ist. Tatsächlich schlittern wir immer mehr ins mythische Denken zurück, v.a. betrieben durch Hollywood, dessen Scheinwelten zunehmend zum Bezugspunkt der Wirklichkeit werden. Die Politik hat angesichts ihrer faktischen Machtlosigkeit offenbar keine andere Chance mehr, als Mythen zu erzählen. In ähnlichem Zusammenhang habe ich 9/11 als einen solchen Mythos charakterisiert: http://civitaslibertatis.wordpress.com/2011/09/12/zehn-jahre-911-ein-mythos-feiert-geburtstag/