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(Dead Can Dance: "Persephone (The Gathering of Flowers)", aus dem Album "Within the Realm of a Dying Sun", 1987)
Anmerkung: Der Text dieses beeindruckenden Songs besteht aus einer Fantasiesprache, die sich auf die mythologische Figur der griechischen Toten-, Unterwelts- und Fruchtbarkeitsgöttin Persephone bezieht. Das Lied stammt aus einer Zeit, als die Band Dead Can Dance noch relativ unbekannt war und die Sängerin Lisa Gerrard noch nicht die finanziellen Vorzüge des kapitalistischen Musikbetriebs kannte, denen sie heute längst verfallen ist, indem sie ihre Stimme der Geldmaschine "Hollywood" verkauft.
Dieser künstlerische Abstieg in die Gosse ist somit ein prädestiniertes Beispiel dafür, was der Fluch des Kapitalismus aus artistischen Offenbarungen macht - die Kunst wird erstickt und gnadenlos ausgemerzt, um kommerzielle Interessen zu bedienen. Ich bin selbst Musiker und kann Lisa Gerrard gewiss keinen Vorwurf machen - wir sind alle käuflich im Rahmen dieses perversen kapitalistischen Systems.
Umso mehr gilt es die "Frühwerke" zu bewahren, als die Musik noch im Zentrum stand - und nicht das schnöde Geld.

"Wer hat noch die Zeit, 2.200 Seiten aller drei Bände des 'Kapitals' zu lesen? Eine aufmerksame Lektüre braucht dafür rund 160 Stunden oder einen vollen Arbeitsmonat. Um in kürzerer Zeit mehr Interessierte mit der Marxschen Kritik des Kapitalismus vertraut zu machen, wurde diese Kurzfassung aller drei Kapitalbände erstellt, die auf die Vertiefung von Einzelfragen verzichtet, aber auf weniger als 500 Seiten den vollständigen Gedankengang von Marx' Hauptwerk im Zusammenhang und in seinen eigenen Worten bietet" heißt es im Klappentext der Kurzfassung des Kapitals von Wal Buchenberg.
(Download des kostenlosen Hörbuches von Karl Marx: "Das Kapital". Kurzfassung aller drei Bände. Kommentiert und zusammengefasst von Wal Buchenberg. VWF-Verlag Berlin, 2006)
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Anmerkung: Wer lieber (unkommentiert und ungekürzt) selber lesen möchte, kann das beispielsweise hier tun. Die Informationen sind frei verfügbar, die Quellen sind nicht verschleiert und momentan noch nicht einmal illegal - und dennoch ist unsere heutige Zeit diejenige, die im historischen Vergleich am allerwenigsten von den zur Verfügung stehenden Informationen Gebrauch macht und statt dessen mit Pauken und Trompeten erneut im dumpfen Stumpfsinn der "kapitalistischen Alternativlosigkeit" versinkt.
Wenn das mal nicht die Königsklasse des Irrsinns ist, weiß ich wirklich keine bessere Definition.

Ich gebe ja zu, dass ich schon seit längerer Zeit die Hoffnung aufgegeben habe, dass es in der "westlichen Welt" - insbesondere, aber nicht nur, in Deutschland - in absehbarer Zeit eine wirklich handlungsfähige und mehr oder weniger "gemeinsam" agierende linke politisch-gesellschaftliche Alternative zum herrschenden Wahnsinn des Kapitalismus geben könne. Diese traurige These habe ich nun in einem kleinen, nicht repräsentativen Rahmen erneut verfolgen müssen, nämlich in den Kommentaren zu diesem Posting des von mir eigentlich sehr geschätzten "Gutmenschen" Duderich.
Was sich dort an Abgründen zwischen einigen (wenigen) kleingeistigen Irren, ungesundem und noch dazu bekräftigtem Halb- und Unwissen, vielfacher Egozentrik und der völligen Verkennung des dramatischen Zustands der Linken und des daraus resultierenden noch viel dramatischeren Zustands unserer Welt offenbart hat, raubt mir geradezu den Atem. Ich kann und will auf einzelne Beiträge dort gewiss nicht eingehen - aber es ergeben sich folgenschwere Konsequenzen daraus, die - wenn sie denn repräsentativ wären, was sie hoffentlich nicht sind - die unangefochtene Herrschaft der finanziellen "Elite" in der "westlichen Welt" zementierten.
Ich war schon entsetzt, als ich den zunächst noch kommentarlosen Blogbeitrag gelesen hatte und war eigentlich davon überzeugt, dass darauf niemand ernsthaft antworten würde - aber weit gefehlt: Als ich ein zweites Mal dort vorbeischaute, fand ich etwa zur Hälfte einen Kindergarten aus sich gegenseitig persönlich (!!) bekämpfenden KommentatorInnen und zur anderen Hälfte eine naive, rosafarbene Bubbel-Blase aus halbgaren und letzten Endes sinnfreien Bemerkungen vor, wie ich sie mir schlimmer nicht hätte ausmalen können. Auf die wenig vorhandene tatsächlich konstruktive Kritik reagierte der Verfasser des Beitrages dann sogar noch "angepisst": "Und wenn Utopien bereits niedergeschrieben wurden, dann ist es nicht zielführend, auf diese Tatsache hinzuweisen - vielmehr sollte man diese benennen und vielleicht auch mal kurz vorstellen. / Hier kommt es mir partiell so vor, dass man der Meinung ist: 'Hättest Du auch schon so viele Bücher gelesen wie ich, dann wüsstest Du dass es sinnlos ist, in diesem Rahmen über Utopien zu diskutieren.' Für mich elitärer Bullshit, der Menschen davon abhält sich alternative Gedanken zu machen - und diese mit anderen zu diskutieren und konstruktiv zu hinterfragen."
An dieser Stelle hat es mir dann endgültig die Sprache verschlagen - wenn jemand, der sich offenbar nicht dazu herablassen möchte, sich mit dem Kapitalismus und seinen Widerstreitern tatsächlich zu befassen (also das eine oder andere Buch zu lesen und sich abseits von plakativen Internettexten etwas fundierter zu informieren), sondern statt dessen eine quasi "mundgerechte" Aufarbeitung ganzer Bibliothekswände aus mehreren Jahrhunderten in drei oder vier Absätzen oder auch Seiten von den Kritikern seines naiven, leider infantilen Ansatzes einfordert - dann kann ich nur noch beredt schweigen. Eine solche "Linke" ruft in kapitalistischen Kreisen wahrlich nicht einmal mehr ein seichtes Grinsen hervor - sie wird dort einfach mangels Relevanz nicht mehr wahrgenommen.
Das war indes nicht immer so - und in der Vergangeheit hatte das gewiss auch etwas mit der Bereitschaft der Linken zu tun, sich mit den angedachten Visionen und Alternativen inhaltlich mehr oder weniger intensiv zu befassen und sich nicht bloß auf ein oberflächliches Ungerechtigkeitsgefühl zu berufen. Die kapitalistischen Gauner und Schwerstkriminellen geben sich heute ja nicht einmal mehr Mühe, ihr perverses Tun irgendwie ideologisch sinnvoll zu untermauern - und es ist äußerst fatal, wenn Linke dazu übergehen, diese Verhaltensweise zu kopieren und nur noch "Bäh, das ist aber unmoralisch und ungerecht!" zu rufen.
Der zweite große Fehler dieser heutigen Linken ist meines Erachtens die unsägliche Suche nach dem angeblich "kleinsten gemeinsamen Nenner", die immer wieder postuliert wird, um eben solche absurde Grabenkämpfe zu vermeiden. Die elenden Kapitalisten machen uns dabei seit Jahrhunderten das genaue Gegenteil vor, das offensichtlich auch hervorragend funktioniert: Nicht der "kleinste", sondern der größte gemeinsame Nenner sollte doch das Ziel sein. Aus linker Sicht ist das die ausnahmslose Enteignung der selbsternannten "Elite" und die Rückführung ihres gestohlenen Superreichtums inklusive aller Ländereien, Immobilien, Kunstschätze etc. an alle Menschen zu gleichen Teilen - was gleichzeitig auch den Verlust der Macht dieser pervertierten Mini-Minderheit bedeutete. Alle weiteren Details, über die man durchaus heiß und innig streiten und diskutieren kann (gemeint sind schließlich Superreiche und nicht die sogenannte Mittelschicht oder das Häuschen der Oma), sind nachgelagert. So funktioniert im umgekehrten (pervertierten) Sinn der Kapitalismus seit so vielen Jahrhunderten, ohne dass so viele Linke das gelernt haben oder auch nur lernen wollen.
Was ich persönlich im besagten Posting vom Duderich auch schmerzlich gelernt habe: Offenbar verstehen viele Menschen meine Worte nicht. Es gab eigentlich nur eine Antwort auf meinen dortigen Kommentar, die erkennen ließ, dass der Urheber tatsächlich verstanden hatte, was ich sagen wollte - und das war ausgerechnet einer, der sich selbst zu den Perversen des Kaptalismus zählt. Daraus kann ich nur ein Fazit ziehen: Ich äußere mich in anderen Blogs zu solchen Themen nicht mehr. Wenn meine Worte - aus welchen Gründen auch immer - nicht so verstanden werden, wie sie gemeint sind, ist das Kommentieren völlig sinnlos.
Einen Versuch war es wert.
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Die neue sozialistische Partei

"Bebels Stimme aus dem Jenseits: 'Ich kenne keine Sozialisten mehr, ich kenne nur noch Spalt-Parteien!'"
(Zeichnung von Olaf Gulbransson [1873-1958], in "Simplicissimus", Heft 30 vom 26.10.1931)
Reliquie von Papst Johannes Paul II im Kölner Dom / Im Kölner Dom wird ab Montagabend eine Reliquie von Papst Johannes Paul II. gezeigt: Ein Stoffläppchen mit einem Blutstropfen des 2005 gestorbenen Papstes. Sie soll an den Besuch des Papstes im Kölner Dom vor 33 Jahren erinnern.
(Weiterlesen, wer den Irrsinn nicht glauben mag und Satire wittert)
Anmerkung: Unter gewissen Umständen - beispielsweise bei Bezahlung eines kleinen sechsstelligen Portokassenbetrages - wäre auch ich dazu bereit, der katholischen Kirche schon zu meinen Lebzeiten einige Reliquien meiner Unheiligkeit zu überlassen, die im Kölner Dom oder anderen katholischen Kultstätten von mittelalterlichen Menschen und anderen Zombies durchaus verehrt werden dürfen. Über die Höhe des Betrages muss selbstverständlich reliquienbezogen verhandelt werden - ein gefülltes Kondom wird sicherlich etwas mehr Entgegenkommen der Kirchenkasse erfordern als ein Blatt benutztes Toilettenpapier oder ein beschnäuztes Taschentuch.
Ein Schnäppchen habe ich allerdings auch anzubieten: Es würde die katholische Kirche gar nichts kosten, im Kölner Dom in der 17. Bankreihe von hinten links etwas intensiver nachzuforschen - ich erinnere mich dunkel, dass ich dort vor etwa 20 Jahren einen Popel unter die Vorderbank geklebt habe. Ich gehe davon aus, dass sich das Objekt der Begierde noch immer dort befindet.
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Der Neandertaler auf der GeSoLei

"Siehste, Lydia, so hammer angefangen. Da war der Mensch noch keen Ebenbild Gottes."
(Zeichnung von Karl Arnold [1883-1953], in "Simplicissimus", Heft 14 vom 05.07.1926)
Ich befahl, mein Pferd aus dem Stall zu holen. Der Diener verstand mich nicht. Ich ging selbst in den Stall, sattelte mein Pferd und bestieg es. In der Ferne hörte ich eine Trompete blasen, ich fragte ihn, was das bedeute. Er wusste nichts und hatte nichts gehört. Beim Tore hielt er mich auf und fragte: "Wohin reitest du, Herr?" - "Ich weiß es nicht", sagte ich, "nur weg von hier, nur weg von hier. Immerfort weg von hier, nur so kann ich mein Ziel erreichen." - "Du kennst also dein Ziel?", fragte er. "Ja", antwortete ich, "ich sagte es doch: 'Weg-von-hier' – das ist mein Ziel." - "Du hast keinen Essvorrat mit", sagte er. "Ich brauche keinen", sagte ich, "die Reise ist so lang, dass ich verhungern muss, wenn ich auf dem Weg nichts bekomme. Kein Essvorrat kann mich retten. Es ist ja zum Glück eine wahrhaft ungeheure Reise."
(Franz Kafka [1883-1924]; geschrieben 1922, erstmals veröffentlicht in: "Erzählungen aus dem Nachlass", 1936)

(Korn: "Another Brick In The Wall (parts 1-3) / Goodbye Cruel World", Live-Cover, New York 2010)
(1)
Daddy's flown across the ocean,
Leaving just a memory.
A snapshot in the family album -
Daddy, what else did you leave for me?
Daddy, what d'ya leave behind for me?
All in all it was just a brick in the wall.
All in all it was all just bricks in the wall.
(2)
We don't need no education,
We don't need no thought control.
No dark sarcasm in the classroom -
Teacher - leave them kids alone!
Hey, teachers - leave them kids alone!
All in all it's just another brick in the wall.
All in all you're just another brick in the wall.
(3)
I don't need no arms around me,
And I dont need no drugs to calm me.
I have seen the writing on the wall,
Don't think I need anything at all!
No! Don't think I'll need anything at all!
All in all it was all just bricks in the wall.
All in all you were all just bricks in the wall.
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Goodbye, cruel world,
I'm leaving you today.
Goodbye, Goodbye, Goodbye.
Goodbye, all you people,
There's nothing you can say
To make me change my mind.
Goodbye.

Anmerkung: Diese vielleicht ehrlichste und eindrücklichste Hommage an das grandiose Werk "The Wall" von Roger Waters ist ein gelungener Ausklang für dieses verkommene Jahr 2013, dem ein noch verkommeneres Jahr folgen wird - dessen dürfen wir gewiss sein. Und auch 2014 werden wir hautnah erleben dürfen, wie weitere Steine für die Mauern zwischen Menschen gesucht, gefunden und zementiert werden - und alles, wie immer, im Namen der Geld-"Elite", die uns alle ausplündert, ohne dass es die Mehrheit bemerkt.
Eine Umarmung für alle MitleserInnen dieses Blogs - und ein riesengroßes Danke.
- Fast 2.000.000.000.000 Euro / Deutsche haben mehr Geld in der Tasche. - (Weiterlesen)
- Kräftiger Anstieg / Lebensmittel werden schneller teurer / Verbraucher müssen für Nahrungsmittel immer tiefer in die Tasche greifen. Dabei steigen die Preise seit einiger Zeit schneller als die allgemeine Inflation. - (Weiterlesen)
- Nicht verführen lassen / Wie Verbraucher die Schuldenfalle umgehen [können]. - (Weiterlesen)
Anmerkung: Diese drei Schlagzeilen samt angehängten Texten waren an ein und demselben Tag (3. Dezember) auf n-tv zu lesen - die schon oft beschworene kognitive Dissonanz der verantwortlichen Redakteure nimmt offenbar immer verhängnisvollere Ausmaße an. Die Bildunterschrift aus dem ersten verlinkten Text, in dem die sagenhaften, mythenumwobenen zwei Billionen Euro gefeiert werden, welche "die Deutschen" im vergangenen Jahr angehäuft hätten, treibt das absurde Kaperletheater auf den Gipfel: "Volle Einkaufstaschen: 2014 könnte das öfter passieren, die Kaufkraft der Deutschen soll laut GfK steigen", heißt es dort völlig ironiefrei.
Eigentlich muss ich zu diesem Irrsinn nicht mehr viel schreiben - einerseits habe ich das bereits des Öfteren getan, andererseits führt n-tv sich mit dieser Ballung widersprüchlichen Unsinns selbst ad absurdum. Trotzdem müssen wir angesichts der fortdauernden Propaganda immer wieder die eigentlich alberne Frage stellen: Wo sind die unermesslichen Reichtümer denn nun geblieben, von denen uns die Propagandamedien in schöner Regelmäßigkeit immer wieder erzählen? Zwei Billionen Euro sind sogar für "elitäre" Kreise keine Portokasse mehr - wo also befindet sich diese Beute aus den globalen Raubzügen? Die Antwort ist so simpel wie sie widerlich ist: Natürlich in den Geldspeichern der "Elite" - wo denn auch sonst. "Die Deutschen" haben nichts davon - ganz im Gegenteil, denn sie gehören wie die übergroße Mehrheit aller Menschen auf diesem verkommenen Planeten zu den Ausgeplünderten, nicht zu den "Gewinnern". Leider bemerken die meisten Menschen in diesem Land das aber gar nicht, sondern gieren und geifern statt dessen nach ein paar weiteren Krumen vom reich gedeckten Luxus-Tisch der "Elite" und neiden gleichzeitig ärmeren Menschen die noch kleineren Krumen bis aufs Blut.
Und so wird das perfide kapitalistisch-propagandistische Spiel auch 2014 weitergehen - wir werden wiederum alle paar Wochen die nordkoreaesken Jubelmeldungen lesen dürfen, dass "die Deutschen" weitere unermessliche Schätze angehäuft haben und im Reichtum förmlich zu ertrinken drohen, während die Not der Menschen im Land immer größer, immer existenzieller wird und die Armut auch die "Mittelschicht" aufzufressen beginnt. In einem Jahr könnten die Schlagzeilen von n-tv dann vielleicht so ausfallen:
- Die Deutschen sind Finanz-Weltmeister - nirgends gibt es mehr Reichtum als in unserer schönen Heimat.
- Obdachlosen-Zeltstädte vor den Toren Hamburgs und Münchens von der Polizei zwangsgeräumt - CDU/CSU fordern die Errichtung von Umerziehungslagern für Sozialschmarotzer in dünn besiedelten Gebieten Ostdeutschlands. SPD und Grüne signalisieren Zustimmung, wenn dafür ein jährlicher "Veggie-Day" und ein flächendeckender Mindestlohn von 1,37 Euro eingeführt wird.
- So entkommen Sie dem Hungertod: n-tv veröffentlicht exklusiv Gourmetrezepte / Schmack- und Nahrhaftes aus der Mülltonne.
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Nu eben!

"Das sind ja Fantasiepreise!" - "Na, wir gehören doch zum Volk der Dichter und Denker."
(Zeichnung von Erich Schilling [1885-1945], in "Simplicissimus", Heft 9 vom 28.05.1918)
(Wolfsheim: "Kein Weg zurück", aus dem Album "Casting Shadows", 2003)
Es geht kein Weg zurück ...
Weißt du noch wie's war,
Kinderzeit, wunderbar
Die Welt ist bunt und schön.
Bis du irgendwann begreifst,
dass nicht jeder Abschied heißt:
Es gibt auch ein Wiederseh'n.
Immer vorwärts, Schritt um Schritt,
es geht kein Weg zurück.
Was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh'n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh'n.
Es geht kein Weg zurück ...
Ein Wort zuviel im Zorn gesagt,
ein Schritt zu weit nach vorn gewagt,
schon ist es vorbei.
Was auch immer jetzt getan,
was ich gesagt hab', ist gesagt,
und was wie ewig schien ist schon Vergangenheit.
Immer vorwärts, Schritt um Schritt,
es geht kein Weg zurück.
Was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh'n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh'n.
Ach, und könnt' ich doch nur ein einz'ges Mal
die Uhren rückwärts dreh'n!
Denn wieviel von dem,
was ich heute weiß,
hätt' ich lieber nie geseh'n.
Es geht kein Weg zurück ...
Dein Leben dreht sich nur im Kreis,
so voll von weggeworf'ner Zeit.
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her.
Du willst noch leben, irgendwann,
doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.
Immer vorwärts, Schritt um Schritt,
es geht kein Weg zurück.
Was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh'n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh'n.
Ach, und könnt' ich doch nur ein einz'ges Mal
die Uhren rückwärts dreh'n!
Denn wieviel von dem,
was ich heute weiß,
hätt' ich lieber nie geseh'n.

Anmerkung: Ohne.
In den 70ern sprachen viele Linke spöttisch vom Baader-Meinhof-Wagen. BMW ist für sie das Großkapital, also der Feind. Der frühere grüne Außenminister Joschka Fischer nimmt das heute nicht mehr so genau. Das beweist ein ungewöhnlicher Werbe-Clip.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Dieser irrwitzige n-tv-Text, der absatzweise selbst zum perfiden Hochglanzwerbetext für den BMW-Konzern mutiert, ist ebenso lächerlich wie die zitierten "kritischen" Reaktionen einiger Grüner, deren Partei in Hessen gerade zur räudigen CDU ins verkeimte Bett gestiegen ist und auch ansonsten nirgends durch kritische, alternative, gar "linke" Ansätze auffällt. Fischer tut genau dasselbe, was so viele seiner ehemaligen KollegInnen der SPD und der Grünen auch getan haben und weiterhin fleißig tun: Er kriecht der "Elite" in den schmierigen Enddarm, um Geld zu scheffeln. Schröder, Riester, Clement, Schlauch und so viele andere tun seit geraumer Zeit exakt dasselbe, werden dafür aber nicht medial an den (Schein-)Pranger gestellt.
Das schmälert zwar die Niedertracht und Habgier Fischers nicht, wirft aber einmal mehr ein bezeichnendes Licht auf die Propagandamedien. Schröders korruptes Verhalten ist keinen Medienbericht wert - Fischer kann dasselbe allerdings immer noch nicht tun, ohne dass zumindest mediale Scheinkritik geübt wird. Über die CDU und natürlich die FDP muss ich in diesem Zusammenhang gar nicht weiter nachdenken - da ist es für diese Medien (und wohl auch für die Mehrheit der Bevölkerung) ohnehin sonnenklar, dass es sich mehrheitlich um korruptes, käufliches Gesindel handelt, das sich nach dem Ende der "politischen Karriere" die wohlverdiente Bezahlung bei der "Elite" abholt.
Es ist ein essenzieller Bestandteil des stets erzählten Medienmärchens von der Demokratie, gebetsmühlenartig ohne Unterlass zu wiederholen, dass SPD und Grüne "Linke" seien. Die Propagandisten bzw. abhängigen Lohnschreiberlinge in den Redaktionen werden diesen grotesken Stumpfsinn sicher auch dann noch verbreiten, wenn die rot-grün-gelbe Regierung im Jahre 2024 die ersten "Wohn- und Umerziehungscamps" für Arbeitslose und andere sozialschmarotzende Volksfeinde von irgendwelchen Konzernen planen und erbauen lässt. Mit anderen Worten: Damit die Demokratiesimulation auch weiterhin reibungslos funktioniert, bleiben SPD und Grüne im medialen Märchen "Linke" bis in alle Ewigkeit - ganz egal, wessen Interessen diese Parteien klar erkennbar und unmissverständlich tatsächlich vertreten. Deswegen muss über Fischers Engagement für BMW heute scheinkritisch berichtet werden - und diesen Anlass nutzt man redaktionsseitig dann gleich effizient aus, um das holde BMW-Produkt mit salbungsvollen Sätzen wie den folgenden in den höchsten Tönen zu bewerben: "BMW ist der einzige deutsche Hersteller, der ein völlig eigenständiges Elektroauto auf den Markt bringt. Sechs Jahre Arbeit haben die Münchner in dieses Projekt gesteckt und geschätzte drei Milliarden Euro für ihre 'elektrische Revolution' investiert." - Potzblitz, was wären wir nur ohne die mutigen Revolutionäre von BMW!
Und so wird auch Fischer gleich wieder von aller Schuld reingewaschen, ohne dass der Text das explizit benennen muss - schließlich bewirbt er ja etwas "Gutes". Dass hinter BMW mit den Quandts eine der reichsten Familien Deutschlands steht, die schon zur Terrorzeit der Nazis mit Zwangsarbeit und Faschismus den Grundstock für ihr heutiges groteskes Supervermögen gelegt hat, kommt in diesem Narrativ nie vor.
Ob nun Quandt, Fischer, Schröder, Merkel oder Lindner - dieser ekelhafte kapitalistische Sumpf der raubenden Nutznießer und ihrer getreuer Vasallen kann mit diesen verkommenen Parteien, diesen willfährigen Medienhuren und dieser betäubten, desinformierten und dem lächerlichen Schauspiel der Demokratiesimulation weiterhin blind folgenden Bevölkerung niemals trockengelegt werden. Wenn die politische Korruption so offensichtlich und selbstverständlich ist wie heute, sich aber niemand ernsthaft daran stört und sie vor allem keinerlei strafbewehrten Konsequenzen hat, ist die Endphase des maroden Systems unverkennbar eingeläutet. So wiederholt sich die böse Geschichte zyklisch immerfort.
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"Aus der Partei hab' ich rausgemusst wegen meiner dicken Taschen, und zu meiner Haustür komm' ich nicht mehr rein."
(Zeichnung von Thomas Theodor Heine [1867-1948], in "Simplicissimus", Heft 49 [Sondernummer "Korruption"] vom 02.03.1925)
(The Enid: "One And The Many", aus dem Album "Invicta", 2012)
Anmerkung: Die engelgleiche Stimme, die ihr hört, gehört einem Mann; die Musik, die ihr vernehmt, stammt nicht von Mendelssohn, Mahler oder Brahms, sondern von Robert John Godfrey, und es spielt auch kein Orchester, sondern nur eine handvoll Musiker, die auf kleinsten Bühnen Platz finden. Seit 40 Jahren veröffentlicht dieser Musikbesessene mit seiner Band einen musikalischen Paukenschlag nach dem anderen, ohne dafür auch nur im Entferntesten die Würdigung erfahren zu haben, die er längst verdiente - jedes einzelne Album dieser Band seit 1973 ist deutlich eigenständig und bietet mehr als genug kreativen Spielraum, den die allermeisten anderen (ernsthaften) Bands während ihrer gesamte Bestehenszeit nicht einmal im Ansatz erreichen. Wenn es einen Komponisten in der Grauzone zwischen Rock- und "E"-Musik gibt, der sich selbst konsequent nicht ständig plagiiert, dann ist es Godfrey. Dessen musikalischer Weg ist offensichtlich auch im Alter von nunmehr 66 Jahren längst nicht zuende.
In dem hier verlinkten Werk aus dem jüngsten Album der Band sind die Parallelen zur religiösen Musik der Romantik offensichtlich - wie alle ernsthaften Komponisten, egal aus welcher Zeit, kopiert Godfrey hier aber nicht bloß, sondern zitiert, variiert, verfremdet und fügt dem Ganzen etwas gänzlich Neues, das es so in publizierter Form gewiss noch nicht gegeben hat, hinzu. Allein der Titel des Stücks legt auch die Vermutung nahe, dass die kirchenmusikalischen Zitate hier dazu dienen, die Absurdität eben jener religiösen Verbrämung aus der Vergangenheit klar und deutlich darzustellen. Leider liegt mir der Text zu diesem Stück nicht vor, so dass ich diese Vermutung nicht verifizieren kann.
Sobald ich auf den zweiten Teil dieses Titels, "the many", schaue, fällt mir aber unwillkürlich ein anderes, wesentlich älteres Stück von The Enid ein, nämlich: "Something Wicked This Way Comes" (aus dem Album "The Spell", 1985). Heute wissen wir längst, welche dunkle, habgierige, kapitalistische Brut Godfrey damals herankriechen sah - oder besser: Wir sollten es wissen, aber leider weiß es die Mehrheit trotzdem bis heute nicht, weil sie entweder zu blöd, zu abgelenkt, zu naiv, zu indoktriniert oder zu faschistoid ist.
Wenn ich einen Soundtrack zum Untergang dieser in die völlige Perversion abgeglittenen Menschheit schreiben müsste, würde ich auch auf vielfältige religiöse Motive und Formen in der Musik zurückgreifen. Glücklicherweise muss ich das aber nicht, sondern darf mich an den kreativen Untergangshymnen anderer Menschen erfreuen. Und das tue ich hier.

Vom Weihnachtsterror an die Grenze zum Amoklauf getrieben, bleibt mir heute nur, Euch etwas Altes, neu Aufgesetztes, politisch Inkorrektes und pädagogisch Wertloses zu empfehlen, das ich ansonsten meide wie die Gesellschaft von Jungliberalen und anderen Schlips-Borg, das dafür aber kostenlos ist: Ein echtes, richtiges, hirnzersetzendes und brutales Ballerspiel für den PC.
Die meisten von Euch dürften es ohnehin schon kennen - alle anderen, die es vielleicht selber noch spielen möchten, seien vor Spoilern gewarnt und sollten im Zweifelsfall nur den Downloadlinks weiter unten folgen und den Rest dieses Textes ignorieren.
Es geht natürlich um Black Mesa, vormals bekannt als Half Life. Das ursprüngliche Spiel ist uralt, aber eine völlig bekloppte Fangemeinde hat es als so genannte "Mod" in die Jetztzeit gerettet: Da hat eine ganze Horde von Menschen jahrelang unentgeltlich daran gearbeitet, die komplette Grafik und das komplette Gameplay an die heutige Zeit anzupassen, so dass sich das Spiel heute nicht grundlegend von regulären, kommerziellen Titeln unterscheidet.
Um es zu spielen, braucht Ihr bloß drei Dinge:
- Einen (kostenlosen) Steam-Account,
- die (kostenlose) "Source-Engine" sowie
- das eigentliche Spiel bzw. die ebenfalls kostenlose "Mod".
Dass sich für Steam eine separate Trash-Mailadresse empfiehlt, muss ich wohl nicht extra erwähnen, oder?
Wie auch immer. Wenn Ihr diese drei Dinge eingerichtet bzw. installiert habt, könnt Ihr loslegen - und auf eine Reise gehen, wie sie weihnachtlicher im (anti-)kapitalistischen Sinne kaum sein könnte. ;-) Das Spiel beginnt sehr opulent und langsam, aber die Intensität und die Schwierigkeit steigern sich im weiteren Verlauf sehr extrem - was auch meinen einzigen Kritikpunkt an dieser "Mod" darstellt. Denn man merkt ungefähr ab der Mitte des Spiels sehr deutlich, dass hier Fans und "Profi"-Spieler am Werke waren, denn für einen ungeübten Spieler und Grobmotoriker wie mich ist es ab diesem Zeitpunkt selbst im leichtesten Milchbubi-Modus fast unmöglich weiterzuspielen - und das betrifft nicht in erster Linie die Baller-Sequenzen, sondern vielmehr die "Jump-and-Run"-Einlagen und die Wegfindung. Immer wenn ich nach dem 20. Versuch an einer bestimmten Stelle dann doch endlich erfolgreich war und dachte: "Hey, schlimmer oder schwieriger wird's nicht mehr werden können, enstspanne dich jetzt mal!" - dann dauerte es maximal 10 Minuten, bis ich wieder in einer noch aussichtsloseren Lage war. Das ist auf Dauer - wie gesagt, erst in der zweiten Hälfte des Spiels - entnervend, denn es gibt keinerlei Hilfen, die man aufrufen kann - wenn man trotzdem weiterkommen will, kann man entweder nur endlos suchen und üben oder auf Cheats zurückgreifen. Aber auch die helfen beim Suchen des richtigen Weges nicht weiter, sie verhindern lediglich, dass man ständig an derselben Stelle wieder den Löffel abgibt.
Das Spiel ist natürlich so konzipiert, dass der Spieler an vielen Stellen fast zwangsläufig zunächst in sein Verderben laufen muss und erst dadurch lernt, wie er dort überleben kann. Aber diese Häufung in der zweiten Spielhälfte ist dann doch sehr extrem.
Dennoch macht das Spiel - zumindest bis zu diesem Punkt - einen Heidenspaß, denn es stellt sich recht schnell heraus, dass es eben doch viel mehr als ein stupides Ballerspiel ist und zudem eine recht durchdachte Story hat, die - der Fangemeinde sei Dank - in einer Grafik daherkommt, die sich vor der kommerziellen Konkurrenz wahrlich nicht zu verstecken braucht.
Es versteht sich von selbst, dass in diesem Spiel ein Konzern, deren kommerziell "forschende Wissenschaftler" und natürlich die staatlichen Soldaten die "Bösen" sind - und selbstredend spielt auch ein gewisser Schlips-Borg eine tragende Rolle, der - wie sollte es auch anders sein - die böse elitäre Bande, die hinter der ganzen Katastrophe steckt, repräsentiert.
Seit ich mir an Black Mesa die Zähne ausgebissen habe, sehe ich jedenfalls Metalltüren, Metallleitern, Luftschächte, menschenleere Bürokomplexe und überhaupt finstere Industrie- und Militäranlagen mit ganz anderen Augen - und ertappe mich unwillkürlich dabei, wie ich bei einem solchen Anblick unverzüglich mein Brecheisen oder eine dicke Wumme aus der Tasche ziehen will ...
Das ist großes Popcorn-Kino zur Weihnachtszeit: Dumpf, brutal, ekelhaft - und trotzdem so kreativ, herausfordernd und betörend. Die dämlichen Hollywood-Schinken des Kriegs- und Gewaltgenres, die auch dieses Jahr an Weihnachten wieder zuhauf im Verblödungs-TV gesendet werden, können da nicht einmal am Latrinenunterrand mithalten. Ich war, bin und bleibe Pazifist, aber in dieser virtuellen Spielewelt habe ich alle Hemmungen abgelegt und endlich mal wieder die alten Spiele der Kindheit wiederholt: "Boom, boom, bang, bang - lie down, you're dead!" Und wen ich mir dabei mit infantiler Freude vorgestellt habe ... das wollt Ihr wirklich nicht wissen.
Ein fröhliches Konsumterrorfest Euch allen.
Es gibt kein Thema von gleich lebenswichtiger Bedeutung für das Wohl der Gesellschaft, das so wenig von allen Klassen und unter allen Bedingungen verstanden würde, wie das Eigentum, und infolgedessen wird nun das Eigentum zusammen mit der Religion und der Konvenienzehe dazu benutzt, die Menschheit ihrer Humanität zu berauben, aus den Menschen Dämonen und die Erde zu einem Pandämonium zu machen. / Das Elend der menschlichen Rasse wird im gleichen Verhältnis wachsen wie die menschlichen Wesen in einen Zustand der Ungleichheit beim Erwerb von Reichtum oder Wissen versetzt werden. Alle Einrichtungen, die das Anwachsen solcher Ungleichheiten unterstützen, sind auf falschen Prinzipien errichtet und müssen, wenn sie fortdauern und ausgedehnt werden, zu jeder Art von Vergehen und Elend führen. Sie müssen öffentlichen und privaten Frevel und Unglück verewigen, bis die Vernunft alle die unter dem Übel Leidenden erwecken wird, um durch Vernunft oder durch Gewalt jedes Überbleibsel dieser Hydra des menschlichen Elends zu zerstören.
(Robert Owen [1771-1851]: "Über das Eigentum" [1835], in: "Das soziale System", Reclam 1988 - zitiert nach dem "Blättchen")
Anmerkung: Was würde Robert Owen wohl heute, fast 180 Jahre später, zum verkommenen Zustand dieser Welt sagen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass er seine Hoffnungen nicht länger auf die "Vernunft" setzen würde, denn die Menschheit hat seitdem eindrucksvoll und nachhaltig bewiesen, dass sie - gerade im größeren Maßstab - zur Vernunft schlichtweg nicht fähig ist. Was im Kleinen vielleicht hin und wieder noch funktioniert, wird von dieser Spezies unverzüglich pervertiert und ad absurdum geführt, sobald der engste Familien- oder Freundeskreis verlassen wird.
Solche Binsenweisheiten, wie sie Owen noch vor Marx formuliert hat, klingen heute noch revolutionärer und utopischer als damals - ganz besonders natürlich, wie immer, in den Ohren der marktradikalen Schlips-Borg und Eigennutzmehrer in der Politik, den Medien und der Wirtschaft. Allein dies sagt schon genug darüber aus, welche unheilvolle Entwicklung in der Welt seit 1835 stattgefunden hat. Das von Owen prognostizierte "Pandämonium" ist unsere reale neoliberale Glitzerwelt der völligen Perversion. Von Vernunft ist nirgends ein Hauch zu erkennen - von Gewalt dafür umso mehr. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Gewalt, die zum Ziel hat, eine Veränderung dieser furchtbaren Zustände zum Besseren herbeizuführen (was ich ohnehin für blanken Unsinn halte), sondern um das genaue Gegenteil: Die Perversion soll verfestigt, geradezu für die Ewigkeit in Stein gemeißelt werden.
Herr Owen müsste sich angesichts dieser Faktenlage heute unverzüglich selbst entleiben, wenn er nicht auf der Stelle irrsinnig werden wollte.
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"Tja - große Gewinne erfordern kleine Opfer!"
(Zeichnung von Karl Arnold [1883-1953], in "Simplicissimus", Heft 7 vom 12.05.1920)
Die Zweifel wachsen / Behinderte und nichtbehinderte Schüler sollen gemeinsam unterrichtet werden. Die Landesregierung führt diese Bildungsreform ab 2014 schrittweise ein. Doch eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage zeigt: Die Skepsis in der Bevölkerung wächst - vor allem bei Rot-Grün-Wählern. / (...) Befragt wurden 505 NRW-Bürger [Hervorhebung von mir].
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Anmerkung: Den oben verlinkten Text sollten nur Hartgesottene lesen - ich habe mir bei der Lektüre die Stirn blutig schlagen müssen vor lauter Verzweiflung über so viel geballte Dämlichkeit. Da befragen sie 505 von insgesamt mehr als 17.500.000 Menschen in NRW, konstruieren aus deren Antworten auf vermutlich tendenziös gestellte Fragen eine "repräsentative Umfrage", stellen sogar fest, dass die "Zustimmung" zum Thema XY um "12 Prozentpunkte gesunken" sei - und folgern daraus messerscharf eine "wachsende Skepsis" in der Bevölkerung.
Anschließend wird brav ein seriöser journalistischer Text aus diesem Bullshit gemacht - und selbstverständlich springt die politische Bande sogleich geifernd auf die durchs Dorf getriebene Sau auf und überbietet sich gegenseitig in vollmundigen Verbalkotzereien wie diesen: "Die CDU sieht in der Umfrage einen 'Schlag ins Gesicht der Schulministerin'. Unter Rot-Grün verliere die Bevölkerung 'das Vertrauen in eine gute und verlässliche Umsetzung der Inklusion', sagte der CDU-Bildungsexperte Klaus Kaiser."
Ich habe dieses Beispiel willkürlich gewählt - das Thema, um das es in der besagten "Umfrage" geht, ist in diesem Zusammenhang gar nicht von Belang. Mithilfe solcher "Umfrage"-Tricksereien wurden und werden schließlich immer wieder Manipulationsversuche in allen möglichen Bereichen gestartet, die letzten Endes stets nur als Stichwortgeber für die laut in Mikrofone geplärrten politischen Begleitsermone fungieren. Eigentlich müsste es jedem Menschen sofort einleuchten, dass 505 von 17,5 Millionen Stimmen (das sind weniger als 0,003 Prozent) niemals "repräsentativ" sein können - ganz egal, wie man das auch anstellen mag. Trotzdem wird dieses Märchen immer und immer wieder in allen Mainstreammedien erzählt - und zwar ausführlich, hoch- oder eher pseudo-seriös aufbereitet und in einem quasi "wissenschaftlichen" Ton, der nicht einmal den Hauch eines Zweifels erahnen lässt.
Nebenbei erfahren wir an diesem Beispiel auch, worum es auch hier letztlich - wie immer - geht: Nämlich um Geld. Worum auch sonst. Geld ist das einzige Thema, das diese Bande interessiert - ganz besonders dann, wenn es darum geht, die Kohle nicht wie gewohnt sich selbst zuzuschustern bzw. der "Elite" in den widerwärtig stinkenden Rachen zu schmeißen.
Keine Betrügerei, kein billiger Hütchenspielertrick, keine Lüge ist der neoliberalen Bande zu dämlich, um ihre niederträchtigen Ziele zu erreichen - und die "vierte Gewalt" spielt das üble Spiel weitgehend widerspruchs- und kritiklos mit und beteiligt sich willfährig an der Propagandaveranstaltung. Und weil die Bande es so schön findet, habe ich auch eine sinnlose "repräsentative Umfrage" gestartet, auch wenn ich vermute, dass sich an diesem Quatsch fast niemand beteiligen wird.
Der Kapitalismus ist ...
(Mercenary: "My World Is Ending", aus dem Album "The Hours That Remain", 2006)
Take all that I believe in
Give it a simple name
Reveal all my secrets
And drown me in the shame
And I will re-define
The questions of the night
And I will purify
Forgiveness and the light
It's falling into place
In clear perspective
My deepest tragedy
My world is ending
Don't ever speak to me
To find your salvation
I know it's hard to be
And exist in culmination
I'll take your soul away
Destroy it and molest you
And I will set you free
Don't give your heart to me
It's falling into place
In clear perspective
My deepest tragedy
The world is ending
So now you speak to me
In perfect silence
Don't take my soul away
My world is ending
My world is ending
My world descending

Anmerkung: Wenn schon totale Depression - dann aber wenigstens laut, schnell und hart. Und wenn ich "laut" schreibe, dann meine ich sehr, sehr laut. ;-) Meine Nachbarn kennen diesen Song alle auswendig. Auch wenn sie ihn nicht verstehen (wollen) und ihn vermutlich abgrundtief hassen.
(...) Nicht nur der Kommunismus war böse, Herr Gauck. Auch der Neoliberalismus ist böse. Aber es lässt sich besser an ihm verdienen.
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Anmerkung: Ich möchte gern den Fokus auf ein wichtiges Detail lenken. Wenn Konstantin schreibt: "Nicht nur der Kommunismus war böse, Herr Gauck" - was bitte meint er damit? Gab es irgendwo und irgendwann in der Menschheitsgeschichte eine Staatsform, die diesen Namen zu Recht getragen hat? Meint er gar die ehemalige DDR oder die UdSSR, die ja schon vom Namen her gar nicht beansprucht haben, "kommunistisch" zu sein? Ich bin reichlich verwirrt, wenn ich so etwas lese - schließlich ist der Kommunismus eine bis heute niemals verwirklichte, rein theoretische soziale und gesellschaftliche Vision.
Ich kann es ja nachvollziehen, wenn Propagandainstrumente wie die westlichen Medien beispielsweise China oder - noch grotesker - Nordkorea noch immer - trotz aller kapitalistischer Gegenbeweise - als "kommunistisch" bezeichnen. Aber jemandem wie Konstantin sollte doch klar sein, dass er sich hier auf brennendem kapitalistischem Propagandagebiet befindet.
Die Systeme unterscheiden sich tatsächlich nicht wesentlich, wenn die allererste und unumstößliche Prämisse lautet, dass die Macht und der Reichtum der kleinen selbsternannten "Elite" das erste und letzlich einzige Ziel allen Handelns ist. Das ist im kapitalistischen Deutschland so, das ist im Rest der "westlichen Welt" so, das ist in Russland so, das ist in China und Nordkorea so, und das war letzlich auch in der DDR so.
Wir können in jedes beliebige Land auf diesem erbärmlichen Planeten schauen und entdecken doch immer wieder nur dasselbe, vom korrupten afrikanischen Kleinstaat über das korrupte Europa bis hin zu den korrupten USA: Eine kleine macht- und geldgeile Minderheit herrscht über die Mehrheit und beutet diese scham- und gewissenlos aus.
Kommunismus wäre bzw. ist der Gegenentwurf zu diesem menschenfeindlichen Horror - allerdings ist er bislang nichts weiter als reine Theorie. Ich finde es reichlich befremdlich, dass Konstantin diesen Begriff dennnoch benutzt, denn er hat diesen Text ja gewiss nicht für die Knautschbacke Gauck geschrieben, dessen begrenzter Intellekt sicherlich nicht ausreicht, um diese Gedanken zu verstehen.
Nicht "Kommunismus" oder "Neoliberalismus" sind böse - sondern das ekelhafte elitäre Denken und Handeln, das gewisse, natürlich sehr kleine Gruppen von Menschen - aus welchen perfiden Gründen auch immer - als "höherwertig" oder "besser" bewertet als andere. Dies steht jedem wie auch immer definierten kommunistischen Gedanken diametral im Wege.
