Die "Kulturhauptstadt Ruhr" kann nicht darüber hinwegtäuschen: Armut – vor allem Kinderarmut - und Spaltung in der Gesellschaft wachsen auch dort. Dies wird in vieler Weise und in vielen Orten sichtbar, wie in Dortmund. Dort kümmert sich die "Kana – Dortmunder Suppenküche e.V." oder das Obdachlosen-Café "St. Reinoldi" um erwerbslose, verarmte und obdachlose Menschen. Am 29. Mai gab es im Stadtpark vor dem Rathaus – "umsonst und draußen" – Kunst, um gegen Aus- und Abgrenzung zu protestieren.
Nach der gängigen Definition der Europäischen Kommission sind diejenigen als arm zu bezeichnen, die über so geringe Mittel verfügen, dass sie von der üblichen Lebensweise des jeweiligen Landes ausgeschlossen sind. Auch bei uns, einem der wohlhabendsten Länder der Welt, steigt die Zahl der Menschen, die unter diese Definition fallen. Hartz IV und die damit verbundene Zerstörung des Sozialstaats hat dies möglich gemacht.
Es reicht, Frau Merkel - Schwarz-Gelb und die Bundeskanzlerin Angela Merkel führen unerträglich absurdes Theater auf. Ein CDU-Wähler verabschiedet sich. (...)
Dabei sind wir wahrlich nicht verwöhnt. Die Anfangszeit von Gerhard Schröders Rot-Grün glich einem Tollhaus. Die Große Koalition startete mit einem mathematischen Wunder: Die CDU hatte die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte erhöhen wollen, die SPD um null, nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen gab es einen Aufschlag von drei Prozentpunkten. Doch auch für Tollhaus gibt es noch eine verbale Steigerungsform. Sie heißt Merkelei.
Das Sparen sollten wir uns sparen - Deutschland lebt nicht über, sondern unter seinen Verhältnissen. In dieser Situation ist Sparen des Staates kontraproduktiv, auch ein "intelligentes Sparen". (...)
In dieser Situation ist Sparen des Staates kontraproduktiv, auch ein "intelligentes Sparen". Eine expansive Wirkung hätte dagegen ein einfacheres und gerechteres Steuersystem, das die Last von den kleinen und mittleren Einkommen auf die hohen Einkommen verschiebt. Zur Verringerung der Schuldenlast bietet sich auch eine befristete Sonderabgabe auf hohe Einkommen und Vermögen an.
Anmerkung: Hier haben wir es mit zwei klassischen Nebelkerzen zu tun, wie sie zu diesem Thema in diesen Tagen massenhaft unters Volk gebracht werden. Der Autor des ersten Kommentars outet sich selbst als CDU-Wähler (was angesichts seiner Funktion als Leiter des Politikressorts der Financial Times Deutschland nicht weiter verwundert) und kritisiert die schwarz-gelbe Regierung. Die Gründe für diese Kritik muss man sich aber langsam auf der Zunge zergehen lassen: Der Autor wünscht sich mehr "Führungsstärke" und mehr neoliberalen Wahnsinn - er hat nicht das geringste gelernt und verbreitet weiter unbeirrt die Mär der "Elite".
Auch der zweite Kommentar aus dem Tagesspiegel liest sich, als hätte ihn ein Laie geschrieben, der keine Kenntnis von den Zusammenhängen in unserem Geld- und Finanzsystem hat. Tatsächlich ist er jedoch "Honorarprofessor für internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und Forschungsprofessor am DIW". Es ist bezeichnend, dass auch ein solcher hochdekorierter Mann nicht einmal im Traum auf die wirklichen Fragen zu kommen scheint, die einem angesichts der katastrophalen Situation geradezu ins Gesicht springen.
Zwei Texte, wie sie scheinbar unterschiedlicher nicht sein könnten - und doch sind beide Propaganda, die der künstlichen Beatmung eines sterbenden Systems dient. So sieht aktuelle "Meinungsvielfalt" in deutschen "Qualitätsmedien" aus.
Für das Sparpaket der Regierung hat FDP-Chef Guido Westerwelle eine plakative Begründung gewählt. Es müsse Schluss sein mit "Freibier für alle". Doch was meint der Vize-Kanzler damit? Die deutsche Realität wohl kaum.
In der deutschen Wirklichkeit fließt zwar das Freibier in Strömen, aber mit Sicherheit nicht für alle. "Reiche werden reicher. Arme bleiben arm.", schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem Verteilungsbericht 2009. (...)
In Zahlen ausgedrückt heißt das: Zwei Drittel der Bevölkerung standen 2007 ohne oder mit minimalem Vermögen dar. Die reichsten zehn Prozent besaßen 60 Prozent des gesamten Vermögens im Land, Tendenz steigend.
Anmerkung: Ja, unsere Westerwelle haut mal wieder auf den Putz. Der Artikel der Frankfurter Rundschau greift zwar mal wieder viel zu kurz, benennt aber trotzdem einige Punkte, die unsere "Qualitätsmedien" uns ansonsten lieber verschweigen, wie z.B.: "Die Verluste für den Staat durch die Steuerreformen seit 1998 summieren sich nach Berechnungen des gewerkschaftsnahen Instituts IMK auf 50 Milliarden Euro pro Jahr. Ohne diese permanenten Steuerentlastungen bräuchte der Finanzminister heute kein Sparpaket. Hätte die Politik nicht immer wieder die mittleren und oberen Einkommen begünstigt, müsste sie heute nicht bei Arbeitslosen und Familien kürzen."
Das sind zwar Binsenweisheiten - aber man muss in der heutigen Zeit der Frankfurter Rundschau trotzdem dankbar sein, dass sie diese auch lapidar erwähnt.
Zu Westerwelle fällt einem bald nichts mehr ein. Der Mann entwickelt sich allmählich zu einer Karikatur seiner eigenen Karikatur. Ob er wohl imstande ist, noch hanebücheneren Unsinn abzusondern? Prognosen sind herzlich willkommen ...
Die öffentliche Armut bildet im neoliberalen Projekt eines "Um-" bzw. Abbaus des Sozialstaates keinen Kollateralschaden, sondern dient als Mittel zur Stärkung der Wirtschaft, während der private Reichtum das Lockmittel darstellt, welches die "Leistungsträger" zu besonderen Anstrengungen motivieren soll. Häufig fordern Neoliberale gleichzeitig die Kürzung der Staatsausgaben, eine Senkung der Steuern und die Ausweitung der (wirtschaftsnahen) Staatsaufgaben. / Da gemäß der Standortlogik vor allem die Gewinnsteuern und die Spitzensteuersätze immer stärker gegen Null tendieren müssen, um Großinvestoren anzulocken und als "Wirtschaftsstandort" attraktiv zu bleiben, während die sozialen Probleme wachsen und der Staat immer mehr Aufgaben zu erfüllen hat, steigt dessen Kreditaufnahme. Gleichzeitig verfällt die soziale und Verkehrsinfrastruktur – wie in den USA und Großbritannien seit langem zu beobachten ist –, was Neoliberale wiederum zusammen mit der Staatsverschuldung skandalisieren, obwohl es sich dabei um die Früchte ihrer Konzeption eines "schlanken Staates" handelt.
(...) Zum einen profitiert die Regierung davon, dass derzeit eine Fußballweltmeisterschaft nicht nur die Nachrichten, sondern auch den Alltag vieler Menschen beherrscht. Einen besseren Zeitpunkt hätte sie kaum wählen können, um den erwartbaren Protesten von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Hinzu kommt, dass viele der geplanten Sparmaßnahmen vor allem jene Bevölkerungsteile betreffen, die nicht in klassischen Institutionen - wie etwa in Gewerkschaften - organisiert sind. Das erschwert eine schnelle Mobilisierung zu Protesten. Gleichzeitig wurden die stärker organisierten Teile der Bevölkerung verschont. Die Steuerfreiheit von Nacht- und Sonntagszuschlägen wurde nicht angetastet, weil sonst die Arbeitnehmerverbände ganz schnell auf der Straße gewesen wären. Dass hingegen das Elterngeld für Hartz-IV-Bezieher gestrichen werden soll, juckt die meisten Beschäftigten kaum: Die Solidarität mit Arbeitslosen hält sich bei vielen in engen Grenzen.
Anmerkung: Die neoliberale Bande lernt offenbar dazu - nun reicht nicht mehr nur eine WM als Ablenkungsmanöver, man macht sich anscheinend wirklich Gedanken darüber, wie man einen Protest - der von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung gegen diese abstrusen, asozialen Pläne kommen müsste - abwenden kann. - Man fragt sich unwillkürlich, wieso das in Deutschland so perfekt funktioniert, während in Frankreich einmal mehr Millionen von Menschen auf der Straße stehen und gegen (vergleichsweise geringe, deshalb aber nicht minder perverse) Kürzungen zu protestieren? Muss bloß die deutsche Nationalmannschaft nun im Viertelfinale ausscheiden, damit es auch in Deutschland endlich losgeht? Wohl kaum.
Es scheint hierzulande tatsächlich kaum jemandem aufzufallen, dass die in immer größerem Umfang auf uns einprasselnden Medienberichte über "Sparmaßnahmen" auf bundesweiter, landesweiter und regionaler Ebene immer weiter ausufern - während nirgends auch nur ansatzweise Hintergründe berichtet oder gar Fragen gestellt werden, wie diese "Geldknappheit" denn überhaupt auftreten konnte. Die öffentlich-rechtlichen Medien versagen auf ganzer Linie, die privaten sowieso, und der so genannte "Qualitätsjournalismus" verhält sich wie eine Außenstelle des Propagandaministeriums.
Hallo? Ist noch jemand wach dort draußen? Hat schon jeder wieder vergessen, dass die neoliberale Bande die fehlenden Milliarden kürzlich den Milliardären in den überquellenden Sparstrumpf gestopft hat? - "Sieht denn hier keiner, dass der Kaiser keine Kleider anhat" (Reinhard Mey)?
Den politischen Offenbarungseid hat Angela Merkel längst geleistet. Wo immer die Bundeskanzlerin sich gerade aufhält, in welchen Sphären sie auch unterwegs sein mag - die Politik ist es mit Gewissheit nicht mehr. Denn in den letzten Monaten hat Merkel immer wieder die Alternativlosigkeit ihres Handelns beschworen, was nichts anderes heißt, als dass frei zu wählen ihr nicht mehr möglich ist. Selbst im Rahmen einer nur noch minimalen Bestimmung des Politischen, nämlich der, aus und in Freiheit zu handeln, agiert Merkel nicht länger politisch, sondern gehorcht einem nur noch unheimlich zu nennenden Zwang.
Vielleicht folgt sie dem Lauf der Gestirne oder richtet sich nach den Gezeiten. Das ist letztlich einerlei, denn sobald innerhalb der politischen Sphäre, deren normativer Sinn vor allem darin besteht, ein Freiheitsraum zu sein, nur noch mit naturgesetzhafter Eindeutigkeit regiert wird, verschwindet mit der Freiheit eben auch das Politische. Dieses Verschwinden ist seit langem, eigentlich seit Gerhard Schröders und Frank-Walter Steinmeiers Agenda-Setting zu beobachten. Offenbar überzeugt uns Globalisierungsstress- und Abstiegsangstgeplagte die Idee, Politik sei vor allem als soziale Käfighaltung zu verstehen. (...)
Dass es darüber nicht längst zu sozialen Aufständen, sondern nur zur Gründung der Linkspartei gekommen ist, muss wohl als der größte ideologische Erfolg des Kleinbürgertums gesehen werden. Scheinbar treibt auch noch das Prekariat die - völlig unbegründete, aber doch allemal disziplinierende - Gewinn- und Aufstiegshoffnung, ein Schnäppchen auf Kosten anderer zu machen. Ein solcher Geiz-ist-geil-Mob löst das Gesellschaftliche von innen her auf. Dessen Auflösung scheint allerdings ins Kalkül zu gehören, was nicht nur an der deutlich asozialen Tendenz im neuesten Sparhaushalt der Bundesregierung abzulesen ist.
Anmerkung: Solche Kommentare wie dieser verleihen uns ein kleinwenig Hoffnung darauf, dass die Wahrheit letzten Endes doch die Propaganda besiegen könnte. Und nicht zuletzt erinnern solche Worte an ferne, vergangene Zeiten, zu denen es am Samstagmorgen ein intellektueller Genuss war, die Frankfurter Rundschau aufzuschlagen. Bravo! Weiter so! Mehr davon!
Die Bundesregierung könnte die Einnahmen aus einer Bankensteuer gut gebrauchen. Doch die Finanzminister der wichtigsten Industriestaaten können sich nicht auf die Abgabe verständigen - sie belassen es bei einer Erklärung.
(...) In ihrer Abschlusserklärung lassen die G20-Finanzminister jedem Land freie Hand und erkennen an, dass es "verschiedene Politikansätze" gebe. Die Staats- und Regierungschefs der G20 sollen sich daher auf ihrem Gipfel in drei Wochen im kanadischen Toronto lediglich auf "Prinzipien" verständigen, wie Steuerzahler geschützt und die Risiken durch Spekulationen begrenzt werden können.
Schäuble und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschen sich von Toronto aber vor allem die endgültige Absage von ganz oben an eine internationale Finanztransaktionssteuer. Auf diese Weise hoffen sie, Kritiker in der Opposition, aber auch in der Union besänftigen zu können.
Anmerkung: Ja, wer hätte denn damit auch rechnen können - es ist schön, dass wenigstens die Frankfurter Rundschau dezent darauf hinweist, dass eine internationale Finanztransaktionssteuer von der neoliberalen Bande so sehr gewünscht wird wie ein Kropf. Natürlich wird es eine solche Steuer nicht geben (und daran sind gewiss nicht einzig Länder wie Japan, Kanada, Australien und Brasilien schuld, wie die Medien unverfroren behaupten), und natürlich wird die anvisierte "Zwangsabgabe" der Banken in Deutschland in Portokassengröße ausfallen.
Das gesamte neoliberale Projekt würde doch in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus, wenn die Nutznießer und Ausplünderer ihre Beute wieder herausrücken müssten. Es reizt zu hysterischem Lachen, wenn die Frankfurter Rundschau unkommentiert schreibt: "Er wolle Entscheidungen, sagte Schäuble. Es müsse Schluss sein damit, dass niemand zu Hause handele mit der Begründung, eine weltweite Finanzsteuer sei die noch bessere Lösung." - Wieso nur fällt mir in solchen Glanzmomenten Absurdistans stets der merkwürdige Satz ein: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen"?
Wir hatten schon häufiger die sozialdarwinistische bzw. eugenische Motivation bei der Ersetzung des sozialkompensatorischen Erziehungsgeldes durch das einkommensabhängige Elterngeld thematisiert. Die Bundesregierung plant nun die komplette Streichung des Elterngeldes für Arme, tastet aber die 1.800 Euro monatliches Elterngeld für Gutverdienende nicht an. Gunnar Heinsohn hatte dies bereits aus eugenischen Gründen in einem Welt-Artikel gefordert.
wen meinen Sie eigentlich, wenn Sie sagen, wir hätten jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt? (...)
Meinen Sie vielleicht die Arbeitslosen und Hartz IV-Bezieher, bei denen jetzt gekürzt werden soll? Meinen Sie die Zeit- und Leiharbeiter, die nicht wissen, wie lange sie ihren Job noch haben? Oder meinen Sie die Normalverdiener, denen immer weniger netto vom brutto übrigbleibt? Haben die etwa alle "über ihre Verhältnisse" gelebt?
Nein, maßlos waren und sind ganz andere: Zum Beispiel die Banken, die erst mit hochriskanten Geschäften Kasse machen, dann Milliarden in den Sand setzen, sich vom Steuerzahler retten lassen und nun einfach weiterzocken als ob nichts gewesen wäre.
Union und FDP machen Ernst und kürzen bei Arbeitslosen und Familien, während Spitzenverdiener, Wohlhabende und die Wirtschaft weitestgehend ungeschoren bleiben
Nun wissen wir es: Die Krankenschwester, die ihren Kinderwunsch dank des Kindergelds verwirklichen konnte und der 60-jährige Bauarbeiter, der seinen Job verloren hat, leben über "unsere Verhältnisse". Aber Angela Merkel und Guido Westerwelle machen nun Schluss mit dieser "Freibiermentalität" und planen bis ins Jahr 2014 stolze 80 Milliarden Euro auf dem Rücken der Bevölkerung einzusparen. Die Wahlen in Nordrhein-Westfalen sind Geschichte, die nächsten Landtagswahlen finden erst im Frühjahr 2011 statt und da der Wähler ja bekanntermaßen zur Vergesslichkeit neigt, ist dies der ideale Zeitpunkt, um "harte Einschnitte" vorzunehmen. Die Sparmaßnahmen der Regierung sind zweifelsohne hart, eins sind sie trotz gegenteiliger Beteuerungen allerdings nicht - alternativlos.
Schwarz-gelber Betrug am Wähler - Sozialer Kahlschlag statt "mehr Netto vom Brutto"
Die amtierende Bundesregierung, das ist seit gestern offensichtlich, ist durch einen ausgemachten politischen Schwindel an die Macht gekommen. Statt, wie in den zentralen Aussagen Merkels und Westerwelles vor der Bundestagswahl 2009 versprochen, den Bürgern "mehr Netto vom Brutto" zu verschaffen, hat die schwarz-gelbe Koalition gerade das ganze Gegenteil beschlossen. Nach dem größten Kahlschlag-Programm der deutschen Nachkriegsgeschichte wird niemand mehr, das Gros der Bürger aber weniger Geld in der Tasche haben. Betrug am Wähler darf und muss man das nennen.
Das sogenannte Sparprogramm der schwarz-gelben Regierung wird in die Geschichte eingehen. Aber nicht als der endgültige Durchbruch in Sachen Staatsverschuldung, sondern als Beginn einer verlorenen Dekade. Es wird als klassischer Ausdruck für den Tunnelblick einer Regierung betrachtet werden, die im entscheidenden Jahr 2010 nicht einmal im Ansatz begriffen hatte, was die Stunde geschlagen hatte.
Anmerkung: Wundert es eigentlich irgendjemanden, dass solche Ausplünderungen und sozialen Raubzüge gerade während der Fußball-WM und nach den Wahlen geplant und durchgezogen werden? Vermag hier irgendjemand auch nur ansatzweise zu erkennen, inwieweit die neoliberale Bande die Interessen der Bürger vertritt? Wieso stehen die Menschen mit albernen Nationalfahnen grölend auf der Straße und unterstützen Fußball-Millionäre, anstatt Transparente zu schwenken und lauthals umfassende Gerechtigkeit zu fordern?
Wenn es den Fußball nicht schon gäbe, hätte die neoliberale Bande ihn erfinden müssen. Es gibt offenbar kein wirksameres Narkotikum. Es wird ein böses Erwachen geben, wenn endlich alle bemerken, dass es die "Spiele" zwar weiterhin gibt, während das "Brot" aber massiv gekürzt wurde.
Was für ein Skandal: WHO-Autoren stehen auf der Gehaltsliste der Pharmakonzerne. War die Schweinegrippe nur Panikmache?
Was Britische Journalisten herausgefunden haben, könnte sich zu einem der größten Pharmaskandale der vergangenen Jahre entwickeln. 2004 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO Richtlinien, wie Länder einer Pandemie vorbeugen können. Diese Richtlinien führten unter anderem dazu, dass Milliarden von Steuergeldern zur vermeintlichen Bekämpfung der Schweinegrippe mit Medikamenten verschwendet wurden.
Eine Untersuchung des "British Medical Journal" und der englischen Journalisten-Initiative Bureau of Investigative Journalism (BIJ) kommt zu dem Schluss, dass die Autoren der WHO-Richtlinie von der Pharmaindustrie bezahlt wurden. Mindestens drei der beteiligten Wissenschaftler standen gleichzeitig auf der Gehaltsliste GlaxoSmithKline (GSK) und Roche. Beide Hersteller profitierten mit Relenza und Tamiflu maßgeblich von der Angst vor der Schweinegrippe.
Die deutschen Steuerzahler hat die Angst vor der Grippe rund eine Mrd. Euro gekostet, schätzt der Münchner Epidemiologe Ulrich Keil.
Anmerkung: Wie schön - mit vielen Monaten Verspätung kommt nun auch Springers Welt diesem seit langem bekannten (und in keiner Weise aufgearbeiteten oder gar strafrechtlich verfolgten) Skandal auf die Spur - und verschweigt dabei geflissentlich die eigene Rolle in diesem perfiden Spiel der Panik- und Geldmache. Wer sich die Mühe machen möchte, kann das Online-Archiv der Welt mal durchsuchen - und wird sicher nicht überrascht sein.
(...) Hintergrundinformationen über Joachim Gauck: "Er ist Mitglied des Verbandes Atlantik-Brücke und Mitglied im Senat der von Helmut Schmidt, Kurt Biedenkopf u.a. gegründeten Deutschen Nationalstiftung." (Quelle: Wikipedia)
Welche Ziele verfolgt diese Stiftung? Siehe dazu ein Papier vom November 1996: "Wir brauchen in Deutschland politische Schritte mit einer längeren Perspektive. Folgende wichtige Komponenten sind für die Gesundung Deutschlands nötig:
Umbau der Sozialversicherung;
Renovierung der öffentlichen Finanzwirtschaft;
längeres Anhalten der Realeinkommen;
Verzicht auf weitere DM-Aufwertungen;
eine umfassende Deregulierung auf allen Gebieten."
taz: Herr Gysi, warum wählt die Linkspartei Herrn Gauck nicht zum Bundespräsidenten?
Gregor Gysi: Weil er Haltungen einnimmt, die wir nicht teilen. Er war für den Irakkrieg. Er ist für den Afghanistankrieg. Und er lehnt die Einheit von politischer Freiheit und sozialer Gerechtigkeit ab. Er will den sogenannten Fürsorgestaat nicht. Meine Schlussfolgerung aus DDR und Bundesrepublik lautet, dass wir politische und soziale Freiheit nicht mehr trennen dürfen. Gauck sieht das anders. Für eine Partei, die vorwiegend sozial ausgerichtet ist, ist das schwerwiegend.
Bundesweit war laut zu vernehmen, wie sich die SPD-Oberen eingedenk des angeblich cleveren Schachzugs, Herrn Gauck zum Bundespräsidentenkandidaten zu nominieren, auf die Schenkel schlugen. Sie haben übersehen, dass sie ideologisch, inhaltlich und strategisch den Kandidaten der Gegenseite als angeblich eigenen platziert haben. Gauck macht schon jetzt klar, dass er auch als Präsident politisch intervenieren wird und dass dies zulasten der politischen und inhaltlichen Optionen der Sozialdemokratie gehen wird. Siehe dazu das SpiegelOnline-Interview im Anhang.
Anmerkung: Albrecht Müller findet wieder einmal passende Worte, wenn er befindet, die SPD-Führung sei "eine einzige Lachnummer". Dies setzt allerdings voraus, dass Gauck quasi "versehentlich" als "sozialdemokratischer" Kandidat vorgeschlagen worden ist - und das, mit Verlaub, darf stark bezweifelt werden. Dieser Vorschlag ist doch vielmehr ein weiteres Indiz dafür, dass die SPD nach wie vor in rechten, neoliberalen Gewässern kreuzt - und daran auch in der Opposition nicht das geringste ändern möchte.
Diese SPD ist weder sozial, noch demokratisch - und ein Präsidentschaftskandidat wie Gauck passt vorzüglich in diese Riege der neoliberalen schlipstragenden Volksauspresser.
Ein Musik- und Literaturwissenschaftler auf der heiteren Odyssee bzw. vergeblichen Suche nach dem Humanismus.
Ich verstehe dieses Blog weder als "links", noch als "linksliberal" - es versucht, schlicht der Logik zu folgen, sucht die oft verschleierte Wahrheit und landet daher fast zwangsweise immer wieder in sozialistischen Regionen, in die es nie wollte. Die Logik lässt sich nicht so leicht austricksen wie es der interessengeleitete menschliche Geist tut.
Dennoch gilt auch weiterhin Spocks weiser Spruch: "Logik ist nur der Beginn aller Weisheit - und nicht ihr Ende."
Der Blogbetreiber stellt sich vor - auf dass NSA, "Verfassungsschutz", BKA und so viele andere nicht mehr so ausufernd suchen müssen:
Facebookfreie Zone
Das gilt selbstredend auch für alle anderen Datenkraken und "sozialen Netzwerke".
Statt Facebook lieber Ghostery :-)
Dieses kleine, kostenlose Plugin gibt's für alle gängigen Browser - macht es den Werbefuzzis und Überwachungsfetischisten doch wenigstens ein bisschen schwerer, Euren Spuren im Netz zu folgen ...