skip to main |
skip to sidebar
Bundespräsident Joachim Gauck hat das Gesetz zur umstrittene[n] Diätenerhöhung für Bundestagsabgeordnete unterschrieben. Seine Sprecherin teilte mit, Gauck habe das Gesetz auf eine Übereinstimmung mit dem Grundgesetz "intensiv geprüft". "Im Ergebnis waren die verfassungsrechtlichen Bedenken nicht so durchgreifend, dass sie den Bundespräsidenten an einer Ausfertigung gehindert hätten", erklärte die Sprecherin. (...)
Nach Gaucks Unterschrift können die Diäten nun rückwirkend zum Juli auf 8.667 von 8.252 Euro steigen. Für Januar 2015 ist eine weitere Erhöhung auf 9.082 Euro geplant.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Da jubeln nicht nur die Mitläufer und Hinterbänkler im Bundestag (wenn auch nur auf dem stillen Örtchen oder an anderen nicht öffentlichen Plätzen, um ja keine Wähler zu verschrecken): Eine satte Erhöhung der Bezüge um 415 Euro pro Monat und in fünf Monaten gleich nochmal soviel obendrauf, also ab Januar 2015 insgesamt 830 Euro mehr jeden Monat - das ist selbst für die fürstlich versorgten "Volksvertreter" ein hübsches Sümmchen, mit dem sich in Abstimmungen gewiss so manche Stimme trefflich kaufen lässt.
Und auch wenn dieses groteske Mondgehalt von 9.082 Euro monatlich für viele dieser Figuren nur ein Zubrot darstellt, da sie in ihren "eigentlichen" Berufen und/oder durch "Nebentätigkeiten" bereits ein Vielfaches dessen scheffeln, bleiben es trotzdem dieselben schmierigen Gestalten, die gerade eben ein vollkommen durchlöchertes "Mindestlohn"-Gespenst (zur Erinnerung: in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde) beschlossen haben und zeitgleich am zwangsverarmenden Hartz-Terror für die Bevölkerung festhalten und diesen sogar noch weiter verschärfen wollen.
Über den Hampelmann Gauck und seine natürlich in fußballvernebelter Zeit kurz vorm "Finale" erfolgte Unterschrift unter dieses abstruse Gesetz möchte ich mich hier gar nicht weiter auslassen - ich denke, jede/r Leser/in besitzt genug Fantasie, um das freiheitsschwadronierende, tattrige Knautschgesicht in die ihm gebührende Kategorie der kapitalhörigen Huren einzuordnen.

(...) Armut und Reichtum sind keine unsozialen Kollateralschäden der Globalisierung, wie man die Menschen glauben machen möchte, sie sind im kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vielmehr strukturell angelegt. Armut ist gewollt und bewusst erzeugt, weil sie die "Aktivierung", Motivierung und Disziplinierung der Bevölkerungsmehrheit gewährleistet. Die (Angst vor der) Armut sichert den Fortbestand der bestehenden Herrschaftsverhältnisse. Während der Reichtum als Belohnung für "Leistungsträger" dient, gilt die Armut als gerechte Strafe für "Leistungsverweigerer", "Faulenzer" und "Sozialschmarotzer".
Somit bilden Armut und Reichtum zwar ein begriffliches Gegensatzpaar, aber in gewisser Weise auch zwei Seiten derselben Medaille: Wenn etwa Geringverdiener aufgrund der sie hart treffenden Krisenfolgen häufiger ihr Girokonto überziehen und hohe Dispozinsen zahlen müssen, werden die Eigentümer der Banken noch reicher, und wenn noch mehr Familien beim Lebensmittel-Discounter einkaufen müssen, um über die Runden zu kommen, häufen die Eigentümer solcher Discountketten wie Aldi Nord und Süd, die zu den vermögendsten Deutschen gehören, noch mehr Privatvermögen an.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Der Autor dieses Artikels, Prof. Christoph Butterwegge, ist Armutsforscher an der FH Köln und wird seit so vielen Jahren nicht müde, immer wieder auf die fatalen Folgen des seit einigen Jahrzehnten wieder einmal verstärkt stattfindenden systembedingten neoliberalen Ausbaus des kapitalistischen Systems hinzuweisen - freilich ohne nennenswerte politische Resonanz. Schließlich weist er ja selbst darauf hin, dass diese konsequente Verarmung und Verelendung breiter Bevölkerungsschichten systemimmanent und politisch gewollt ist - wer also sollte da auch politisch gegensteuern (wollen)?
Die Umverteilung von Arm zu Reich und die vollkommen pervertierte Vermögenskonzentration in den Händen einiger weniger wird also auch weiterhin ungehindert voranschreiten und von den neoliberalen Blockparteien selbstverständlich weiter gefördert werden. Einsichten oder ein Umdenken sind nirgends in Sicht, und so ist es nur eine Frage der Zeit und der Leidensfähigkeit der betroffenen Menschen in Europa, bis einmal mehr entweder die Mistgabeln geschwungen werden und "elitäre" Köpfe rollen - oder ein großer Krieg das Gespenst des drohenden Unheils in ganz andere Bahnen lenkt, die den herrschenden "Eliten" nicht gefährlich werden, sondern sie sogar noch weiter bereichern können. Es gehört nicht allzuviel Fantasie dazu sich auszumalen, welche Variante diese "Herrschaften" wohl bevorzugen werden.
Wer sich ein etwas anschaulicheres Bild von der Armut machen möchte, die in den reichsten Ländern der EU politisch gewollt um sich sich greift, mag sich die unten verlinkte Doku anschauen - dort sehen wir, wohin Merkel, Seehofer, Gabriel, Steinmeier, Göring-Eckardt, Trittin und die Splitter-Partei FDP ganz bewusst steuern. Diese korrupte und bis auf die Knochen verkommene Bande weiß ganz genau, was für eine schändliche Arbeit sie da verrichtet.
Der gute Fefe hat mich dankenswerter Weise auf dieses herrliche Beitrittsformular der "Grünen Jugend" aufmerksam gemacht, in dem sich - neben allerlei anderen ausufernden Datenerhebungen - die folgende kafkaeske Passage findet:

Die grünen Jugendbewegten begründen diesen Irrsinn mit dieser Stellungnahme - allerdings fällt es mir doch relativ schwer, der dort angebotenen "Argumentation" logisch zu folgen, ohne in heiseres (oder eher hustend-keuchendes) Gelächter auszubrechen. Inwiefern wäre es zu "statistischen Zwecken" denn anders oder schwieriger, den Frauenanteil zu messen, wenn dem an der "Grünen Jugend" interessierten Menschen dort wahlweise auch die böse Option "Mann" und meinetwegen weitere Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung stünden? Auch dem zweiten "Argument" nähme diese schlichte, jedem Dorfdeppen einfallende Variante unverzüglich jedes verfügbare laue Lüftchen aus den allzu großen Segeln.
Auf dermaßen naheliegende Lösungen sind die Jugendbewegten der Grünen aber nicht gekommen, denn es geht hier klar erkennbar um etwas ganz anderes: Auf die zweifellos noch immer ungelösten Ungerechtigkeiten des Patriarchats reagieren diese "Rebellinnen und Rebellen" schlicht mit der Umkehrung der Ungerechtigkeiten - und diskriminieren flugs die andere, diesmal die männliche Seite, offenbar in der irrwitzigen und allzu dämlichen Annahme, damit "etwas mehr Gerechtigkeit" herstellen zu können. Wir lernen einmal mehr: Dümmer geht's immer.
Und während die "Rebellion" sich auf solche hirnschmelzende Nebenschauplätze auslagern lässt, die mit nur ein wenig gutem Willen und etwas Kreativität in kürzester Zeit zu lösen wären, beispielsweise so:
Geschlecht: vollkommen egal!
nimmt die real stattfindende fatale Reise in den kapitalistischen Faschismus stetig an Fahrt auf, und die Initiatoren halten sich einmal mehr die fetten Bäuche vor Lachen über die so gut steuerbaren, immer doofen Linken, die heute nicht einmal mehr zur Rolle der "lästigen Fliegen" taugen, sondern zur unbändigen Lachnummer verkommen sind.
(The Gathering: "Jelena", aus dem Album "Souvenirs", 2003)
My friend, she tipped over
Out of childhood into sadness
She's always shining, but nevertheless
Her beautiful heart is drowned in grief
Sugar horse lives inside
Like a friend in need
Far and wide she'll gaze
Upon the flowers bloom
Jaded, her mind in a daze
From the medicine gloom
They leave her with her friend
A force of nature filled with strength
Sugar horse lives inside
Like a friend in need

Anmerkung: Zum Anhören dieses wundervollen akustischen Ergusses sei einmal mehr die totale Dunkelheit und brüllende Lautstärke empfohlen - vielleicht noch verbunden mit der Aufforderung, sich bei diesem Versuch unsere habgierige neoliberale Bande (vielleicht den Feingeist Niebel oder die zarte Merkel?) vorzustellen, wie sie mit der Hilfe von "funny cigarettes" oder anderen Drogen dem Geheimnis dieser zauberhaften Musik vollkommen vergeblich nachzuspüren versucht. Die Ergebnisse solcher Versuche sind jedenfalls weitaus psychedelischer als jede Droge das je verursachen könnte.
Verbrecherjagd durch Handy-Spionage / Stille SMS, Funkzellenabfrage, WLAN-Catcher - die Polizei in Nordrhein-Westfalen setzt zunehmend auf verdeckte elektronische Ermittlungsmethoden - und vermeldet einzelne Erfolge. Die NRW-Piraten sehen die teure Überwachung allerdings kritisch.
(Weiterlesen, wer starke Nerven hat)
Anmerkung: Ich bin mir keineswegs sicher, ob diese veröffentlichten Zahlen sowie die Arten der durchgeführten polizeilichen Überwachungsmaßnahmen der Wahrheit entsprechen - die Erfahrung der letzten Jahre nötigt hier durchaus zur Skepsis. Es bleibt aber festzuhalten, dass zusätzlich zur sowieso schon stattfindenden, "streng geheimen" Totalüberwachung der Menschen in diesem Land durch in- und ausländische Geheimdienste nun auch noch die Überwachung durch die Polizei kommt. Ganz abgesehen davon, dass diese Praxis durch und durch verfassungsfeindlich ist, stellt sich hier auch die Frage, ob irgendjemand tatsächlich noch daran glaubt, dass Polizei und "Verfassungsschutz" hier wirklich "getrennt ermitteln"? Eine Zusammenarbeit ist bekanntlich aus guten Gründen nicht erlaubt.
Wie gewohnt, berichtet der WDR aber in einer Weise darüber, als handele es sich um das Jubiläum des Taubenzuchtvereins Dortmund-Brakel. Darüber hinaus nennt der Sender als einzigen erwähnswerten Kritikpunkt an dieser Vorgehensweise allen Ernstes finanzielle Gründe - diese Überwachung sei schlicht "zu teuer". Ich fasse es nach wie vor noch immer nicht, wie weit die neoliberale Zerstörung und Deformation bereits um sich gegriffen und längst zur vollkommen pervertierten Normalität - selbstverständlich auch in den "öffentlich-rechtlichen" Medien - geworden ist.
Obwohl ich persönlich mein letztes Handy bereits vor Jahren genussvoll verschrottet habe, gebe ich mich hier keinerlei Illusionen hin: Mein Internetanschluss dürfte längst in mehreren staatlichen Überwachungsdatenbanken registriert sein. Das grundgesetzlich festgeschriebene "Fernmelde-" und "Briefgeheimnis" ist inzwischen zu einer grotesken, lächerlichen Farce verkommen - die staatlichen Schnüffelheinis der bundesdeutschen Stasi drücken sich gegenseitig die Klinke in die Hand und das Grundgesetz in den Anus, wenn es um das permanente Abschnorcheln von BürgerInnen geht. Und wohin derartig mäandernde staatliche Überwachungskrebsgeschwüre unweigerlich führen, dürfte wohl jedem unmittelbar klar sein.
Daraus folgt, dass dies selbstredend auch der neoliberalen Bande klar ist - woraus wir wiederum auf deren tatsächlichen Ziele schließen können. Es gehört nicht sonderlich viel Fantasie dazu, sich auszumalen, wieso diese Bande eine konsequent menschenfeindliche und elitenhörige Politik, eine großangelegte Zwangsverarmung breiter Bevölkerungsschichten und eine parallel vorangetriebene Totalüberwachung aller BürgerInnen betreibt. Umso irrwitziger ist es, dass es weitgehend ruhig im Land bleibt und die Protagonisten dieses furchtbaren Weges in den Faschismus sogar noch von vielen gewählt werden.
---
Das versprochene Paradies

"Darum wähle!"
(Zeichnung von Karl Arnold [1883-1953], in "Simplicissimus", Heft 43 vom 21.01.1919)
Statt einer Anmerkung: "Dem Sport ist zu aller Zeit und vor allem von allen Regierungen aus gutem Grund immer die größte Bedeutung beigemessen worden: er unterhält und benebelt und verdummt die Massen; und vor allem die Diktatoren wissen, warum sie immer und in jedem Fall für den Sport sind."
(Thomas Bernhard [1931-1989], aus: "Die Ursache. Eine Andeutung", 1975)
Ein Mathematiker hat behauptet,
dass es allmählich an der Zeit sei,
eine stabile Kiste zu bauen,
die tausend Meter lang, hoch und breit sei.
In diesem einen Kubikkilometer
hätten, schrieb er im wichtigsten Satz,
sämtliche heute lebenden Menschen
(das sind zirka zwei Milliarden) Platz!
Man könnte also die ganze Menschheit
in eine Kiste steigen heißen
und diese, vielleicht in den Kordilleren,
in einen der tiefsten Abgründe schmeißen.
Da lägen wir dann, fast unbemerkbar,
als würfelförmiges Paket.
Und Gras könnte über die Menschheit wachsen.
Und Sand würde daraufgeweht.
Kreischend zögen die Geier Kreise.
Die riesigen Städte stünden leer.
Die Menschheit läg' in den Kordilleren.
Das wüsste dann aber keiner mehr.
(Erich Kästner [1899-1974], in "Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke", 1936)

Anmerkung: Gut, heute bräuchte man eine etwas größere Kiste, die etwa vier Kubikkilometer Volumen aufweist - davon abesehen hat sich aber seit damals nichts Grundlegendes geändert. Dummheit und Ignoranz sind nach wie vor die tragenden "Säulen" dieser Spezies, und die dafür verantwortlichen "Eliten" sind ebenso habgierig, strunzdämlich und menschenfeindlich wie eh und je. Es ist alles beim Alten.
(Voltaire: "This Ship's Going Down", aus dem Album "To The Bottom Of The Sea", 2008)
A gargantuan hole in the bow will the ocean to enter allow.
Oh, but more a sin than letting it in, it's letting our good fortune out.
The nest to the storm did succumb, while the crow hid his fear in the rum.
And the mast, it broke and threw out the bloke and well now he's surely my chum.
Love letters from under his bed, holds the cabin boy over his head
A futile try to keep it dry what tears have already wet.
They were penned by a girl in Merak, and the Javanese value their tact.
She'll conclude he's horribly rude 'cause he's sure as hell not writing back.
'Cause this ship's going down,
All on account of the weather.
Though we'll drown, there's no need to frown
'Cause we're all going together.
And I won't say: "Woe is me"
As I disappear into the sea,
'Cause I'm in good company
As we're all going together.
I've had women of every kind, but the only one truly was mine
Is the one at home who'll be alone when I am full-up with brine.
For my son I had always a plan, for to raise him as best as I can.
Oh well, you can bet, my only regret is to not see him grow to a man.
'Cause this ship's going down,
All on account of the weather.
Though we'll drown, there's no need to frown
'Cause we're all going together.
And I won't say: "Woe is me"
As I disappear into the sea,
'Cause I'm in good company
As we're all going together.
I was sinking down into the brine, when a curious sight caught my eye.
Seaman Shaft had found him a raft and was makin' a speedy goodbye.
At the risk of sounding absurd, I have always been good as my word.
So a fishgig I lanced into his eye and I knocked his ass overboard.
'Cause this ship's going down,
All on account of the weather.
Though we'll drown, there's no need to frown
'Cause we're all going together.
And I won't say: "Woe is me"
As I disappear into the sea ...
Oh, hell!
'Cause you've all been so good to me,
So we're all going together.

Anmerkung: Ich weiß, ich hatte diesen Song schon vor zwei Jahren hier im Blog, aber das ändert nichts daran, dass ich ihn einfach klasse finde und ihn immer wieder gerne höre - ganz besonders dann, wenn wieder einmal offensichtlich wird, dass wir alle gemeinsam in eben jenem besungenen Schiff hocken, das sich unweigerlich auf seinem klar erkennbaren kapitalistischen Weg "to the bottom of the sea" befindet. Es ist dabei nur eine bemerkenswerte, wahrlich nicht ironiefreie Randnotiz, dass es sich ausgerechnet um einen us-amerikanischen Musiker handelt, der sich heute den wunderbaren Namen "Voltaire" gegeben hat.
Es gibt in der Regel gute Gründe, weshalb ich auf eine bestimmte Website nicht verlinke - die Seite "duckhome" gehörte bisher dazu, weil ich sie ohne die Zuhilfenahme eines Lektors kaum lesen konnte, da der Autor es nicht hinbekam, auch nur einen einzigen Satz fehlerfrei zu tippen und ich demnach beim Lesen - unabhängig vom Inhalt - schon formal ständig stolperte.
Das hat sich nun geändert, denn was ich kürzlich dort lesen musste (inklusive der Kommentare, denn dort legt der Autor allzu deftig und heftig nach), sprengt den Rahmen alles Vertretbaren und offenbart genau den muffigen braunen Geist, mit dem ich nie wieder etwas zu tun haben wollte. Es ist zwar ein alter Hut, dass Gewalt Gegengewalt produziert - aber mit welcher Vehemenz hier für Gewalt gegen die zweifellos schuldigen Vertreter und Verfechter der kapitalistischen Verbrecherbande geworben wird, hat meinen Atem stocken lassen. Wir erleben hier hautnah, wie der kapitalistische Terror rege Früchte trägt und aus seinen Opfern ebensolche entstellte Monstren des Eigennutzes macht.
Westerwelle und seine in die publizistische Welt posaunte Krebserkrankung sind das beste Beispiel dafür - wie die Geier stürzen sich Jochen Hoff und seine UnterstützerInnen auf diese Nachricht und offenbaren ein Welt- und Menschenbild, das steinzeitlicher, verachtenswerter und dümmer kaum sein könnte: "[Westerwelle] muss mit unserem Hass leben, so wie er uns gehasst und verachtet hat." Der Mann erkennt also, dass sein persönlicher Hass die Grundlage seiner schlimmen Entgleisungen ist, ohne aber die intellektuell notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen (ziehen zu können?) - dümmer und simpler geht es kaum.
Es hat sich offenbar auch im Jahr 2014 noch immer nicht herumgesprochen, deshalb wiederhole ich es hier noch einmal: Nicht die (jederzeit austauschbaren) ProtagonistInnen des kapitalistischen Systems sind der Feind, sondern das System selbst! Wie es scheint, sind wir in informationeller und intellektueller Hinsicht auf dem Stand der französischen Revolution (1789) stehen geblieben - der Herr Hoff ist ein bedrückendes, mutlos machendes Beispiel dafür.
Wer Menschen massakrieren will - aus welchen Gründen auch immer -, der bleibt ein faschistisches Arschloch. Das gilt nicht nur für Westerwelle, sondern ganz besonders auch für den Herrn Hoff.
Lernt diese Menschheit denn wirklich niemals?

Nun ist es wieder soweit: Während überall der Fußballterror den wirklichen Terror der kapitalistischen Ausbeutungs-, Überwachungs- und Unterdrückungsmaschinerie überlagert, habe ich mich mal wieder in virtuelle Landschaften geflüchtet und dieses Mal die "Königreiche von Amalur" gewählt.
Ich weiß (und wusste es vorher), dass dieses Spiel von vielen Seiten in der Luft zerrissen worden ist und offenbar auch ein ökonomischer Misserfolg für den "Premium"-Entwickler Electronic Arts war - dennoch wollte ich es mir nicht nehmen lassen, den kommerzialisierten Fehlschlag selbst auszuprobieren - einen herzlichen Dank an dieser Stelle an den edlen Spender, der mir das Spiel zur Verfügung gestellt hat.
Was soll ich sagen - es ist in der Tat ein "Rollenspiel für Dummies", das keine erwähnenswerten Rätsel oder andere Herausforderungen für den geneigten Rollenspieler bietet. Ich kann das zwar noch nicht abschließend beurteilen, da ich das Spiel erst (geschätzt aufgrund der bislang freigeschalteten Weltkarte) zu etwa zwei Dritteln durchgespielt habe, aber es würde mich arg wundern, wenn sich das jetzt im Endspurt noch änderte.
Trotzdem: Es ist ein wunderbares, unterhaltsames, fantasievolles Spiel, das in vielerlei Hinsicht überzeugen kann. Die Story ist zwar nicht progressiv, immerhin aber nicht langweilig und zudem stimmig erzählt - gerade die Umsetzung der Dialoge ist sehr professionell, was insbesondere für die englische Fassung gilt, denn die spiele ich: Es ist eine helle Freude, den verschiedenen englischen Dialekten zu folgen, die bestimmten Bevölkerungsgruppen von Amalur zugeordnet wurden. Es ist mitunter sehr erheiternd, den konsequent in konservativstem "British English", oftmals allzu arrogant vorgetragenen Predigden der "Feien" zuzuhören, während beispielsweise die Gnome ebenso konsequent mit einem überaus prägnanten schottischen Akzent reden.
Den einzigen Wermutstropfen mache ich hier bei den "Reisenden" ("Travellers") aus, die im Spiel die genrebekannte Gruppe der Diebe bildet. Die "Travellers" gibt es in Britannien und den USA allerdings wirklich, und es sind tatsächlich "Reisende" - wieso muss in einem solchen Spiel nun das altbekannte Ressentiment bedient werden, dass solche Menschen "Diebe" seien? Denken Menschen, die so etwas entwickeln, nicht nach - oder pflegen sie ein solches rassistisches Weltbild, frei nach dem Motto: "Zigeuner klauen eben"?
Davon abgesehen macht dieses Spiel einfach nur Spaß: Man kann die eigene Spielfigur in verschiedene Richtungen entwickeln und verschiedene Fähigkeiten erlernen und ausbauen - und die visuelle Umsetzung dieser Fähigkeiten in der Auseinandersetzung mit den vielen mehr oder weniger fiesen Gegnern, die überall in der großen Spielwelt lauern, ist fantastisch. Es versteht sich von selbst, dass man auch Tränke brauen, Waffen und Rüstungen schmieden und diese durch Magie verzaubern (also verbessern) kann - und im Gegensatz zu anderen Spielen darf ich hier resümieren, dass in den meisten Fällen die selbst hergestellten und verzauberten Gegenstände weitaus besser sind als alles, was man in der reichhaltig bestückten Welt von Amalur so findet.
In so mancher Kritik zu diesem Spiel habe ich Vergleiche zu "Skyrim" gefunden - was aber völliger Blödsinn ist, denn allein durch die comicartige Grafik wird ja schon klar, dass es hier um eine ganz andere Liga geht.
Ich jedenfalls freue mich tierisch darauf, das gebeutelte Amalur in Bälde von den fiesen Bedrohungen zu befreien ... :-)
Der Schmerz sargt uns ein
in einem Haus ohne Fenster.
Die Sonne, die die Blumen öffnet,
zeigt seine Kanten
nur deutlicher.
Es ist ein Würfel aus Schweigen
in der Nacht.
Der Trost,
der keine Fenster findet und keine Türen
und hinein will,
trägt erbittert das Reisig zusammen.
Er will ein Wunder erzwingen
und zündet es an,
das Haus aus Schmerz.
(Hilde Domin [1909-2006], in: "Nur eine Rose als Stütze. Gedichte", 1959)

Höchste Zahl seit Zweitem Weltkrieg / 50 Millionen Menschen sind auf der Flucht / Weltweit nehmen Flucht und Vertreibung Jahr für Jahr zu. Die UN sprechen von einem "gefährlichen Friedensdefizit". Tatsächlich waren Ende 2013 über 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht - so viel wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Auch diesen Text unserer Propagandamedien darf man sich nur durchlesen, wenn man über ein wenig Hintergrundwissen verfügt. Selbstverständlich werden auch hier die Ursachen, die für die katastrophale Entwicklung weltweit gesorgt haben, nicht genannt. Der Kapitalismus wütet ungebremst und die Folgen sind furchtbar - und man weiß nun so gar nicht, wieso es überall so schlimm aussieht, wo doch das segensbringende kapitalistische System überall auf dem Vormarsch ist. Soweit also nichts Neues aus den grenzdebilen Propagandahälsen der neoliberalen Bande.
Ein besonderes Merkmal der Faschistisierung hat sich hier aber doch eingeschlichen: n-tv behauptet in diesem Zusammenhang nämlich dumm und dreist: "Die meisten Asylanträge erreichen Deutschland". Potzblitz, wie kann das sein, fragt sich der verwirrte Leser - und übersieht geflissentlich, dass im Text klammheimlich vorher eine Selektion stattgefunden hat: Aus den 51,2 Millionen globalen Flüchtlingen wurden plötzlich "drei Gruppen", die bürokratisch in "Flüchtlinge", "Asylsuchende" und "Binnenvertriebene" unterteilt werden. Irgendwelche Zahlen werden nicht genannt, und so erklärt es sich plötzlich, dass die vielen Menschen, die beispielsweise aus Syrien in ein Nachbarland vor der Kriegsgewalt flüchten mussten, nicht in dieser perfiden Statistik der "Asylsuchenden" auftauchen - denn dort werden sie größtenteils gar nicht erst dazu gezwungen, einen offiziellen "Asylantrag" zu stellen: Dort hilft man ihnen nämlich einfach so, ganz ohne "Anträge" und anderen bürokratischen Irrsinn.
Wir haben es hier also gleich mit einer vielfachen Vernebelung im Mantel der "freien Berichterstattung westlicher Medien" zu tun: Nicht nur die Ursachen für den himmelschreienden Zustand dieser untergehenden Welt werden verschwiegen, auch die Auswirkungen werden schöngeredet und ins nationalistische Schöne-Welt-Szenario der Angela Merkel und ihrer verschworenen Vasallen eingereiht - frei nach dem Motto: "Wir sind nicht schuld und tun doch trotzdem unser Bestes, um die Not zu lindern".
Nichts davon ist wahr. Die Poltik dieses Staates ist mitverantwortlich für das Elend, die Not und das Leid von Millionen von Menschen weltweit, und gleichzeitig weigert diese widerliche Bande sich nachhaltig, die Opfer der unstillbaren kapitalistischen Gier ihrer Marionettenzieher auch nur rudimentär zu entschädigen. Was soll man von einer Bande, die selbst den eigenen MitbürgerInnen mitten im überquellenden Überfluss Zwangsverarmung und Dauerschikanen à la "Hartz-IV" verordnet, auch erwarten? Menschenliebe, Humanismus und Empathie?
Wenn sie dürften wie sie wollten, wäre das Hakenkreuz längst wieder die Staatsfahne dieses verkommenen Landes. Und ich bin sicher, dass auch diesmal die Mehrheit der Bekloppten begeistert "Hurra!" schreien würde.

(Charlie: "Prisoners", aus dem Album "Fantasy Girls", 1976)
Long lonely days hidden away here in my room
The walls dark and grey, hiding the day deep in their gloom
Thinking of times like nursery rhymes far in my past
Cut from my prime a hideous crime, I don't want to last
When you're shut away, thinking of your life, things get very clear
You open up your eyes and things you once despised now are very dear
When you have so much time to see what you have done, you see your own mistakes
You see where you went wrong, it hurts you all the time, each moment you're awake
Thinking of times like nursery rhymes far in my past
Cut from my prime a hideous crime, I don't want to last

Freihandelsabkommen: Demokratie ist überbewertet / Hohe Importzölle oder saftige Exportsubventionen schädigen die Allgemeinheit. Freihandel soll verhindern, dass Staaten solchen Blödsinn beschließen. Das setzt der Demokratie Grenzen (...).
(Weiterlesen, wer schillernde, obszön stinkende Blubberblasen der kapitalistischen Radikalpropaganda mag)
Anmerkung: Ich weiß nicht, was den Autor dieses unsäglichen Kommentars aus der FAZ, Rainer Hank, dazu veranlasst hat, sein schmieriges Geblubber zu verfassen - das Ergebnis eines allgemeinwohlorientierten Denkprozesses kann dieses Pamphlet jedoch in keinem Fall sein. Der Mann hätschelt und liebkost das so genannte "Freihandelsabkommen" TTIP und den segensreichen Kapitalismus als gebe es kein Morgen, ohne auch nur am äußersten Rande Fakten, ernstzunehmende Kritik oder andere Formen der Realität entfernt zu streifen. Allein der Titel seines Ergusses kann schon als komprimierte Essenz der perversen neoliberalen Glaubenslehre angesehen werden: "Demokratie ist überbewertet" titelt der feine Herr da allen Ernstes und meint damit, dass Profit- und Kapitalinteressen in jedem Falle höher zu bewerten seien als jeder demokratischer "die Allgemeinheit schädigender Blödsinn".
Dass er damit nicht nur das Grundgesetz ins Klo wirft, sondern gleich auch die zerfallenden demokratischen Restfassaden dieser Bananenrepublik hinterherspült und in der neoliberalen Kloake versenkt, dürfte ihm durchaus bewusst sein. Nicht umsonst konstruiert der Autor hier einen hanebüchenen angeblichen "Gegensatz" zwischen der "Demokratie" auf der einen und einem nebulösen "Rechtsstaat" auf der anderen Seite. Wörtlich schreibt er:
Mehr noch: Der Rechtsstaat garantiert über Grenzen hinweg Vertragsfreiheit und den Schutz des privaten Eigentums. Deshalb gehört es zur Idee des Freihandels, dass ein ausländischer Investor davor geschützt wird, diskriminiert oder gar enteignet zu werden - selbst wenn ein Gesetz zur Diskriminierung oder Enteignung demokratisch erlassen würde. Tatsächlich wertet der "Investitionsschutz" damit den Rechtsstaat als höheres Gut im Vergleich zur Demokratie, die stets in Gefahr ist, zufällige Mehrheiten protektionistisch zu bedienen.
Einen groteskeren Blödsinn habe ich selten lesen müssen - es liegt doch auf der Hand, dass ein Rechtsstaat ausschließlich innerhalb einer funktionierenden, lebendigen Demokratie existieren kann - alles andere wären autoritäre oder gleich faschistische Strukturen, innerhalb derer der Begriff "Rechtsstaat" sofort ad absurdum geführt würde. Aus eben diesem Grund kann man bereits heute am Beispiel Deutschland nicht mehr von einem "Rechtsstaat" sprechen - der ist hierzulande heute eine ebenso bröckelnde Fassade wie die Demokratie. Beides ist untrennbar miteinander verbunden.
Es ist bezeichnend, dass natürlich das "private Eigentum" bzw. dessen "Schutz" das Zentrum des Hank'schen Sermons bildet - allerdings ist auch das wieder nur eine der üblichen Nebelkerzen, denn hier geht es selbstverständlich nicht um das Häuschen vom Oma Schmidt, den Mittelklassewagen von Nachbar Müller oder die Urlaubsreisen von Tante Meier, sondern um den "Schutz ausländischer Investoren" (sprich: um superreiche Heuschrecken auf der ewigen, unstillbaren Suche nach weiterer zu stehlender Beute). Die Schmidts, Müllers und Meiers sollen denen vielmehr ordentlich Kohle in den Anus drücken (müssen), und das "rechtsstaatlich garantiert" und ohne jedwede "demokratische" Behinderung.
Merkels "marktkonforme Demokratie" hat hier einmal mehr einen "qualitätsjournalistischen" Jubelperser zur Seite gestellt bekommen - wobei mir persönlich weiterhin nicht klar ist, wie ein intellektuell auch nur halbwegs befähigter Mensch angesichts solcher Zeilen nicht entweder in schallendes Gelächter oder in bittere Tränen oder Schreie des Entsetzens ausbrechen, sondern sie tatsächlich ernst nehmen kann. Allein der Begriff "Investorenschutz" ist angesichts der globalen Lage der Menschheit schon so dermaßen absurd, dass es weh tut, ihn lesen zu müssen - so als sei von allen Menschen auf diesem Planeten ausgerechnet das kleine "Elite"-Häuflein der Superreichen besonders "schutzwürdig" - genau das Häuflein, das für das globale Elend von so vielen hundert Millionen Menschen verantwortlich ist.
Diese Bande wird auch die letzten Reste der Demokratiefassade schamlos und ohne zu zögern einreißen, wenn wir sie nicht endlich daran hindern - und willfährige Helfershelfer und stiefelleckende Vasallen hat sie offensichtlich mehr als genug.
---
Das Ende des Kapitalismus

"Im wunderschönen Monat Mai ---"
(Zeichnung von Karl Arnold [1883-1953], in "Simplicissimus", Heft 6 vom 06.05.1919)
Der Text der Zeichnung bezieht sich auf Heinrich Heines Gedicht "Lyrisches Intermezzo" aus seinem "Buch der Lieder" (1827):
Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.
Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.
Als die Gazellen von den Löwen Mitbestimmung forderten, waren die Löwen dagegen. "Es kommt noch so weit, dass die Gazellen bestimmen, wen wir fressen", sagten die Löwen. Sie beriefen sich auf eine unverdächtige Studie des WWF und sprachen von Wildpartnerschaft bei klarer Kompetenztrennung: Fressen auf der einen Seite, Gefressenwerden auf der anderen Seite. "Denn", so sagten sie, "es liegt doch auf der Hand, dass einer nicht zugleich etwas vom Gefressenwerden und vom Fressen versteht. Und der Entscheid, jemanden zu fressen, muss schnell und unabhängig gefasst werden können." Das leuchtete denn auch den Gazellen ein. "Eigentlich haben sie recht", sagte eine Gazelle, "denn schließlich fressen wir ja auch." - "Aber nur Gras", sagte eine andere Gazelle. "Ja, schon", sagte die erste, "aber nur, weil wir Gazellen sind. Wenn wir Löwen wären, würden wir auch Gazellen fressen." - "Richtig", sagten die Löwen.
(Peter Bichsel [*1935], in: "Geschichten zur falschen Zeit", 1979)
