Freitag, 23. Dezember 2011

Schmicklers Weihnachtsansprache

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo,

als ich diese aus dem Hause des neoliberalen Bubi-Milchgesichtes Rösler geschaltete Anzeige gesehen habe, da haben mich so schreckliche Gefühle befallen, die kann ich gar nicht beschreiben! Diese perverse neoliberale Bande bringt damit UNVERHOHLEN und OHNE JEDE SCHAM eine Menschenverachtung und einen Zynismus zum Ausdruck, den man einfach nicht mehr fassen kann! Abgebildet ein Junggesicht, dem man seine brutal-prekäre Lebenslage sofort ansieht, verbunden mit der Aussage, so viele Menschen wie noch nie seien in unserem Staate in Arbeit und dann diese bodenlose Frechheit eines 'Danke Deutschland'. Den Rest geben einem dann die Worte Wirtschaft, Wachstum und Wohlstand!

Ja, was soll man zu der Perversion solcher Propaganda noch sagen! Das ist eine hochgefährliche Form neoliberaler Irreführung und Gehirnwäsche! Ich empfinde es als eine unüberbietbare Form an Entwürdigung, Demütigung und grenzenloser Menschenverachtung gegenüber Millionen von Menschen, die unter elenden, menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen zu Ausbeuterlöhnen täglich in höchster Verzweiflung und unter Zwang und Druck den nackten Überlebenskampf kämpfen!

Ich denke, die neoliberalen Krieger, deren Charakter wohl so deformiert ist, dass sie gar nicht mehr spüren, wie sie in ihrer archaischen, seelenlosen Killermentalität ihre abnorme Ideologie tagtäglich an der Welt vollziehen, sitzen beim Entwerfen solcher Anzeigen wohl LACHEND in ihren warmen Bürotürmchen und halten sich ihre mit Schnittchen verfressenen Bäuche und Ergehen sich in ihrer Verachtung für die, die sie knechten.

ES IST EINFACH NUR ZUM KOTZEN!!!

Nun, diese Anzeige ist u. a. ja auch in der Süddeutschen Zeitung erschienen, die immer mehr Gefallen an der Hetze gegen Hartz IV-Empfänger und andere nicht dem Herrenmenschenbild der herrschenden neoliberalen Klasse entsprechenden Leuten findet.
Dieses Blatt wird ja vom gut situierten, gut versorgten, gut abgesicherten, elitären, satten, 'gebildeten' Bürgertum gelesen, das sich demaskiert als das sog. rohe Bürgertum entlarvt. Und bei dem verfangen solche Anzeigen sehr gut.
Am eigenen Leibe durfte ich das letzte Woche erleben: Da bringt mir doch meine Schwester (eine sehr gut versorgte Beamtin!), die sich zu obiger Klasse zählt, letzte Woche einen Artikel aus der SZ über Hartz IV-Empfänger mit und beginnt sich über diese zu ereifern.
Stellt euch mal vor: Da ist ein riesiges Bild von dem für jeden Hartz IV-Empfänger widerwärtigsten, gemeinsten und unsympathischsten Menschen in ganz Deutschland abgebildet, mit dem ein Interview über das Wesen und die Art von Hartz IV-Empfängern geführt wird. Es ist der grösste Dummschwätzer und brutalste Zyniker der Bundesagentur für Arbeit - kein Geringerer als Heinrich Alt! Und der Artikel ist groß und dick betitelt mit den Worten "Einer wollte sein Haustier-Begräbnis vom Staat bezahlt haben" und drunter 'Heinrich Alt von der BA über absurde Klagen von Hartz IV-Empfängern und wie viel jemand in Deutschland zu Leben braucht'.
Solch eine Überschrift ist ein Bärendienst für uns Hartz IV-ler. Und er tut seine Wirkung! Lauthals muss ich mir dann von meiner Schwester anhören, was wir doch für ein mieses Pack seien, und wir solche Rechte wie Prozesskostenhilfe eigentlich nicht haben dürften.

Aber ihr seht: Diese Propaganda verfängt, hetzt, wiegelt auf, macht blitzschnell millionenfach Meinung, erzeugt die von Prof. Wilhelm Heitmeyer bezeichnete gruppenbezogen Menschenfeindlichkeit!

Und solche Anzeigen von dem Kasperle-Pinocchio Rösler setzen dann noch die Krone drauf!

Ja, wir leben in einem BARBARISCHEN Zeitalter!
Wie lange noch - und wann kommt endlich der Widerstand!

Man muss nur einmal das Wesen des sozialdarwinistisch-faschistoiden Neoliberalismus geblickt haben - UND DANN GEHEN EINEM DIE AUGEN AUF! Es entwickelt sich solch ein Hass und eine Abscheu auf das System - man könnte glatt militant werden!

Gesegnete Weihnacht!
Grüße aus dem Saarland - Von dem, der seinen Mantel teilt!

Charlie hat gesagt…

Tja, Wilfried Schmickler hat ja auch recht deutliche und passende Worte zu Röslers Zynismus gefunden - und er unterstreicht sie ja auch sehr aussagekräftig, indem er die Anzeige aus der Süddeutschen recht druckvoll zerknüllt. ;-)

Auch der Kopperschlaeger hat sich seine Gedanken dazu gemacht - siehe hier:
http://kopperschlaeger.net/2011/12/danke-deutschland-die-fortsetzung/

Diejenigen, die solche Anzeigen entwerfen, sitzen allerdings zumeist in Werbeagenturen. Sie verbringen den Großteil ihrer Zeit damit, solche Anzeigen zu kreieren, mit deren Hilfe Klopapier, irgendwelcher ungesunder Essensmüll oder eben neoliberale Lügengeschichten verkauft werden sollen. Und diejenigen in diesen Agenturen, die die eigentliche Arbeit machen (also Bild-Retusche, Bereitstellung der Druckdateien etc.) stehen in der Regel unter einem immensen Zeitdruck, haben unmenschliche Arbeitsbedingungen und werden extrem schlecht bezahlt. Aber das nur am Rande.

Solche Leute wie Deine Schwester, die der ständigen Propaganda aufsitzen und sie für bare Münze nehmen, kenne ich natürlich auch. Da muss man eben einfach immer wieder dagegenhalten - mit Fakten und Informationen. Das ist anstrengend und oft frustrierend, keine Frage - aber je weniger man der Propaganda entgegen hält, desto wirksamer, mächtiger und beeinflussender wird sie. Konkret kannst Du Deiner Schwester ja mal diesen Text empfehlen oder ausdrucken - einen Bericht einer Mitarbeiterin einer "Arbeitsagentur" kurz nach der Einführung des Hartz-Terrors. Einer solchen Frau, die als Mitarbeiterin direkt mit dem Elend konfrontiert war, sollte auch Deine Schwester mehr Glauben schenken als einem Herrn Alt, der überhaupt keine eigenen konkreten Erfahrungen in dieser Hinsicht aufweisen kann:

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/08/29/a0180

Das mit dem Militanten solltest Du dir allerdings noch einmal gut überlegen - Gewalt ist nämlich niemals eine Lösung, und man sollte sich niemals auf das bodenlose Niveau begeben, das der Gegner an den Tag legt.

Pazifistische Grüße und trotz allem ein möglichst schönes Weihnachten!

Charlie

Anonym hat gesagt…

Hallo,

sicher, Gewalt ist keine Lösung! Ich mache aber die Erfahrung, dass wenn man selbst soziale Abstiegs- und Exklusionsprozesse erfährt und man den sozialdarwinistischen, brutalen, entwürdigenden und menschenverachtenden neoliberalen Verhältnissen ohnmächtig ausgeliefert ist, in einem der Drang nach Militanz wächst.

Perspektivlosigkeit, Zukunftslosigkeit, Ohnmacht, Ausgrenzung und permanente neoliberale Unterjochung erzeugen bei den Ausgebeuteten, Unterdrückten und Unterjochten starke Aggressionen. Ich finde das einen natürlichen Vorgang. Nicht umsonst rüstet sich die perverse neoliberale Bande mit allen Mitteln gegen soziale Unruhen und bereitet Krieg gegen die eigene Bevölkerung vor für den Fall, dass sich die vom Neoliberalismus zu verantwortenden Verhältnisse in aggressiver Form Luft verschaffen. So hat ja schon der fiese Neoliberale David Cameron gegen die sozial Ausgegrenzten in seinem Land dieses Jahr Krieg geführt und führt ihn unmerklich und perfide-totalitär in diktatorischer Form bis zum Exzess weiter - denn, was hat der Mann Angst vor solchen Bildern im nächsten Jahr während der Olympischen Spiele in London!

Aber es stimmt. Man sollte sich nicht auf das Niveau der neoliberalen Gegner begeben. Pazifismus ist angesagt. Ich denke aber, dem steht bspw. das Herunterreissen von o. g. Anzeigen von Pinocchio-Rösler im öffentlichen Raum nicht entgegen. Auch eine kräftige Ohrfeige für die zynisch-hetzenden Äußerungen über Hartz IV-Empfänger auf die Backe von Herrn Alt ist wohl gerechtfertigt.

Pazifistische Grüße aus dem Saarland von dem, der seinen Mantel teilt!