Freitag, 3. Mai 2013

Denunzianten- und Überwachungsrepublik Deutschland


Flaschen im falschen Container - Bußgeldbescheid

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Anmerkung: Diese so banal erscheinende Meldung des WDR birgt wahrlich Ungeheuerliches in sich. Ich fasse den Sachverhalt mal zusammen: Ein Mensch wirft fünf Glasflaschen in einen Altglascontainer - und wird dabei von einem nicht näher benannten Mitbürger "beobachtet", dem sodann "auffällt", dass das KFZ-Zeichen des Wagens, mit dem jener Mensch unterwegs war, frevelhafter Weise aus der Nachbargemeinde (!) stammt. Daraufhin fotografiert der "Beobachter" das Geschehen und denunziert den Glasentsorgenden sowohl beim Amt, als auch beim beauftragten Privatunternehmen, das die Glasentsorgung durchführt.

Bis zu diesem Punkt ist der Vorgang schon schrill und kann zu einigem Nachdenken über die Gesinnung mancher unserer Zeitgenossen - aber immerhin auch noch zur Heiterkeit animieren. Letztere geht aber schnell verloren, denn die Geschichte geht weiter: Der brave altglasentsorgende Mensch erhielt danach allen Ernstes einen Bußgeldbescheid mit der irrwitzigen und selbstredend falschen Begründung: "Das Befüllen von Depotcontainern mit Abfällen, die nicht im Verbandsgebiet angefallen sind, ist somit unzulässig." Es ist selbstverständlich völliger Quatsch, was da behauptet wird - natürlich darf jeder Bürger jeden Glascontainer im gesamten Bundesgebiet "benutzen" und damit der involvierten Recycling-Industrie kostenlose Rohstoffe schenken, mit denen diese eine Menge Geld scheffelt - allein vor diesem Hintergrund ist dieser Vorgang schon so überaus grell, dass einem die Schädelwände unverzüglich schmerzen. Aber nein, die Posse geht immer noch weiter:

Das zuständige Amt nimmt die Denunziation sehr gerne zur Kenntnis und lässt daraufhin eine Halteranfrage beim Straßenverkehrsamt durchführen, um den Namen und die Anschrift des Altglas-Terroristen zu erfahren. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, um den wirklichen Geschmack erahnen zu können: Jemand wirft Flaschen in einen Container, daraufhin ermittelt das Amt, wer sich so etwas Abscheuliches herausnimmt. Selbstverständlich hat diese Anfrage Erfolg - wir leben schließlich nicht in einem Rechtsstaat, sondern in einem totalüberwachten Alptraum. Und obwohl es keine auch nur annähernd greifende Rechtsgrundlage für einen Bußgeldbescheid in diesem absurden Szenario gibt, wird dieser Bescheid trotzdem erstellt und verschickt.

Der betroffene Mensch hat dann den WDR informiert, und das Amt begann erst dann zurückzurudern, als von dort entsprechende Anfragen kamen. Das Irrwitzigste ist dabei die "Begründung" des Amtes, wie es zu diesen Orwell'schen Auswüchsen kommen konnte. Der WDR berichtet aktuell: "(...) einem Mitarbeiter sei ein Fehler unterlaufen, das Ganze sei ein Irrtum" - weiter unten im Text wird dann aus einem Schreiben des Amtes zitiert, ein "Praktikant" sei der Schuldige - worauf ein Kommentator meint: "Praktikanten!! sind also selbständig und zunächst eigenverantwortlich mit der Überwachung der Bürger beauftragt?" (Kommentar von Aha am 02.05.2013, 15:37).

Wir sollen nun also glauben, dass einem Praktikanten oder Mitarbeiter eines Amtes ein "dummer Fehler" unterlaufen sei, während tatsächlich ein unglaubliches Prozedere in Gang gesetzt worden ist, das unter Anderem eine Halteranfrage beim Straßenverkehrsamt zum Inhalt hatte und in einem amtlichen Bußgeldbescheid gipfelte, der heutzutage gewiss nicht mit der Schreibmaschine erstellt worden ist, sondern für den es entsprechende Softwarevorgaben und Textbausteine geben muss - obwohl es gar keine Rechtsgrundlage für derartige Bescheide gibt? Und das alles geht zurück auf einen Denunzianten, der einen Menschen beim Befüllen eines Altglascontainers beobachtet, fotografiert und das alles ans Amt weitergeleitet hat?

Du weißt, dass du dich nur in Deutschland, der Welthauptstadt des Denunziantentums und des Irrsinns, befinden kannst, wenn du eine solche Meldung liest. Hier wird wahrlich alles zur Perfektion getrieben - das Denunziantentum ebenso wie der Irrsinn.

ICH WILL FORT VON HIER!

Donnerstag, 2. Mai 2013

Song des Tages: This Is Your Life!




(Threshold: "This Is Your Life!", aus dem Album "Dead Reckoning", 2007)

Five miles tall,
And everything is small -
Everything is small ...
Five miles down,
You see your patch of ground -
It's not so bad at all!

BREATHE IN, OUT
- AND DON'T STOP BREATHING!

'Cos this, this is your life,
This is your world!
And everything that you've been trusted with!
It's small in your eyes,
But great is your worth,
And you can do this right -
This is your life!

Five miles high,
Don't want to leave the sky -
Everything's so clear!
Five miles on,
When clarity is gone ...
Just make it re-appear!

BREATHE IN, OUT
- AND DON'T STOP BREATHING!

'Cos this, this is your life,
This is your world!
And everything that you've been trusted with!
It's small in your eyes,
But great is your worth,
And you can do this right -
This is your life!



Anmerkung: Ein ordentlicher Tritt in den Arsch kann gelegentlich auch ganz hilfreich sein, wenn man zeitweise keine Lust mehr hat, wieder aufzustehen und dem alltäglichen Irrsinn forsch ins überaus hässliche, triefende Antlitz zu blicken. Dieser Song hat mich schon durch so manche finstere Zeit in den vergangenen fünf Jahren begleitet - und wenn man ihn in der entsprechenden Lautstärke und natürlich in der passenden Stimmung und Umgebung anhört, kann er wahrlich versteckte Kraftreserven mobilisieren, von deren Existenz man zuvor nicht einmal etwas ahnte.

"When clarity is gone ..." - was bei mir momentan öfter mal vorkommt - ja, dann: "just make it re-appear!" So einfach ist das, wenn man sich denn dem kraftstrotzenden Sound und der spielerischen Virtuosität dieser musikalisch hochversierten Formation aus Britannien ausliefern mag. Ich empfehle das ausdrücklich nicht nur depressiven, resignierten oder in "innere Welten" flüchtenden Menschen.

Dienstag, 30. April 2013

Zitat des Tages: Fakt vs. Frage


Fakt: Papst Franziskus hat mit einer weiteren Tradition gebrochen und am Gründonnerstag anstatt wie sein Vorgänger bei Priestern an Kriminellen die rituelle Fußwaschung vollzogen.

Frage: Wo ist da der Traditionsbruch?

(Titanic-Magazin vom 29.03.2013)

Montag, 29. April 2013

Island: Die Rückkehr der irrsinnigen Normalität


(...) Island hat gewählt. Die oppositionellen Konservativen und die liberale Fortschrittspartei errangen nach ersten Auszählungen mit ca. 48% der Stimmen die absolute Mehrheit. Designierter Ministerpräsident ist der konservative Parteichef Bjarni Benediktsson. Er löst damit die Sozialdemokratin Jóhanna Sigurdardóttir ab, die das Land aus den Folgen der Banken-Krise führte, in die es die Konservativen 2008 gebracht hatten. Das international bewunderte Krisenmanagement Sigurdardóttirs konnte das Wahldesaster der Grün-Linksregierung nicht verhindern.

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Anmerkung: Wunderbar zusammengefasst - es fehlt nur das fällige Fazit: Ganz offensichtlich sind die Menschen sogar in Island schlicht und ergreifend zu dämlich, um weiter als von zwölf bis mittags zu denken.

Oder welche andere Erklärungen für dieses absurde Wahlergebnis bieten sich sonst an? Es ist so zermürbend und niederschmetternd, dass es wirklich weh tut.

Von Deutschland kennen wir eine solche Dämlichkeit des dumpfen Wahlvolkes ja zur Genüge, da wird es auch im kommenden Herbst keine positiven Überraschungen geben ... aber ausgerechnet ISLAND? Ich war so geschockt, als ich diese Jubelmeldungen am Wochenende auf den Seiten der spürbar erleichterten deutschen Systemmedien las, dass mir bis Sonntag die Spucke fehlte, um das angemessen kommentieren zu können.

Das Wort "Vergesslichkeit" trifft den Kern des Dramas aber nicht - es handelt sich (wenn nicht um Wahlfälschung, wovon wir alle mal gutwillig ausgehen wollen) wohl eher um eine krankhafte Ignoranz dieser Menschen, gepaart mit einer diffusen Hoffnung auf persönlichen Reichtum und persönliche Sicherheit - auch wenn das bedeutet, dass anderswo (und möglichst nicht im eigenen Land bzw. im eigenen Umfeld) massenhaft Menschen leiden, verarmen und sterben müssen. Das spricht man nicht aus, nimmt es aber stets billigend in Kauf, wenn die eigene Position dadurch scheinbar gesichert wird.

Kapitalismus im Normalzustand ist das, wie er überall in der westlichen Welt dargeboten wird - auch in Island hat sich nun wieder einmal gezeigt, dass Katastrophen beliebigen Ausmaßes nicht ausreichen, um das egoistische Treiben auf Kosten der anderen Menschen - obwohl es ja in Wahrheit stets nur einer verschwindend kleinen Minderheit nutzt, was der große Rest aber ignoriert bzw. gar nicht erst bemerkt - zu beenden. Ich habe dazu vor Kurzem ja schon ein paar Zeilen geschrieben.

Die neoliberale Bande kann den Karren offensichtlich so oft und so übel vor die Wand fahren, wie sie will - als Reaktion darauf erfolgen immer wieder nur zwei mögliche Varianten: Ein sehr schneller Neustart des kapitalistischen Katastrophensystems - oder ein etwas verzögerter Neustart des kapitalistischen Systems im faschistischen, scheinbar regional bzw. "völkisch" begrenzten Gewand, wie wir es heute in Griechenland oder besonders Ungarn beispielhaft sehen können. Eine so dringend nötige Abkehr vom Kapitalismus findet nie und unter keinen Umständen statt - jedenfalls nicht länger als für einen Augenblick.

Wenn man es realistisch betrachtet, war diese Entwicklung vorhersehbar und unausweichlich - auch in Island leben eben nicht mehrheitlich aufgeklärte, wache Menschen, die, anders als ihre geknechteten GenossInnen in den anderen Ländern, die kapitalistischen Folterinstrumente verstehen und den wenigen im überquellenden Luxus badenden Arschgeigen dauerhaft die rote Karte zeigen.

Es wäre ja auch viel zu schön gewesen. "Schön" im Sinne von "schön für alle" gibt es aber im Kapitalismus sowieso nicht. Island ist da weder eine Ausnahme, noch in irgendeiner Form ein Novum. Wir können schon froh sein, dass "nur" die üble korrupte Bande der kapitalistischen Eigennutzmehrer gewählt wurde - und nicht gleich die verwandte faschistische Jauche, die ganz offen Muslime, Sinti und Roma, Dunkelhäutige, Ringelschwanzinhaber oder meinetwegen auch Vierbeinige oder Dreiköpfige zu Sündenböcken stilisiert, die mit dem ganzen Terror nun so gar nichts zu tun haben. Hauptsache, die "Elite" ist aus der Schusslinie - das ist das erste und allerwichtigste Ziel all dieser Entwicklungen. Danach kann man dann gucken, was kommt - entweder ein dumpfer Faschismus wie in Ungarn, in dem diese fürchterliche Bande immer noch viel Geld verdienen kann, oder ein scheindemokratisches Schauspiel wie jetzt in Island, wo es - wie im Text ja auch erwähnt - ebenfalls darum geht, wieder Reichtum von der Bevölkerung zu ein paar Wenigen umzuverteilen.

Es ist wieder alles in bester, korrupter Ordnung im völlig irrsinnigen Reich des Kapitalismus. Auch im hohen Norden. Der Irrsinn ist die Normalität.

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Ein Mann, zwei Worte


"Als Parteimitglied muss ich sagen: Die Zustände schreien zum Himmel! Es ist ein unerhörter Saustall ---"

"--- aber als Minister kann ich nur erklären: Man muss sich auf den Boden der Tatsachen stellen."

(Zeichnung von Karl Arnold [1883-1953], in "Simplicissimus", Heft 40 vom 01.01.1921)

Freitag, 26. April 2013

Song des Tages: A Lonely Passage




(Saturnus: "A Lonely Passage", aus dem Album "Saturn in Ascension", 2012)

Stumbling through narrow paths,
Afraid of what will come next.
As the darkness closes in I start to run.
What have I done to deserve this neverending hunt?
I will never be able to return home.
My existence is shattered.

As I stop to gasp for air, I wonder ...
Wonder when my final call might come,
And if it's really worth escaping from.
I'm so tired ...

Between trees and stones
On stale paths, beneath my reality,
It's like I lost the key to my mind.
I can no longer control myself.
No more running!
I will fight my demons right here.

As I stop to gasp for air, I wonder ...
Wonder when my final call might come,
And if it's really worth escaping from.
I'm so tired ...

Dear child, through horrors and fright you will fade,
Fade to distant worlds and distant lives.
As you lose your suffering,
There's nothing more to believe in.
Your belief to this day has been life,
Now my belief will fill your soul with death.

As I stop to gasp for air, I wonder ...
Wonder when my final call might come,
And if it's really worth escaping from.
I'm so tired ...

I no longer run, I stand my ground and wait ...
I wait ...



Anmerkung: Manchmal sollte ich einfach mein Maul halten - dieses Stück spricht für sich selbst. Und für mich.

Donnerstag, 25. April 2013

Die Rückkehr der faschistischen Ideologie


["Deutschland geht es gut!", "Uns geht es gut!" - Merkel, Rösler und unzählige Nachplapperer aus Politik und Medien]

Was in dieser "Deutschland"- und "Wir"-Phraseologie ausgesprochen wird, der Rauswurf der Zwangsarbeitslosen, Aufstocker und Armutsrentner aus der Gesellschaft, das ist nicht nur verbale Ungeheuerlichkeit, das ist vor allem ungeheuerliche Realität. Das ist Realität, die mit Demokratie nichts mehr zu tun hat, mit der "Volksgemeinschafts"-Ideologie des Dritten Reiches aber bereits sehr viel. Selbstverständlich: der Zwangsausschluss der Menschen damals wurde mit Verboten durchgesetzt, heute geschieht das durch Geldentzug. Im Denken wie im Effekt gibt es jedoch keinen Unterschied. "Deutschland" und "Wir" stellen in dieser Propaganda Rauswurf-Vokabeln dar, welche heute wie damals dieselbe Realität beschwören.

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Anmerkung: Auch diesen Einwurf von Holdger Platta möchte ich Euch allen sehr ans Herz legen, da er mir einmal mehr aus der Seele spricht und das Ungeheuerliche dieser eiskalten, asozialen "Elite"-Politik der neoliberalen Bande exakt auf den Punkt bringt. Jeder einzelne von Euch, der von der knallharten Ausgrenzung durch kategorische Zwangsverarmung noch nicht umfänglich betroffen ist, sollte sich sehr eingehend Gedanken darüber machen, dass auch für das eigene kleine oder auch größere Guthaben / Vermögen bereits irgendwo der Rotstift gezückt ist - diese Bande wird auf ihrem großen Raubzug gegen die Menschen nicht ausgerechnet vor Eurer kleinen oder auch großen Haustüre haltmachen. Es bleibt mir daher unbegreiflich, dass Geschichte sich anscheinend partiell immer wiederholt und es immer wieder nicht wenige oder sogar viele Menschen gibt, die sich angesichts dieser doch so deutlichen, offensichtlichen Lage ausgerechnet die ersten Opfer als Sündenböcke aufschwatzen lassen - so als würden ihnen diejenigen, die nichts mehr haben, etwas stehlen - und nicht diejenigen, die nun sichtlich und nachweislich zunehmend in immer größer werdenden absurden Reichtümern schwelgen.

Ganz abgesehen von diesen schnöden materialistisch orientierten Gedanken fällt es natürlich besonders auf, dass ehemalige Werte wie Solidarität, Empathie, Humanismus - und gerne auch die euphemistische "christliche Nächstenliebe" - völlig auf der Strecke geblieben zu sein scheinen. Wenn also nicht nur Merkel, Rösler und andere Klobrillenhalter des Kapitals frank und frei verkünden, dass es "Deutschland gut" gehe, während Millionen von Menschen kaum auch nur die tägliche Nahrung bezahlen können (von "gesellschaftlicher oder kultureller Teilhabe" will ich gar nicht erst reden), sondern auch der bornierte Spießer oder die noch halbwegs gut verdienende Eigenheimbesitzerin von nebenan, dann sind das erschütternde Indizien für die im Artikel vertretene These, die man nicht ignorieren kann und darf.

Natürlich plappern auch viele solcher Leute den braunen Mist, der ihnen von Politik und Medien stetig vor die Füße geworfen wird, nur nach, und gewiss ist nicht jeder Mensch, der diesem Papageiensyndrom erliegt, ein dumpfer Faschist aus tiefster Überzeugung - das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Befund gleichermaßen für die Weimarer Zeit postuliert werden kann. Und was nach der Weimarer Republik folgte, sollte uns allen bekannt und stets sehr bewusst sein: Es bedarf keiner absoluten Mehrheit menschenfeindlicher Faschisten, um einen faschistischen Terrorstaat zu errichten.

Ein kleines Detail am Rande muss auch einmal ins Scheinwerferlicht gezerrt werden: Weder Schwarz-Geld, noch Rot-Grün haben erklärter Maßen vor, an dieser schlimmen, prekären, ausgrenzenden Situation von Millionen von zwangsverarmten, "aussortierten" Menschen in diesem Land, von denen es zukünftig noch weitaus mehr geben wird, etwas zum Positiven zu verändern: Der Hartz-Terror steht für diese Blockparteien nicht zur Debatte. "Deutschland" geht es nach deren Verständnis eben gut - und diejenigen, denen es ganz und gar nicht gut geht, sollen gefälligst bleiben, wo der Pfeffer wächst - und zwar dauerhaft. Ich erinnere mich immer wieder mit Grausen an den Asozialantidemokraten Franz Müntefering, der ohne braun rot zu werden in sein Mikrofon plärrte: "Nur wer arbeitet, soll auch essen!"

So sieht sie aus, die schaurige Welt der Neoliberalen - und in der Tat: Ich kann nicht mehr allzu viele prägnante Unterscheidungsmerkmale ausfindig machen, die diese widerwärtige Haltung von der finsteren Zeit vor 80 Jahren deutlich abgrenzen. Der nächste logische Schritt wäre nun die Zensur der freien Meinungsäußerung von BürgerInnen im Internet - woran die Bande ja bekanntlich eifrig arbeitet.


(Bild: Jack Sally II)

Dienstag, 23. April 2013

Zitat des Tages: Das kapitalistische Wirtschaftssystem


Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund auf erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein.

(aus dem "Ahlener Programm" der nordrhein-westfälischen CDU vom 03.02.1947)

Anmerkung: Es versteht sich von selbst, dass dieser unchristlich-undemokratischen Partei auch 1947 schon das "Wohlergehen unseres Volkes" am Herzen lag und nicht etwa das "Wohlergehen aller Menschen" oder auch nur das "Wohlergehen aller Menschen in Deutschland" - der Begriff des (arischen) "Volkes" war wohl allzu tief in den unchristlichen Geistern verankert. Davon abgesehen illustriert diese kleine Textpassage aber sehr deutlich, dass sich der systembedingte, zyklisch immer wiederkehrende Zusammenbruch des kapitalistischen Katastrophensystems damals sogar bis hinein in "bürgerliche" (sprich: bornierte, konservative, elitäre) Kreise entblößt hatte und offenbar niemand ernsthaft bezweifelte, dass die faschistische Katastrophe zwischen 1933 und 1945 in Deutschland ursächlich darauf zurückzuführen war.

Die CDU wäre nicht die CDU, wenn sie diese Erkenntnisse nicht innerhalb kürzester Zeit wieder im verschlafenen Wald hinter den sieben Bergen tief verbuddelt und sich wieder frohen Mutes und mit weit geöffneter Geldbörse dem Kapitalismus und der damit unvermeidlich verbundenen Korruption zugewandt hätte. Trotzdem ist dieses Zeitdokument sehr erhellend, und ich empfehle jedem die Lektüre, der sich ein Bild davon machen möchte, wie eine sich selbst als "Elite" begreifende Gruppe am Ende des kapitalistischen Zyklus' kurz innehält - um das wahnsinnige Unheil dann in gewohnter Weise schnell wieder neu zu starten.

Wir können uns ein gutes Bild von den heutigen neoliberalen Blockparteien machen, wenn wir uns vorstellen, diese Textpassage gehörte zum Programm einer heutigen Partei. Das üble Geschrei der schwarz-gelb-rot-grünen Bande kann man sich lebhaft vorstellen, und die Kneifzange, mit der eine solche "kommunistische" Partei - gerade auch von den Massenmedien - angefasst würde, muss erst noch erfunden werden. Und nach dem Kollaps wird wieder für eine kurze Zeit die scheinheilige Stimme der Reue zu vernehmen sein, die die vielen Opfer beklagt ... bis dann wieder der Superreichtum einiger Weniger die üblichen Verdächtigen aus den stinkenden Löchern lockt und das fiese Spiel von Neuem beginnt.

Wer die perverse, ewige Geschichte des Kapitalismus verstehen will, sollte diesen alten Text aus dem Jahr 1947 intensiv lesen und dabei stets im Hinterkopf behalten, dass er schon 1949 grundlegend revidiert und damit ad absurdum geführt wurde.

Wenn selbst die grenzenlose Totalkatastrophe des Nazi-Terrors nicht ausgereicht hat, diesen perversen Zyklus zu durchbrechen - was zur Hölle soll denn dann geschehen, damit wir dieser furchtbaren Zeitschlaufe endlich entkommen können?

Montag, 22. April 2013

Nein, wie überraschend: "Geplanter Verschleiß ist ein Massenphänomen"


Weiche Gummisohlen, nicht austauschbare Akkus, billiges Plastik: Zahlreiche Geräte sind so gebaut, dass sie just dann kaputt gehen, wenn die Garantie abläuft. Zufall? Eine Studie sagt: Nein. Und spricht von "geplanter Obsoleszenz" zur Renditemaximierung.

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Anmerkung: Die "geplante Obsoleszenz" war schon des Öfteren Thema in diesem Blog, und allmählich kann ich diesem "Captain Obvious" nur noch mit kopfschüttelndem Zynismus begegnen - denn offensichtlicher könnten die absurden Mechanismen des Kapitalismus doch gar nicht zutage treten, als sie es hier - freilich, wie immer, konsequenzlos - tun. Wir können diese Frage ja probehalber einmal Erstklässlern stellen: Ein "Unternehmen", das immer mehr produzieren und verkaufen, das also "wachsen" will, konzipiert

1. nachhaltige, langlebige, hochwertige Produkte, oder
2. möglichst minderwertige Produkte, die ihren Dienst gerade solange tun, wie es die lächerliche gesetzliche [sic!] Garantiezeit erfordert?

Na, wer kann erahnen, welche Antwort die Erstklässler hier mehrheitlich wohl geben? - Aber das sind ja nur Kinder, die verstehen die großen Zusammenhänge der Welt und vor allem der Wirtschaft nicht - ich höre die "Experten" mit ihren schwingenden Schlipsen und ihren Geldbörsen voller raschelnder Banknoten förmlich zu langen Monologen ansetzen, durchsetzt von Vokabeln wie "Wettbewerb", "Arbeitsplätze", "Märkte" und ähnlichem Bullshit. Dabei reicht es durchaus, auch nur einmal das Gehirn anzuwerfen und einige Minuten nachzudenken, um zu dem schnöden Schluss zu kommen, dass dieses kapitalistische "Konzept" zwingend zur logischen Folge hat, dass in sämtlichen Bereichen das Minderwertigste, Billigste, Kurzlebigste zur Perfektion gebracht wird - also das genaue Gegenteil dessen, was nach gesundem Ermessen wünschenswert wäre. Das betrifft nicht nur technische Geräte, sondern tatsächlich alles, was im Rahmen dieses perversen Systems produziert oder "getan" wird - Lebensmittel gehören genauso dazu wie Arzneien, Dienstleistungen oder wissenschaftliche Forschung u.v.m.

Selbstverständlich ist auch dies kein neues "Phänomen", das von der Süddeutschen nun "aufgedeckt" wurde - es ist vielmehr so alt wie der Kapitalismus selbst und daher auch ebenso lange schon ein Thema gewesen, das es aber dank der allgegenwärtigen Propaganda nie ins kollektive Bewusstsein geschafft hat. Und auch jetzt wird der Artikel in der SZ selbstredend keine Auswirkungen haben - er ist dort einfach noch einige Zeit abrufbar, während die Wirtschaft ihre geplanten Obsoleszenzen weiter optimieren wird. Eine entsprechende Dokumentation zum Thema habe ich ja schon mehrfach hier verlinkt.

Jeder Außerirdische, der an der Erde vorbeikommt, muss sich zwangsläufig vor die Stirn oder das entsprechende Körperteil schlagen und schnellstens wieder verschwinden, denn ein solcher Irrsinn ist nicht mit dem Begriff "intelligentes Leben" in Einklang zu bringen, so sehr man sich auch bemüht.

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Fords Vaterfreuden


"Je kürzer meine Kinder leben, desto besser ernähren sie mich."

(Zeichnung von Olaf Gulbransson [1873-1958], in "Simplicissimus", Heft 23 vom 05.09.1927)

Samstag, 20. April 2013

Song des Tages: The Weeping Song




(Nick Cave & The Bad Seeds: "The Weeping Song", aus dem Album "The Good Son", 1990)

Go son, go down to the water
And see the women weeping there
Then go up into the mountains
The men, they are weeping, too

Father, why are all the women weeping?
They are weeping for their men.
Then why are all the men there weeping?
They are weeping back at them.

This is a weeping song
A song in which to weep
While all the men and women sleep
This is a weeping song
But I won't be weeping long

Father, why are all the children weeping?
They are merely crying, son.
O, are they merely crying, father?
Yes, true weeping is yet to come ...

This is a weeping song
A song in which to weep
While all the men and women sleep
This is a weeping song
But I won't be weeping long

O father, tell me, are you weeping?
Your face seems wet to touch.
O then I'm so sorry, father -
I never thought I hurt you so much ...

This is a weeping song
A song in which to weep
While we rock ourselves to sleep
This is a weeping song
But I won't be weeping long.



Anmerkung: Selten zuvor ist der Abgesang auf diese untergehende Welt humorvoller dargestellt worden als von Nick Cave und Blixa Bargeld in diesem Video - wobei uns beiläufige Drohungen wie "true weeping is yet to come" auch schon einen kleinen Vorgeschmack auf das Kommende geben. Das mag man zynisch finden - allerdings ist die schnöde Realität ja wesentlich zynischer als es jede Musik dieser Art sein könnte.

Während die Mehrheit bereits selig schlummert, "rocken" wir uns also auch noch in den Schlaf - gute Nacht, Welt. In der Tat: "True weeping is yet to come".

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Update 22.04.13: Wer nicht Ghostery oder einen anderen Werbungsverhinderer benutzt, muss die verfickte Werbung vor und nach dem Video leider manuell mit einem schnellen Klick auf das x oben rechts im Videofenster beenden. Ich habe dank Ghostery gar nicht bemerkt, dass das nötig ist, sorry.

Freitag, 19. April 2013

Lafontaine über unser schönes "Einparteiensystem mit vier Flügeln"


(...) Der scharfzüngige US-Schriftsteller Gore Vidal hatte schon vor Jahren formuliert: "Demokratie ist ganz offensichtlich ein Ort, wo unzählige Wahlen abgehalten werden, zu immensen Kosten ohne Themen und mit austauschbaren Kandidaten." In den USA gab es für ihn nicht mehrere Parteien sondern ein "Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln", die für die Interessen der Großkonzerne eintreten. In den Medien sah er Instrumente der Propaganda zur Konservierung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse. (...)

Zweifellos hat die Amerikanisierung der deutschen Politik dazu geführt, dass wir heute, auch in Deutschland, ein Einparteiensystem mit vier Flügeln haben, um in dem Bild Gore Vidals zu bleiben. Die Flügel nennen sich CDU/CSU, SPD, FDP oder Grüne und treten mal mehr, mal weniger für die Interessen der Banken und Großkonzerne ein, wie die die Steuerpolitik der letzten Jahre und die vielen Rettungsschirme beweisen. Sie bejahen ohne Einschränkung eine Wirtschaftsordnung, in der die ungleiche Reichtums-, Vermögens- und Machtverteilung dadurch zu Stande kommt, dass eine Minderheit die Mehrheit für sich arbeiten lässt und dieser Mehrheit den ihr in Form von Löhnen und Belegschaftsanteilen zustehenden vollen Ertrag ihrer Arbeit vorenthält.

(Weiterlesen)

Anmerkung: Lafontaine schreibt hier wahrlich nichts Neues - ähnliche Gedanken sind in diversen Blogs und alternativen Medien ja seit vielen, vielen Jahren nachzulesen und vielfach belegt worden. Wenn aber nun sogar Albrecht Müller von den Nachdenkseiten dazu fast schon bemitleidenswert kommentiert: "Ich jedenfalls habe trotz meiner sonstigen Skepsis noch einiges [durch die Lektüre des Artikels] dazugelernt", dann scheint hier doch noch immer ein immens großer Aufklärungsbedarf zu bestehen. Die Neoliberale Einheitspartei Deutschlands (NED) wird offenbar auch von einigen kritischen Menschen noch immer nicht als Einheitspartei wahrgenommen - aus welchen Gründen auch immer. Ich kann mir das jedenfalls nicht erklären, denn inhaltliche Differenzen, die über bloße, alberne Details hinausgehen, gibt es zwischen diesen Blockparteien ja nicht - und wer das Wahlkampfgetöse samt den zugehörigen markigen Sprüchen noch ernst oder für bare Münze nimmt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Es ist mir allerdings ebenfalls ein Rätsel, weshalb die Linke dieses Thema nicht viel offensiver angeht und es deutlich herausstellt - es wäre doch ein Leichtes, die Bande zu entlarven und ihr hohles Geschwätz von der "sozialen Gerechtigkeit" und ähnliche Absurditäten als das bloßzustellen, was es ist: Eine grelle, schrille, Lügenverpackung, die eine giftige, vermodernde Fäulnis als belebendes Vitaminpräparat anzupreisen versucht. Eine Linke, die tatsächlich andere Wege beschreiten möchte, müsste sich wesentlich radikaler und abgrenzender von dieser kapitalistischen Bande positionieren, wenn sie ernst genommen werden will. Es liegt doch auf der Hand, dass Lafontaine mit diesem Text auch impliziert, dass eine eventuelle Koalition mit der SPD oder den Grünen gleichbedeutend wäre mit einer Zusammenarbeit mit den Mafiosi der Schwarz-Geld-Bande. Ein klare Absage an jede Koalition mit dieser korrupten Einheitspartei müsste die logische und notwendige Folge sein.

Mit der NED ist keine alternative Politik umzusetzen - diese schnöde Erkenntnis sollte sich endlich herumsprechen in Deutschland. Ob die Linke aber bereit und willens ist, diese Wege zu gehen, muss sie erst noch unter Beweis stellen. Ich habe meine starken Zweifel ... werde die Partei aber wohl trotzdem wählen, denn noch Schlimmeres anrichten als die NED kann sie im Falle des höchst unwahrscheinlichen Wahlsieges nun wahrlich auch nicht.

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Vor und nach der Wahl


"... unermüdlich bei Tag und Nacht werde ich meine ganze Person für das Recht meiner Wähler einsetzen."

"Wenn man im Plenum nicht schlafen könnte, hätte man ja gar nichts vom Nachtleben."

(Zeichnungen von Wilhelm Schulz [1865–1952], in "Simplicissimus", Heft 41 vom 10.01.1927)

Dienstag, 16. April 2013

Zitat des Tages: Die Deutschen


So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden. [...]

Barbaren von Alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark [...], in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede gutgeartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes [...].

Deine Deutschen aber bleiben gerne beim Notwendigsten, und darum ist bei ihnen auch so viel Stümperarbeit und so wenig Freies, Ächterfreuliches. Doch das wäre zu verschmerzen, müssten solche Menschen nur nicht fühllos sein für alles schöne Leben, ruhte nur nicht überall der Fluch der gottverlassnen Unnatur auf solchem Volke. [...]

Die Tugenden der Deutschen aber sind ein glänzend Übel und nichts weiter; denn Notwerk sind sie nur, aus feiger Angst, mit Sklavenmühe, dem wüsten Herzen abgedrungen, und lassen trostlos jede reine Seele, die von Schönem gern sich nährt, ach! die, verwöhnt vom heiligen Zusammenklang in edleren Naturen, den Misslaut nicht erträgt, der schreiend ist in all der toten Ordnung dieser Menschen.

Ich sage dir: es ist nichts Heiliges, was nicht entheiligt, nicht zum ärmlichen Behelf herabgewürdigt ist bei diesem Volk, und was selbst unter Wilden göttlichrein sich meist erhält, das treiben diese allberechnenden Barbaren, wie man so ein Handwerk treibt, und können es nicht anders, denn wo einmal ein menschlich Wesen abgerichtet ist, da dient es seinem Zweck, da sucht es seinen Nutzen [...]. [...]

Ich wollte nun aus Deutschland wieder fort. Ich suchte unter diesem Volke nichts mehr, ich war genug gekränkt, von unerbittlichen Beleidigungen, wollte nicht, dass meine Seele vollends unter solchen Menschen sich verblute.

(Friedrich Hölderlin [1770-1843]: "Hyperion, oder: Der Eremit in Griechenland", Roman, 1797/99)

Montag, 15. April 2013

Ein Friedensnobelpreisträger und seine innige Liebe für Atomwaffen


Obama zeigt sich spendabel / Seine Vision von einer atomwaffenfreien Welt liegt für Friedensnobelpreisträger Obama offenbar in weiter Ferne. Nun will der US-Präsident erst einmal das US-Arsenal an Atomwaffen modernisieren. Besonders pikant daran: Das Geld hierfür soll ausgerechnet aus dem Etat für die Nichtverbreitung von Atomwaffen kommen.

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Anmerkung: Zu dieser schrillen Meldung muss ich nicht mehr viele Worte verlieren - es geht alles seinen gewohnten irrsinnigen Gang in Absurdistan. Und auch diesmal wird dieser Vorgang, ebenfalls wie immer, selbstverständlich keinerlei Auswirkungen auf die "diplomatischen Beziehungen" zwischen Europa und den USA haben - da könnte ja jeder kommen und die billigen demokratischen Kulissen des friedensliebenden Westens einfach mal umwerfen, während die Waffenlobbyisten dahinter gerade mit den kriegslüsternen Huren kungeln.

Und was das kleine Randdetail der "Fremdfinanzierung" dieser neuen Atomwaffen betrifft: Das darf man doch nun wirklich nicht so eng sehen - schließlich wird mit diesen hochmodernen, extrem teuren hochwertigen Gerätschaften letztlich ja die Nichtverbreitung von Atomwaffen in Regionen, in denen der "Elite" auf ihrem globalen Raubzug Feldzug gegen den Terror irgendwelche Steine in den Weg gelegt oder sonstige Frevel angetan werden, in die Tat umgesetzt! Wer da so kleinlich argumentiert, hat das große Ganze nicht verstanden - so oder so ähnlich werden die Worte aus den PR-Abteilungen der zuständigen Behörden, fürsorglich gefüttert von den Fachabteilungen der involvierten "Unternehmen", wohl lauten.

Ich schließe mich derweil auf dem Klo ein, gebe mich umfänglich meinem Brechreiz hin und überlege mir dabei, wohin ich dieser Bande ihre "Nichtverbreitung von Atomwaffen", ihre "Freiheit" und ihre "Demokratie" so alles stopfen möchte. Wohlgemerkt: Obama ist als Friedensnobelpreisträger und austauschbare Marionette der "Elite" nur ein Ausdruck eines Symptoms dessen, was wir hier wieder einmal erleben müssen. Solange Krieg als "politisches Mittel" nicht endlich konsequent geächtet und ausgeschlossen wird und solange es irgendwelche Schlips-Borg gibt, die mit der Produktion und dem Verkauf von Waffen Profite erzielen dürfen, solange wird sich an dieser widerlichen Lage nichts ändern, und solange werden auch Merkel & Co. als hündische Prostituierte der Waffenlobby durch die Welt reisen und entsprechende "Deals" auf den Weg bringen.

Wir dürfen wahrlich gespannt sein, mit welchen weiteren Kriegen diese Irren den Planeten in der nächsten Zukunft überziehen werden. Wir stecken mittendrin im dystopischen Alptraum und die meisten Menschen bemerken es nicht einmal. Ich geh' wieder zurück ins Klo. Und bleibe dort. Für immer.

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In Lappland


"Zu uns kommt nie ein Friedenspreis - wir führen leider keinen Krieg."

(Zeichnung von Olaf Gulbransson [1873-1958], in "Simplicissimus", Heft 40 vom 03.01.1927)

Samstag, 13. April 2013

Panama: Wo deutsche Oligarchen ihre schmutzige Beute waschen


Verschwiegene Steueroase: Vertreter einiger der reichsten deutschen Familien sollen nach SZ-Informationen Firmen in Panama halten. (...)

Mehrere prominente deutscher Unternehmer und Privatleute, darunter etliche mit Vermögen im Milliardenbereich, sind nach Informationen der Süddeutschen Zeitung als Direktoren oder Besitzer in Firmen in der Steueroase Panama verwickelt. Nach einem Bericht in der Mittwochsausgabe der Süddeutschen Zeitung sind darunter auch Vertreter einiger der reichsten deutschen Familien, zum Beispiel der Familien Porsche, Piëch und Quandt, außerdem der Verleger Hubert Burda, die Kaffee-Dynastie Jacobs und die Bankiersfamilie von Finck.

(Weiterlesen)

Anmerkung: Nun wissen wir auch endlich, wieso Herr Schäuble das "Geschäftsmodell" der Steueroasen, das er in Bezug auf Zypern seit Neustem angeblich so verwerflich findet, nachdem er es jahrelang wie eine Monstranz vor sich her getragen hat, nicht generell verurteilt - er träfe mit einer solchen Scheinkritik ja schließlich seine Brötchen- und Auftraggeber. Selbstverständlich wird diese Information - auch wenn sie es tatsächlich bis in die Süddeutsche geschafft hat, keinerlei Konsequenzen haben - weder für die versammelten Gauner, die ihre geraubten Milliarden in dunklen Kanälen zu verstecken suchen, noch für die Politik, die einem solchen üblen Spiel tatenlos oder sogar viele Jahre lang massiv unterstützend zugesehen hat. Die Bande zuckt mit den Achseln, ärgert sich vielleicht kurz darüber, dass das in der Zeitung zu lesen war, und macht einfach weiter wie zuvor.

Genau diese Leute, die mit ihren schmierigen Griffeln auch im Panama-Sumpf herumstochern, sind es, die zusammen mit den übrigen Superreichen dieser Welt allen Menschen auf diesem vom Irrsinn befallenen Planeten von heute auf morgen ein sorgenfreies, von materiellen Nöten unbehelligtes Leben ermöglichen könnten, wenn sie ihren absurden Reichtum bloß auf ein "gesundes" Maß beschneiden würden, das ihnen noch immer ein luxuriöses, fürstliches Leben ohne Arbeit sowie ihr albernes Elitegehabe ermöglichen würde. Derartige Gedanken kommen solchen Menschen aber grundsätzlich nie - die Gier nach weiteren Millionen und Milliarden, egal auf wessen Kosten und zu welchem gesellschaftlichen Preis, lässt jeden rudimentären Ansatz von Intelligenz in solchen Hirnen zur bloßen Makulatur verkommen.

Ich möchte so gern einmal für ein paar Minuten die empathische Fähigkeit besitzen, mich in das Hirn eines solchen Superreichen einloggen zu können, um den Denkstrukturen nachzuforschen, die diesem irrationalen, irrsinnigen Verhalten zugrundeliegen. Anders werde ich mir wohl nie erklären können, wieso diese Leute so handeln, wie sie es tun.

Panama ist selbstredend nur die Spitze des Eisberges, das ist wohl jedem klar - das dunkle Netz der gierigen Bande ist global gespannt, und selbst wenn einzelne "Oasen" wie zuletzt Zypern plötzlich zur Wüstenei werden, droht dem elitären Gesindel kein Unheil. Dafür sorgt es mithilfe seines politischen Personals, das sich zumindest hierzulande noch euphemistisch "demokratisch gewählte Volksvertreter" nennen lässt. Das ist derselbe Irrsinn, der deutsche Politiker und Medien dazu bringt, China oder Nordkorea als "kommunistische" Staaten zu bezeichnen - diese beiden Staaten haben mit wirklichem Kommunismus genauso viel zu tun wie Deutschland mit wirklicher Demokratie. In allen drei Staaten gibt es auf der einen Seite eine kleine "Elite", die in Eselsmilch badet, alle Macht innehat und nach immer mehr Reichtum trachtet, und auf der anderen Seite eine große Mehrheit, die in die Röhre guckt und stetig verarmt (wird). Der große Unterschied: In Deutschland wählt die gegängelte, manipulierte, verdummte Bevölkerung diese Bande, die sie ausnimmt, auch noch. Welches ist also das "perfektere", perversere, "effizientere" System?

Die degenerierten Damen und Herren, die in Panama und anderswo ihr ergaunertes Vermögen verschanzen, wissen die Antwort - die Mehrheit hingegen ist empört, wenn ich Deutschland mit Nordkorea und China vergleiche.

Q.e.d.

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Die Nutznießer


"Janz recht hat er, der amerikanische Koofmich - das Pack soll sparen. Wir Staatserhaltenden kommen ja ooch immer zu kurz!"

(Zeichnung von Thomas Theodor Heine [1867-1948], in "Simplicissimus", Heft 35 vom 28.11.1927)

Donnerstag, 11. April 2013

Song des Tages: Children of War




(Lake: "Children of War", aus dem Album "So What", 1986)

You gotta catch them early
Just before they can talk
Those frightened eyes of sadness
They're still afraid of the dark

They give them guns to play with
--- ("The propaganda machine ...")
But the guns are for real
--- ("... is teaching them their ABC's ...")
Their minds are filled with hatred
--- ("... they take them from their homes ...")
And someone's twisted ideals
--- ("... put them in uniforms ...")
Well, can it be real?
--- ("... and they are prepared for the war!")

Give me your hand - I'll be your friend ...

Türkei: Der inszenierte Grenzzwischenfall


Eine Kurzmeldung in der Zeitschrift "Der Soldat", die als Sprachrohr des österreichischen Verteidigungsministeriums gilt, lässt im wahrsten Sinn des Wortes eine Bombe platzen: NATO-Staaten bzw. die mit ihnen im syrischen Bürgerkrieg verbündeten Kräfte haben offensichtlich selbst jenen mörderischen Feuerüberfall im Oktober 2012 inszeniert, der als Begründung für die Stationierung von deutschen, US-amerikanischen und holländischen Patriot-Raketen in der Türkei an der Grenze zu Syrien diente.

(Weiterlesen)

Anmerkung: Es ist ja nicht so, dass mich das in irgendeiner Weise überrascht - weder die Tatsache der Inszenierung eines "Zwischenfalls" und der willkürlichen Ermordung unbeteiligter Menschen für propagandistische Kriegszwecke, noch das vollkommene Desinteresse des Kuh-Journalismus in Deutschland und anderswo stellt mehr eine Besonderheit in dieser grotesken Welt dar. Und trotzdem brodelt es in mir, wenn ich wieder einmal über eine solche Meldung stolpere, die anhand der offiziellen Quellen auch nicht mit dem üblichen Totschlag-"Argument" "Verschwörungstheorie" abgetan werden kann. Die Bande hat (auch) im Nahen Osten noch so einiges vor, das ist ja schon seit Längerem offensichtlich.

Noch vor einigen Jahrzehnten haben solche Meldungen zumindest noch für gelegentliche Irritationen und politische Dementis gesorgt - heute sind wir schon so weit, dass sie von Presse und Politik einfach komplett ignoriert werden. Angesichts einer solchen Dreistigkeit steigt der Adrenalinspiegel in meinem Blut auf sehr ungesunde Werte und der Zorn nagt hungrig an meinem Pazifismus.

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Der Friede marschiert


"Gentlemen - und wenn es sein muss, dann gegen Mexiko mit Gott für Wallstreet und Petroleum!"

(Zeichnung von Wilhelm Schulz [1865–1952], in "Simplicissimus", Heft 48 vom 28.02.1927)