Montag, 1. Oktober 2012

10 Jahre Hartz-Terror - und kein Ende in Sicht


Das System der Hart(z)herzigkeit / Hartz IV hat Deutschland verändert. Die Schwachen dürfen jetzt öffentlich verhöhnt werden und bekommen nur das Nötigste. Solidarität und Hilfe werden von Amts wegen unterbunden.

(...) Hartz IV ist ein System der organisierten sozialen Kälte und der Herzlosigkeit. Engagement, Mitgefühl und Solidarität, diese Werte, die Berliner Spitzenpolitiker stets beim Bürger einfordern, versagt dieses System den Schwachen oder es gewährt sie nur in minimalen, bürokratisch abgemessen Dosen. Und schlimmer noch, Hartz IV unternimmt alles, um menschliche Werte in der Gesellschaft auszurotten. (...)

Nein, das ist keine Vision einer Gesellschaft, mit der ich mich anfreunden will. Nach zehn Jahren Hartz IV schäme ich mich zutiefst für diesen Staat.

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Anmerkung: Dieser kleine Kommentar, der nur einige wenige unhaltbare Probleme von vielen beim Namen nennt, die mit dem unsäglichen Hartz-Terror verbunden sind, stellt auch für den Stern nur eine Ausnahme dar - auch in diesem Blatt wird regelmäßig heftig Stimmung gegen Schwache und Arme betrieben, wie sie übler kaum ausfallen könnte.

Des weiteren ist es natürlich längst nicht ausreichend, sich einzig "für diesen Staat" zu schämen, also für die ausführenden Organe dieser Schikanen und Drangsalierungen. Noch viel mehr muss man sich schämen für die rot-grün-schwarz-gelbe politische Bande sowie die beteiligten Lobbyisten aus der Wirtschaft und sogar den Gewerkschaften, die an der Schaffung und Zementierung dieser asozialen Unterdrückungszustände der "Agenda 2010", an der Zwangsverarmung und Halbkriminalisierung von Millionen von Menschen in diesem Land verantwortlich sind und waren. Und selbstredend muss man aus diesem vehementen Schämen entsprechende Konsequenzen ziehen. Wenn ich beispielsweise lese: "Kein Wunder, dass es inzwischen Hinweise auf ernährungsbedingten Minderwuchs bei Hartz-Kindern in Deutschland gibt. Mickerkinder gab es in der Geschichte schon häufiger, etwa damals, als die Indianer Südamerikas unter die Herrschaft der Konquistadoren geprügelt wurden." - dann erfüllt mich das mit brodelndem Zorn auf die Verantwortlichen und mit dem unbändigen Wunsch nach dauerhafter Hilfe für die betroffenen Menschen.

Von den Knopfleisten- und Schlips-Borg der neoliberalen Einheitspartei ist in dieser Hinsicht jedoch weniger als nichts zu erwarten - sowohl SPD und Grüne, als auch CDU/CSU und FDP werden weiter für die Zementierung, die Verschärfung und die Ausweitung auf weitere Bevölkerungsteile der asozialen Zustände sorgen. Wenn sie nicht endlich, endlich gestoppt werden.

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1931 [Ein neues Jahr der Angst]


"Nur keine Angst, dein Vorgänger hat auch durchgehalten!"

(Zeichnung von Karl Arnold [1883-1953], in "Simplicissimus", Heft 41 vom 05.01.1931)

Kommentare:

Hans45 hat gesagt…

Oh welch ein schönes bild für unsren "fürsorglichen Staat". Vortrefflich.

Charlie hat gesagt…

@ Hans45: Ja, Mutti Merkel sorgt für ihre Kinder - wer will nicht mal gerne den Ritt auf der Kanonenkugel erleben? ;-)