(Dokumentation von Michel Abdollahi, NDR 2015)
Anmerkung: Dieser recht kurze und leider oberflächliche Film löst zwiespältige Gefühle in mir aus; und das nicht nur, weil hier - wie von öffentlich-rechtlicher Seite gewohnt bzw. erwartet - keinerlei Kritik am System der parlamentarischen Demokratie, wie es aktuell stattfindet, oder gar am Kapitalismus geäußert wird. Der Autor gerät also unweigerlich in die völlig paradoxe Situation, in der er dem menschenfeindlichen Blödsinn der dumpfen Nazis ein ebenfalls inhumanes, völlig pervertiertes "demokratisches System" entgegensetzen muss, das man wohlwollend vielleicht gerade noch als "mafiaähnliche Struktur" charakterisieren kann - ausgerechnet vor dem pathetischen Banner des Grundgesetzes, mit dem sich die neoliberale Bande der Merkels und Gabriels allerhöchstens noch den After säubert.
Das ändert aber nichts daran, dass die Haltungen und Überzeugungen vieler Menschen, die dieser kleine Film in der kargen Einöde des östlichen Nordens Deutschlands einfängt, mehr als nur alarmierend sind. Ich empfehle den Film trotz aller Unzulänglichkeiten, zumal auch einige widerwärtige Überzeugungstäter wie beispielsweise das NPD-Mitglied Udo Pastörs zu Wort kommen, die nicht aus bloßer Dummheit, Unwissenheit oder anderen defizitären Gründen kotbraunen Überzeugungen anhängen.
Nach den allzu bekannten Gründen für diese äußerst fatale, geradezu erschreckende und keineswegs überraschende Entwicklung wird aber auch in diesem Filmchen selbstverständlich nicht gefragt, da sich sonst die unweigerlich folgende Systemfrage gar nicht mehr vermeiden ließe. Das will oder darf der öffentlich-rechtliche Rundfunk jedoch nicht tun. Mich lässt ein solcher Film daher eher ratlos zurück, da hier offensichtlich wird, dass nicht nur die erkennbar bildungsfernen Nazis in einer faktenfreien Parallelwelt vor sich hin krakeelen, sondern dass auch die Propagandamedien munter im Trüben fischen (müssen) - gerade dann, wenn sie sich mit den allzu logischen Folgen des neoliberalen Terrors beschäftigen.