Mittwoch, 10. September 2014

Musik des Tages: Ballade in g-moll




(Frédéric Chopin [1810-1849]: "Ballade Nr. 1", Opus 23, komponiert zwischen 1831 und 1835)

Anmerkung: Diese Filmszene stammt aus Roman Polanskis Meisterwerk "Der Pianist" (2002). Kurz zum Hintergrund (zitiert und teilweise korrigiert aus Wikipedia): "Der Film beginnt mit Originalaufnahmen des Warschauer Straßenlebens aus dem Jahre 1939. Władysław Szpilman ist ein herausragender und in Warschau hochangesehener polnisch-jüdischer Pianist. Es ist der 3. September 1939: Szpilmans Studioarbeit wird durch die Bombardierung Warschaus durch die deutsche Luftwaffe unterbrochen. Szpilmans verängstigte Familie, bestehend aus dem Vater, der Mutter, der Schwester Halina und dem Bruder Henryk hören am Telefon, dass Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hat und sie hofft, dass sich alles bald zum Guten ändern wird. Als 1939 die deutschen Truppen in Warschau einmarschieren, wird das Leben besonders für die Juden unerträglich. Die deutsche Besatzungsmacht entwickelt immer neue Schikanen vor allem für die Juden. Auf der Straße sind sie der Willkür der Besatzungssoldaten ausgesetzt. Nach einer Weile müssen die Szpilmans ins Warschauer Ghetto übersiedeln. Dort geht es [wie für alle internierten BewohnerInnen dort] für die Familie bald ums nackte Überleben. Während einige Ghettobewohner sich mit Schwarzarbeit oder der Arbeit im jüdischen Ordnungsdienst über Wasser halten, sind die Szpilmans wegen ihrer Naivität und ihres Stolzes vom Verhungern bedroht. Sie werden Zeugen vom Elend des Ghettolebens, von Demütigungen der Bewohner und willkürlichen Morden durch die deutschen Soldaten. Władysław Szpilmans gute Beziehungen zu einem einflussreichen jüdischen Polizisten rettet seinem Bruder einmal das Leben. Eines Tages werden die Bewohner des Ghettos auf dem "Umschlagplatz" versammelt. Von dort aus erfolgt der Abtransport in das Vernichtungslager Treblinka. Dort werden seine Eltern und Geschwister ermordet. Dank der spontanen Hilfe eines Mitglieds des jüdischen Ordnungsdienstes entgeht er dem Abtransport, gehört nun aber zu den Zwangsarbeitern, die unter strenger Bewachung in Betrieben außerhalb des Ghettos arbeiten müssen. Dies nutzt er aus, um Pistolen für Mitglieder der jüdischen Widerstandsbewegung in das Ghetto zu schmuggeln. Später gelingt ihm die Flucht aus dem Ghetto.

Szpilman kann den Beginn des Aufstandes im Ghetto am 19. April 1943 von einem Versteck aus beobachten. Um nicht gefasst zu werden, muss er das Versteck wechseln. Er leidet Hunger und erkrankt, wird aber von einem polnischen Arzt behandelt. Während eines Gefechts zwischen Deutschen und Polen während des Warschauer Aufstandes wird sein Versteck beschossen. Er flieht erneut, irrt durch die völlig zerstörte Stadt und versteckt sich in einem Haus. Dort hört er die Klänge von Beethovens Mondscheinsonate. Nachts entdeckt ihn ein deutscher Offizier; es ist Wilm Hosenfeld.

Hosenfeld [fordert Szpilman auf, der ihm auf die damals übliche scharfe Nachfrage flehentlich erklärt, er sei "bloß ein Pianist"], ihm auf dem [in der Ruine herumstehenden] Flügel etwas vorzuspielen. Szpilman spielt [daraufhin die] Ballade Nr. 1 von Chopin (diese wurde nach dem gescheiterten polnischen Novemberaufstand gegen die russische Besatzung komponiert als Ausdruck [des] Freiheitsstrebens) und Hosenfeld hört bewegt zu. Von da an, bis zum Rückzug der Deutschen Ende 1944, versorgt Hosenfeld Szpilman in seinem Versteck mit Lebensmitteln. [Kurz vor seiner Flucht vor der Roten Armee] schenkt Hosenfeld dem Pianisten noch seinen Offiziersmantel, der [diesem] beim Einmarsch der Roten Armee in Warschau fast noch zum Verhängnis wird [da die russischen Soldaten Szpilman wegen dieses Mantels zunächst für einen deutschen Offizier halten]."

Ich habe bislang keine bewegendere Interpretation dieses grandiosen Musikstückes gehört.


Kommentare:

kalypso hat gesagt…

hai mein lieber,

vielen dank für das angenehme, witzige, nachdenkliche und inspiriende gespräch.

hatte heute einen absoluten kreativ-tag, mit lecker fresschen kochen, tanzen, trainieren, recherchieren, reinfühlen und nachdenken....

bei der ganzen musik-vielfalt bin ich bei folgendem zum schluß dauerhaft hängengeblieben.

http://www.youtube.com/watch?v=pvk_s5T7az0

es mag nicht unbedingt deinen geschmack treffen - hehe.. - doch bei dem ganzen wahnsinn in der welt, sollten wir doch nicht der politik "unsere seele essen lassen".

wir introvertierten brauchen auch kongeniale partner.

wir kennen uns weder persönlich, noch wissen wir, wie der andere aussieht. manchmal ist das auch nebensache.

ein schöner film - du weißt ja - ich bin absoluter cineast - hierzu ist :

84 charing cross road

in liebevoller freundschaft und halt die ohren steif!

alles liebe und viel grüße
kalypso alias dani :-)

Charlie hat gesagt…

@ Kalypso: Danke für die lieben Wünsche - ich werde den Krankenhausmist schon überstehen! :-)

Aber was die Musik betrifft, irrst Du dich: Den Song von Siddharta, den Du verlinkt hast, finde ich richtig, richtig gut.

Gehab Dich wohl - bis bald! :-)

kalypso hat gesagt…

oh, das mit dem song freut mich sehr!

war meine intuition doch richtig :-)

alles liebe und bis bald mal wieder am fon!

herzliche grüße
kalypso