Samstag, 10. Oktober 2015

Musik des Tages: Symphonie fantastique




(Louis Hector Berlioz [1803-1869]: "Symphonie fantastique - Episoden aus dem Leben eines Künstlers", Op. 14 aus den Jahren 1828/30; Orchestre Philharmonique de Radio France & Simon Bolivar Youth Orchestra of Venezuela, Leitung: Gustavo Dudamel, 2009)

  1. Träumereien, Leidenschaften, Largo – Allegro agitato e appassionato assai
    Ein junger Musiker begegnet einer Frau, die vollkommen seinem Ideal entspricht. In der Seele des Künstlers erscheint sie immer in Verbindung mit einem musikalischen Gedanken (dem Leitmotiv, idée fixe). Zu Beginn verzehrt sich der Verliebte nach seiner Geliebten (langsame Einleitung, thematisch selbstständig). Im Allegro-Teil wird dann die Geliebte strahlend eingeführt. Verschiedene Stimmungen der Verliebtheit werden durchlebt.

  2. Ein Ball, Allegro non troppo
    Der Verliebte findet die Frau auf einem Ball wieder. In der Musik wird die idée fixe in einen Walzer eingebettet. Zunächst freut er sich über das Wiedersehen, bald aber merkt er, dass die Geliebte ihn nicht zu beachten scheint. Die fulminante Tanzmusik jedoch fährt ungetrübt fort.

  3. Szene auf dem Lande, Adagio
    Der Satz beginnt mit einem Dialog zwischen dem Englischhorn und der Oboe als zwei Hirten, die sich unterhalten. Dann wird jäh unterbrochen für die idée fixe, die Geliebte tritt wieder auf. Der Verliebte bekommt schmerzliche Zweifel, ob sie ihm treu sei. Einer der Schäfer nimmt die Anfangsmelodie wieder auf, der andere antwortet nicht mehr. Sonnenuntergang, warnendes Grollen des Donners (dargestellt durch die Cluster-Akkorde von vier Pauken), Einsamkeit, Stille.

  4. Der Gang zum Richtplatz, Allegretto non troppo
    Nachdem er die Gewissheit erlangt hat, dass seine Liebe verschmäht wird, nimmt er Opium und versinkt in einen tiefen todesähnlichen Schlaf. Ihm träumt, er habe seine Geliebte ermordet, er sei zum Tode verdammt und werde zum Richtplatz geführt. Ein bald düsterer und wilder, dann wieder brillanter und feierlicher Marsch begleitet den Zug. Die idée fixe wird erst kurz vor der Exekution durch das Fallbeil zitiert.

  5. Hexensabbat, Larghetto – Allegro
    Der Verliebte findet sich auf einem Hexensabbat wieder, gellendes Gelächter ist deutlich zu hören. Auf einmal wird die idée fixe mehrmals in einer sehr verzerrten, gemeinen Variation wiedergegeben, zunächst von der schrillen Es-Klarinette, dann stimmt das Orchester mit ein: Die einstige Geliebte tritt als Hexe auf und wird von den anderen Hexen freudig begrüßt. Danach läuten die Totenglocken und leiten eine Parodie des Dies irae, des "Jüngsten Gerichts" aus der katholischen Totenmesse, ein. Schließlich mischen sich beide Melodien zu einer höllischen Orgie und das Werk endet.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Noch so etwas Trauriges, wenn Leute wie "charlie" ihre Abgründe mit hohen Künsten ausstaffieren, die sich dagegen nicht wehren können.
Hitler mochte u.a. Wagner...

Charlie hat gesagt…

@ Anonym: Du bist putzig. Schaffst Du es denn auch, Dich inhaltlich in einer halbwegs sinnvollen Form zu äußern - oder übersteigt das bereits die "hohe Kunst" Deiner intellektuellen Fähigkeiten? Dies hier - und jetzt musst Du stark sein - ist nicht facebook oder die Krawallseite von "Herrn Karl".