Donnerstag, 12. April 2012

Zitat des Tages: Stellenjagd

Was hab' ich nicht alles schon probiert:
jeden Morgen die Arbeits-Annoncen studiert.
Ich stehe um fünf Uhr auf, um der erste zu sein,
aber nie bin ich allein.

Ich notiere schnell und laufe im Trab
auch die entferntesten Stellen ab.
Freilich, mein Äußeres ist nicht mehr repräsentativ -
die Absätze sind schief,
und jung bin ich auch nicht mehr.
Mit leerem Magen fällt Haltung schwer.

Wenn ich Adressen zu schreiben bekäme,
ich machte es billig.
Wenn man mich wo als Ausgeher nähme,
ich liefe willig.

Ich war einmal Bürochef in erster Firma
und sah dazumal bessere Zeit;
meine Frau stammt aus gutem Haus und heißt Irma,
nun geht es ihr schlecht, und das tut mir leid.

Die wertvollen Sachen sind im Pfandhaus verfallen.
Die Halsabschneider haben uns längst in den Krallen.

Zum Glück gibt das Wohlfahrtsamt jetzt Kohlen und Holz,
damit unser Hunger nicht friert.
Früher hätten wir uns der milden Gaben geniert,
aber Not kennt keinen Stolz.

Die Buben sollten aufs Gymnasium gehn -
das ist nun aus.
Ich weiß nur eines bestimmt, wir sehn
uns nicht mehr hinaus.

Neulich fuhr mein Abbaudirektor vorbei,
er lehnte im Auto in molligen Polsterkissen.
Zwischen ihm und mir steht mein christlich' Gewissen
und schließlich - die Polizei.

(Julius Zerfaß [1886-1956], in "Simplicissimus", Heft 46 vom 09.02.1931)

---

Heilmittel


"Sehnse, Gnädige, in 'nem neuen Krieg die Arbeitslosen wieder so'n bisschen vor Verdun geführt, und sie wären wenigstens in Ehren weg!"

(Zeichnung von Erich Schilling [1885-1945], in "Simplicissimus", Heft 48 vom 23.02.1931)

Anmerkung: Der Zeichner Erich Schilling gehörte - ganz im Gegensatz zum Dichter Julius Zerfaß - zu den schmierigen Zeitgenossen, die nach der Übergabe der Macht an die Nazis im Jahre 1933 von ehemals "scharfen Gegnern" zu "glühenden Verehrern" der braunen Terrorbande avancierten. Ist es legitim, Werke dieses schäbigen Opportunisten aus der Zeit vor 1933 trotzdem zu würdigen - was meint Ihr? Ich bin unschlüssig.

Kommentare:

Darkmoon hat gesagt…

Erstmal zum Gedicht: Ich hab´s ja nicht so my Lyrik, finde dieses Gedicht aber ziemlich treffend, deprimierend und den Schluss sogar etwas lustig. Allerdings zeigt es auch in aller Deutlichkeit, wie sehr Menschen sich in diesem System prostituieren müssen und dies schlicht nicht in Frage stellen. Wenn man nichts mehr zu essen hat, ist es aber auch schwierig, siw Systemfrage zu stellen.

Und zu diesem erst sozialkritischen, dann faschistischen Herrn Schilling: Mit dem Wissen bleibt da schon ein komisches Gefühl zurück, wenn man sich dessen Bilder ansieht. Das, was er da in der Karikatur aufs Korn nimmt, haben die Nazis ja ein paar Jahre später tatsächlich in die Tat umgesetzt. Und wenn ich bei Wikipedia sogar lese: "Schilling beging Selbstmord, als sich die US-amerikanischen Truppen Gauting näherten.", dann muss er ja entweder ein zutiefst überzeugter Nazi gewesen sein - oder er hat in der Nazi-Zeit so schlimme Dinge getan/angerichtet, dass er Angst vor den Amis bzw. vor den zu erwartenden Konsequenzen bekommen hat.

Ich verstehe deine Unschlüssigkeit. Das ist ein besonderer Fall ... ich weiß da auch keine Lösung, die alle glücklich machen könnte. Totgeschwiegen oder ignoriert wird er ja bereits - ich hatte den Namen zuvor noch nie gehört und auch der Wiki-Eintrag ist ja extrem dürftig. Dass der Mann aber tolle Bilder gemalt hat, hab ich hier im Blog schon einige Male gesehen.

Mich würden auch noch weitere Meinungen dazu interessieren. Ich schwanke ebenso wie du.

Anabelle hat gesagt…

Dazu gäbe es ne Menge zu sagen! Das Gedicht ist einerseits klasse, andererseits tatsächlich ein Zeugnis des allgegenwärtigen "Zwangs zur Prostitution", wie du das im nächsten Post formuliert hast. Im heutigen Sprachnebel nennt man das "Wettbewerb". Dass die egoistische Sorge, stets "der Erste" sein zu wollen, natürlich zwangsläufig jede Menge Verlierer produziert, kommt anscheinend niemandem mehr in den Sinn.

Auch der Protagonist des Gedichts folgt ja in allen Belangen dem kapitalistischen Verwertungs- und Klassendenken - man will für sich selbst und die Familie nur das Beste - und dieser "Weg nach oben" führt eben zwangsläufig dazu, dass die "Konkurrenz" ausgestochen und abgehängt werden muss. Nun ist der Protagonist selber der Abgehängte und merkt es nicht einmal. Insofern ist das Gedicht schon genial. Denn als einzigen Ausweg aus diesem Status des Verlierertums im kapitalistischen Wettbewerb sieht der erzählende Verlierer die - vorerst noch gebändigte - Gewalt. Den Zeilen wohnt aber schon die mehr als deutliche Drohung inne, dass diese Bändigung nicht mehr allzu lange andauern wird bzw. kann.

Das ist wieder ein Text, den ich nur allzu gern für meinen Unterricht verwenden werde .... vielen, vielen Dank, Charlie, dass du ihn ausgegraben hast!

Ich finde auch die Kombination mit dieser Schilling-Zeichnung extrem aussagekräftig, weswegen ich sehr gut nachvollziehen kann, dass die späteren Verfehlungen des Zeichners nicht zu seiner Disqualifizierung geführt haben. Es ist gut, dass du auf Schillings unrühmliche Wandlung hingewiesen hast, aber ich denke, es ist vertretbar, dieses gezeichnete Elitegesindel zu zeigen, das sich in Kriegsspielen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ergeht.

Abgesehen davon würde mich die Lebensgeschichte, die Denkwelt und die Beweggründe des Erich Schilling interessieren. Weiß jemand, wo ich mehr Informationen darüber bekommen kann? Meine erste (kurze) Netzsuche hat nichts Brauchbares ergeben.

Charlie hat gesagt…

@ Darkmoon: Ich hoffe, dass sich noch weitere LeserInnen dazu äußern werden.

@ Annabelle: Über Schilling habe ich auch nur herzlich wenige Informationen finden können. Falls Du fündig wirst und weitere Quellen ausmachst, sag mir doch bitte kurz Bescheid, ok? Vielen Dank!

Zonk hat gesagt…

Nettes Gedicht, nettes Bild, aber Nazis sollten geächtet werden. Wer sich erst scheinbar kritisch gibt und dann den Schlächtern in den Arsch kriecht soll auch genau dort bleiben. Meine Meinung.

jakebaby hat gesagt…

Ich hab jetzt auch ein wenig gesucht, war zB. auf diversen 'Kunstseiten welche auch Biographien diverser Kuenstler anbieten und brauchte mich bisher nicht einloggen, da unter Biographie-Schilling ein NO steht.
Kurze Beschreibungen matchen den oberflaechlichen Wiki-Eintrag: "Gut, Scharf, Umgekippt, Selbstmord" .....

Da bleibt mir soweit auch nur die Spekulation und darauf mag ich im Grunde verzichten, .. selbst, da ich ein uebertreibend untergebildet glossischer Prolemist bin, folgere ich meine Meinungen .. etc. lieber auf Fakten-welche fuer Andere widerum Wahrheit oder Luege darstellen und nur einen Teil unterschiedlichst kontroverser 'Wahrheiten interpretieren.

Gerade eben gab, gibt und wird es immer unzaehlige Millionen Schillings geben, welche aus den unterschiedlichsten, un/bewussten Beweggruenden allerlei Scheisse Folge leisten.

Sollte ich die individuelle, unendliche Vielfalt der Moeglichkeiten Dessen versuchen aufzuzaehlen?
Meine paar Einstellungen/Prinzipien finden auf diesem Planeten, auf tendenziell faschistisch/religioeser Basis nur ein paar Milliarden Kollektive, welche mich am liebsten entsorgen wuerden!
Auch wenn ich Sie nicht auszustehen vermag, wuerde ich sie allesamt liebevoll? auf die Backe kuessen, um auch nur einen positiven Punkt zu machen. NOT Possible!!

Schillings Selbstmord begann '33 .
Aus welchen Beweggruenden auch immer, realisierte er, unweigerlich kommend, zu spaet, was er schon seit '33 wusste(wissen musste).
Waere er einigen seiner Kollegen, gemaess seiner grundlegenden Einstellungen zu den 'Nazis ins Exil gefolgt, waere er mit einem zufriedenen Laecheln natuerlich verstorben.
Darauffolgend waere sein Wiki-Eintrag/Biographie wesentlich umfangreicher/positiver.

Ihr habt gefragt.
Und fuer mich werden, die heutig/gestrigen Parallelen beschreibend, zunehmend ermuedend.

Gerald45 hat gesagt…

Ermüdend? Das kann ich aber gar nicht nachvollziehen. Ich finde diese Reihe der Parallelen zwischen dem Ende der Weimarer Republik und heute höchst interessant (und beängstigend), und ich hoffe, daß ich da noch mehr zu lesen und zu sehen bekomme.

Zu Schilling habe ich mich auch mal ein wenig umgesehen, ohne großen Erfolg. Als einzige nennenswerte Veröffentlichung bin ich nur auf die auch bei Wikipedia erwähnte Dissertation gestoßen, die es in Buchform gibt: Ulrich Appel: "Satire als Zeitdokument. Der Zeichner Erich Schilling", Bonn 1995. Leider ist das Buch nicht lieferbar - allerdings gibt es in diversen Antiquariaten noch Ausgaben (die allerdings mit 80 Euro plus Versand ziemlich teuer sind - das Buch ist mit 759 Seiten aber auch ziemlich dick und wird vermutlich viele Farbdrucke von Werken Schillings enthalten). Es gibt sicher auch noch Ausgaben in diversen Bibliotheken, die man sich ausleihen kann. In der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn ist das Buch jedenfalls vorhanden - dort kann man es aber nur vor Ort im Lesesaal einsehen (und wohl auch fotokopieren oder scannen).

Zum Thema an sich: Wenn der Hinweis, das der Künstler nach 1933 zu den Terroristen übergelaufen ist, genannt wird, sehe ich keine Probleme, die früheren kritischen Werke auch heute noch anzusehen. Es ist tatsächlich davon auszugehen, dass es auch heute wieder solche Menschen geben wird und auch längst wieder gegeben hat. Insofern kann das also sogar nützlich sein.

jakebaby hat gesagt…

"Ermüdend? ... und Das kannst du aber gar nicht nachvollziehen.?

Klar, wenn du isoliert, ueber die Parallelen seit Weimar und Jetzt entzueckt bist, kann ich das durchaus verstehen.
Global, seit dem ersten kapitalistischen Knueppel der Steinzeit lief es aber nie Anders.

Alle, sogenannte (Hoch?)&andere Kulturen sind einzig und alleine an dieser Art Entwicklungen gescheitert, und ihre Entstehung, Sein und Ende waren immer mit einer Unmenge Opfer in jeglichst grausamster Kategorie gepflastert.

Wiederholung der Geschichte hoert man in zig1000fachem Echo. Ich nenne es Kontinuitaet.
"Wie weit denn Das Alles noch gehen soll?" hoere ich so Viele, wohl kaum begreifen wollend, wie weit denn Alles durchweg Geht.
Eine Milliarde Hungernde. Insgesamt ueber 3 Milliarden Menschen, denen Harz4 wie das Paradies erscheinen wuerde .. und jeder H4ler ist schon einer zuviel ... blabla
Nahezu rasend Alles kontinuierlich Verschlechternd und nicht auch nur annaehernd ein Lichtlein am Ende dieses ewigen Tunnels auszumachen.

Und du stellst meine Ermuedung in Frage?
Vielleicht fragst du mich nach einer Loesung und auch dazu muss ich ermuedet abwinken.
Pain!

Gruss
Jake

Charlie hat gesagt…

Da sind wir wieder bei der alten Frage, lieber Jake, ob Resignation die einzige logische Konsequenz aus diesem Höllenpfuhl sein kann - oder nicht. Die Frage muss und soll aber doch jeder für sich selbst beantworten - ich befinde mich z.B. (wie Du wahrscheinlich weißt) seit Jahren in einem irren Wechselbad zwischen immer wiederkehrender Hoffnung und einem niederschmetternden Realismus, der mir klipp und klar sagt, dass es kein Entrinnen aus diesem von Menschen gemachten Horrorszenario gibt.

Wenn ich "klare" Momente habe, sehe ich ein, dass die Menschheit in der derzeitigen, seit Jahrhunderten verankerten Form nur eine üble Hauterkrankung des Planeten ist und zwangsläufig verschwinden muss. Wenn ich hingegen "visionäre" Momente habe und darüber lese und sinniere, was alles möglich wäre, ändert sich das immer wieder.

Ermüdend finde ich das bislang noch nicht. Es mag sein, dass ich irgendwann an diesen Punkt gelange - aber noch ist er nicht erreicht. Ich schrieb das schon einmal: Auch meine Kinder müssen irgendwann in dieser unerträglichen Welt leben, wenn ich längst zu Staub zerfallen bin. Allein das verpflichtet mich doch schon dazu, einen letzten Rest Optimismus zu bewahren - auch gegen alle perverse Realitäten.

Auch wenn das ehemalige Nachrichtenmagazin schon die Trommel rührt: Noch ist die Zeit des Selbstmordes nicht gekommen. Ganz im Gegenteil. Noch besteht die Möglichkeit, den habgierigen Egomanen und Aposteln der "Eigenverantwortung" und Selbstbereicherung die rote Karte zu zeigen und einen anderen Weg zu gehen.

jakebaby hat gesagt…

Den Planeten interessiert das nicht mal ein Hauefchen Scheiss!
Der hatte die letzten (nach menschlichen Angaben) 4,5 Milliarden Jahre mit wesentlich heftigeren 'Katastroephchen zum tun und wird (nach menschlichen Angaben) auch die naechsten 4,5 Milliarden Jahre weiterhin keinen Scheiss auf Nix geben!!
Dazwischen ist die mikroskopische Sekunde Mensch wohl kaum mehr wie ein fluechtiges Kratzen zum Arschjucken.

Resignation? ... Die stuende mir zur freien Auswahl. Wann immer ich Muede bin, Schlafe ich. Ich Esse und Trinke wenn Hungrig und Durstig. Und auch ansonsten gehts mir Gut.
Resignieren/Ermueden ist ein staendiges Up&Down welches ich mir, je nach Input&Gemuetslage, leisten kann.

Milliarden zwischen Hunger & ...... besitzen, unter Anderem, den Luxus dieser Wahl nicht.
Die befinden sich Jenseits von Resignation/Ermuedung in einer mental/physischen Depression die ihnen fuer Nichts Spielraum laesst. Und es werden staendig Mehr und dass Soll So sein.
Ich befasse mich damit, ermuede darueber, ... and back, .... Warum eigentlich?, werde ich gelegentlich gefragt. .. Dir gehts doch gut ...
Ja, warum dann eigentlich?

Ich sitze auf der Spitze dieses Eisbergs und wuerde Ihn so gerne schmelzen.
Soviele Bohnen kann ich nicht essen .....


Gruss
Jake

Charlie hat gesagt…

Eben das meine ich, Jake: Es gibt gar nicht soooo furchtbar wenige, die jenen Eisberg ebenso gerne schmelzen lassen würden. Es werden gerade mal wieder immer mehr. Wenn es gelänge, dieses anschwellende Protestpotenzial zu organisieren (und zwar richtig und nicht so larifari wie bei Occupy), könnte es diesmal vielleicht nicht in einer großen Katastrophe enden. Die Chance ist klein, keine Frage, aber sie ist meines Erachtens (noch) vorhanden.

Deshalb ist es mir ein so dringendes Anliegen, immer wieder und auch in Details darauf hinzuweisen, wie die letzte große Katastrophe des Kapitalismus abgelaufen ist. Ebenso wichtig finde ich auch, den Menschen immer wieder vor Augen zu führen, dass die Zeit des "Wirtschaftswunders" nach dem 2. Weltkrieg bis hinein in die 70er Jahre keineswehs das "Paradies" war, zu dem es heute immer wieder verklärt wird. Für einen erheblichen Teil des Globus, besonders in Afrika, Südamerika und Asien, bedeutete dieses "Wirtschaftswunder" ebenfalls Hunger, Verelendung, Tod und Krieg. Es gibt keinen "guten Kapitalismus" und auch keine "guten Phasen" darin. Eine Mehrheit ist immer die Verliererarmee. Je schneller die Sxponentialkurve ansteigt, desto mehr Menschen gehören zu den Verlierern (das erleben wir aktuell). Dann dauert es nicht mehr lang, bis das gesamte System implodieren muss.

Wenn ich das so lese: Ich habe das schon vor Jahrzehnten im Soziologieunterricht gelernt ...

Viele Grüße!
Charlie

jakebaby hat gesagt…

"Wenn ich das so lese: Ich habe das schon vor Jahrzehnten im Soziologieunterricht gelernt ..."

Dankeschoen :-) Soziologieunterricht hat bis zum Ende meines schaebigen Hauptschulabschluss nicht mal existiert. aSoziologisch hab ich(berechtigt'verdient?) ne knappe Handvoll Lehrer(zwischen'72-75) verpruegelt.


"Es gibt gar nicht soooo furchtbar wenige, die jenen Eisberg ebenso gerne schmelzen lassen würden."
Dessen bin ich mir absolut bewusst. Ist aber zu oberflaechlich!
Ja, ich kann heute jeden Hinz&Kunz in nahezu allen sozial'gesellschaftlichen Schichten nach seiner Meinung ueber Politiker & ihre Politik fragen, ueber Wirtschaft/Industrie & Deren Wirtschaften, ...etc.
Der einstimmig, vollautomatisierte SingSang lautet: "Die Luegen/Bertruegen doch Alle" ... "Die machen doch ehh was Sie wollen" ... etc. .....(Waehlen ist ne feine Sache:)

Gefuehlte 99,9% 'Derer, sind sich offensichtlichst der Tragweite ihrer vollautomatisierten, und durchaus realberechtigten Anschuldigungen, in keinster Weise bewusst. Ein kollektiv, vollkommen abgestumpfter VolksMund.

Zumeist bewiesen durch die letztendliche Aussage nach den realberechtigten Anschuldigungen: "Da kannst du doch ehh Nichts machen" ..... ("Die machen doch ehh was Sie wollen")

Solange da Niemand ist, der auf hoechstmoeglicher Ebene mal ununterbrochen Klartext spricht, wird sich daran Nichts aendern. Kleinvieh, wie du & soviele Andere bringt auch Mist. Damit zaehlt Ihr zu den 0,1%


Vor 30 Jahren habe ich meine bis dahin stetig ansteigende Interesse an Politik&Co bergraben.
Ausser 'Alles Scheisse' ging ich nicht mehr naeher auf politische Argumentation ein, welches mir immer wieder als vollkommen undefiniert antipositiv ... zur Last gelegt wurde.
Das war diesem ... Kohl zu verdanken, der da ca. 15 Kilometer ueberm Rhein von Mir wohnte, lokal unterwegs war, und mir mit seinem "Isch will Bundeskanzla waerre" nahezu die Freudentraenen in die Aueglein trieb, da ich beruhigt davon ueberzeugt war, dass solch eine stupide Birne niemals Nicht Bundeskanzler oder auch nur Sonstirgendwas werden koenne!!
'Danach' stellte sich bei mir ein einziges Grundprinzip ein. "Ab Kohl ist absolut jeglichste Scheisse moeglich" .... "Alles Scheisse" ...

Ich las keine Zeitung mehr, Nachrichten wurden mir zum nahezu zynischen Greuel, ....
Ich registrierte nur noch, zumeist bestaetigt/wohlwollend die jeweilig negativen Entwicklungen.

2004 haben mich dann diverse Leute/Freunde genoetigt (alleine zur kommunikativen Vereinfachung) etc. .. Online zu gehen.
Manche stopften mich mit 'politischen Artikeln, und das Einzige was ich daraus lernte war, Dass im Detail Alles noch Uebler war wie mein bisheriges "Alles Scheisse"
'Ueberbestaetigung' ... und das vermochte nur ein bisschen mehr zu Meinen!
Und zwischendurch fuehlt es sich nicht mal mehr gut an immer nur recht zu haben, da ich schlichtweg gemuetlich/faul und staendig realbewusstbestaetigt immer wieder das Uebelstmoegliche voraussetze.(welches dann auch eintrifft)!! (mit & ohne Wissen)

Kein Wunder, wenn schon ca. 600 von ca. 600 Bundestagsabgeordneten diesen laestig politischen Job nur als gelegene Spesendeckung&Co kassieren und diverse Vollzeitneben/haupt-Jobs als demokratisches Recht formulieren.

jakebaby hat gesagt…

Wo war ich eigentlich stehengeblieben? ... Genau, "Alles Scheisse"
Die verkehrte Ironie ist, dass gerade diese Leute, welche mich in diese verschissene Info-Sucht noetigten, inzwischen Allesamt absprangen, mir jetzt, letzendlich definierend, den Austieg nahelegen, da das ja ehh keinen Sinn macht ... Pots honest Truth!
Und anhand der stetig beschissenen Enwicklungen kann ich Sie durchaus verstehen, wobei ich keine Gelegenheit vermisse ihnen zu sagen, wie sehr ich sie 'hasse, mich in diese Info-Sucht getrieben zu haben.

Soweit ist "Wissen ist Macht" .. my Ass!
"Wissen ist Pain" trifft wohl eher zu.
Und wenn man die Pain dieses bekloppten GewohnheitsTiers Mensch zum zig'wiederholten Male zu weit streched, wird es letzendlich so Blutig wie schon Immer zuvor.
Peace sells ... ,but Whos Buying? (Can You put a Price on Peace?)


Gruss
Jake
Wo war ich eigentlich stehengeblieben? ... Genau, "Alles Scheisse"
Die verkehrte Ironie ist, dass gerade diese Leute, welche mich in diese verschissene Info-Sucht noetigten, inzwischen Allesamt absprangen, mir jetzt, letzendlich definierend, den Austieg nahelegen, da das ja ehh keinen Sinn macht ... Pots honest Truth!
Und anhand der stetig beschissenen Enwicklungen kann ich Sie durchaus verstehen, wobei ich keine Gelegenheit vermisse ihnen zu sagen, wie sehr ich sie 'hasse, mich in diese Info-Sucht getrieben zu haben.

Soweit ist "Wissen ist Macht" .. my Ass!
"Wissen ist Pain" trifft wohl eher zu.
Und wenn man die Pain dieses bekloppten GewohnheitsTiers Mensch zum zig'wiederholten Male zu weit streched, wird es letzendlich so Blutig wie schon Immer zuvor.
Peace sells ... ,but Whos Buying? (Can You put a Price on Peace?)


Gruss
Jake

Charlie hat gesagt…

@ Jake:

"Solange da Niemand ist, der auf hoechstmoeglicher Ebene mal ununterbrochen Klartext spricht, wird sich daran Nichts aendern."

So hat "das gemeine Volk" aber auch damals schon gedacht bzw. es wurde dazu gebracht, so zu denken - und dam kam tatsächlich einer, der vermeintlich "Klartext" geredet und die Massen begeistert hat. Allerspätestens seit Hitler wissen wir, wie gefährlich eine solche Haltung ist.

Danke für den kleinen Einblick in Deinen politischen Werdegang - ich finde, Deine Freunde haben das genau richtig gemacht. Wissen ist nicht nur Schmerz - Wissen kann unerhörte Prozesse in Gang bringen, und jeder informierte Mensch ist mir tausendmal lieber als ein desinformierter. Es ist wie im Film "Matrix": Wenn man sich entscheidet aufzuwachen, stellt man natürlich fest, dass die Realität weitaus hässlicher ist als die Welt, die man vorher für real gehalten hat. Trotzdem würde doch wohl niemand dem Helden raten, lieber in der Matrix zu verbleiben, oder?

Peace doesn't have to sell - it just works. Forget selling and buying, forget money. :-)

Gerald45 hat gesagt…

Siehe dazu auch Wolfgang Liebs geistreichen Aufsatz:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=12934

jakebaby hat gesagt…

"Allerspätestens seit Hitler wissen wir, ..."

Ich hatte mir schon gedacht dass Sowas kommt.
Ich gehe natuerlich nicht von irgendwas HitlerAehnlichem aus, auch wenn ich es anhand der allgemein trendigen Entwicklungen durchaus wieder aehnlich fuer moeglich halte. Schnittpunkte sind ja schon einige vorhanden.

Ich gehe mal wieder davon aus, dass du weisst auf was ich ausgehe.