Die heutige Reise in die virtuelle Fluchtwelt führt einmal mehr ganz tief in die Mottenkiste der Computerspiele, wo sich Spinnweben und modernde Leichen gute Nacht sagen. Das Spiel "Enclave" (Gold-Edition) des schwedischen Entwicklerstudios Starbreeze aus dem Jahr 2002 (PC-Version 2003) kennt heute wohl kaum jemand mehr - und das völlig zu unrecht, wie ich meine.
Es handelt sich um ein Action-Spiel mit Rollenspielelementen im sogenannten "Third-Person-Modus", in dem der Spieler seine Figur ganz im Stile von Gothic oder The Elder Scrolls durch eine ziemlich abgefahrene Fantasywelt steuert und dabei vornehmlich damit beschäftigt ist, verschiedenste Gegner auf unterschiedliche Arten auszuschalten. Anders als in den erwähnten beiden Rollenspielen hat man es hier aber nicht mit einer offenen Welt, sondern mit einem streng linear aufgebauten, in Level unterteilten Szenario zu tun. Das ist aus heutiger Sicht etwas gewöhnungsbedürftig, war seinerzeit aber völlig selbstverständlich.
Dass das Spiel bereits satte 14 Jahre auf dem Buckel hat, merkt man ihm allerdings keineswegs an: Sowohl die Steuerung, als auch die für damalige Verhältnisse bemerkenswerte Grafik können sich mühelos mit so manch anderem Spiel, das erst viele Jahre später erschienen ist, messen lassen. Die Story ist, wie in Fantasy-Spielen üblich, gewohnt hanebüchen und sowieso eher nebensächlich, dafür aber professionell erzählt und mittels Videosequenzen auch visuell schlüssig umgesetzt. Die deutsche Sprachausgabe rangiert auf Filmniveau, die Musik unterstützt die Atmosphäre der jeweiligen Szenarien perfekt. Auf meinem Win7/64-System läuft das Spiel problemlos und ohne jeden Absturz.
Das Alter ist dem Spiel vor allem in einer Hinsicht anzumerken: Es ist - und das ist nicht übertrieben - sauschwierig. Nach einem sehr leichten Beginn steigert sich der Schwierigkeitsgrad stetig und schnell bis hin zu einer - auch im einstellbaren "leichten" Spielmodus - fast schon obszönen Härte. Die fehlende Speicherfunktion unterstützt das vortrefflich: Man kann den Spielstand zu keinem Zeitpunkt selbst abspeichern, sondern muss gewisse "Checkpoints" erreichen - aber auch diese greifen nur, solange man die aktuelle Mission nicht vorzeitig unterbricht. Anders gesagt: Wenn man sich eineinhalb Stunden durch irgendeine verfallene Ruine gekämpft und endlich einen "Checkpoint" erreicht hat, ist es eine sehr schlechte Idee, das Spiel zu beenden und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen zu wollen, denn dann landet man jungfräulich wieder am Eingang jener Ruine. Ebenso sollte man sich nie in Sicherheit wähnen, denn auch nach dem heftigsten, manchmal nur mit Glück überlebbaren Kampf mit besonders zähen Gegnern macht sich das Spiel einen Spaß daraus, dem Spieler, der das helle Glänzen des ersehnten "Checkpoints" in der Ferne bereits erspäht und diesen mit letzter Kraft und nur noch einem kleinen Hauch von Lebensenergie zu erreichen trachtet, unverhofft noch einmal eine ganze Meute von aus dem Nichts auftauchenden Gegnern entgegen zu schleudern oder ihm eine "Jump-and-Run"-Passage zu offerieren, die es in sich hat.
Zu erwähnen ist noch, dass man sich zu Beginn für die "helle" oder die "dunkle" Seite entscheiden muss. Diese Entscheidung zieht einen jeweils anderen Spielverlauf nach sich, der sich durch andere spielbare Charaktere (mit entsprechend anderen Fertigkeiten) sowie teilweise völlig unterschiedliche Regionen, Missionen und Gegner auszeichnet. Man kann das ohnehin umfangreiche Spiel also mindestens zweimal durchspielen, ohne auf allzu viele Wiederholungen zu treffen.
Ich habe während des Spielens das gruseligste Fluchen ganz neu erlernt, wenn mein gesamter Spielfortschritt des aktuellen Levels wieder einmal kurz vor dem rettenden (Speicher-)Hafen fast beiläufig im Morast versunken ist.
Mit anderen Worten: Das Spiel macht einen Heidenspaß. Mein ständig wiederholter Standardsatz während des Spielens lautete schlicht: "Ihr wollt mich doch verarschen!" - Solche Werke gibt es heute nicht mehr - selbst ein Titel wie "Dark Souls", der bekanntermaßen mit dem ständigen Ableben der Spielfigur kokettiert, ist gegen die höheren Levels von "Enclave" nichts weiter als ein müder Kindergeburtstag. Wer nach einer wirklich anspruchsvollen spielerischen Herausforderung sucht, kann mit diesem Meisterwerk aus der Mottenkiste nichts falsch machen.
Unter dem Deckmäntelchen der "Entbürokratisierung" und der "Verfahrensvereinfachung" hat sich Arbeits- und Armutsverwaltungsministerin Andrea Nahles (SPD) neue Grausamkeiten einfallen lassen, die in Form einer "Hartz-IV-Novelle" am Montag, den 01.08.2016 - also heute - in Kraft treten. "Rechtsvereinfachung" nennt es die große Koalition, wenn z.B. alleinerziehenden Müttern, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, der Lebensunterhalt für ihre Kinder gekürzt wird, weil diese sich für ein paar Tage beim umgangsberechtigten Vater aufhalten.
Aus dem umfangreichen Katalog der perversen Ideen möchte ich drei herausragende aufgreifen:
Gegenwärtig werden Hartz-IV-Empfänger mit mindestens 35 Rentenversicherungsjahren aufgefordert, vorzeitig im Alter von 63 Jahren in Rente zu gehen, obwohl sie dabei Renteneinbußen von bis zu 14,4 Prozent hinnehmen müssen und damit in aller Regel weit unter dem "Existenzminimum" landen. Kommen die Betroffenen der behördlichen Aufforderung nicht zeitnah nach, können die entsprechenden Anträge ersatzweise vom "Jobcenter" gestellt werden. Nötige Unterlagen würden die Betroffenen aber oft nicht vorlegen, heißt es in der Begründung des neuen Vorstoßes. Deshalb dürfen die "Jobcenter" in solchen Fällen künftig Hartz-IV-Leistungen teilweise oder vollständig versagen, bis die Betroffenen ihren "Mitwirkungspflichten" nachkommen.
Der Zeitraum für die Verpflichtung zu "Ein-Euro-Jobs" wird von zwei auf drei Jahre erhöht. Die Hartz-Rebellin Inge Hannemann lässt grüßen.
Einem Vermieter oder Nachbarn, der dem "Jobcenter" auf Anfrage eine falsche oder keine Auskunft über den Bezieher gibt, droht nunmehr eine Strafe von bis zu 5.000 Euro. Damit wird Deutschland - wieder einmal - zum Vorzeigeland des staatlich organisierten Denunziantentums.
Leider kann ich es mir nicht verkneifen, in diesem Zusammenhang an die PR-Debatte in der linksliberalen Bloggerfraktion zu erinnern, als nach dem Scheitern der ersten Petitionen zur Abschaffung der grundgesetzwidrigen Sanktionen mit großer Euphorie unter dem Titel "Was der Mensch braucht" eine aktualisierte "empirische Analyse zu Höhe einer sozialen Mindestsicherung" (Ermittlung des Regelsatzes) von Lutz Hausstein vorgestellt und verbreitet wurde. Die Nachdenkseiten, der Spiegelfechter und das Blog "ad sinistram" sprangen seinerzeit über das Stöckchen und kriegten sich vor Begeisterung kaum noch ein. Lapuente beispielhaft dazu:
"Wer länger im Bezug von Hartz IV steckt, [dem] merkt man es gemeinhin an. Die abgerissenen Gestalten, die in schaurigen Buden hocken und ab und an mal auf die Gassen kommen ..." oder "Wer verstehen will, warum viele Leistungsberechtigte in zerschlissenen Jeans und in ausgewaschenen Hemden zum Penny schlurfen und wieso ihre Wohnungen »in die Jahre gekommen« und abgewohnt wirken, der muss nur mal einen Blick auf die Zusammensetzung des Regelsatzes werfen."
Mit dieser "Studie" wurde ein hoher zeitlicher, finanzieller und energetischer Aufwand betrieben und kleinste Schritte in Gestalt minireformistischer Vorschläge der interessierten Leserschaft angeboten. Der politische Effekt war selbstverständlich gleich null, denn es gab weder eine Massenbewegung zum Thema aus dem Kreis der Betroffenen, noch interessierte das irgendeinen aus der politischen Klasse. (Oder vielleicht doch einen?)
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits den Verdacht, dass derartige Vorgehensweisen auch nach hinten losgehen können, und zwar so, wie wir es jetzt erleben. Denn es kümmert die Politik einen Dreck, was Verschlimmbesserer an Ideen entwickeln. Anstatt die Energie etc. in eine Kampagne wie "Hartz IV muss weg" (Eckstein des Programms der Partei Die Linke) zu investieren, begeistert man sich für ein theoretisches Projekt ohne praktische Konsequenzen. Für diejenigen, denen immer wieder vorgeworfen wird, zu spalten und die "einzigen Bewahrer des radikalen Linksseins" zu sein, weil ihr Fell noch nicht so dick ist, dass sie ohne Rückgrat laufen können, dürfte sich die SPD nunmehr endgültig als möglicher Koalitionspartner der Linkspartei verabschiedet haben. Der Rest ist offenkundig lernunwillig bzw. lernunfähig und wird weiter auf das Warenkörbchen warten wie auf den Weihnachtsmann.
Es ist der mit derartigen Diskursen verbundene, mehr oder weniger subtile Vorwurf der Spaltung, der mir immer wieder sauer aufstößt, wenn diese Form einer Protestkultur (ein "Warenkorb", den der Mensch "wirklich braucht") als "wahrer linker Fortschritt" und "Step-by-step"-Weg in eine sozialistische Gesellschaft beschrieben wird, während die Forderung "Weg mit Hartz IV!" als utopisch, radikal und nicht mehrheitsfähig denunziert wird.
Mit einer Partei Koalitionen schließen zu wollen, die strukturell, programmatisch, tagespolitisch und personell eine derartige Menschenverachtung, Demütigung und Schikanierung von unterprivilegierten Menschen betreibt und inzwischen sogar nur mittelbar Betroffene oder gänzlich Unbeteiligte mit willkürlicher Strafandrohung verfolgt (und das seit über zehn Jahren in verschärfendem Maße!), wäre nicht nur Verrat an den Wählern. Koalitionsverträge mit diesen Leuten wären im Grunde nichts anderes als einvernehmliche Vereinbarungen über die "alternativlosen" Opfer des Neoliberalismus (die von den Grünen scheinheilig auch gerne "zu schluckende Kröten" genannt werden).
Anmerkung: Ich habe ganze drei Versuche unternommen, dieses wunderbare Gedicht aus dem zuweilen sperrigen Spätwerk Eichs für dieses Blog zu kommentieren, alle drei aber wieder gelöscht. Der Text soll ganz ohne "akademische Anleitung" für sich selber sprechen.
Everything so clear now
It's written on your face
In a world within a world
I can smell the bridges burn
Sharks ever circling
They never go away
In these dark, murky waters
So hard to navigate and so easy to hate
Paint me black, demonize me, this is how you pay me back?
Do you ever really know someone until you look away?
Misplaced my trust, only to learn ... honesty is just a word
This is a stolen life
Before you walk away
Don't forget to turn the knife
What's next, more betrayal?
Have I not suffered enough?
You made me feel so alive
Now you're just killing me
Killing me
Carve away the rotten flesh
It's time to burn
Strip away the dirty lies
Expose the ugly truth.
Anmerkung: Ob Faulfuß soviel Schmutz, Schwärze und geballte Nekrophilie - zumal von femininer Seite - wohl erträgt, ohne seinen Psychiater bzw. Priester aufsuchen zu müssen? Man weiß ja so wenig.
Meine liebste Gebetsschwester, Roland Faulfuß, hat schon wieder esoterischen Schwachsinn in die böse Welt des Darknet gekotet: Zuerst hat er vergangene Woche einen hirnmalträtierenden Text über die "Biophilie" erbrochen, der an dümmlich-religiotischer Verklärung gar nicht mehr zu überbieten ist und die "Natur" ins Korsett einer derartig infantilen Benjamin-Blümchen-Welt zwängt, die man nur noch wahnhaft nennen kann. Dieses Meisterwerk esoterischer Dämlichkeit hat er nun getoppt mit einem "Yang"-Beitrag, in dem der selbsternannte Magier sich dem bösen Widersacher der heilen Blümchenwelt widmet, nämlich - man lese und staune - der "Nekrophilie".
Ich will auf beide Predigten, die ihren absurden Stumpfsinn auch ohne jeden kritischen Kommentar lauthals in die Welt schreien, nicht weiter eingehen - allerdings möchte ich hier dokumentieren, wen der hochsensible Priester denn wohl als Gralshüter des satanischen Weltuntergangs ausgemacht hat. Er schreibt allen Ernstes - und das ist wirklich kein Text von Volker Pispers oder Oliver Kalkofe, auch wenn das wimmernde Gehirn bittend darum fleht:
Der Gegensatz Biophilie / Nekrophilie eignet sich trefflich, um konstruktive Ideologien innerhalb ein- und desselben politischen Spektrums von den destruktiven zu unterscheiden. Fäkalsprache, eine Vorliebe für Totenköpfe, Horro[r]filme und die Farbe Schwarz sind somit auch, wenn sie im „linken“ Milieu auftreten, ein Alarmsignal. [Hervorhebung von mir, Anm.d.Kap.] (...) Allerdings ist eine generelle Scheu vor der Welt „draußen“, eine einseitige Faszination für Technik, Stadtlandschaften, für die pflanzen- und lichtlosen Kunstwelten der Kellerlokale und Diskotheken unter dem Gesichtspunkt der psychosomatischen Gesundheit zumindest bedenklich.
Ich habe brüllend, prustend und nach Luft schnappend vor dem geliehenen Notebook gesessen, als ich das gelesen habe - und mich sodann in meiner schwarzen Kleidung unverzüglich in den Aufzug begeben, um dem Leichenkeller des Krankenhauses, in dem ich gerade "Gast" bin, einen Besuch abzustatten. Dort habe ich 666mal laut "Scheiße!" gerufen, eine große Piratenfahne an die Wand gehängt, finstere Metalmusik in ohrenbetäubender Lautstärke aufgelegt, die tote Oma aus der dritten Leichenbox zu schwängern versucht und beim Orgasmus "Roh-Land, ich komme!" geschrieen. - Und Faulfuß hat es gewusst - er muss ein göttlicher Prophet sein, dem wir alle folgen sollten! Leider hat der Heilige allerdings Killerspiele, Tarantino-Filme und einen Großteil der Musik, Malerei und deutschsprachigen Dichtung, die sich ausgiebig und andauernd mit dem Tod befassen, vergessen. Aber das sehen wir einem Hassprediger und Gotterwählten, der die marginalisierte Linke noch weiter spalten will, doch gerne nach, gelle.
So gern ich auch zu einzelnen Passagen aus den verlinkten Predigten trotz allem etwas sagen möchte, verkneife ich mir das an dieser Stelle. Realsatire ist schließlich stets die beste Satire. Lest das, aber schützt - verfickt nochmal! - Eure Stirn vor den Schlägen auf die harte Tischplatte, die unweigerlich folgen werden.
Das kleine Büchlein, das ich heute empfehlen möchte und das ich gerade zum wiederholten Male gelesen habe, gehört selbstverständlich zum heute völlig vergessenen, literaturwissenschaftlich größtenteils ignorierten Genre der Science Fiction. Es existiert nicht einmal ein deutschsprachiger Wikipedia-Eintrag zu diesem Autor, obwohl er mehr Bücher geschrieben hat als beispielsweise Hermann Hesse. Die Ignoranz, die dem Label "SF" von Seiten des seriösen Kulturbetriebes entgegengeschlagen ist und weiterhin entgegenschlägt, war und ist legendär.
Diese vom Goldmann-Verlag fälschlicher Weise als "technisch-utopischer Roman" titulierte Erzählung ist - wie so oft in diesem Genre - eine wunderbare Parabel auf die kapitalistische, stets autoritärer werdende Endphase unserer heutigen Zeit. Im Klappentext heißt es:
"Dr. Mark Brant arbeitet als Wissenschaftler auf einem außerirdischen Planeten. Durch den terrestrischen Geheimdienst kann man ihn zwingen, in dessen Auftrag auf diesem Planeten - Ladros - zu spionieren. / Ein Auftrag, der zum Scheitern verurteilt scheint, denn dort hat man einen Apparat entwickelt, der alle Gehirnvorgänge wiedergeben kann - auch die eines Spions."
Wer gerne nachlesen möchte, welche Auswüchse der feuchte Traum der totalen Überwachung in der kapitalistischen Diktatur annehmen kann, dem sei Masons Büchlein, das es heute selbstverständlich nur noch antiquarisch gibt, wärmstens ans Herz gelegt. Ich habe es am Sonntag mit großem intellektuellem Gewinn einmal mehr verschlungen.
(Avner Dorman [*1975]: "Frozen in Time". Konzert für Schlagzeug und Orchester aus den Jahren 2006/07; Schlagzeug: Christoph Sietzen, Romanian National Symphony Orchestra, Leitung: Cristian Mandeal, 2015)
Anmerkung: Anschauen, aufmerksam zuhören, genießen und nachdenken. - Es ist allerdings erschreckend, dass selbst in einem solchen Konzert, in dem progressive Musik weit jenseits des kapitalistischen Mainstreams gespielt wird, trotzdem einige (zum Glück wenige) Deppen sitzen, die, anstatt die Darbietung mit allen Sinnen aufzusaugen, lieber ihr Dumpf-Phone zücken und verzückt auf das Display starren, während sie das Konzerterlebnis verpassen. Das erinnert mich an einen alten Freund, der sich gemeinsam mit mir und einigen anderen vor vielen Jahren monatelang auf eines der schon damals äußerst seltenen Pink-Floyd-Konzerte gefreut und dafür eine Menge Kohle investiert hatte, nur um den denkwürdigen Abend dann im Halbkoma und wild kotzend vor der Halle zu verbringen, weil er viel zu viel gesoffen hatte.
Ein gewisses Maß an bewusstseinserweiternden Substanzen ist indes nicht bloß für (ältere) Pink-Floyd-Konzerte, sondern auch für das Verständnis der Musik Avner Dormans recht hilfreich. Koma oder Dumpf-Phones helfen da eher nicht weiter.
Die Leichen von München sind noch keine 24 Stunden kalt - und mein Brechreiz dauert nunmehr genauso lange an. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Was deutsche Medien - allen voran die ARD - angesichts der Amoktat von München abgeliefert haben, ist selbst mit Orwell'schem Neusprech nicht mehr adäquat in Worte zu fassen. Das Gefasel vom "Terror" war und ist hier genauso absurd wie die mediale Aufmerksamkeit, die diesem Thema gewidmet wurde. Da wartete der geneigte, dumpfbirnige ARD-Zuschauer auf sein gewohntes bescheuertes Krimi-Gedöns, das ihm am Freitagabend in schöner Regelmäßigkeit nahebringen soll, dass Mord und Totschlag sowie perverse Bullen, die völlig selbstverständlich im "rechtsfreien Raum" zum Wohle der Allgemeinheit agieren, in unserer tollen Welt völlig normal seien - und dann wird er von 20 Uhr bis weit nach Mitternacht mit den immer gleichen, völlig idiotischen "Berichten", verwackelten Handy-Videos und haltlosen Unterstellungen aus München abgespeist, in denen wild spekuliert wurde, ohne einen nennenswerten Informationswert zu vermitteln.
Der Amoklauf von München hatte unmittelbar einen nicht minder fatalen Amoklauf der deutschen Systemmedien zur Folge. Das ist kein Zufall, denn schon monatelang ist dort die "Terrorgefahr" - natürlich durch "Islamisten", nicht etwa durch Rechtsradikale oder andere vom Kapitalismus deformierte Menschen - geradezu beschworen worden. Es schlich sich geradezu das Gefühl ein, deutsche Medien seien neidisch auf Frankreich. Seit Freitag ist das anders - jetzt endlich haben auch deutsche Medien die sich selbst generierenden Schlagzeilen, die eine Menge Klicks und damit Kohle versprechen.
Wie bigott das ganze Szenario ist, muss ich eigentlich gar nicht erwähnen - es geschieht in diesem System nahezu täglich, dass Menschen grundlos zu Tode kommen. Wieso gab es keine inhaltslose Dauerwerbesendung im Fernsehen, als wiederholt hunderte Menschen im Mittelmeer ertranken oder völlig Unbeteiligte von us-amerikanischen Drohnen ermordet wurden? Menschen in Einkaufzentren [sic!] - zumal wenn sie einen deutschen Pass besitzen - gelten den widerlichen Machern unserer Nachrichten-Reklamewelt ganz offensichtlich weitaus mehr.
Es versteht sich von selbst, dass auch die politische Bande unverzüglich auf den kranken Karren aufgesprungen ist. Ich kann und will hier nicht alle Beispiele der letzten Stunden anführen, sondern konzentriere mich auf den ausgemachten Widerling Thomas de Maizière (CDU), der stellvertretend für die gesamte Bagage seine Verkommenheit rückhaltlos offengelegt hat. Bei n-tvheißt es:
Sichtbar erschüttert hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf dem Amoklauf eines 18-Jährigen in München reagiert. "Wenn man sieht, wie viele Kinder und Jugendliche aus wie vielen unterschiedlichen Nationen unter den Opfern sind, zerreißt es einem schier das Herz", sagte der CDU-Politiker in Berlin.
Man lese das gesamt Pamphlet - allerdings nicht ohne zuvor einen großen Kotzeimer neben sich zu platzieren. Neu ist hier vor allem, dass diese aalglatte Sprechpuppe allen Ernstes behauptet, ein Herz zu besitzen. Die korrekte Überschrift hätte eher lauten müssen: "Kaum zu glauben und wahrscheinlich unwahr: De Maizière ist doch kein neoliberaler Cyborg!" Selbstverständlich nimmt der Bürstenfresse dieses "Menscheln" aber ohnehin niemand ab, was auch im weiteren Verlauf des kurzen Textes, in dem selbstverständlich "die Kinder" - wer denn auch sonst - beschworen werden, deutlich wird:
Schließlich fordert de Maizière eine neue Debatte um den Einfluss von etwa Gewaltvideos. Das unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen habe eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung junger Menschen, sagt der CDU-Politiker. Dies könne kein vernünftiger Mensch bestreiten. Das sei auch in diesem Fall so gewesen.
Da spricht ein ausgewiesener Fachmann, der vor lauter Mitleid mit den Toten, insbesondere den Kindern, "sichtbar erschüttert" geradezu zerfließt, und den Fakten und Wissenschaft nicht im Ansatz interessieren - Hauptsache, er fordert irgendeinen dämlichen Blödsinn, ohne an den tatsächlichen Ursachen dieser letztlich einmal mehr durch den Kapitalismus erzeugten Gewalt auch nur zu rühren. Etwas noch Übleres als diese Medien und diese Politbande lässt sich im Rahmen dieses Systems kaum mehr denken. Kriege, staatliche Drohnenmorde, Zwangsverarmung bis hin zur Obdachlosigkeit, schamlose Ausbeutung der großen Masse zur Bereicherung einer kleinen, längst superreichen "Elite" etc. sind vollkommen okay - zu verdammen sind hingegen "Gewaltvideos" und "Killerspiele". Immer wenn man meint, noch dümmer ginge es nicht mehr, kommt irgendein Hampelmann wie de Maizière (der hier, wohlgemerkt, nur stellvertretend für die komplette Bagage steht) daher, belehrt uns eines Besseren und findet willige mediale Helfer zur Verbreitung des grenzenlosen Schwachsinns. Ich gehe dann mal killerspielen.
Der Mann ist "erschüttet" (ohne "r") von Habgier, Machtbesessenheit und Menschenfeindlichkeit und damit ein treffliches Synonym für diesen verkommenen Staat, seine "Repräsentanten" und seine bigotten Medien. Und letztlich ist er auch ein genaues Abbild der kapitalistischen "Elite".
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Bildnis eines toten jungen Wissenschaftlers
(Gemälde von Jiří Georg Dokoupil [*1954] aus dem Jahr 1982, Dispersion auf Nessel, Privatbesitz [sic!], Köln)
Gestern Abend gab der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (GBA) bekannt, dass mehrere Verdächtige festgenommen worden seien, die terroristische Angriffe auf die Bevölkerung geplant und bereits mehrfach durchgeführt haben sollen. Es wird ein kapitalistischer, habgieriger Hintergrund vermutet.
Die deutsche Bundespolizei hat reihenweise Terrorverdächtige festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Anschläge auf die Bevölkerung geplant und bereits mehrfach durchgeführt zu haben. Alle Verdächtige seien Deutsche und Angehörige der üblichen Terrororganisationen wie "CDU/CSU", "FDP", "SPD", "AfD" oder "Die Grünen". All diese menschenfeindlichen Milizen verfolgen zwar dasselbe perfide Ziel, bekämpfen sich - zumindest scheinbar - aber trotzdem permanent gegenseitig, um im "Elite"-Ranking der Menschenfeindlichkeit weiter aufzusteigen. Die Festnahmen seien in hunderten unterschiedlichen Städten erfolgt, darunter vor allem Berlin, Köln und München. Nach mehreren Verdächtigen werde noch gefahndet. "Es ist eine durch und durch korrupte, widerliche Struktur", sagte der Sprecher des GBA. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die natürlich zu den Festgenommenen gehört, berief noch am Abend aus dem Gefängnis den kurz zuvor neu geschaffenen Erdoğan-Ausschuss ein, um die handelnde Justiz zeitnah abzusetzen.
Auch verschiedene Behörden stehen im Zentrum der staatsanwaltlichen Ermittlungen. So wurde beispielsweise das "Bundesamt für Verfassungsschutz" - ein grundgesetzwidriger, schamloser Club von Rechtsextremisten - kurzerhand verboten und aufgelöst. Der Kopf dieser Terror-Miliz, Hans-Georg Maaßen, wurde zusammen mit weiteren rechtsextremen Beamten in Haft genommen. Auch die "Jobcenter" genannten Schikanierungsanstalten, die sich bereits krebswuchernd über das gesamte Land ausgebreitet und den kapitalistischen Terror selbst bis in das entfernteste Dorf getragen haben, wurden gestern abend geschlossen. Die sanktionierenden Behördenangestellten müssen ebenfalls mit drastischen Anklagen rechnen.
Laut dem Sprecher des GBA gibt es evidente Hinweise auf einen kapitalistischen Hintergrund der praktizierten Menschenfeindlichkeit. Die Verdächtigen gehörten zwar verschiedenen Gruppierungen an, die allerdings allesamt dasselbe Ziel verfolgten - nämlich die Sicherung des obszönen Reichtums und der allumfassenden Macht einer kleinen "Elite" von degenerierten Extremisten. Diese befinden sich laut dpa momentan im Ausland - überwiegend in den USA, in Japan und Südkorea. Asyl müssen diese Menschenfeinde dort selbstverständlich nicht beantragen - reiche Mafiosi sind überall in Kapitalistan stets hochwillkommen. Liz Mohn, Friede Springer und andere haben bereits Vergeltungsmaßnahmen angekündigt und den globalen NATO-Bündnisfall ausgerufen, um gegen den "widerlichen Putsch in Deutschland" (Susanne Klatten) militärisch vorzugehen.
Die Zeitung "Der Postillon" berichtet, die Gruppe der Merkels, Steinmeiers, Schäubles und Gabriels sei auf Basis eines neuen Anti-Terror-Gesetzes festgenommen worden. Demnach wurden die Verdächtigen ausschließlich nach ihrem Verhalten und ihren Taten beurteilt und nicht nach ihren - meist konträren - Äußerungen. So war es letzlich recht einfach, die Anschlagsziele, Waffenverkäufe und kriminelle Energie der verkommenen Bande schnell zu identifizieren und entsprechend zu handeln.
Der Sprecher der Terrororganisation "CDU", Steffen Seibert, sprach gestern abend auf einer Pressekonferenz mit Schaum vor dem Mund von "Ketzerei" und "Gotteslästerung" und kündigte mit bebender Stimme an, dass die Miliz sich gegen die Verhaftungen "mit allen juristischen und militärischen Mitteln" zur Wehr setzen werde. "Wer Gott lästert, hat nichts als den Tod verdient - einen langsamen, qualvollen Tod", so Seibert mit blutunterlaufenen Augen. Andrea Nahles, die der Verhaftung zunächst nur deshalb entkommen war, weil sie gerade "Pokemon-Go" spielte und sich daher zum Zeitpunkt des Zugriffes in der Berliner Kanalisation aufhielt, applaudierte frenetisch, bevor sie abgeführt wurde.
In der deutschen Bevölkerung ist dieser Schlag gegen das organisierte Verbrechen eher ambivalent aufgenommen worden. In Berlin, Dresden, Frankfurt und weiteren Städten kam es spontan zu Solidaritätsdemonstrationen für die verhaftete Bande, in deren Verlauf immer wieder Sprechchöre zu hören waren wie "Deutsch ist deutsch und bleibt deutsch", "Juda verrecke" oder "Wir sind Weltmeister - Freiheit für Merkel, ab ins Gas mit dem Asylantenpack!"
"Ich liebe Deutschland", sagte Thomas de Maizière salbungsvoll, bevor er eingesperrt wurde. Berichte, nach denen er sich darauf freue, im Knast "von richtig potenten Mithäftlingen mal so richtig rangenommen zu werden", ließen sich allerdings nicht bestätigen.
Die Partei "Die Linke", die bis zu den kommenden Neuwahlen die Regierungsarbeit übernommen hat, hat heute eine Pressemeldung herausgegeben, in der es heißt: "Wir setzen uns für eine umfassende Amnestie der Beschuldigten ein, denn es kann ja nicht sein, dass Politiker und brave Beamte eingesperrt werden, nur weil sie strikten Befehlen gehorcht haben. Wo kämen wir denn da auch hin? Solidarität mit Merkel und Gabriel ist das Gebot dieser dunklen Stunde."
Im fast leeren Reichstag zittert, bibbert die Stille, während auf den Straßen wieder der braune Mob tobt.
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Die Logenbrüder
(Gemälde von Lovis Corinth [1858-1925] aus den Jahren 1898/99, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München)
Ich träume - man kann das ja ruhig gestehen - fast nie.
Ich schlafe lieber, sobald ich liege.
Aber kürzlich hab ich trotzdem geträumt, wissen Sie.
Und zwar vom kommenden Kriege.
Aus den Gräbern krochen Millionen Männer hervor
(lauter Freiwillige, wie eine Stimme betonte),
die hoben ihre Gewehre zur Schulter empor
und prüften, wen zu erschießen sich lohnte.
Sie kamen einander entgegen, fertig zum Schuss und stumm ...
Doch da schrie eine Stimme, als wäre jemand in Not!
Da drehten die Männer, wie auf Kommando, die Flinten herum
und schossen sich selber tot.
Sie fielen um in endlosen Reihn.
Ich träume doch eigentlich nie ...
Und wer mag das nur gewesen sein,
der so schrie?
(Erich Kästner [1899-1974], in: "Herz auf Taille. Gedichte", mit Zeichnungen von Erich Ohser alias e.o. plauen, Deutsche Verlags-Anstalt 1928)
Es ist ja nichts neues, dass das Merkel-Monstrum in den wenigen Momenten, in denen es tatsächlich belastbare Aussagen formuliert, der Bevölkerung grinsend ins Gesicht lügt. Heuer dürfen wir ein weiteres Bespiel für diese Regel bestaunen, denn noch im letzten Wahlkampf behauptete "IM Erika" schamlos: "Mit mir wird es keine PKW-Maut geben", während die korrupte Bande, wie Zeit Online berichtet, nunmehr beschlossen hat:
Die Bundesregierung plant, die Autobahnen in eine eigene Gesellschaft auszugliedern, eine Art Autobahn AG. Dafür will sie sogar die Verfassung ändern. Ein Entwurf, der dazu kursiert, sieht vor, dass Versicherungen, Pensionsfonds und Banken bis zu 49 Prozent der Anteile an dieser Gesellschaft übernehmen könnten. Das würde eine echte Privatisierung bedeuten. Völlig unklar ist aber, aus welchem der drei beteiligten Ministerien der Entwurf stammt. Die ZEIT hat im Wirtschafts-, Finanz- und Verkehrsministerium nachgefragt. Alle drei haben nur ausweichend geantwortet, betonen aber, dass die Autobahngesellschaft vollständig im Besitz des Bundes bleiben soll. Die Echtheit des öffentlich gewordenen Entwurfs aber dementieren sie auch nicht.
Ganz abgesehen von der intransparenten Vorgehensweise, wie sie in dieser Form wohl nur im kapitalistisch-korrupten Filz des "freien Westens" vorkommen kann, ist es offensichtlich, dass irgendwelche "Investoren" ihr überschüssiges Geld natürlich nur dann in ein solches Projekt stecken werden, wenn auch eine entsprechende - im schlimmsten, aber wahrscheinlichsten Fall sogar staatlich garantierte - Rendite zu erwarten ist. Dies wiederum legt den Schluss nahe, dass die Benutzung der in Rede stehenden, vom Steuerzahler finanzierten Infrastruktur über kurz oder lang gebührenpflichtig für alle werden muss, um die ersehnten Profite für die "Investoren" zu generieren. Dass dies weder für die ohnehin steuerzahlenden Bürger, noch für die Qualität der Infrastruktur von Vorteil ist, versteht sich sogar ohne weiteres Fachwissen von selbst.
Selbstverständlich ist dies nur eine Randerscheinung der kapitalistischen Abzocke, in der Versicherungen, Pensionsfonds und Banken sicherlich die seriösesten Kokskonsumenten Teilnehmer sind und die längst das gesamte Leben in dieser verkommenen Welt erreicht hat. Wenn selbst Krankenhäuser inzwischen völlig selbstverständlich als "Wirtschaftsunternehmen" bezeichnet und geführt werden, die zu allererst dem finanziellen Profit der wenigen Eigner zu dienen haben, weiß man schon, in welcher grotesken, schrillen Horrorwelt man sich aufhält. Ich befinde mich gerade in einer solchen Institution und weiß schon jetzt, dass ich den "Eigenanteil" für diese (größtenteils unsinnige) Behandlungszeit in Höhe von 10 Euro pro Tag keinsfalls bezahlen kann, so dass die nächste Zwangsvollstreckung unweigerlich auf mich wartet. Die Unsummen, die meine Krankenkasse diesem Krankenhaus-"Unternehmen" in den Rachen werfen muss, erwähne ich lieber gar nicht.
Es gibt - neben der reinen Logik - gleich reihenweise Beispiele für die abstrusen Ergebnisse bereits erfolgter "Privatisierungen" (und für schlechten Journalismus - siehe Link). Das interessiert die korrupte Bande aber nicht, denn die zukünftig sprudelnden Gelder auf dem eigenen Konto sind verlockender als langweilige Fakten oder gar das Wohlergehen irgendeiner Bevölkerung, mit der die Damen und Herren Entscheider in ihren lächerlichen (Hosen-)Anzügen ohnehin nichts weiter zu tun haben wollen.
Wer denkt sich einen solchen absurden Bullshit aus, fragt man sich unwillkürlich, wenn Wasserwerke, Stromproduzenten, Post, Bahn oder eben auch der Straßenbau an profitgierige Heuschrecken verscherbelt werden, deren Ziel nicht gutes, sauberes Wasser oder eine gesicherte Mobilität für die Bevölkerung, sondern möglichst viel Profit ist? Die Antwort ist so schnöde wie einfach: Das denken sich korrupte Hanswürste aus, denen die Bevölkerung am Arsch vorbeigeht und die ihrerseits lieber an das eigene Konto denken, um sich den ersehnten Pool im Garten oder den bescheuerten Luxus-Benz leisten zu können. Andere sinnvolle Argumente lassen sich jedenfalls auch bei dauerhaftem Nachdenken nicht finden.
Das Wort "Korruption" ist ein treffliches Synonym für "Kapitalismus" oder "freiheitlich-demokratische Werte". - Und jetzt zahlt, ihr Narren!
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"Aus der Partei habe ich rausgemusst wegen meiner dicken Taschen, und zu meiner Haustür komm ich nicht mehr rein."
Er hat es schon wieder getan. Diesmal allerdings ist der Schwurbelmeister Lapuente über seinen eigenen Gnom hinausgewachsen und hat beim Spiegelfechter einen reformistischen, an Dummheit kaum zu überbietenden Text veröffentlicht, den man unbedingt gelesen haben sollte, auch wenn das geneigte Gehirn schon nach wenigen Zeilen beginnt zu schmerzen und um Gnade zu flehen, da man hier eindrücklich nachvollziehen kann, wie "Realpolitik" aus asozialer, scheindemokratischer Sicht auszusehen habe.
Allein der Begriff "Realpolitik" schreit schon so schrill vor lauter Stumpfsinn, dass der inhaltliche Blödsinn dieses Textes offenbar gar nicht mehr wahrgenommen wird, wenn man sich in einem derartig absurden Paralleluniversum aufhält wie das in SPD- und sämtlichen anderen kapitalistischen Kreisen - keineswegs nur in der Politik - üblich ist. Die sprachliche Entsprechung dieses Unwortes ist demnach die "Fiktionalpolitik", und diese wird laut Lapuente - im harmonischen Einklang mit den Systemmedien und der Neoliberalen Einheitspartei (NED) - von all jenen "Weltfremden" bzw. "Radikalen" angestrebt, die es tatsächlich wagen, den Heiligen Kapitalismus in Frage zu stellen. Welch ein Sakrileg! - Einer solchen geistigen Umnachtung muss man sich argumentativ nicht stellen - das käme dem Versuch gleich, mit einem Torfklumpen diskutieren zu wollen.
Ich will auf einzelne Aspekte dieser unsäglichen Gehirnkotze gar nicht eingehen, da sie sich ganz von selbst als konzentrierte, propagandistische Gülle erweist, sobald man beim Lesen auch nur das Rückenmark in den Denkprozess einbindet. Bemerkenswert ist hier aber, dass der lernunwillige, offenkundig völlig ahnungslose Autor allen Ernstes einen neuen "Radikalenerlass" für die Linkspartei [sic!] fordert, mit dessen Hilfe "Radikale" aus der Partei besser zu entfernen seien. So etwas zu formulieren, ist nicht nur demokratiefeindlich und geradezu faschistoid, sondern auch vollkommen grotesk angesichts einer Partei, die längst im "Parteienspektrum" des Kapitalismus angekommen ist und sich "realpolitisch" - also in koalitionärer "Regierungsverantwortung" - bislang stets stramm systemkonform verhalten hat, ohne auch nur den Schatten irgendeiner linken, progressiven, menschenfreundlichen Politik erkennen zu lassen.
Dem Manne ist nicht mehr zu helfen - der schmisse sich, wenn es ihm jemand anböte, gewiss auch in einen Seidenanzug samt Würgeschlips und verhandelte mit den widerlichen Menschenfeinden aus der CDU oder von den Olivgrünen über die Höhe des zukünftigen "Mindestlohnes". Mit solch debilen Gestalten waren und sind keine systemischen, nachhaltigen, wirksamen Veränderungen möglich - und sie sind vor allem eines nicht: links.
Radikal ist heute wie damals in erster und mit großem, uneinholbarem Abstand bedeutendster Linie der Kapitalismus: Kriege, Hunger, Armut, konsequente Zerstörung des Planeten, korrupte Pseudodemokratien überall, Überwachung, staatlich organisierte Ermordungen von "Verdächtigen" und so vieles, vieles mehr sprechen eine beredte Sprache, die Leute wie Lapuente aber offensichtlich nicht verstehen wollen oder können. Diese Menschheit lernt nicht, sie wiederholt nur stets dasselbe in leicht modifizierten Varianten.
Gleichzeitig wird hier das alberne Gefasel von den "Spaltungstendenzen" der Linken, die, wie Systemgläubige nicht müde werden zu betonen, selbstverständlich stets von den "Radikalen" ausgingen, sehr deutlich als propagandistisches Dummgeschwätz offenbart. Dabei "spaltet" Lapuente die Linke nicht einmal, sondern macht lediglich offenkundig, dass es schlichtweg keine grundlegenden Gemeinsamkeiten von Systemerhaltern und Systembekämpfern geben kann - was allerdings auch ohne den Schwurbelautor sehr leicht gedanklich nachzuvollziehen ist. Wer nicht links ist, kann auch nichts zur "Spaltung der Linken" beitragen - selbst wenn dabei einmal mehr ein peinliches linkes Tarnmäntelchen getragen wird.
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Die Blutsauger
"Alles geht vorzüglich. Sogar die Parteiunterschiede verschwinden mehr und mehr."
(Stratovarius: "My Eternal Dream", aus dem Album "Eternal", 2015)
I still remember when I was a child
So curious, adventurous and wild
Looked at the world with open eyes
I couldn't tell the truth from all the lies
I was taught how to live, how to behave
I was told how to walk, to talk, to know my place
All those years I was searching for my way
All the world was my stage
So I will turn every dream
Into reality
And through the dark they will be
The light to guide me
I'm on my own, walking down this road alone
I'll go on, I'll be strong, all I need is my eternal dream
Now I can see it all so clear
There are no boundaries and no frontiers
I wouldn't change the road I'm on
My dream lives on long after I am gone
I have learned I must do whatever it takes
I made mistakes, I must fall to rise again
Break the rules, all the chains that hold me down
I may sink but I won't drown
So I will turn every dream
Into reality
And through the dark they will be
The light to guide me
I'll show that I can't be tamed
When I'm gone remember my name
And I won't give up the fight
Go gently into the night
I'm on my own, walking down this road alone
I'll go on, I'll be strong, all I need is my eternal dream
Kennt jemand moviprep? Mit diesem wundervollen Medikament darf ich mich heute wieder einmal herumschlagen, um meinen Darm vollständig zu entleeren. Die Wonnemomente, die wässriger, unaufhaltbarer Durchfall einem Menschen über Stunden bescheren, kann wohl nur jemand nachvollziehen, der das ebenfalls durchleben durfte.
Ich gäbe etwas darum, wenn es ein vergleichbares Medikament auch fürs Gehirn gäbe: Ich liefe trotz aller Beeinträchtigungen auf der Stelle los und schüttete es höchstpersönlich in großen Dosierungen in die Bottiche der örtlichen Wasserwerke, damit sich die braune, kapitalistische, zunehmend nationalistische Gülle, die sich in diesem verkommenen Land festsetzt, ohne mögliche Gegenwehr wie ein Wasserfall aus den Schädeln der bornierten Vollidioten in die Gosse ergießt und auf Nimmerwiedersehen in der Kanalisation, in die sie gehört, verschwindet.
Man darf noch träumen. Hoffe ich. Aber jetzt muss ich wieder aufs Klo.
Ein Musik- und Literaturwissenschaftler auf der heiteren Odyssee bzw. vergeblichen Suche nach dem Humanismus.
Ich verstehe dieses Blog weder als "links", noch als "linksliberal" - es versucht, schlicht der Logik zu folgen, sucht die oft verschleierte Wahrheit und landet daher fast zwangsweise immer wieder in sozialistischen Regionen, in die es nie wollte. Die Logik lässt sich nicht so leicht austricksen wie es der interessengeleitete menschliche Geist tut.
Dennoch gilt auch weiterhin Spocks weiser Spruch: "Logik ist nur der Beginn aller Weisheit - und nicht ihr Ende."
Der Blogbetreiber stellt sich vor - auf dass NSA, "Verfassungsschutz", BKA und so viele andere nicht mehr so ausufernd suchen müssen:
Facebookfreie Zone
Das gilt selbstredend auch für alle anderen Datenkraken und "sozialen Netzwerke".
Statt Facebook lieber Ghostery :-)
Dieses kleine, kostenlose Plugin gibt's für alle gängigen Browser - macht es den Werbefuzzis und Überwachungsfetischisten doch wenigstens ein bisschen schwerer, Euren Spuren im Netz zu folgen ...