Samstag, 15. Juli 2017

Song des Tages: Rising of the Tide




(Blackfield: "Rising of the Tide", aus dem Album "Welcome To My DNA", 2011)

Any day can be
The last day in your life
So make it an unforgettable time

Another sleepless night
And anxiety attacks
The doctor said you need some rest

But you're always on the run
Tracing after a place to hide
You were born to your mom
Shaking hands

Wolves are out tonight
And they're looking for a fight
'Cause they run at the speed of light
It seems you're home again

Don't forget to play
While time is running out
The clock tower in the window sky

Any day can be
The last day in your life
So make it an unforgettable time

Around the blinking lights
From a giant neon sign
You were born in the wrong, wrong year

Your soul is freezing ice,
But still I'm asking for a slice
You had to feed those monster hearts
And when you're home again

You feel you had enough
It's like the rising of the tide
You're a shadow just passing by

The wolves are out tonight
And they're looking for a fight
And they run at the speed of light
It seems you're home again


Freitag, 14. Juli 2017

Lapuente: Erotische Träume von Uniformen und Schlagstöcken


Zu dem allgemeinen Rechtsschwenk, der momentan wie ein brauner Wind stinkend durch die Politik und die Medien rauscht, gesellt sich nun auch ein üblicher Verdächtiger, der seine parteipolitische, korrupte Maske gar nicht mehr abnehmen muss, um als Clown identifiziert zu werden: Lapuente fordert nach dem "Festival der Demokratie" in Hamburg, auf dem sich gewaltbereite, vermummte und bewaffnete Staats-Chaoten darin geübt haben, friedfertigen BürgerInnen die Fresse zu polieren, allen Ernstes "mehr Polizei".

Ich weiß nicht, ob dieser Knabe tatsächlich so dumm oder gewalttätig ist, wie er sich gibt, oder ob er doch nur der parteipolitischen Agenda folgt, die er in seinem verbalen Auswurf anreißt. An anderer Stelle hat der Wirrkopf gar das alberne Märchen nacherzählt, dass die SPD "strukturell links" sei. SPD – links!!! Zwanzig Jahre reichen nicht, um diesem Idioten, der offensichtlich versucht, in der korrupten Linkspartei Karriere zu machen und sich ein auskömmliches Pöstchen zu sichern, ein Licht aufgehen zu lassen. Anders jedenfalls ist diese schaurige Schmierenkomödie nicht erklärbar.

Der Dummkopf schreibt allen Ernstes:

Linke und Polizisten, so paradox das in diesen Tagen für manchen auch klingen mag, sitzen gerade im selben Boot. Beide werden benötigt und beide leiden unter einem Imageproblem. Der Linke – was immer diese Klassifizierung auch heißen mag – und der Polizist müssen gar keine natürlichen Feinde sein.

Ein "Imageproblem" ist das also? Ist Lapuente nun schon die Marionette irgendeiner Werbeagentur? Ist der Kerl noch ganz bei Trost oder hat er seinen leeren Schädel schon so tief in irgendeinem Enddarm versenkt, dass er gar nicht mehr merkt, welchen Blödsinn er absondert? – Wenn es aus dem furchtbaren Ereignis in Hamburg überhaupt etwas zu lernen gibt, dann ist es – sofern man Lapuentes geistigen Schmalspuren folgt – die Erkenntnis, dass paramilitärische Polizeieinheiten auch weiterhin dafür sorgen sollen, dass jedweder demokratischer Protest gegen das kannibalische System gewalttätig niedergeknüppelt wird. Das kennen wir in Deutschland nur allzu gut – die Nazi-Bande hat das damals minutiös vorgemacht.

Aber für Lapuente gilt auch weiterhin, dass der freundliche Polizist sein persönlicher "Freund und Helfer" ist, während die widerlichen Arschlöcher, die in Hamburg völlig "rechtsstaatlich" gewütet und geprügelt haben, längst ihr Belohnungsbier in der Kneipe genießen und sich schon auf den nächsten "Einsatz" freuen. Vielleicht sollte Lapuente darüber nachdenken, ob er – falls seine angestrebte Parteikarriere nicht klappt – vielleicht in der Polizei eine neue Heimat finden könnte: Mit Uniform, Schlagstock, Pfefferspray, Sturmgewehr und Stahlstiefeln könnte er seine sozialdemokratischen, "linken" Ideale doch noch viel besser verbreiten – ganz besonders dann, wenn er sich vermummt. Ich habe mir erzählen lassen, dass diese Anonymität einen ganz besonders erotischen Kick bescheren soll.

Es ist mir ein Rätsel, wieso dieser Kerl sich nicht schämt, wenn er in den Spiegel schaut.


Donnerstag, 13. Juli 2017

Die christlichen Rechtsradikalen


Es ist ja ein alter Hut, dass die CSU der NPD oder AfD in nichts nachsteht – Belege dafür gibt es mannigfaltig. Stefan Gärtner, Kolumnist der Titanic, hat Horst Seehofer jüngst als "Parafaschist" bezeichnet und lag damit goldrichtig. Trotzdem können im Zuge des politischen und medial wohlwollend begleiteten Rechtsrucks nach Hamburg einige Faschisten ihren Mund nicht halten, so dass heute zu lesen war:

Manfred Weber fordert ein härteres Vorgehen der EU gegen Schleuser vor der libyschen Küste. Der CSU-Politiker und Vorsitzende der christdemokratischen EVP-Fraktion im EU-Parlament will dafür notfalls auch Waffengewalt als Mittel einsetzen.

Ja, so lieben wir unsere christlichen Arschlöcher: Sonntags hocken sie scheinheilig auf den Knien in ihrer prunkvoll geschmückten Kirche, und montags lassen sie auf Flüchtlinge schießen. Herr Weber ist damit ein vorzügliches Beispiel für die gesamte korrupte Bande der kapitalistischen Steigbügelhalter der etablierten, korrumpierten Parteien (CDU, SPD, FDP, Grüne, AfD, Linke) und sagt exakt das, was diese schmierigen Figuren auch tatsächlich tun. Letzten Endes fehlt eigentlich nur noch die politische Erörterung der "Endlösung", um diesen menschenfeindlichen Gesellen auch hochoffiziell das Hakenkreuz auf die Stirn zu pappen.

Wer wählt solche Zombie-Schlips-Borg? Ist der Masochismus vielleicht doch viel verbreiteter in Deutschland als vermutet?

Ich halte ja nichts von Religionen bzw. halte ich sie für giftiges Schlangenöl; aber der Herr Weber soll mir dennoch einmal erklären, wie es mit der christlichen Nächstenliebe zu vereinbaren ist, faschistische Positionen zu vertreten. Ich vermute, dass der stumpfe Kerl damit überfordert wäre und mich, statt eine Antwort zu formulieren, lieber auf die Reise ins KZ schicken würde. Fragen sind im braunen Kapitalistan unerwünscht – man hat entweder zu glauben oder muss ignoriert bzw. entfernt werden.

Es wird wahrlich Zeit, den längst gepackten Koffer unter den Arm zu klemmen und sich um Asyl – beispielsweise in Afrika – zu bemühen. In Europa warten jedenfalls nur noch Untergang und Tod. Hoffentlich finde ich einen Schleuser, der mir aus diesem Untergangsszenario heraushilft – ganz wie damals, als die "bösen Schleuser" vielen Juden geholfen haben, das untergehende Todesland "illegal" zu verlassen.

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Die Durchleuchtungsmaschine



(Zeichnung von Henry Meyer-Brockmann [1912-1968], in: "Der Simpl", Nr. 4 vom Mai 1946)

Mittwoch, 12. Juli 2017

Welch eine Jugend: "Krümm Dich beizeiten!"


Es ist ja ein sehr, sehr alter Hut, dass Ältere gerne mal auf die Jugend einprügeln, weil diese sich nicht ganz so verhält, wie der gesittete Ältere es gerne hätte – die vielen Beispiele dafür muss ich hier nicht zitieren. Als ich selber noch zu dieser jugendlichen Gruppe gehörte, habe ich mich beispielsweise köstlich darüber amüsiert, dass ich während meiner Zivildienstzeit von den mir damals "Vorgesetzten" – das waren zwei ultraspießige Hausmeister, die wohl zum ersten Mal einen "Untergebenen" hatten – konsequent als "Mädchen" bezeichnet wurde, weil ich auch damals schon lange (im Übrigen sehr schöne) Haare hatte. Ich fand das damals lustig und habe die beiden Gesellen im Gegenzug nur mit "Sire" und "Euer Hochwohlgeboren" angeredet, was die beiden wiederum gar nicht witzig fanden und mir das Zivildienstleben – freilich ohne Erfolg – erst recht zur Hölle zu machen versuchten.

Zuvor hatte ich in der Schule ausgerechnet einen Reserveoffizier der Bundeswehr als Deutsch- und Geschichtslehrer (nein, das ist kein Witz), der mich "gefressen" hatte und gerne vor dem versammelten Kurs einen "langhaarigen Affen" nannte. Als Antwort darauf habe ich mir damals eine dieser ausrangierten Bundeswehr-Jacken besorgt, die ich zuerst von dem schwarz-rot-pissgelbem Banner befreit und sodann über und über mit einem Edding beschriftet und mit drastischen Aufnähern versehen habe (ich danke noch heute meiner seligen Mutter für die sehr subversive Hilfe, denn ich konnte nicht nähen) – und auf dem Rücken prangte in großen Lettern der Schriftzug: "Lieber ein langhaariger als ein hirnloser Affe". Der Mann fand das ebenfalls nicht lustig und hat mich durch sämtliche Instanzen gezerrt und weiter gemobbt – allerdings ohne Erfolg. Er muss die Zeugnisübergabe an seinen linken Erzfeind am Tag der Abi-Feier als persönliches Waterloo empfunden haben und war danach nie wieder derselbe. Aber das nur am Rande. ;-)

Heute scheint der Wind aus einer gänzlich anderen Richtung zu wehen. Bei Zeit Online las ich vor einigen Tagen voller Entsetzen:

Die 17-jährige Julie Peuten aus Hamburg ist zufrieden, wenn sie von ihrem gerade erst bestandenen Abitur erzählt: "Es ist gut gelaufen." Tatsächlich ist es sogar sehr gut gelaufen: Julie hat einen Notendurchschnitt von 1,7 und ist damit eine von knapp 10.000 Abiturienten, die in diesem Jahr allein in Hamburg die Schulen verlassen. Sie alle wollen ihren Abschluss gebührend feiern. Doch mit einem improvisierten Fest in der Turnhalle oder Aula der Schule ist es schon lange nicht mehr getan. Abibälle folgen heute meist einem feierlichen Protokoll: Erst posieren die Schüler in einer repräsentativen Räumlichkeit vor einer Fotowand, dann folgt der Eröffnungstanz, es werden Reden gehalten und es wird diniert, bevor der Abend in eine Party übergeht.

Was zur Hölle ist da los? Die grausigen Fotos von völlig bekloppten, aufgetakelten und wie Huren geschminkten Teenagern, die diesem Bericht beigefügt sind, erinnern mich an die kapitalistische Teufelsgruft, die ich vielleicht in den USA ausmachen würde, aber doch nicht in Hamburg? Wenn man den Text in Gänze liest, wird das Grauen aber noch verstärkt und tut richtig weh:

Ein Ticket für den Abiball von Julie Peutens Jahrgang kostet 85 Euro. "Das ist schon viel Geld", meint sie, "man hätte es vielleicht auch etwas kleiner gestalten können. Andererseits: Wie oft geht man denn schon auf einen richtigen Ball?"

Ist das Satire? Oder steckt diese Jugend tatsächlich schon so tief im kapitalistischen Enddarm, dass sie gar nicht mehr bemerkt, wie grotesk sie sich verhält? Was um alles in der Welt soll man von solchen jungen Menschen erwarten, die sich schon in ihrer "Sturm-und-Drang-Phase" dem System an den Hals werfen, als gebe es kein Morgen? Geht es auch noch angepasster, unkritischer, systemkonformer, dümmer oder devoter? Um des Spaghettimonsters Willen: Es muss ja nicht gleich so ein derber Konfrontationskurs sein, wie ich ihn seinerzeit einschlagen musste – aber geht denn vielleicht ein kleines bisschen Kritik? Ich lese in diesem Bericht nichts davon und kann nur hoffen, dass diese aalglatten, furchtbaren Hamburger Systemschranzen, die da zu reinem Eigennutz herangezüchtet wurden, hoffentlich, hoffentlich nicht repräsentativ sein mögen.

Wenn es stimmt, dass die Zukunft vornehmlich von der Jugend gestaltet wird, dann ist diese Welt wohl völlig im Arsch. – Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich selber solche Misstöne anschlagen werde, während ich auf meine eigene Rebellion aus der Jugendzeit nostalgisch zurückblicke. Bin ich korrumpiert – oder ist es doch eher die hier dargestellte Jugend? Ist es wirklich so, dass heute die Opas und Omas rebellischer sind als die Jugend? Falls das so ist, hat es sich sehr bald "ausrebelliert" und es kehrt schauderhafte Friedhofsruhe ein im kapitalistischen Katastrophensystem.

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Tele-Kolleg



(Zeichnung von Marie Marcks [1922-2014], in: "Krümm Dich beizeiten!", 1977)


Montag, 10. Juli 2017

Zitat des Tages: Patrouille


Die Steine feinden
Fenster grinst Verrat
Äste würgen
Berge Sträucher blättern raschlig
Gellen
Tod.

(August Stramm [1874-1915]: "Patrouille", in: "Der Sturm", Heft 7/8 vom Juli 1915)


Das digitale Zeitalter des Vergessens


Mit diesem Thema habe ich mich schon öfter beschäftigt – nun habe ich aber eine sehr anschauliche, komprimierte Zusammenfassung des "zeitgeistigen" Wahnsinns gefunden, die vor einigen Tagen bei spektrum.de zu lesen war. Dort war unter dem Titel "Rettung aus der digitalen Gruft" zu erfahren:

Häufig sind die Betriebssysteme moderner Computer nicht mehr in der Lage, in alten Formaten geschriebene Dateien zu lesen. Lori Emerson, die Direktorin des Media Archaeology Lab der University of Colorado in Boulder liefert ein Beispiel: Um eine mysteriöse Datei von einer alten Zip-Diskette zu retten, musste zunächst ein passender Computer aufgespürt werden – ein Power Macintosh 8100 aus dem Jahr 1994 mit dem Betriebssystem OS 7. Die Datei entpuppte sich als Verzeichnis einer alten Version des Literaturverwaltungsprogramms EndNote.

Die Lektüre lohnt sich sehr; allerdings reißt der Artikel das viel tiefer gehende Problem dennoch nur sehr oberflächlich an – zumal ich mich frage, wie "Betriebssysteme" überhaupt Daten lesen können sollen. Aber über solche Kleinigkeiten sehen wir ja gerne hinweg. Schließlich ist es ein alter Hut, dass alles, was nur digital gespeichert wird, jederzeit auch rückstandslos gelöscht werden kann – dabei ist es völlig egal, ob das absichtlich, versehentlich oder einfach aufgrund zerstörter oder nicht mehr les- oder entschlüsselbarer Datenträger geschieht. Die Entschlüsselung "alter" Daten ist dabei nur ein Randproblem – und jedem, der jemals ein "altes" Buch, vielleicht von vor hundert Jahren, gelesen hat, sollten sofort die roten Alarmglocken im Schädel klingen, denn im Text geht es vornehmlich um Daten, die noch nicht einmal 25 Jahre alt sind und dennoch aufwändig – und im beschriebenen Fall rein zufällig – dennoch "gerettet" werden konnten.

Es ist gar nicht auszudenken, wieviele Informationen, Kunstwerke, wissenschaftliche Daten, Texte, Musikstücke, Briefe etc. durch den ungebremsten Digitalisierungswahn zukünftig unweigerlich verloren gehen werden. Da wird es in fünfzig, hundert, zweihundert oder dreihundert Jahren keine Funde mehr geben können, die in irgendeiner Form mit alten Schriftrollen, Gemälden, Büchern, Fotos, Filmen, Briefen, Partituren oder – ja, sogar das – Karteikarten vergleichbar wären.

Man stelle sich nur einmal vor, die Nazis hätten seinerzeit beispielsweise den bürokratischen Terror des Holocaust in Auschwitz digital dokumentiert und am Ende einfach löschen können – wir wüssten heute, abgesehen von mündlichen Zeugnissen und eventuellen vereinzelten Funden, nichts vom wirklichen Ausmaß der Jahrhundertverbrechen. Dasselbe betrifft sämtliche Bereiche des menschlichen Lebens – Gesellschaft, Politik, Kultur, Kunst, Wissenschaft und sogar den Boulevard. Es ist ein historisches Fiasko gigantischen Ausmaßes, das sich hier unter den Augen aller anbahnt. Und die im Spektrum-Text erwähnte "Datenrettung" ist sogar weniger als ein – zumal sehr teures, also nur ausgewählten Personen verfügbares – Feigenblatt, welches das hässliche Gemächt des kollektiven Vergessens nicht einmal im Ansatz zu verbergen vermag.

Einer der Wissenschaftler, dessen Datenrettungsversuche im Text etwas näher beleuchtet werden, kommt denn auch zu dem naheliegenden Schluss:

"Wenn man Daten erhalten will", so folgert McCarthy, "dann setzt man sich am besten in Bewegung, solange die Leute, die die Daten produziert haben, noch unter uns sind."

Wir leben in einem wahrhaft "modernen", "zukunftsweisenden" Zeitalter, fürwahr. Leider glauben diesen Unsinn die meisten Mitglieder dieser narkotisierten Bevölkerung wohl tatsächlich, während sie über ihre Dumpf-Phones bzw. Staatswanzen wischen. Das stumpfsinnige Vergessen ist offenbar nur ein Feature des Kapitalismus, aber keine zwingende Voraussetzung für die kollektive Verblödung.

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Der Mensch



(Illustration von Matt Mahurin [*1959] aus dem Jahr 1986 [?], unbekannter Verbleib)

Samstag, 8. Juli 2017

Song des Tages: Eye of Chaos




(Once Human: "Eye of Chaos", aus dem Album "Evolution", 2017)

I fear, only in death
There will be freedom
From all warkind
May we all fall a victor

They named me a killer
I learned to walk
I learned the blade
To cut the soul from the soldier
Now is the time to test my faith

I of war
I of chaos
We of gods
Create the hell
Seek the cause
My eyes, they fail me

In my world blood is priceless
Life is worth more
When it's lifeless

Death comes closer
Apprehensive delay
Hands take over
You slip away

Colors of earth
have all faded away
All that I see
Is the pale of your face
Death calls, I answer
I see it through
The voices of reason
Were buried with you

I fear, only in death
There will be freedom
For all mankind
May you all rest in pieces

I carve the earth's gutters
All will submerge in crimson lakes
In the pools of my brothers
For blood is thinner
Than my blade

I of war
Liberated the eye of chaos
And devastated
We of gods
Create the hell
Pleas are lost
Your eyes, they fail you



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Anmerkung: Derweil in Hamburg, der freiheitlich-demokratischen Grundfeste des kapitalistischen Systems der verwesenden Friedensraute:


(Gewaltbereite, vermummte Chaoten: Der schwarze Block am 7. Juli 2017)

Donnerstag, 6. Juli 2017

Die Aliens und die mit Wasser gefüllten Beutel


In einem der Blogs auf den Seiten von spektrum.de habe ich kürzlich einen hübschen, kleinen Text gelesen, in dem sich die Autorin der Frage widmet, "Warum wir [bislang] keine Aliens gefunden haben (oder sie uns)":

100 Milliarden bewohnbare Planeten könnte es allein in unserer Milchstraße geben, schätzte Seth Shostak vom SETI-Institut in einem aktuellen Vortrag (18.6.2017) auf der Future Con, einer Veranstaltung im Grenzbereich von Wissenschaft, Technik und Science-Fiction.

Als interessierter Hobby-Kosmologe und wissenschaftlich geschulter Science-Fiction-Liebhaber habe ich dort zwar nichts neues, dafür aber eine recht nett formulierte These gefunden, die ich – nicht erst seit gestern – ganz besonders bedenkenswert finde. Unter dem Titel "Die Erde steht unter Quarantäne" schreibt die Dame:

Wir sind vielleicht zu primitiv, oder zu aggressiv oder schlicht zu zerstörerisch. Möglicherweise hat der Galaktische Rat (wenn es soetwas [sic!] gibt) ein Kontaktverbot erlassen. Davon würden wir nur erfahren, wenn es jemand missachtet. Das wäre dann aber vermutlich kein angenehmer Zeitgenosse.

Mir geht diese These allerdings noch lange nicht weit genug (in diesem Kontext sei auch auf die Kommentare dort drüben verwiesen, die ungewöhnlich "untrollig" und großteils sehr lesenswert sind), denn falls es tatsächlich intelligente extraterrestrische Lebensformen geben sollte, die "unseren" [*lol*] kapitalistischen Katastrophenplaneten entdeckt haben, wäre es sogar zwingend logisch, jedweden Kontakt mit dieser Menschheit unbedingt zu vermeiden – andernfalls wäre eben jene Intelligenz ja unverzüglich in Frage zu stellen und das Thema mithin redundant. Ein intelligentes Wesen käme unvermeidlich zu dem Schluss, dass es sich bei diesen Menschen – zumal denen, die auf diesem Planeten "das Sagen haben" – lediglich um "größtenteils mit Wasser gefüllte Beutel" (Zitat aus Star Trek: Das nächste Jahrhundert) handelt, die sich selbst und ihren Lebensraum seit dem Beginn der sogenannten Zivilisation konsequent zerstören, ausbeuten, töten und zugrunde richten – und diese apokalyptische Farce mit zunehmender Technisierung immer weiter verstärken, anstatt endlich klug zu werden.

Dabei gibt es genügend Beispiele aus der Science-Fiction-Literatur, in denen höchst unterschiedliche, teilweise auch sehr komplexe Szenarien entworfen wurden, wie eine solche außerirdische Lebensform aussehen und wie sich der Kontakt zu ihr gestalten könnte – allerdings kennt die kaum jemand, denn im "Mainstream" gibt es bis auf ganz wenige Ausnahmen, zu denen Teile des inzwischen ebenfalls durch Hollywood und die übliche kapitalistische Habgier in rauchende, zerfallende Ruinen gelegten Star-Trek-Universums gehören, fast ausschließlich kriegerische, extrem dumpfe Horrorszenarien, die genau dem barbarischen Entwicklungsstand der Menschheit, nicht aber den wahrscheinlichsten Zielen irgendwelcher intelligenter Aliens entsprechen. Die bekannten, meist stinklangweiligen und oberflächlichen Hollywoodschinken aus diesem Genre ("Alien", "Independence Day", "Krieg der Welten" etc.) behandeln ja allesamt nichts weiter als eine billige Allegorie dessen, was der Kapitalismus und seine Schergen seit Jahrhunderten auf der Erde anrichten. Intelligenz sucht man hier selbstverständlich vergebens.

In diesem Zusammenhang möchte ich exemplarisch den "epischen" Roman "Der Splitter im Auge Gottes" von Larry Niven und Jerry Pournelle aus dem Jahr 1974 empfehlen. Es gibt nur wenige Bücher aus dem SF-Genre, die ich ebenso faszinierend finde und die mich so gefesselt haben, dass ich tagelang nicht ansprechbar war:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen – auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn "Splitter im Auge Gottes" genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt – eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Diese Kurzbeschreibung wird dem fast 900 Seiten starken, eng bedruckten und tiefsinnigen Buch natürlich nicht gerecht, denn hier geht es – ohne spoilern zu wollen – nicht um irgendeine außerirdische "Bedrohung", sondern vielmehr um die krankhafte, paranoide, selbstzerstörerische menschliche Spezies, die selbst in "ferner Zukunft" – doch auch das ist nur ein literarisches Bild – nicht gelernt hat, das kapitalistische Denken des Eigennutzes zu überwinden. Ich empfehle die Lektüre wärmstens.

Dienstag, 4. Juli 2017

Propagandapresse: We love to manipulate you


Es ist immer wieder erhellend, der zwangsgebührenfinanzierten, kapitalistischen Staatspresse zu folgen. Vor wenigen Tagen war beispielsweise auf der Seite der Tagespropaganda ein Interview mit Jean Ziegler zu lesen, der seit vielen Jahren vehement das kannibalische Katastrophensystem des Kapitalismus' bekämpft. Ziegler sagt hier indes nichts Neues, sondern wiederholt nur die logischen Schlussfolgerungen, die er schon seit Jahrzehnten in ähnlicher Form in die Medienwelt absondert.

Die "unabhängige" Redaktion der Tagespropaganda konnte es sich dennoch nicht verkneifen, dem alten Mann, der alles verdammt, was das deutsche Regime und damit auch diese Systempresse vertritt, subtil den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ziegler sagte:

Herr Schäuble, Finanzminister der drittgrößten Finanzmacht der Welt immerhin, hat gesagt: Entschuldung kann nicht sein. Entschuldung für die 50 ärmsten Länder dieser Welt wird nicht gemacht. Obschon diese Länder ohne Entschuldung weder in Schulen, noch in Spitäler, noch in die Landwirtschaft investieren können. Das Elend ist also zementiert, wenn keine Entschuldung kommt. / Und Schäuble argumentiert und sagt: Das ist das Gesetz des Marktes, die Eigenverantwortung des Marktteilnehmers, und der Markt befiehlt. Das ist eine mörderische Aussage. Sie können Morgen [sic!] früh Jesus Christus als Präsident von Mali oder Benin oder Senegal ernennen. Er wird kein einziges Kind retten können, weil die Auslandsschuld diese Länder erdrückt. Was Herr Schäuble sagt, ist eine Aussage, die eines deutschen Ministers nicht würdig ist.

Die Redaktion der Tagespropaganda illustrierte diese Passage folgerichtig mit diesem bizarren Foto:


(Screenshot tagesschau.de vom 02.07.17)

Was soll man dazu noch sagen. Die Presse der DDR war wohl freier. Hierzulande gibt es keine Journalisten mehr, die es wagen könnten, das menschenfeindliche Merkel-Monster und ihre kapitalistische schwarz-rote Sturmtruppe ernsthaft zu kritisieren. Jean Ziegler kann seine aufklärende Botschaft noch weitere dreitausendmal verkünden: Die deutsche Systempresse steckt sich weiterhin Watte in die Ohren und singt laut "La la la, ich höre dich nicht!", während die kapitalistische Katastrophe ihren gewohnten Lauf nimmt:

Alle fünf Sekunden verhungert nach UN-Statistik ein Kind unter zehn Jahren. Ein Kind, das jetzt, während wir reden, an Hunger stirbt, wird ermordet.

Ich wundere mich, dass Herr Ziegler noch nicht wahnsinnig geworden ist und die widerlichen Arschlöcher, die diese grausige Politik zu verantworten haben, in die Luft gesprengt hat. Er ist wohl – ebenso wie ich – mit dem Dilemma des Pazifismus' gestraft.

Montag, 3. Juli 2017

Inside Auschwitz




(Kurzdokumentation von Jürgen Brügger, Jörg Haaßengier und Gerhard Schick, WDR 2017)

Anmerkung: Es ist extrem bedauerlich, dass die Autoren für dieses Werk, das eigentlich gar keine filmische Dokumentation, sondern eine anklickbare, "interaktive 360-Grad-Reportage" darstellt, so wenig Zeit, dafür aber viel sinnlose Technik eingesetzt haben. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln hätte hieraus ein äußerst wichtiger, hochwertiger, langer Dokumentarfilm werden können, der das grauenhafte Thema nicht nur oberflächlich anreißt, sondern tatsächlich tiefer beleuchtet. Offenbar war es den Autoren aber wichtiger, das "neue Medium" in den Mittelpunkt zu stellen, und nicht das eigentliche Thema. Was hätten die drei alten Damen, die das Grauen überlebt haben und hier zu Wort kommen, doch alles erzählen können!

Anscheinend ist das "Projekt" in seiner "ursprünglichen" Form online gar nicht abrufbar – der Sender sowie die Seite des "Grimme Online Awards", für den das Stück nominiert war, verweisen jedenfalls beide nur auf die oben verlinkte youtube-Version, in der man durch den Klick auf oben eingeblendete Pfeile lediglich die Kameraposition verändern kann. Oder ist dieses alberne "Feature" am Ende schon die ganze sagenhafte Neuerung? Möglicherweise bin ich aber auch einfach zu blöd, das will ich gewiss nicht ausschließen.

Trotz alledem lohnen sich die knapp zehn Minuten – ganz besonders in Verbindung mit dem hier vorangegangenen Posting über den "alltäglichen Rassismus".

Samstag, 1. Juli 2017

Alltäglicher Rassismus in Kapitalistan


Man stelle sich folgendes Szenario vor: Eine Gruppe von SchülerInnen aus Deutschland reist im Rahmen eines Schulprojektes mit dem Titel "Erinnern", das die jungen Leute für die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden zwischen 1933 und 1945 sensibilisieren soll, nach Polen, um u.a. die Gedenkstätten der Vernichtungslager Treblinka und Majdanek zu besuchen. Ich halte das für eine überaus gute Idee – allerdings waren die Erlebnisse dieser Schülergruppe dann doch etwas anders als erwartet, wie Zeit Online vor einigen Tagen zu berichten wusste:

Muslimische Schüler der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule aus Berlin-Moabit sind auf einer Reise nach Polen mehrfach rassistisch beleidigt, bedroht und angegriffen worden.

Den Artikel sollte man aufmerksam lesen, auch wenn der Inhalt teilweise unerträglich ist. Hier kann exemplarisch bestaunt werden, wohin der neo-nationalistische Kurs der kapitalistischen Bande, der keineswegs nur auf Polen beschränkt ist (auch wenn er dort, wie auch in Ungarn, ganz besonders ausgeprägt ist – beide Länder werden von offen rechtsextremen Regierungen heimgesucht), wieder einmal führt: Der Rassismus blüht und stinkt in den widerwärtigsten Farben quer durch die Bevölkerung und trifft in diesem Beispiel groteskerweise gerade diejenigen, die dem Rassismus der überwunden geglaubten, finstersten Vergangenheit nachspüren wollen:

"Wir wollten erfahren, wie Rassismus früher ausgesehen haben muss", sagte der Sohn der Lehrerin (...), "aber wir haben stattdessen erfahren, wie aktuell er noch heute ist."

Zu einem journalistisch "guten" Text reicht es aber auch in diesem Fall bei weitem nicht, denn der Autor Jan Aleksander Karon unterlässt es konsequent, irgendwelche Parallelen zu ganz ähnlichen, leider alltäglichen Schauerlichkeiten in anderen europäischen Ländern – beispielsweise in Deutschland – zu ziehen. Die stetigen Anfeindungen, denen Muslime, "SüdländerInnen", Juden, Schwarze, AsiatInnen und viele andere ethnische bzw. religiöse Gruppen auch hierzulande zunehmend ausgesetzt sind, kommen hier gar nicht vor, ebensowenig wie die ständige Diffamierung Arbeitsloser oder die Ausgrenzung und Zwangsverarmung Behinderter und Kranker.

Rassismus ist längst wieder alltäglich geworden – und das keineswegs nur in Polen oder Ungarn. Seine hässliche Fratze lässt sich überall finden, und es bedarf auch keiner rechtsextremen Parteien, um ihn zu entdecken. So gut wie der Vorsitzende der polnischen "Piss"-Partei, Kaczyński, der Flüchtlinge als "Getier" und "Lumpenpack" bezeichnet hat, kann das die deutsche Politik allemal – unvergessen ist da der korrupte, egomanische Ex-SPD-Minister Wolfgang Clement, der Arbeitslose unverhohlen mit "Parasiten" vergleichen ließ. Zu einem halbwegs akzeptablen journalistischen Text gehörte an dieser Stelle selbstverständlich auch die Frage nach den möglichen Ursachen für diese grauenhafte Entwicklung, die ohne große Umwege das kapitalistische System der Habgier und des Eigennutzes in den Fokus rücken müsste. Es versteht sich von selbst, dass solcherlei böse Ketzerei auch in diesem Bericht nicht zu finden ist.

Wie man einen solchen Artikel schreiben kann, ohne zumindest am Rande auf die vielen hundert Brandanschläge auf Asylbewerberheime und andere rassistisch motivierte Straftaten im eigenen Land – die zudem über "Bespucken" und "Beleidigungen" sehr weit (!) hinausgehen – hinzuweisen, wird wohl das mystische Geheimnis der Kuhpresse bleiben. Ohne es explizit zu formulieren, brüllt auch dieser Text die übliche – natürlich gelogene – Propaganda-Predigt in die Welt: "Sehet her, ihr gläubigen Schäflein, in Polen regiert die polnische Variante der AfD – und schon ist der Rassismus gegen unbescholtene Deutsche wieder da! So etwas wird in Deutschland niemals vorkommen, wenn ihr auch weiterhin brav CDU, SPD, Grüne und FDP wählt! Amen et absolvo te."

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Auf dem Transport



(Holzschnitt von Alfred Förg [1923-1994], in: "Der Simpl", Nr. 2 vom Januar 1948)

Donnerstag, 29. Juni 2017

Musik des Tages: Grande Messe des Morts




(Louis Hector Berlioz [1803-1869]: "Requiem. Grande messe des morts", Op. 5; WDR Sinfonieorchester, Tschechischer Philharmonischer Chor Brno, WDR Rundfunkchor, Tenor: Andrew Staples, Leitung: Jukka-Pekka Saraste, 2017)

  1. Requiem et Kyrie
  2. Dies irae
  3. Quid sum miser
  4. Rex tremendae
  5. Quaerens me
  6. Lacrimosa
  7. Offertorium
  8. Hostias
  9. Sanctus
  10. Agnus Dei

Das Milliardenspiel des Todes


Hat hier schon jemand etwas von einer Bank- und Finanzkrise gehört? Denkt mal scharf nach – das war irgendwann in ferner Vergangenheit, damals in der Weimarer Zeit oder dem Pleistozän, als Merkel & Co. den "notleidenden Banken" Milliarden Steuergelder zugeschustert haben, um den – eigentlich logischen und unausweichlichen – Zusammenbruch dieses Systems etwas aufzuschieben. Das liegt lange hinter uns, das betrifft uns nicht mehr, und überhaupt ist es ja nur recht und billig, wenn der Staat Notleidenden hilft, denn dazu ist er ja schließlich da, gelle.

Milliarden Euro für "notleidende Banken"

Dummerweise hat die Presse, die jene systemische Krise inzwischen längst für beendet erklärt und in eine "Staatenkrise" umgelogen hat, vergessen, dass das kannibalische System sich nicht an Propagandavorgaben hält, so dass vor einigen Tagen bei n-tv zu lesen war:

Der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan hat am Sonntag eine neue Finanzkrise im italienischen Bankensystem gerade noch einmal verhindert. Mit bis zu 17 Milliarden Euro Steuergeld rettet Padoan die Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza in der Veneto-Region in Nordostitalien. Die maroden Geldhäuser werden aufgespalten: Den guten Teil schluckt Italiens zweitgrößte Bank Intesa Sanpaolo für den symbolischen Betrag von einem Euro. Für den schlechten Teil haftet der Staat.

Den Rest des Textes muss man gewiss nicht lesen, denn dort wird die übl(ich)e Propaganda einfach wie von Sinnen weitergeführt, indem der Verfasser schlicht behauptet, dies sei ein "italienisches Problem" und die "italienischen Banken" seien (im Gegensatz zu "deutschen Banken") eben "marode Pleitebanken". Man kann den Kopf gar nicht oft genug auf die Tischplatte kloppen angesichts einer solchen behämmerten und dreisten Ignoranz. Ich glaube nicht, dass der Autor diesen Kappes wirklich selbst glaubt; die Frage, weshalb er ihn dennoch unbeirrt absondert, soll hier und jetzt aber kein Thema sein.

Milliarden Menschen in Elend und Not

Parallel dazu ist es immer wieder hilfreich, sich die Berichterstattung beispielsweise zu Griechenland zu vergegenwärtigen: Während die Staatszahlungen an die "notleidenden Banken" weiterhin "einfach so", meist gar über Nacht, erfolgen, wird über die "Milliardenhilfen" für Griechenland ein ekelhaftes, hanebüchenes Gewese veranstaltet, das kaum in Worte zu fassen ist – obgleich es sich dabei ja gerade nicht um "Hilfen", sondern lediglich um neue Wucherkredite handelt. Griechenland muss also absurde "Auflagen" erfüllen und alles nebst Zins und Zinseszins irgendwann zurückzahlen – die Banken müssen das hingegen selbstredend nicht und bekommen die Kohle der BürgerInnen – größtenteils ohne "Auflagen" – freundlich geschenkt. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass von jenen "Hilfen" für Griechenland ohnehin nichts bei der Bevölkerung ankommt oder in die Infrastruktur des Landes oder andere wichtige Projekte des Gemeinwohls fließt, sondern dass fast die gesamte Milliardensumme ebenfalls wieder in den bodenlosen Kontofässern der "kreditgebenden" Banken verschwindet, wird die völlig absurde Berichterstattung darüber noch grotesker. In der Presse wird jedoch kein sinnvoller Zusammenhang hergestellt, auch wenn er visuell manchmal – zufällig – sicht- bzw. erahnbar wird:


(Screenshot n-tv.de aus dem oben verlinkten Beitrag v. 26.06.17)

Der griechische Schuldenberg steigt und steigt, die Bevölkerung wird ausgeblutet bis aufs letzte Hemd und darüber hinaus, die Infrastruktur zerfällt, die Gesundheitsversorgung bricht zusammen, auch das letzte "Tafelsilber" des Staates wird für einige Peanuts an superreiche "Investoren" verscherbelt ... und deshalb geht's den Banken und damit eben jenen "Anlegern" und "Investoren" – mithin also den wenigen Superreichen – immer besser. – Wer, in Dreiteufels Namen, will doch gleich in einem solchen albtraumhaften Menschenfressersystem leben?

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Vanitas



(Stillleben von Harmen Steenwijck [1612-n.1656] aus dem Jahr 1640, Öl auf Holz, Museum De Lakenhal, Niederlande)

Montag, 26. Juni 2017

Die schöne neue Gestapo-Welt


Eigentlich ist zu diesem Thema inzwischen – ausnahmsweise nicht nur in alternativen Medien und Kleinbloggersdorf – genug geschrieben worden. Es geht um die weitere Ausweitung der totalitären staatlichen Überwachungsmaßnahmen, welche die korrupte Bande jüngst beschlossen hat. Issio Ehrlich fasst das in einem Kommentar auf n-tv zusammen und kommt zu dem Schluss (man beachte das gelungene Foto):

Es ist ein erstaunlicher Vorgang: Fast wäre eine der einschneidendsten Novellen der Überwachungsgesetze fast unbemerkt im Bundestag gelandet. Und das nicht, weil das journalistische Berlin gedanklich schon in der Sommerpause stecken würde, sondern weil Union und SPD offensichtlich versucht haben, die Reform zu verstecken.

Doch auch dies ist nur die halbe Wahrheit, denn in dieser "Novelle", die genauer als "Ermächtigungsgesetz" bezeichnet werden müsste und wie gewohnt keine "Reform", sondern eine böse Deformierung darstellt, geht es keineswegs "nur" um Vorratsdatenspeicherung, staatliche Schadsoftware und andere Stasi-Methoden, um die BürgerInnen dieses Landes komplett zu überwachen, sondern auch um eine geradezu angsteinflößende Ausweitung polizeilicher Befugnisse bei gleichzeitiger Beschneidung der Bürgerrechte. Der "Lawblogger" Udo Vetter hat das wunderbar kommentiert. Man stelle sich das nur vor: Jeder "ermittelnde" Polizist kann künftig – wenn ich das richtig verstanden habe, in sämtlichen Fällen, also auch dann, wenn es um Falschparker oder einen geklauten Gartenzwerg geht – nach "Rücksprache mit dem Staatsanwalt" jeden x-beliebigen Bürger zu einem "Zeugen" erklären (lassen) und ihn zur Befragung "vorladen". Und wer dieser "Vorladung" nicht Folge leistet oder die Aussage verweigert, kann mit "Ordnungshaft" belegt, also schlicht und ergreifend in den Knast gesteckt werden. Vetter formuliert das sehr anschaulich so:

Nun gibt es für Polizeibeamte die Möglichkeit, jede Person erst mal als Zeugen vorzuladen – auch wenn im Hintergrund vielleicht schon ein gewisser Tatverdacht schwebt. Die Erscheinenspflicht führt zumindest zu erhöhten Möglichkeiten, den „Zeugen“ auf die Dienststelle zu bekommen und ihn dort entsprechend zu bearbeiten. Gerade bei Menschen, die sich ihrer Rechte nicht sicher sind, führt dies zu der Gefahr, dass diese als vermeintlich erscheinens- und aussagepflichtiger Zeuge erst mal Angaben zur Sache machen, die sie ohne Pflicht zum Erscheinen nie gemacht hätten.

Mit anderen Worten: Wer aus Sicht der Polizei (wohlgemerkt: offiziell) als "Verdächtiger" gilt, hat künftig mehr Rechte als jemand, der offiziell "nur" als "Zeuge" geladen wird. Dass sich daraus eine Orwell'sche Behördenwillkür dystopischen Ausmaßes entwickeln muss, die selbst Kafka die Sprache verschlagen hätte, dürfte der korrupten Bande völlig klar und damit natürlich beabsichtigt sein – das kennen wir vom Hartz-Terror, der auf ganz ähnlichen mafiösen Prinzipien fußt, schon zur Genüge.

Beschlossen haben das übrigens eben jene Regierungsparteien, von denen die eine sich gerade in absurder Weise als Verfechterin der "sozialen Gerechtigkeit" feiert und gleichzeitig die andere Blockpartei "heftig" (also, lediglich verbal im Wahlkampfgetöse) attackiert. Ich habe laut schallend gelacht, als ich gestern Auszüge der "flammenden" Parteitagsrede von Schulz verfolgte: Dieselbe Bande, die solche Gesetze auf den Weg bringt und eifrig an der Wiedereinführung der Zwangsarbeitspflicht arbeitet, wagt es tatsächlich, ein solches albernes Theater aufzuführen und will dabei ernst genommen werden? Das kann nicht sein – diese Gestalten sind entweder allesamt drogenabhängig, geisteskrank oder noch weitaus korrupter und krimineller als ich befürchtet habe. Spätestens jedoch als ich sah, dass die "Genossen" wirklich Gerhard Schröder aus seiner verwesenden Kapitalgruft gezogen haben sollen, um sich von diesem Totengräber und üblen Verräter auf ihrem Weg zu "sozialer Gerechtigkeit" unterstützen zu lassen, wusste ich sicher, dass dies die berühmten Fake News sein müssen, von denen die Propaganda immer wieder schadroniert, und ich auf eine Satireaktion der Titanic hereingefallen war. – Oder doch nicht?

Die ausufernden Überwachungsorgien dieser kriminellen, asozialen, unchristlichen Vereinigungen sind indes alles andere als lustig. Zur Sicherung der Macht und des Kapitals sind inzwischen auch Gestapo-Methoden nicht mehr verpönt. Eine andere Bezeichnung fällt mir jedenfalls nicht ein, wenn man einer staatlichen, Gewalt ausübenden Behörde auf dem Silbertablett die völlig "legale" Möglichkeit präsentiert, der puren behördlichen Willkür freien Lauf zu lassen und dies zudem – wie das so oft in dieser "freiheitlichen, parlamentarischen" Pseudodemokratie geschieht – zu verstecken versucht wie Nachbars Lumpi, der sich nur im Schutz der Dunkelheit an des Bürgers Hauswand zu pinkeln traut und ansonsten das niedliche Schoßhündchen spielt.

Es wird dringend Zeit, diesem verkommenen Land, seinen kriminellen, verfassungsfeindlichen Parteien und seiner selig schlummernden oder durch stetige Indoktrination bereits ganz auf Faschismus eingestimmten Bevölkerung den Rücken zu kehren. Wo kann ich doch gleich ein One-Way-Ticket zum Mond bekommen?

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"Den hier könnt ihr freilassen, der tut uns nichts mehr."

(Lithographie von Honoré Daumier [1808-1879] aus dem Jahr 1834, in: "La Caricature" vom 11.09.1834; Original in Privatbesitz [sic!])

Samstag, 24. Juni 2017

Schlips-Borg-Nachrichten aus dem Paralleluniversum des sabbernden Irrsinns (3): Nützliche Tipps für die Mehrheit


Ist es nur die Hitze – oder hat sich der Irrsinn schon vorher so tief in den verwesenden Stammhirnen der Journaille festgesetzt, dass keine Rettung mehr möglich ist? Ich kenne die Antwort auf diese Frage nicht, musste vor einigen Tagen aber wieder einmal meinen kleinen Finger benässt in die nächste Steckdose, die glücklicherweise noch aktiv war, schieben, als ich auf den Seiten der Frankfurter Rundschau las:

Cabrioverdeck: Nicht zum Hochdruckreiniger greifen / Spätestens jetzt bei der Sommerhitze holen viele wieder ihr Cabrio aus der Garage. Oft stellt sich dann heraus, dass das Verdeck mal wieder gereiningt [sic!] werden muss. Der Tüv [sic!] Süd erklärt, was es zu beachten gilt.

Nachdem der erfrischende Stromschlag mich auf den glühenden Boden der Realität zurückgeholt hatte, stellte ich mir die Frage, wieviele Menschen es wohl in Deutschland geben mag, die – neben ihrem "Alltags-PKW" – ein hübsches, kleines oder auch großes Cabriolet in der heimischen Garage herumstehen haben, das sie bei entsprechendem Wetter "herausholen" und demnach auch anmelden, sofern es nicht sowieso (Saison-)Kennzeichen besitzt und entsprechende Kosten verursacht, auch wenn es regnet. Ich habe natürlich keine belastbaren Zahlen dazu, woher sollten die auch stammen; dennoch stelle ich die steile These in den Raum, dass dies nur eine verschwindend kleine Minderheit betrifft, die noch weitaus überschaubarer sein dürfte als die Gruppe der verrückten, egomanischen Spinner, die im Sommer einfach zum Spaß auf ihren lächerlichen Motorrädern durch die Nachbarschaft und bevorzugt eigentlich stille Naturgebiete gurken, unsäglichen Lärm verursachen, nebenbei auch noch Abgase in die Luft blasen und sich nicht selten geradezu mörderisch verhalten.

Um die geht es in diesem bizarren Text der FR aber nicht, sondern um jene exquisite Clique, die zum Spaß mit dem Cabrio durch die Nachbarschaft und bevorzugt eigentlich stille Naturgebiete gurkt, unsäglichen Lärm verursacht und nebenbei auch noch Abgase in die Luft bläst. Es ist also ein gänzlich anderes Thema, das mit Motorradspinnern nichts zu tun hat, wie man schon an der hier gewählten Formulierung deutlich erkennt.

Es ist allerdings geradezu vorbildlich, dass die volksnahe Redaktion der "linken" FR hier genau erklärt, wie man seine schicke Open-Air-Kutsche ordentlich pflegt, um sich unnötige Folgekosten zur Reparatur des Verdecks zu ersparen – schließlich sind ZweitautobesitzerInnen ja auch keine Dagobert Ducks und müssen stets auf jeden Cent achten, um über die Runden zu kommen, gelle.

Sind diese Leute aus dem Bankmafiadorf Frankfurt eigentlich noch ganz bei Trost? Am Schluss des Textes wird noch dazu der dort obligatorische Hinweis eingeblendet: "Sie wollen stets informiert bleiben? Dann bestellen Sie gleich hier vier Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€." – Ja, sicher, das mache ich doch sofort, denn solcher Journalismus ist mir sehr wichtig!

Ich habe da mal eine Frage, liebe FR: Wenn ich mal wieder, so wie im Februar und Juni, schon am 20. oder früher keinen Cent mehr übrig habe, weil ich gelegentlich doch mal etwas essen oder mir ein neues Paar Socken zulegen möchte, kann ich dann bitte auch in Raten zahlen? Oder schicken Sie mir dann ebenfalls den Gerichtsvollzieher auf den Hals, wie das der freundliche "Gebührenservice" der Öffentlich-Rechtlichen regelmäßig tut, der ja nicht nur "JournalistInnen" wie die Großverdiener Claus Kleber oder Caren Miosga pünktlich alimentieren, sondern auch windigen Unterhaltungsmoderatoren eine eigene Insel oder albernen Schauspielern fürstliche Gagen im D-Mark-Millionenbereich für das ewige Krimi-Gedöns zahlen muss? Diese GesellInnen fahren jedenfalls bestimmt mehrheitlich Cabrio oder Motorrad und sind angesichts ihrer stets leergefegten Konten sicher sehr dankbar für Ihre hilfreichen Tipps.

Diese Schmerzen. Diese bohrenden, bösen Schmerzen. Die Ignoranz und der Zynismus dieser Systemmedien – und damit einhergehend auch nicht gerade weniger MitbürgerInnen – ist schlicht unfassbar.

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Glückliches Zusammentreffen



"Gut, dass ich dich treffe, Gustav, mir fehlen gerade zwei Mark für Benzin!" – "Bedaure, die fehlen mir gerade für Schuhsohlen."

(Zeichnung von Josef Sauer [1893-1967], in "Simplicissimus", Heft 1 vom 01.04.1934)