Donnerstag, 28. Januar 2016

Von roten Armbändern und gelben Sternen


Die Stigmatisierung von Flüchtlingen schreitet weiter voran. Eine Vorreiterrolle nehmen diesmal die Briten ein, die den neoliberalen Horror im "reichen" Teil Europas bislang am konsequentesten umgesetzt und damit eine finstere Vorhölle für den Großteil der dort lebenden Menschen geschaffen haben. Bei n-tv war am vergangenen Montag zu lesen:

Asylsuchende im walisischen Cardiff müssen Tag und Nacht ein deutlich zu erkennendes rotes Armband tragen. Das berichtet der "Guardian". Hintergrund ist die Regelung des privaten Betreibers des örtlichen Flüchtlingsheims: Ohne die Armbänder erhalten die Asylsuchenden kein Essen. Die Bänder sind nicht abnehmbar. / (...) In Middlesbrough im Nordosten Englands stattete eine private Immobilienfirma Häuser für Flüchtlinge mit roten Türen aus. Mehrere Bewohner der Unterkünfte berichteten von Übergriffen und verbalen Anfeindungen.

Angesichts solcher Tendenzen kommt mir sprichwörtlich die "kalte Kotze" hoch. Es ist sicher kein Zufall, dass solche Maßnahmen ausgerechnet in Einrichtungen von "privaten" Betreibern vorkommen: Wenn der gewollt geschrumpfte Staat essenzielle Aufgaben wie beispielsweise die Unterbringung und Verpflegung von Flüchtlingen an profitorientierte Firmen auslagert, ist es im Rahmen des perversen kapitalistischen Systems nur folgerichtig, dass diese mit allen Mitteln versuchen, die "Kosten" zu senken, indem sie beispielsweise dafür sorgen, dass sich niemand eine Mahlzeit "erschleicht", für dessen Ernährung die betreffende Firma sich gar nicht "zuständig" fühlt.

Die Aktion mit den roten Türen verstehe ich allerdings nicht. Ist das auf bloßen Rassismus bei den Verantwortlichen jener Firma zurückzuführen? Oder welche Ziele mag das Immobilienunternehmen ansonsten damit verfolgen? Mir fällt jedenfalls kein "Mehrwert" ein, den ein Unternehmen verzeichnen könnte, wenn es die Wohnhäuser, in denen Flüchtlinge leben, auf diese Weise für alle kenntlich macht, denn es "verdient" schließlich mit diesen Menschen - was pervers genug ist - Geld.

Gestern, am 27. Januar, wurde in Deutschland mit gewohntem Pathos, mit Kranzniederlegungen und salbungsvollen Reden der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen, während nationalistische, völkische und offen rassistische Entwicklungen in ganz Europa längst wieder auf dem kapitalistisch forcierten Vormarsch sind - natürlich und gerade auch in Deutschland. Diese stetig von Medien und Politik angefeuerte Pogromstimmung ruft bei mir blankes Entsetzen hervor, für das ich kaum angemessene Worte finde.

Allmählich erübrigt sich die Frage, wohin Europa steuert, da der furchtbare Weg ja deutlich und für alle sichtbar vor uns liegt.


Juden müssen unter Aufsicht der SS vor einem Mob von widerlichen Gaffern mit kleinen Bürsten die Straße säubern (ca. 1940, aus "In einer Welt der Toten und der Larven")

Kommentare:

altautonomer hat gesagt…

Anmerkungen:
1. Zur Stigmatisierung: Bis 1979 gab es in Deutschland den roten Schrägstrich im Führerschein, mit dem bei der Zweitausfertigung eines Führerscheins nach Entzug wegen eines Trunkenheitsdelikts die Zeilen für den Vermerk über die bestandene Fahrprüfung durchgestrichen sind.

2. Im Bundestag durfte eine der letzten noch lebenden Zeitzeugen Ruth Klüger, Auschwitz-Überlebende, 84 Jahre alt, anläßlich der Gedenkfeier des Bundestages reden. Ich hatte erwartet, dass sie dem Plenum mal so richtig das Wort zum Sonntag geigt. Stattdessen erzählte sie aus ihren schrecklichen Erlebnissen, die sie in Buchform veröffentlicht hat und lobte abschließend in epischer Breite das neue,demokratische, freiheitliche Deutschland und insbesondere die Bundeskanzlern für ihr "Wir schaffen das". Ich wartete beim TV-Zuschauen ständig auf den kritischen Teil. Wenn ein Mensch, der durch die Hölle der Konzentrationslager gegangen ist, schon einmal das Privileg hat, vor der parlamentarischen Vertretung des Rechtsnachfolgers des deutschen Faschismus zu reden, dann, so meinte ich naiverweise, bitte aber auch die Kontinuität und die aktuelle reale Entwicklung nach rechts erwähnen. Damit meine ich die täglich brennenden Flüchtlingsunterkünfte, die NSU-Affäre und die Verstrickung des Verfassungsschutzes darin, das Erstarken rechtspopulistischer Parteien in Europa, die Demonstrationsmärsche militanter Nazihorden auf öffentlichen Straßen denen der Weg von der Polizei freigeknüppelt wird und die Verschärfung des Asylrechts als Antwort auf die aktuelle Migration. Frau Klügeer hat sich als "zuverlässige Rednerin" dafür missbrauchen lassen, der Weltöffentlichkeit mal wieder zu beweisen, dass Doitschland aus dem Schatten Hitlers getreten ist.

(PS.:Bei den anschließenden stehenden Ovationen hat Sarah Wagenknecht als Einzige nicht applaudiert. Und ich kann mir denken, warum.)

Charlie hat gesagt…

@ Altauto: Ich habe die Rede ebenfalls gelesen und mich dabei mehrfach schmerzhaft kneifen müssen, um nicht irre zu werden. Ich weiß nicht, ob Frau Klüger dement ist - angesichts dieser Rede muss ich es ihr aber unterstellen.

Anonym hat gesagt…

Jetzt macht mal halblang. Frau Krüger ist eine alte Dame. Seht es ihr nach.

Anonym hat gesagt…

P. S. Frau KLÜger. Ob das ein Freudscher war?

altautonomer hat gesagt…

Anonym 11:57 Uhr: Nein, denn sie ist geistig völlig klar und eine intelligente Autorin.

Anonym 11:58 Uhr: Sie heißt Klüger. Frag Dr. Google. Oder klick den Link von Charlie "gelesen" an.



dose hat gesagt…

Eine KZ-Überlebende, die auch im hohen Alter die Nazis bekämpft, ist Esther Bejerano.

GrooveX hat gesagt…

hey freunde,
was für einen anspruch habt ihr eigentlich an die überlebenden der vernichtungslager? sollen die uns jetzt auch noch zu besseren menschen erziehen, uns den inneren nazi austreiben helfen? die richtige politische gesinnung vorweisen?

nee, ne?

Charlie hat gesagt…

@ GrooveX: Es geht hier doch nicht um "Ansprüche", sondern um inhaltliche Kritik. Und die ist angesichts der Klüger-Rede (insbesondere des Schlussteils) im Bundestag durchaus angebracht. Wie andere Überlebende des Holocaust, die allesamt keine emeritierten Professoren wie Frau Klüger sind, das handhaben, kann man beispielsweise hier auf äußerst eindrückliche, gleichwohl bedrückende Art verfolgen.

Eine Äußerung wie die folgende kann ich in diesem verkommenen, in mehr als nur einer Hinsicht faschistoiden Land, in dem Rassismus und andere braune "Traditionen" munter aufblühen, nicht wohlwollend stehen lassen:

Meine Herren und Damen, ich habe jetzt eine ganze Weile über moderne Versklavung als Zwangsarbeit in Nazi-Europa gesprochen und Beispiele aus dem Verdrängungsprozess zitiert, wie er im Nachkriegsdeutschland stattfand. Aber eine neue Generation, nein, zwei oder sogar drei Generationen sind seither hier aufgewachsen, und dieses Land, das vor achtzig Jahren für die schlimmsten Verbrechen des Jahrhunderts verantwortlich war, hat heute den Beifall der Welt gewonnen, dank seiner geöffneten Grenzen und der Groβherzigkeit, mit der Sie die Flut von syrischen und anderen Flüchtlingen aufgenommen haben und noch aufnehmen. Ich bin eine von den vielen Auβenstehenden, die von Verwunderung zu Bewunderung übergegangen sind.

Bestenfalls weiß Frau Klüger nichts vom Hartz-Terror, vom alltäglichen, stark zunehmenden (auch staatlichen) Rassismus und von so vielen anderen schauerlichen Entwicklungen in Deutschland - aber selbst das darf doch nicht dazu führen, dass Kritik an ihren Äußerungen vermieden werden sollte.

altautonomer hat gesagt…

GrooveX: Bei allem Verständnis. Aber hier hat sich eine Überlebende im Sinne eines gewandelten Deutschland als Kronzeugin missbrauchen lassen. Dazu hat sie niemand gezwungen.

PS.: Ein Ralf Giordano ("Die zweite Schuld"), leider verstorben, hätte sicherlich andere Worte gefunden. Er wäre vermutlich aber gar nicht erst eingeladen worden.

Anonym hat gesagt…

Das Vermächtnis der Überlebenden

Wir, die Unterzeichnenden, Überlebende der deutschen Konzentrationslager, Frauen und Männer, vertreten Internationale Häftlingskomitees der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos. Wir gedenken unserer ermordeten Familien und der Millionen Opfer, die an diesen Orten der Asche getötet wurden. Ihre Verfolgung und Ermordung aus rassischen, politischen, religiösen, sozialen, biologischen und ökonomischen Gründen und ein verbrecherischer Krieg haben die Welt an den Rand des Abgrunds geführt und eine schreckliche Bilanz hinterlassen.

Nach unserer Befreiung schworen wir, eine neue Welt des Friedens und der Freiheit aufzubauen: Wir haben uns engagiert, um eine Wiederkehr dieser unvergleichlichen Verbrechen zu verhindern. Zeitlebens haben wir Zeugnis abgelegt, zeitlebens waren wir darum bemüht, junge Menschen über unsere Erlebnisse und Erfahrungen und deren Ursachen zu informieren.

Gerade deshalb schmerzt und empört es uns sehr, heute feststellen zu müssen: Die Welt hat zu wenig aus unserer Geschichte gelernt. Gerade deshalb müssen Erinnerung und Gedenken weiterhin gleichermaßen Aufgabe der Bürger und der Staaten sein.

Die ehemaligen Lager sind heute steinerne Zeugen: Sie sind Tatorte, internationale Friedhöfe, Museen und Orte des Lernens. Sie sind Beweise gegen Verleugnung und Verharmlosung und müssen auf Dauer erhalten werden. Sie sind Orte der wissenschaftlichen Forschung und des pädagogischen Engagements. Die pädagogische Betreuung der Besucher muss ausreichend gewährleistet sein.

Die unvergleichlichen Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten - erinnert werden muss in diesem Zusammenhang vor allem an den Holocaust - geschahen in deutscher Verantwortung. Deutschland hat viel zur Aufarbeitung seiner Geschichte getan. Wir erwarten, dass die Bundesrepublik und ihre Bürger auch in Zukunft ihrer Verantwortung in besonderem Maße gerecht werden.

Aber auch Europa hat seine Aufgabe: Anstatt unsere Ideale für Demokratie, Frieden, Toleranz, Selbstbestimmung und Menschenrechte durchzusetzen, wird Geschichte nicht selten benutzt, um zwischen Menschen, Gruppen und Völkern Zwietracht zu säen. Wir wenden uns dagegen, dass Schuld gegeneinander aufgerechnet, Erfahrungen von Leid hierarchisiert, Opfer miteinander in Konkurrenz gebracht und historische Phasen miteinander vermischt werden. Daher bekräftigen wir den von der ehemaligen Präsidentin des Europäischen Parlaments und Auschwitz-Überlebenden Simone Veil vor dem Deutschen Bundestag 2004 ausgesprochenen Appell zur Weitergabe der Erinnerung: "Europa sollte seine gemeinsame Vergangenheit als Ganzes kennen und zu ihr stehen, mit allen Licht- und Schattenseiten; jeder Mitgliedstaat sollte um seine Fehler und sein Versagen wissen und sich dazu bekennen, mit seiner eigenen Vergangenheit im Reinen zu sein, um auch mit seinen Nachbarn im Reinen sein zu können."

Unsere Reihen lichten sich. In allen Instanzen unserer Verbände, auf nationaler wie internationaler Ebene, treten Menschen an unsere Seite, um die Erinnerung aufzunehmen: Sie geben uns Vertrauen in die Zukunft, sie setzen unsere Arbeit fort. Der Dialog, der mit uns begonnen wurde, muss mit ihnen fortgeführt werden. Für diese Arbeit benötigen sie die Unterstützung von Staat und Gesellschaft.

Die letzten Augenzeugen wenden sich an Deutschland, an alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft, die menschliche Gabe der Erinnerung und des Gedenkens auch in der Zukunft zu bewahren und zu würdigen. Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollen.

Dies sei unser Vermächtnis.
Berlin, 25. Januar 2009

GrooveX hat gesagt…

zitat: "Ich hatte erwartet, dass sie dem Plenum mal so richtig das Wort zum Sonntag geigt. Stattdessen erzählte sie aus ihren schrecklichen Erlebnissen, die sie in Buchform veröffentlicht hat und lobte abschließend in epischer Breite das neue,demokratische, freiheitliche Deutschland und insbesondere die Bundeskanzlern für ihr "Wir schaffen das". Ich wartete beim TV-Zuschauen ständig auf den kritischen Teil. Wenn ein Mensch, der durch die Hölle der Konzentrationslager gegangen ist, schon einmal das Privileg hat, vor der parlamentarischen Vertretung des Rechtsnachfolgers des deutschen Faschismus zu reden, dann, so meinte ich naiverweise, bitte aber auch die Kontinuität und die aktuelle reale Entwicklung nach rechts erwähnen."

darauf habe ich mich bezogen und mir gesagt, wenn alle anderen cdu/csu-fans sein dürfen, ohne dass man ihnen einen anspruch anders zu sein an die backe klebt, warum dann die frau klüger nicht?

weiter, giordano ist tot. so ist das. leider ist da ne komische polemik. beim kürzlich leider verstorbenen schirrmacher hätte es das nicht gegeben, oder so. welche worte er gefunden hätte, wüssten wir, lebte er noch und wäre er statt frau klüger am pult gestanden.

nein, wir wissen nicht, ob die frau sich hat missbrauchen lassen oder einfach überzeugt von dem mist ist, den sie verzapfte - und nein, als holocaust-überlebende darf sie von diesem mist überzeugt sein. ich kenne menschen türkischer abstammung (oder wie muss man das jetzt richtig ausdrücken), die hier in deutschland leben, als mdb's nen haufen kohle kriegen und ihre landsleute in die pfanne hauen. da hat auch keiner nen anspruch außer, dass sie mit den anderen, den wurzeldeutschen, zusammen etwas zügiger von der bühne verschwinden. verstehst du, was ich meine?

altautonomer hat gesagt…

Nicht erwähnenswert die Realität in Deutschland 2015?: 35 Prozent der befragten Deutschen sagen, daß sie lieber keinen Juden als Nachbarn hatten. Das ist die reale Kontinuität dieses Landes. Da hat gar nichts stattgefunden.

In Lettland, Litauen und Estland leben noch 314 ehemalige jüdische KZ-Häftlinge. Ihnen hat die Bundesregierung jetzt eine Wiedergutmachung angeboten: 150.000 Mark - nicht für jeden, sondern für alle zusammen; zahlbar als monatliche Rente von 40 Mark pro Person.

Frau Klüger war auch Zwangsarbeiterin und ignoriert diese Tatsachen.

Mich ärgert es nun mal, wenn kritische Prominente, die persönlichen Zugang zu politischen Entscheidungsträgern haben, von ihrer Kritik keinen Gebrauich machen. Einziger Lichtblick war im Jahr 2008 Marcel Reich-Ranicki, der den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises zurückgewiesen hat. "Ich nehme diesen Preis nicht an", erklärte der 88-Jährige überraschend vor den geladenen Gästen (darunter auch politische Elite)in Köln. Das Niveau der Veranstaltung sei "empörend" gewesen, begründete Reich-Ranicki die Entscheidung.

GrooveX: Geht doch!

jakebaby hat gesagt…

"35 Prozent der befragten Deutschen sagen, daß sie lieber keinen Juden als Nachbarn haetten."

Ich wollte in Deutschland-2016 auch, auf keinen Fall, keinen Juden als Nachbar.
Gluecklicherweise ist die negativ/positiv reale Chance in Deutschland einen Juden als Nachbar zu haben absolut erfreulicherweise bei 0,25%.
Diesen, nahezu befriedigenden, Zustand haben wir vor Kurzem etabliert. .. Ha, Ha ..

der Doctor hat gesagt…

Die Dame war natürlich handverlesen.Solche Veranstaltungen werden doch sorgfältig geplant, und die würden doch niemanden dort sprechen lassen, der kritisch mit dieser Regierung und dieser Gesellschaft ist, oder auf brennende Asylantenheime und Pogrom-Stimmung beim rechten Mob im Netz hinweist, wie auch das Versagen des schlanken Staates.

wir kennen das noch von der Feier zu 25 Jahren Mauerfall, als Man den elenden Rest eines Liedermachers ,Wolf Biermann ,eingeladen hat, der dann auch, wie beabsichtigt gegen die Linke keifte,wegen der DDR-Vergangenheit,um sich danach von der ehemaligen FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda den Kopf tätscheln zu lassen.

Nein, selbstverständlich war auch das eine Propaganda-Veranstaltung, und da lädt man keine kritischen Geister ein, die einen selber blamieren könnten.

Charlie hat gesagt…

@ Doctor: Wo Du recht hast, hast Du recht. Danke für diese Klarstellung.

jakebaby hat gesagt…

Die schon weiter oben erwaehnte Esther Bejarano waere wohl weniger qualifiziert fuer solch einen Auftritt.
Ich kann immer wieder mitfuehlen, wenn sie trotz ihres klaren Bewusstseins seit '45, diese durchweg verschissenen Entwicklungen Deutschlands schlichtweg nicht wirklich bis so gar nicht verstehen kann. Und im Vergleich hat sie einen absolut daerben Vorsprung von bittersten 35 Jahren. ZB. https://www.youtube.com/watch?v=hguRu_lKeUQ

Zeitgleich moechte zB. eine haessliche NaziStoerchin unter anderen auch Frauen und Kinder an den deutschen Grenzen abknallen, was wiederum dazu fuehrt, dass ihre Nazi-Partei in Umfragewerten auf Landes/Bundes-Ebene weiterhin steigt. http://tammox2.blogspot.com/2016/01/christliche-nachstenliebe-teil-ii.html

Nett, wie Tammox nunmal ist, weist er abschliessend darauf hin, dass man diese braune Schlampe(diese Bezeichnung stammt nicht vom Tammox) doch bitte nicht in Sippnhaft fuer ihren Naziopa nehmen sollte. https://en.wikipedia.org/wiki/Lutz_Graf_Schwerin_von_Krosigk

NaziGen, welch epidemischer Aktivierung Deutschland gerade Zeuge wird, ist wohl passender. Ebenso passend die liebliche Fuersorge die selbst boesartigsten Nazis zuteil wurde und weiterhin wird, da, nur eines von unzaehligen Beispielen, Storchs Opa gerademal 2 Jahre Knast genoss. ... Ach wie schoen! ... Nazischwein moecht man gern gewesen sein ... gluecklicher Lebensabend ... keinerlei Reue ...... etc.

Scheiss Deutschland ... (n)Immer wieder ... Wehret nicht den Anfaengen .. von Anfang an ...

Gruss
Jake






Charlie hat gesagt…

@ Jake: Das Problem betrifft, wie bereits angedeutet, nicht allein Deutschland. Dein Fazit müsste also korrekt heißen: "Scheiß Planet".

Liebe Grüße!

jakebaby hat gesagt…

Charlie,

Das musst du mir nicht erklaeren. ...
Mein rauemlicher Abstand von Deutschland laesst wohl meine Einschaetzung, jetzt mal nur bezueglich Deutschland, der krassen Nazifizierung etwas drastischer eindruecken.
Ich merk das immer wieder, wenn ich mich direkt mit Leuten unterhalte und selbst unter den heutigen Zustaenden die gleiche ignorierende Sosse, wie zB. -So schlimm isses nun auch wieder nicht-, wie schon die letzten 4 Jahrzehnte, serviert bekomme.
Was ein daemliches Volk koennte ich meinen. ... Ist aber die schleichende An/Gewohnheit vorort.
Die epidemische Dumpfheit der Masse unterliegt einer gewohnt gezielten Anpassung widrigster Zustaende. Kritische Ausnahmen dieser Regel braucht man kaum bekaempfen, das tut die indoktrinierte Masse automatisch.

Wen willst du denn ansonsten noch 'bekaempfen, wenn zB. eine haessliche Nazischlampe oeffentlich erklaert, unter anderen auch fluechtende Frauen&Kinder an deutschen Grenzen abzuknallen und die darauffolgende Kritik, erfolgreich, als politisch motivierte Schmierkampagne gegen ihren Dreck diffamiert ... deren 'Partei? auf landes/bundes Ebene zwischen 10-15% rangiert. .....

"Mein Fazit müsste also korrekt heißen: "Scheiß Planet". Ja, sicherlich auch, aber deine/etc. Aufgabe waere es sicherlich auch, vor allem diese Naziseuche in Deutschland unablaessig zu bekaempfen. (was du auch tust)
Und dazu wuerde dir nicht mal viel Glueck helfen! ... subjektiv aus meiner Sicht ..
objektiv nach den anstehenden Wahlen ... usw.
Anhand der ausgiebig verschissenen Verauesserungen dieser braunen Penner, sollte deren einfach begruendeter Abschied nur allzu einfachst erscheinen. ... Isser aber nich! ... was mich schon seit Langem zu der Feststellung zwingt "Was so alles geht in Deutschland" .. anderswo.

Viel Spass noch, und ja, ich wohne im Land der unbegrenzten Unmoeglichkeiten und auch hier ist staendiger Spass absolut garantiert.


Charlie hat gesagt…

@ Jake: Ich hoffe mal, dass Du dich nicht auf den Schlips, den Du wohl ohnehin nie trägst, getreten fühlst: Natürlich ist die braune Soße gerade in Deutschland ganz besonders widerlich, gerade auch wegen des ausbleibenden Aufschreis darüber. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es heuer noch einmal schwieriger geworden ist, einen Hort der Zuflucht auszumachen. Schon vor 80 Jahren war das alles andere als einfach, wie das unten angefügte Gedicht illustriert, aber heute fällt mir in der Tat kein einziger Ort mehr ein, der einem von faschistischer Verfolgung bedrohten Menschen zuverlässig Asyl böte. Mehr wollte ich dazu gar nicht anmerken.

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Trübes Lied
[oder: Wohin soll man flüchten?]

Herr, wissen Sie einen Ort auf der Welt,
wohin Sie gern führen, wo's Ihnen gefällt?
Ich selbst muss die Frage verneinen:
ich weiß nämlich leider keinen -

Bei uns ist überall Elend und Not,
man redet, verleumdet und schießt sich tot;
statt Silberstreif-Horizonten
grün-rot-braun-eiserne Fronten!

In Amerika gibt's keinen Alkohol,
in Indien fühlt man sich auch nicht wohl,
und China und Japan bereiten
sich vor zu "großen Zeiten".

In Spanien ist immer noch Revolution,
in Polen hängt man dich auf als Spion -
und wo die Gewehre nicht knallen,
hört man die Währungen fallen.

Am liebsten führ' man nach Afrika,
doch leider sind nur noch Filmleute da,
die alles niedermähen,
um einen Kulturfilm zu drehen.

Auch die Südsee war schön. Doch gerade zur Zeit
treten dort Vulkane in Tätigkeit.
Weshalb ich abends oft bete:
Herr, schenk' uns die Mondrakete!

-- Na und? Dann wäre sofort der Mond
von Kapital-Flüchtlingen bewohnt
und man träfe am Ende der Mondfahrt
womöglich grad Herrn von Gontard -

Groß war die Welt und schön war die Welt,
bis der Mensch sie verkleinert und bös entstellt!
Man kann nur auf geistigen Gleisen
per Alkohol flüchtend verreisen ---

(Karl Kinndt alias Reinhard Koester [1885-1956], in "Simplicissimus", Heft 45 vom 08.02.1932)

jakebaby hat gesagt…

Dieserlei Lieder, Gedichte, etc. waren nie meine Sache.(bildungsphobider Volksschueler:) Ich las/lese auch keine Buecher.
Mein Opa hat in meiner Kindheit stundenlang Gedichte/Geschichten frei in wunderbarer Betonung, Ausdruck und Mimik zum besten gegeben und konnte auch noch singen wie eine Lerche. Was war ich immer fasziniert und er war auch ansonsten einer der feinsten Menschen die ich kennen durfte.

Das naechste Mal, mit derlei Lyrik .. konfrontiert, war dann wohl beim Charlie und dieserart ist immer so erquickend, da Alles schon immer nahezu identisch ebenso beschissen war wie heute und man eh schon begrabene Hoffnung, bestaetigt, nicht mehr zu Grabe tragen muss.

Was das truebe Lied angeht, erinnert es mich an meinen abgewaschenen Spruch, wenn mich mal wieder jemand fragt, wo ich denn gerne leben wuerde. "Auf einem anderen Planeten, wo's schoener und besser ist. Aber die nehmen keine Menschen. Unzaehlige Antraege stehen dafuer Beweis ...."

Ich hoere mich als mal gleichgueltig, abgestumpft und know it all an. Mit meinem Schlimmer geht Immer. Hab ichs nicht schon immer gesagt, .. was in Deutschland nicht immer schon alles geht .. kommen sehn ... blabla.
Das ist alles nur ne Maske um nicht naeher auf Dinge eingehen zu muessen/wollen, da mir durch verbale Zurueckhaltungen, nach der Haupt, schon die Hodenbehaarung ausgeht, grau isse eh schon ... oh Pot, bin ich schon so alt?

Diesbezueglich muesste ich nach Hoffnung meinen Zorn und somit auch mein addiktives Interesse zu Grabe tragen. Viele der alten Recken wuerden wohl noch ein paar mal leichtbitter sterben, im Bewusstsein, dass nach ihnen, ueber Generationen und weiterhin, diese missgebuertig gleiche Scheisse am wueten ist.
Wissen ist nicht Macht .. es macht kaputt.

Schlips? nooee, Krawatte. Geht ordentlich gebunden bis untern Nabel und laueft unter der Modelreihe Bart. Und auch da kannste, logischerweise, nicht drauftreten. ... ich wohne rund 8000 Kilometer suedwestlich von dir ?????

Gruss
Jake

PS. Wurde das Truebe Lied schon mal gecovert? Wenn nicht warum nicht ... natuerlich in Deathmetal! ...