Freitag, 28. September 2012

Georg Schramm: "Was machen eigentlich die Taliban?"


"Ich bin nicht die Therapie, ich bin der Schmerz." / Im Gespräch – mit Georg Schramm

(...) Einer der unvergesslichsten Sätze des deutschen Kabaretts der vergangenen Jahrzehnte stammt von Dieter Hildebrandt, der auf die Frage, was er denn bewirkt habe, mal geantwortet hat: "Kein deutsches Atomkraftwerk ist ohne unseren Protest ans Netz gegangen!" Kabarett allein verhindert nichts. Es sind Ereignisse wie Fukushima, die die Verhältnisse aufmischen und etwa den ersten grünen Ministerpräsidenten der Bundesrepublik ermöglichen. Ausgerechnet in Baden-Württemberg, wo das persönliche Eigentumsrecht der CDU an der politischen Macht quasi Verfassungsrang hatte. Ich will jetzt überhaupt nicht zynisch erscheinen, aber muss man sich mehr solche Gaus nicht geradezu wünschen? Oder anders gefragt: Geht es Ihnen nicht auch manchmal so, wenn Sie eine Zusammenballung von Verantwortungsträgern der politischen und wirtschaftlichen Klasse sehen, Davos wurde schon erwähnt, dass Sie sich fragen: Was machen eigentlich die Taliban?

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Anmerkung: Dieses ausführliche und wieder einmal äußerst pointierte Interview mit Georg Schramm illustriert deutlich, wie sehr der Mann (nicht nur) in der "Anstalt" vermisst wird. Ich frage mich außerdem, ob es tatsächlich seine eigene Entscheidung war bzw. ist, dass er momentan im TV überhaupt nicht vorkommt.

In jedem Falle sind die Ausführungen Schramms wie immer sehr lesens- und empfehlenswert - wer das Interview noch nicht gelesen hat, sollte die paar Minuten unbedingt investieren.


Kommentare:

Anabelle hat gesagt…

Lothar Dombrowski fehlt mir wirklich sehr! Der Mann gehört nach wie vor in die 20-Uhr-Tagesschau, um das dortige Geseiere der Polit- und Medien-Clowns angemessen zu kommentieren.

Charlie hat gesagt…

Schlag das doch mal den Programmverantwortlichen der ARD vor, Anabelle ... ich bin sicher, die werden begeistert in die Hände klatschen und Dir den Grimme-Preis verleihen. ;-)