Ich habe seit Wochen darauf gehofft, dass der Blogger-Kollege Arbo etwas darüber schreibt, der sich ja südlich der Alpen aufhält, bin aber leider bislang enttäuscht worden: Also muss ich nun heute selber etwas über den wirklich schlimmen und gefährlichen Rechtsruck im Nachbarland Österreich erbrechen, der vollkommen symptomatisch für diese untergehende Zeit ist, wie sie unter vielem anderen auch an dem Empfang des ungarischen Rechtsextremen Orbán bei der ebenfalls rechtsrextremen CSU klar erkannt werden kann.
Fangen wir also an. Die FRberichtete einen Tag nach Weihnachten:
Die Asylpläne der neuen rechtspopulistischen Regierung in Österreich zwingen Schutzsuchende unter das Existenzminimum und sind voll von surrealen Verboten.
Da Österreich bekanntlich vor allem unter einer nicht einzudämmenden Asylflut zu leiden und mitnichten, wie der Rest der Welt, mit dem kapitalistischen Untergang zu kämpfen hat und zudem vor lauter "Fremden" gar in Kürze unterzugehen droht, stürzen sich Kurz und Strache mit wehenden Schlipsen schon zu Beginn ihres Zerstörungswerkes auf die Schwächsten, nämlich die Flüchtlinge, um sie brutal niederzuknüppeln und aus dem Alpenland möglichst fernzuhalten. Was liegt da näher als schutzsuchenden Menschen das "Existenzminimum" zu kürzen? So handeln eben echte Christen, Demokraten und schmutzige Kapitalhuren. Die CSU dürfte ebenso interessiert zugehört haben wie die CDU, die FDP, die SPD und die Grünen, während sich die Faschisten von der AfD nur ins braune Fäustchen lachten. Davon ist in der FR freilich nicht die Rede, denn irgendeinen sinnvollen politisch-gesellschaftlichen Hintergrund für diese üble Schmierenkomödie bietet die Zeitung nicht – es ist halt alles aus dem heiteren Himmel gefallen und niemand konnte etwas ahnen. Die bösen Ösis aber auch – sie sollten sich mal ein Beispiel am großen Bruder mit ihrer Merkel-Kaiserin oder zumindest der "funktionierenden Demokratie" nehmen, meint zumindest die FR.
In den österreichischen Medien wurde derweil klar benannt, wofür die Austrofaschisten stehen:
Als wichtige Themenpakete beschrieben Kurz und Strache vor allem jene Themen, die auch schon im Wahlkampf im Fokus gestanden waren. Geplant seien ein Sicherheitspaket und zahlreiche Verschärfungen im Asylrecht, wesentliche Änderungen gibt es etwa bei der Grundversorgung. Für Gewalt- und Sexualverbrechen soll es härtere Strafen geben, der Kampf gegen den politischen Islam soll zu den Prioritäten der neuen Regierung gehören.
Mit anderen Worten: Der überlebende Mittelmeerflüchtling, der Muselmann und der böse Neger sind schuld; andere Schuldige gibt es nicht, und faules, arbeitsscheues Pack wird künftig heftig in den Hintern getreten mithilfe eines Hartz-Terror-Gesetzes, das aus Deutschland importiert wird. Dort kennt man sich schließlich sehr gut aus mit Menschenfeindlichkeit. Gleichzeitig muss natürlich die komplette Bevölkerung rigoros überwacht werden, denn diese zwielichtigen GesellInnen sind alle arg verdächtig. Wie in Deutschland und in weiten Teilen Resteuropas folgt auch die Schlips-Borg-Bande in Österreich damit dem albernsten von allen erdenklichen Märchen – und wird dennoch ernst genommen. Ich kann Leuten, die derartigen Schmonzes immer noch glauben, nur noch mitleidig gegenübertreten, um nicht ausfällig zu werden. Die widerlichen Arschlöcher wissen, dass sie stumpfsinnigen Mumpitz erzählen, und ihnen wird dennoch geglaubt???
Kürzlich hat der Oberfaschist Strache auch noch diesen Kothaufen abgesetzt – auch wenn der stramme Hitlerknabe inzwischen medial wieder zurückgerudert ist, ohne allerdings seine menschenfeindlichen Ansichten in irgendeiner Weise zu revidieren:
Ausgangssperre vorgeschlagen / Strache will Asylbewerber kasernieren
Auf genau diesem äffischen Niveau, das intelligente Menschen eigentlich nur mit schallendem Gelächter beantworten können und das sich irgendwo zwischen 1932 und 1933 befindet, bewegen wir uns heute. Österreich ist leider nur ein Beispiel – ich könnte einen fast gleichlautenden Text über Deutschland, Frankreich, England oder die USA schreiben. Der Faschismus ist heute keine diffuse Bedrohung mehr, sondern sitzt fest im Sattel aller wesentlichen Institutionen in Kapitalistan – und er ist im Begriff, das vermoderte, kapitalistische Ruder einmal mehr zu übernehmen.
Zu dem Spiel, das ich heute vorstellen möchte, sind einige Vorbemerkung nötig. Ursprünglich wurde das Rollenspiel "Raven's Cry" bereits 2013 veröffentlicht – damals allerdings in einer völlig unspielbaren, verbuggten und unfertigen Version, so dass es in nahezu allen Testberichten – völlig zu recht – verrissen und sogar zum "schlechtesten RPG" der Computerspielegeschichte gekürt wurde. Der polnische Entwickler Reality Pump, der u.a. das grandiose Werk "Two Worlds II" zu verantworten hat, gönnte sich daher zwei Jahre Zeit und überarbeitete das Spiel komplett, so dass es in der neuen Fassung unter dem Titel "Vendetta – Curse of Raven's Cry" im Jahr 2015 neu erscheinen konnte. Auf diese Version – genauer gesagt, auf die sogenannte "Steelbook"- bzw. "Deluxe"-Edition – bezieht sich dieser Bericht.
Ich habe das Spiel, das auch nach über zwei (bzw. fünf) Jahren noch immer sehr teuer ist, vor einigen Monaten geschenkt bekommen. Ich kannte die Vorgeschichte und bin entsprechend skeptisch an die Sache herangetreten – wer nicht viel erwartet, kann auch nicht sonderlich enttäuscht, dafür aber umso überschwänglicher überrascht werden. Aber der Reihe nach:
In "Vendetta" schlüpft der Spieler in die Rolle des unsympathischen Piratenkapitäns Christopher Raven, der mit seinen Mannen die Karibik des späten 17. bzw. frühen 18. Jahrhunderts unsicher macht. Der unwirsche Zeitgenosse befindet sich auf der Suche nach den Schurken, die seine Familie einige Jahrzehnte zuvor gemeuchelt und ihn zum einhändigen, nunmehr mit einem obligatorischen Eisenhaken statt der linken Hand ausgestatteten Waisenknaben gemacht haben, um schnöde Rache zu üben. Damit ist zur Geschichte auch schon das Nötigste gesagt – was die Entwickler jedoch daraus gemacht haben, hat mich – und das schreibe ich gewiss nicht leichtfertig – regelrecht umgehauen.
Es gibt in der frei zugänglichen Spielwelt eine Vielzahl von Orten und Inseln zu entdecken, an denen unzählige Quests und Aufgaben auf den Spieler warten – und keine einzige davon besteht aus dem in diesem Genre sonst so üblichen "Suche 10 X und bringe sie zu Y": Immer ist eine Geschichte mit den Aufgaben verknüpft, die oft sehr witzig, manches Mal aber auch sehr dramatisch ist. Der Piratenkapitän kämpft dabei wie gewohnt mit dem Schwert und der Pistole, kann sich aber auch an Gegner heranschleichen und sie still meucheln oder aus der Ferne mit Wurfmessern ins Jenseits befördern.
Glücklicherweise fehlt diesem Spiel jedwede Anbiederung an das Fantasy-Genre: Es gibt in "Vendetta" weder Magie noch irgendwelche Monster, Zombies, Skelette oder sonstiges Übernatürliches – man hat es stets mit der lokalen Tierwelt, meist aber mit menschlichen Gegnern unterschiedlichster Art zu tun. Dabei gibt es oft verschiedene Möglichkeiten, eine Aufgabe bzw. einen Konflikt zu lösen – nicht immer ist Gewalt vonnöten, und jede Entscheidung, die der Spieler trifft, hat Konsequenzen für den weiteren Verlauf des Spieles; mal sind es nur marginale Feinheiten, manchmal aber auch weitreichende, nicht mehr änderbare Folgen.
Eine zweite Ebene stellt die Schifffahrt in diesem Spiel dar. Wie es sich für einen Piratenkapitän gehört, hat Christopher Raven natürlich ein Schiff – und sticht damit regelmäßig in See. Allerdings benutzt er es nicht nur, um von der einen zur nächsten Insel zu gelangen, sondern es geht – wie sollte es auch anders sein – um Kaperfahrten und Seeschlachten. Dieser Aspekt, den ich aus keinem anderen Spiel in dieser Form kenne, hebt "Vendetta" in den Olymp der Spiele dieses Genres, auch wenn die Seeschlachten, die aus Kanonenkämpfen mit verschiedener Munition (Kanonenkugeln zur Beschädigung des Rumpfes, Ketten zur Zerstörung der Segel und Schrot zur Bekämpfung der gegnerischen Mannschaft) sowie dem optionalen Entern und Ausrauben des gegnerischen Schiffes bestehen, unglaublich schwierig sind. Zu Beginn, wenn man nur ein kleines, spärlich ausgerüstetes Schifflein hat, sollte man jedes Seegefecht tunlichst meiden, da der eigene Kahn sowieso unweigerlich schnellstens versenkt wird und man beim letzten Speicherpunkt wieder neu beginnen darf. Natürlich kann man das Schiff aber für entsprechend viel Gold, das man sich erst erarbeiten muss, aufrüsten – und wenn man durch die Lösung von Quests, durch Diebstähle, durch Kaperfahrten und/oder Handel genug Kohle erwirtschaftet hat, kann man sich auch bessere Schiffe leisten, von denen es insgesamt fünf gibt. Aber wie gesagt: diese Kämpfe sind schwierig, zumal man auch stets im Auge behalten muss, dass die Munition sowie der Proviant für die Besatzung ausreichend vorhanden sein müssen – schließlich tritt man meist allein gegen drei, vier oder sogar fünf gegnerische Schiffe an, und eine "unzufriedene" bzw. "unversorgte" Mannschaft wird meutern.
Selbstverständlich gibt es auch in "Vendetta" ein Minigame, das man in den vielen Tavernen der verschiedenen Orte spielen kann. Hier waren die Entwickler leider weniger kreativ und bieten nur Würfelpoker an, das allerdings auch einigen Spaß bereiten kann, wenn man sich darauf einlässt.
Insgesamt ist das Spiel – verglichen mit den beiden letzten "Risen"-Teilen, "Skyrim" oder "The Witcher 3" – ziemlich schwierig. Dazu sei nur am Rande erwähnt, dass ich es tatsächlich geschafft habe, von den vielen "Erfolgen", die man im Verlauf des Spieles freischalten kann, bereits im Tutorial, also ganz zu Beginn, den ersten errungen habe, nämlich: "Sprenge dich selbst in Luft!". :-) Das schaffe eben nur ich, der Grobmotoriker. – Aber das Tutorial: Was so heißt, ist in Wahrheit gar keines, denn das Spiel stürzt den Spieler zu Beginn in ein völliges Chaos, in dem er weder weiß, was er tun, noch wohin er gehen soll. Erklärt wird hier fast nichts – man muss blind und von schießwütigen Feinden umgeben herumirren und hoffen, auf dem richtigen Weg zu sein – und stirbt dabei oft (jedenfalls war das bei mir so). Da gibt es keinen netten Onkel, der den Spieler an die Hand nimmt und leitet. So, genau so soll es sein!
Aus technischer Sicht ist an dem Spiel nichts auszusetzen: Die Grafik ist fantastisch – in irgendeinem Bericht las ich, sie sei gar mit "The Witcher 3" vergleichbar, was nicht ganz stimmt, aber auch nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Auf meinem Win7/64-System läuft das Spiel problemlos und ohne jeden Absturz. Steam oder irgendein anderer Krake ist zum Glück nicht erforderlich. Völlig bugfrei ist es dennoch nicht, allerdings betrifft das eher Kleinigkeiten, die nicht weiter erwähnenswert sind. Die vielen Dialoge sind professionell vertont, die Musik ist – mit einer Ausnahme – sehr passend: Natürlich gibt es in diesem Spiel eine Menge Seemannslieder zu hören, die in Kneipen oder auf der Straße geschmettert werden; allerdings gehören dazu auch einige karibische Gassenhauer, für die ausgerechnet Roberto Blanco angeheuert wurde. Deshalb gilt: Wenn du durch eine Stadt auf einer karibischen Insel schlenderst und aus der Ferne des Robertos Geheule an dein Trommelfell dringt, nimm flugs die Beine in die Hand und renne um die nächste Ecke, dann hast du es zum Glück wieder nur mit Besoffenen, Kotzenden, Dieben, Mördern, Huren und an die Häuserwände Pissenden zu tun. Wahlweise kannst du dem Sänger natürlich auch einfach den Säbel in den Hals stechen und die entsprechenden Konsequenzen tragen.
Fazit: "Vendetta" ist das Spiel, das "Risen 2" bzw. "Risen 3" hätte werden sollen und wischt mit beiden locker den Boden auf: Wer dieses Spiel gespielt hat, kann nie wieder die Biene-Maja-Welt der beiden Piranha-Bytes-Titel betreten. Ich habe mich selten zuvor so sehr in einem "politisch gänzlich inkorrekten" Spiel verloren und köstlich amüsiert. Nach der völlig verkackten Veröffentlichungsgeschichte ist es ein Jammer und ein großes Drama, dass dieses nunmehr endlich fertige und fantastische Spiel dennoch kaum Resonanz erfahren hat und weitgehend unbekannt bzw. unbeachtet geblieben ist: "Vendetta" ist das subversive "Gothic" von 2015.
In der zweiten Dezemberhälfte ist leider einiges liegen geblieben, das ich aber nicht einfach im Kielwasser des Narrenschiffes zurück- und untergehen lassen möchte, so dass ich heute drei ausgewählte Meldungen kurz kommentiere.
1. Die korrupte Bande
"Spenden" von Privatpersonen, Unternehmen, Verbänden und anderen Organisationen machen einen nicht unerheblichen Teil der Parteienfinanzierung in Kapitalistan aus. So berichtete die FR kürzlich:
Im Wahljahr 2017 haben die CDU und die FDP mit Abstand die meisten Großspenden von Wirtschaftsunternehmen und vermögenden Gönnern erhalten. (...) / Aus Sicht des Vereins Lobbycontrol sind die bisher öffentlichen Zahlen allerdings nur ein "Bruchteil" der tatsächlich geflossenen Großspenden. Der Löwenanteil werde erst Mitte 2019 bekannt, wenn die Rechenschaftsberichte der Parteien für 2017 veröffentlicht werden.
Nun fragt sich ein unwissender Mensch wie ich natürlich, aus welchen Gründen man einer politischen Partei, die ja ohnehin schon fürstlich mit Steuergeldern gemästet wird, noch zusätzlich "Spenden" – noch dazu in solch absurden Höhen, die jede soziale Hilfsorganisation in Jubelstürme ausbrechen ließe – zukommen lassen sollte; und weshalb zur Hölle nicht peinlich genau und vor allem zeitnah darüber Rechenschaft abgelegt werden muss. Die Antwort liegt indes klar auf der Hand: Es geht um schnöde Korruption, die man aber im goldenen Westen natürlich nicht so nennen darf. So etwas Schändliches gibt es schließlich nur in Afrika oder anderen Ländern, deren Regierungen hierzulande beharrlich als "Regime" bezeichnet werden – nicht aber im freiheitlich-demokratischen Paradies mit seinen rechtsstaatlich fundierten "Regierungen".
Derweil wüsste ich ja zu gerne, wer da alles wieviel Geld gezahlt hat, um sich beispielsweise die asoziale, menschenfeindliche "Agenda"-Politik zur Zwangsverarmung ganzer Bevölkerungsteile zu kaufen. Ich werde es wohl nie erfahren.
2. Hartz-Terror für Frankreich
Der französische Präsident Macron, der hierzulande von der Kuhpresse nach wie vor beharrlich als "Linksliberaler" bezeichnet und beschrieben wird, will den in Deutschland erprobten und aus Sicht der "Elite" für sehr gut befundenen Hartz-Terror nach Frankreich importieren. Bei n-tv war zu lesen:
Arbeitslosen in Frankreich drohen nach einem Pressebericht künftig drastischere Einschnitte. Nach Informationen der Zeitung "Le Canard enchaîné" sollen ihnen die Zuwendungen künftig deutlich schneller gekürzt werden, wenn sie sich nicht ausreichend an der Jobsuche beteiligen. (...) / Macron will im kommenden Jahr den Umbau der Arbeitslosenversicherung in Angriff nehmen, nachdem er in diesem Jahr bereits den Kündigungsschutz und die 35-Stunden-Woche gelockert hatte.
Solche soziale Wohltaten kann der Bevölkerung in der Tat nur ein "Linksliberaler" bescheren, das kennen wir ja vom korrupten Herrn Schröder und seinen üblen SpießgesellInnen aus der SPD und der Grünpartei bis zum Erbrechen. Nun sind also die bedauernswerten französischen Nachbarn an der Reihe – und die kapitalistische Kampfpresse lobt wie von Sinnen den "Reformwillen" jenes verkommenen Schlips-Borg bzw. Schröder-Klons: Allein die Bezeichnung "Umbau der Arbeitslosenversicherung" ist ein ebensolcher Schlag ins Gesicht jedes denkfähigen Menschen wie die Schröder'sche Formulierung "Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe", die bekanntlich nichts anderes bedeutete als die ersatzlose Abschaffung der ehemaligen Arbeitslosenhilfe bei gleichzeitiger rigoroser Verschärfung der Sozialhilfegesetze.
Das ist alles so absurd, so überaus schrill, dass ich gar nicht anders kann als auf den folgenden Bericht hinzuweisen, den die versammelte Bagage der korrupten Kapitalisten jedoch nie verstehen oder gar verinnerlichen wird – das ist so sicher wie der Geisterglaube in der Kirche (zumal die meisten kapitalistischen Täter ohnehin sehr genau wissen, was sie da anrichten).
3. Der Griff an die eigene Nase
Mal ehrlich: Wir glauben doch alle irgendwie, dass wir sehr genau wissen, weshalb wir uns eine Meinung über diverse Dinge und Begebenheiten bilden. In einigen Fällen mag das auch zutreffen – keineswegs aber in allen, wie ich im Dezember bei spektrum.deerfuhr:
Wir halten uns im Allgemeinen für gut informiert und haben zu vielen Dingen eine feste Meinung. Doch wenn wir die Welt erklären sollen, geraten wir schnell ins Stottern. Der Grund: systematische Selbstüberschätzung!
Diesen äußerst lesenswerten Text lege ich allen LeserInnen und MitbloggerInnen sehr ans Herz und rate eindringlich dazu, sich öfter mal an die eigene Nase zu fassen, bevor man allzu laut die wie auch immer erlangte Überzeugung kundtut. Das betrifft mich selbst natürlich ganz besonders, da ich hier oft genug mein Maul weit und laut aufreiße und dabei gelegentlich auch bösen Schiffbruch erleide. Wenn es also so etwas wie einen "Vorsatz" fürs angebrochene Jahr für mich gibt, dann ist es dieser: Weniger Ekstase, dafür mehr Selbsterkenntnis.
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Ecstasy
(Gemälde von Hans Hofmann [1880-1966] aus dem Jahr 1947, Öl auf Leinwand, Berkeley Art Museum, Los Angeles, USA)
Das Jahr fängt erwartungsgemäß genauso irrsinnig an, wie das vorangegangene endete. Noch an Silvester schwappte der angeblich adeligen und seltsamerweise trotzdem "volksnahen" AfD-Fregatte Beatrix von Storch eine braune, übelriechende Kotwelle aus dem entzückenden, anatomisch sehr merkelähnlichen Mund, wie u.a. n-tvberichtet:
Von Storch hatte sich in dem Kurznachrichtendienst [Twitter] am Silvesterabend über einen Tweet der Kölner Polizei aufgeregt, die Neujahrsgrüße in mehreren Sprachen veröffentlicht hatte, darunter Arabisch. "Was zur Hölle ist in diesem Land los? Wieso twittert eine offizielle Polizeiseite aus NRW auf Arabisch. Meinen Sie, die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden so zu besänftigen?", schrieb von Storch.
Da sprüht der glühende Humanismus aus jedem Buchstaben – und man möchte der Dame, die in meinen subversiven Augen stets so aussieht, als habe ihr gerade jemand gewaltsam den Lieblingslolli weggenommen, beruhigend über das schmollende Haupt streicheln und ihr versichern, dass es auf diesem Planeten sicherlich so einige Perverse gibt, von denen aber nur sehr wenige ein Interesse daran haben dürften, sich an einem (solchen) Storch zu vergehen. (Asche auf mein Haupt für diese Entgleisung.)
Die Kölner Polizei zeigt die AfD-Politikerin Beatrix von Storch an: Es werde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet, sagte eine Polizeisprecherin dem Portal "faz.net".
Man kann indes sicher sein, dass dieses medial aufgebauschte Ermittlungsverfahren – wie fast immer in solchen Fällen – still und leise im Sand versickern wird und die Störchin mit dem blauen braunen Blut keinerlei ernsthafte Konsequenzen zu befürchten hat. Die im gewohnt rassistischen Jargon beschworenen "barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden" sind derweil allerdings in der Welt und befeuern die rassistischen Stammtische landauf, landab weiter.
Auf derselben braunen Welle reiten aber auch weitere politische Geistes- und Gewissensgrößen, von denen an Neujahr in den Medien die Rede war: Der bayerische Innenminister Herrmann (CSU) will beispielsweise "jugendliche Flüchtlinge konsequent abschieben, wenn diese straffällig werden. Ein schwieriger Vorsatz, mit dem Joachim Herrmann da ins neue Jahr startet: Mit europäischem Recht ist die Forderung nämlich nicht zu vereinbaren." Auch hier blinkt die pure Menschenfreundlichkeit und christliche Nächstenliebe samt postweihnachtlicher Barmherzigkeit – gerade in Bezug auf Kinder und Jugendliche – aus allen braunen Löchern. Kapitalistische Faschisten aus der CSU und der AfD (und anderen politischen Parteien der rechtsradikalen "Mitte") kommen gar nicht erst auf den absonderlichen Gedanken, dass man Menschen zunächst einmal helfen sollte – sogar dann, wenn sie "straffällig" geworden sein sollten. Ob Herrmann seine eigenen Kinder bzw. Enkel mit derselben faschistischen Haltung behandelt und entsorgt, ist bislang leider unbekannt.
In die gleiche braune Kerbe haut auch Christian Lindner (FDP): "Der Vorsitzende der FDP, Lindner, spricht sich für einen harten Kurs gegenüber minderjährigen kriminellen Asylbewerbern aus. Es müsse möglich sein, diese auch abzuschieben." Auch hier findet sich die stets gleiche, sattsam bekannte Menschenfeindlichkeit Kapitalistans, die mir regelmäßig die kalte Kotze aus dem Gesicht treibt. Fiese, korrupte GesellInnen wie diese schmierigen Schlips-Borg kloppen mit Vorliebe vehement auf die Schwächsten ein – immer in der (leider allzu berechtigten) Hoffnung, dass die etwas weniger Schwachen den miesen Trick nicht durchschauen und fleißig mitkloppen. Das perverse Prinzip Kapitalistans funktioniert aus Sicht der "Elite" auch nach hunderten von Jahren noch immer vorzüglich.
Wenn ein Jahr schon am Neujahrstag so beginnt, kann man eigentlich nur noch sehnsüchtig auf einen baldigen Kometeneinschlag hoffen.
Anmerkung: Bemerkenswert ist an diesem Musikstück neben der spätromantischen, für dieses Genre ungewöhnlichen Harmonik vor allem die Virtuosität und Leichtigkeit, mit der das schwere, mittelalterliche musikalische Thema des "Dies Irae" (der "Tag des Zorns", also das "Jüngste Gericht") in die Rockmusik eingebunden wird. Die Musiker um den inzwischen leider böse erkrankten Robert John Godfrey folgen damit einer sehr, sehr alten Tradition bezüglich dieser liturgischen Melodie aus dem 13. Jahrhundert, die im Laufe der Jahrhunderte schon viele Komponisten und in "neuerer" Zeit auch Rockmusiker inspiriert hat:
Es ist müßig zu erwähnen, dass ich als Atheist an kein solches albernes "Gottes-Gericht" glaube – die bevorstehende bzw. anbrechende Endzeit im "goldenen Westen" jedoch, die nehme ich durchaus sehr deutlich wahr. Allerdings ist sie auch heute – wie schon fast immer zuvor – menschengemacht. Aus der Historie lernen wir also wieder einmal (nicht): Es gab schon eine Menge Endzeiten auf diesem unwichtigen Planeten inmitten des unendlichen Nirgendwo am Rande der kleinen Milchstraße, und sie werden wohl auch immer wiederkehren, solange die bekloppte Menschheit immer und immer wieder dieselben fatalen Fehler macht, ohne aus der Vergangenheit tatsächlich zu lernen. Das gilt zumindest solange, bis irgendwann kein Neubeginn in der ewigen Rotationsschleife der unausweichlichen Verdammnis mehr möglich ist ...
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Nebenbei: Willkommen im Jahr 2018. Und ein großes Dankeschön an alle BesucherInnen und KommentatorInnen des "Narrenschiffes"! So lasset uns auch weiterhin den Kapitalisten, den Rassisten, den Korrupten, den Menschenfeinden, den Eigennutzmehrern, den Esos, den Faschisten und sonstigen Gruseligkeiten immer wieder vors Schienbein treten: Solange ich das noch kann und solange es jemand liest, werde ich damit nicht aufhören.
I
Auf lauten Linien fallen fette Bahnen
Vorbei an Häusern, die wie Särge sind.
An Ecken kauern Karren mit Bananen.
Nur wenig Mist erfreut ein hartes Kind.
Die Menschenbiester gleiten ganz verloren
Im Bild der Straße, elend grau und grell.
Arbeiter fließen von verkommnen Toren.
Ein müder Mensch geht still in ein Rondell.
Ein Leichenwagen kriecht, voran zwei Rappen,
Weich wie ein Wurm und schwach die Straße hin.
Und über allem hängt ein alter Lappen –
Der Himmel ... heidenhaft und ohne Sinn.
II
Ein kleines Mädchen hockt mit einem kleinen Bruder
Bei einer umgestürzten Wassertonne.
In Fetzen, fressend liegt ein Menschenluder
Wie ein Zigarrenstummel auf der gelben Sonne.
Zwei dünne Ziegen stehn in weiten grünen Räumen
An Pflöcken, deren Strick sich manchmal straffte.
Unsichtbar hinter ungeheuren Bäumen
Unglaublich friedlich naht das große Grauenhafte.
(Alfred Lichtenstein [1889-1914], in: "Dichtungen", Arche 1989; Erstdruck Teil I in: "Die Aktion", Nr. 7, 1912; Teil II in: Ebd., Nr. 32, 1912)
Nun ist die alte These, die eigentlich längst eine Gewissheit ist, auch wissenschaftlich "bewiesen": "Sozial schwach" sind vornehmlich reiche Menschen bzw. solche, die sich der "Oberschicht" zugehörig fühlen. Das jedenfalls meldete vor kurzem spektrum.de:
Wer weniger Geld hat, ist bewusster im Umgang mit den Mitmenschen.
Wer hätte denn das auch ahnen können, nicht wahr. Wir dürfen also getrost festhalten und nun auch wissenschaftlich belegt konstatieren: Reiche sind öfter asozial, Arme hingegen öfter "sozial stark". Wie um Himmels Willen soll man das nun unseren (oft asozialen) "Eliten" und ihren (ebenfalls oft asozialen) Schergen in der Politik und den Medien nahebringen? Deren Narrativ beschwört ja semi-religiös das genaue Gegenteil. Es ist wie im Tollhaus.
Mich erinnert das an die kleine Anekdote, die ich vor einigen Monaten erlebt habe: Vor dem Supermarkt, in dem ich meine Lebensmittel einkaufen wollte, stand eine ältere Dame und bot eine Straßenzeitung an. Ich kramte derweil in meiner Tasche und bemerkte, dass ich den dämlichen Chip für den Einkaufswagen zuhause vergessen hatte – eine Euro-Münze hatte ich ersatzweise ebenfalls nicht parat. Ich fragte also einige Passanten, ob sie Geld wechseln können, hatte aber keinen Erfolg. Daraufhin gab mir jene Dame, die das mitbekommen hatte, ungefragt eine solche Münze und sagte nur lächelnd: "Hier, nehmen Sie."
Ich war so verdutzt, dass ich nur verwirrt lächelnd "Danke" sagen konnte und meinen Einkauf sodann startete. Während ich durch den Laden schlich, rotierte es aber in meinem Schädel und ich begriff endlich, was da gerade geschehen war. Ich beschloss also, die Dame ebenso zu überraschen und freute mich schon – als ich aus dem Laden wieder heraustrat, war sie aber leider nicht mehr dort, denn es regnete inzwischen in Strömen. Das war sehr beschämend und hat mich noch lange beschäftigt. Ich habe die Frau leider nie wieder gesehen.
Die Frage nagt noch heute an mir: Wieso habe ich der Dame eigentlich nicht vorher schon etwas Geld gegeben? Ich gehe doch sonst auch nicht an Bettlern oder anderen offensichtlich Bedürftigen vorbei, ohne zumindest ein paar Münzen, die ich irgendwie entbehren kann, abzugeben. Wie gesagt, ich schäme mich noch heute dafür. – Gleichzeitig erinnere ich mich an den schnell durch die Straßen hechelnden Schlips-Borg, der mir vor einiger Zeit mal ins Gesicht rotzte, nachdem ich einem Bettler ein belegtes Brötchen in der Bäckerei, vor der er saß, gekauft hatte: "Wenn Sie diesem Penner etwas geben, sitzt der morgen wieder hier! Denken Sie doch mal nach!" Dann ging er hektischen Schrittes weiter.
Es ist – wie schon erwähnt – wie im Tollhaus. Und die Irren, die Psychopathen, die Asozialen haben das Sagen.
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Rationalisierung
"Seht ihr, Kinder, früher hat mein Vater noch tausend deutsche Arbeiter gebraucht, um sich ein Kapital zu schaffen, und heute braucht er nur noch eine einzige Schweizer Bank, um keine Arbeiter mehr zu brauchen."
Meine lieben Freunde vom Sekten- und Priesterseminar des Eso-Blogs "Jenseits der Realität" rufen allen Ernstes aktuell dazu auf, ihr "Angebot" zu "bewerten". Es versteht sich dabei von selbst – schließlich soll das über das "Kommentariat" geschehen –, dass teuflische Unheilige wie ich und unzählige andere Menschen, die den Priestern nicht in den sektiererischen Kram passen, an dieser "Befragung" nicht teilnehmen dürfen – es darf dort drüben also ein äußererst aussagekräftiges Resultat ("100 Prozent für Chulz!" oder "99,5 Prozent für die SED!") erwartet werden. Zensur ist manchmal so schön, Herr Faulfuß, nicht wahr?
Da ich mein Schandmaul trotzdem nicht halten kann und außerdem auch gar kein Interesse an dem ausgelobten "Preis" habe, der unter den Teilnehmenden verlost werden soll (Was zur Hölle soll ich denn mit einer Bohlen-, Naidoo- oder Wecker-Biografie anfangen, wenn ich sie nicht im Klo als Spaßlektüre für BesucherInnen auslege oder zumindest als Toilettenpapierersatz an die Wand hänge?), verlagere ich den ausgefüllten Fragebogen also in die diabolischen Untiefen des "Narrenschiffes". Gelesen wird es von den entsetzten Religioten sicherlich – verstanden vermutlich nicht. Aber das ist ja nun nichts Neues.
Beginnen wir also:
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(1) Welche Note würdest Du "Hinter den Schlagzeilen" geben – auf einer Skala von 1 (= sehr gut) bis 6 (= [ungenügend - hier steht bei den Priestern merkwürdigerweise "mangelhaft"])?
Diese Frage stellt mich schon vor ein Dilemma. Als Satire-Seite bekommt der Eso-Spuk eine glatte 4, ansonsten muss man wohl tiefer in die Bewertungsunlogik, die dieser absurden Befragung zugrundeliegt, eintauchen und sich zwischen "mangelhaft" und "ungenügend" entscheiden. Ich möchte das nicht und entscheide mich daher für eine 5-. Mit anderen Worten: Es wäre ein "Segen" für die gemarterte Welt, wenn diese Eso-Schleuder endlich vom Netz ginge.
(2a) Wie beurteilst Du die grafische und visuelle Qualität? (Bitte jeweils Noten von 1 bis 6 vergeben)
Diese Seite ist eine Scripthölle, die für jeden Datenschützer ein Grund zum Weinen und Verzweifeln ist. Das Design entspricht dem Inhalt: Es ist plump, verlogen und hinterhältig. Ich kann die Seite nur dann aufrufen, wenn ich meine Schutzprogramme deaktiviere. Eine Schulnote verbietet sich hier.
(2b) Wie beurteilst Du die sprachliche Qualität der Texte [?]
Welche Texte meint ihr denn? Der überwiegende Anteil Eurer Beiträge besteht doch aus Zitaten und Verlinkungen auf andere Webseiten. Die übrigen Texte sind wiederum überwiegend Zweit- oder Drittverwertungen irgendwelcher Beiträge, die bereits anderswo publiziert worden sind. Es verbleibt also nur ein sehr kleiner, nicht weiter ins Gewicht fallender Anteil, der "exklusiv" im Eso-Blog in die Welt gebrochen wird – und das betrifft wohl meist die Beiträge Plattas. Diese sind sprachlich sehr divergent und schwanken zwischen "gut" und "radebrechend". Es ist bezeichnend, dass hier die Frage nach der inhaltlichen Qualität gar nicht erst gestellt wird, denn diese Antwort fiele wesentlich böser aus.
(2c) Wie beurteilst Du die Relevanz der angesprochenen Themen [?]
Meint ihr damit die Verlinkungen oder die ausformulierten Texte? Oder beides? Nun, es gibt gelegentlich auch eine Verlinkung, die sinnvoll ist – ansonsten tendiert die Relevanz aber gegen null. Eigentlich könntet ihr von jetzt auf gleich aufhören mit dem Schmonzes, den ihr zur Erheiterung des linken Spektrums "Webmagazin" nennt, ohne dass irgendetwas fehlen würde – die entsprechenden Verlinkungen übernehmen ja bereits die Nachdenkseiten oder viele andere Blogs, von denen ihr nur kopiert.
(2d) Wie beurteilst Du die Bandbreite der Themen und Ausdrucksformen (wie abwechslungsreich sind wir[...]) [?]
Das ist eine redundante Frage, die bereits beantwortet wurde. Wer im Wesentlichen Links und zweit- oder drittverwertete Texte postet und ansonsten wild im abzockenden und teils braunen Eso-Sumpf wühlt, sollte das Wort "Bandbreite" besser gar nicht erst in den Mund nehmen. Das schmeckt übel – vor allem dann, wenn man den glaubensbereinigten Kommentarbereich, in dem nur Ausgewählte schreiben dürfen, noch hinzunimmt.
(2e) Wie beurteilst Du die Musik- und Videoauswahl [?]
Gäbe es neben der "Sechs" noch eine schlechtere Benotungsmöglichkeit, wäre sie euch sicher. Es ist nicht auszuhalten, was ihr da an Musikbeiträgen verlinkt – und ebenso ist es nicht erträglich, was irgendein Hansel – wer auch immer das jeweils ins Blog stellt – dazu schreibt: Stets spricht hier die Dummheit, die von Tuten und Blasen in Bezug auf den jeweiligen Interpreten oder das musikalische Genre keine Ahnung hat. Beispielhaft sei hier Heinz Rudolf Kunze erwähnt, der laut "Jenseits der Realität" ein "Deutschrocker" sei, der in den 80ern mit dem Schlagersong "Dein sei mein ganzes Herz" "durchgestartet" sei. Noch dümmer könnte man das sehr zwiespältige, vielfältige Werk dieses ebenfalls zwiespältigen Mannes gar nicht zusammenfassen. Inkompetenz ist Chefsache bei "Jenseits der Realität".
(3) Welches sind für Dich die wesentlichen Stärken dieser Seite?
Äh ... wie meinen?
(4) Welches sind die gravierendsten Schwächen?
Äh ... wie meinen?
(5) Von welchem Autor/welcher Autorin würdest Du Dir wünschen, dass er oder sie (auch) künftig [eine] wichtige Rolle auf HdS spielt?
Ich fasse das mal so zusammen: Eigentlich gibt es ja nur einen "HdS-Autor", und das ist Holdger Platta. Ich könnte auf dem Narrenschiff auch ständig Beiträge von anderen AutorInnen veröffentlichen und dann so tun, als seien das Narrenschiff-Mitarbeiter. Das wäre indes lächerlich. Wer also – abgesehen von Platta – schreibt denn exklusiv für die Eso-Schleuder? Nicht einmal der "Chefredakteur" (bei diesem Wort muss ich unweigerlich laut lachen) Faulfuß lässt sich dazu herab, endlich mal etwas Neues für die Eso-Schleuder zu schreiben – die 12.000 Euro Spendengelder, die er dennoch munter anstrebt, müssen auch ohne irgendeine Arbeit, die er zu leisten bereit ist, drin sein.
(6) Um welche Themenbereiche sollte sich HdS künftig stärker kümmern?
Das ist doch sonnenklar: Um die dort leider so ferne Realität.
(7) Welche Themenbereiche nerven eher und könnten reduziert werden?
You're kidding me. Das ist nicht nett. Aber das sind EsoterikerInnen, die Geld wollen, ja schließlich nie, ich weiß.
(8) Welche "Ausdrucksformen" und Rubriken auf HdS gefallen Dir besonders (z.B. Musikvideo, Kabarettvideo, Satire, Gedicht, Essay, Sachartikel)? Welche weniger?
Das ist wiederum eine redundante Frage, die bereits beantwortet wurde. Hier tun die Bekloppten wieder so, als seien die verlinkten Dinge in irgendeiner Weise mit der Eso-Schleuder verbunden. Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen. Und wenn ihr eine Live-Kamera aus dem Inneren von Marxens Grab verlinkt: Es bleibt dabei, dass der alte Knabe im selbigen wild rotierte, wenn er wüsste, dass sich heute ausgerechnet geistergläubige Vollidioten auf ihn beziehen.
(9) Welche Webseiten, zu denen wir oft verlinken, gefallen Dir besonders? Welche weniger?
Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Besonders toll sind beispielsweise irrational.de, verrückt.de und ich-glaube-an-geister.de – aber auch all die anderen Seiten, auf denen eine Hohlbirne wie Bettina Bettdröge ein feuchtes Höschen bekommt, sind einfach geil. Wenn es dann auch noch Links zu Abzockangeboten irgendwelcher Scharlatane gibt, die bei "Jenseits der Realität" ja sehr gern hofiert und beworben werden, ist das Herz jedes Esoterikers befriedigt und die 12.000 Euro sind gewiss bald erreicht. Und das ist ja der Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung.
(10) Gibt es einen Link zu einem Artikel oder zu einer Webseite, den wir auf HdS mal bringen sollten?
Ernsthafte Texte haben dort nichts verloren und würden die Gläubigen nur unnötig irritieren bzw. vom Denken und vor allem vom Spenden abhalten. Daher empfehle ich hier die deutsche Flat Earth Community – das fehlt auf "Jenseits der Realität" noch und würde den abstrusen Reigen abrunden.
(11) Gibt es ein Musikvideo, das Du uns besonders empfehlen würdest?
Nein. Es gibt tausende Musikvideos, die ich solchen Flachpfeifen wie euch nicht nur "empfehlen würde", sondern tatsächlich empfehle – wenn ich mich aber tatsächlich für eines entscheiden soll, fällt meine Wahl auf dieses:
(Orden Ogan: "F.E.V.E.R.", aus dem Album "Ravenhead", 2015)
(12) Gibt es weitere Anregungen, die Dir einfallen?
Die einzige sinnvolle Anregung, die mir einfällt, ist diese: Hört doch um des Spaghettimonsters Willen damit auf, die Leute unablässig zu verarschen und abzuzocken und legt die Eso-Schleuder endlich still. Es ist schlimm genug, dass es vereinzelt Menschen gibt, die ausgerechnet euch dem linken Spektrum zuordnen – umso wichtiger sollte es sein, dass diesem intellektuellen Irrsinn nicht noch weitere Menschen folgen. Ich verstehe schon, weshalb es für euch keine Option ist, eurem Geisterglauben nur noch im heimischen Keller zu huldigen – dort gibt es schließlich keine Kohle abzugreifen. Oder gibt es noch einen anderen Grund, weshalb ihr eine reine Privatangelegenheit ganz und gar nicht privat behandelt, sondern in epischer Breite zu einer öffentlichen Sache macht? Selbst die fiktive Figur "Jesus" hätte Gestalten wie euch längst aus dem "Heiligen Tempel" vertrieben.
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Ich weiß, das waren schon wieder viel zu viele Worte für eine eigentlich redundante Sache. Ihr habt ja recht. Die Geistergläubigen machen aber trotzdem immer weiter und lassen sich nicht beirren, ganz egal, was anderswo dazu geschrieben oder gesagt wird. So funktioniert Religion – und ein Aspekt dieses Beitrages soll darauf hinweisen, dass Religion eben nicht nur auf obskuren Eso-Seiten im Internet zu finden ist, sondern überall in unserem Umfeld: Die Politik handelt semi-religiös (auch wenn ihr unterstellt werden darf, gegen besseres Wissen zu handeln); die Filterblase ist religiös und das eigene Denken ist oft ebenfalls religiös. Es gilt, den Kopf gelegentlich aus dem Sumpf zu heben, um einen Rundblick bis zum Tellerrand – und wenn der schneidige Wagemut reicht, sogar darüber hinaus – zu wagen. Religiöse und Esoteriker können und wollen bzw. dürfen das nicht – alle anderen aber sollten das dringend immer wieder tun.
Die hochseriösen "PolitikerInnen der Mitte" (*glucks*) denken stets nur an das Wohl der gesamten Bevölkerung – dafür sind sie ja schließlich da, glaubt zumindest das Schlachtvieh. Ein hübsches Beispiel für diese (*doppelglucks*) These war kürzlich bei n-tv zu lesen, wo es in einem Text zum "Eurofighter" [sic! - Wer denkt sich bloß solch irrsinnige Bezeichnungen aus?] hieß:
Bund debattiert Tornado-Nachfolge / Die in den 70er-Jahren gebauten Tornado-Jets der Bundeswehr sollen bald ausgemustert werden. Doch welches Modell tritt die Nachfolge an? Die neuen Jets müssen besondere Fähigkeiten haben – etwa die Möglichkeit, Atomwaffen zu transportieren.
Gemeint sind hier natürlich US-amerikanische Atomwaffen, die im "Krisenfalle" im Auftrag der NATO auch von der Bundeswehr "transportiert" werden müssen, weil die Amerikaner das offensichtlich selber nicht bewerkstelligen können oder wollen (*dreifachglucks*). Das alles dient natürlich nur der "Verteidigung" des christlichen Abendlandes, das bekanntermaßen von wilden Horden und Armeeverbänden aus Russland, dem Nahen Osten, China, Nordkorea, vom Mars und neuerdings womöglich sogar von außerhalb des irdischen Sonnensystems angegriffen wird und somit kurz vor der totalen Kapitulation steht.
Um den unmittelbar drohenden Einmarsch dieser unmenschlichen Angreifer zu verhindern, muss also kräftig aufgerüstet werden, was leider ein paar Milliarden Euro kostet und den entsprechenden Rüstungskonzernen sprudelnde Profite über viele Jahre hinaus garantiert – aber was will man angesichts der offensichtlichen Bedrohungen denn sonst auch machen? Da bleibt den wohlmeinenden Schlips-Borg doch gar keine andere Wahl, als Sozialleistungen zu kürzen, Schulen verrotten zu lassen, RentnerInnen zu verarmen, Krankenhäuser zu "privatisieren" und die Rüstungsausgaben zu erhöhen! (*unendlichkeitsglucks*)
So ist es nur folgerichtig, dass dies nicht bloß in Deutschland, sondern EU-weit geschieht:
Die EU-Staaten haben erstmals eine ständige militärische Zusammenarbeit beschlossen. Daran werden sich neben Deutschland 24 weitere EU-Länder beteiligen. Sie soll mittelfristig zum Aufbau einer echten europäischen Verteidigungsunion führen.
Ja, "Verteidigung": hier taucht das hübsche, vergewaltigte Wort schon wieder auf. Es geht selbstverständlich nicht um Angriffskriege, die aus wirtschaftlichen, geopolitischen oder puren ideologischen Interessen geführt werden, sondern nur um "Verteidigung": Wie gesagt, die Horden der mordenden Barbaren lagern ja längst vor den Toren Europas, so dass den lieben Menschenfreunden in Brüssel, Berlin, Paris etc. gar keine andere Wahl bleibt. Wer Europa auf den Zeh tritt oder die Zunge herausstreckt, muss schließlich damit rechnen, dass er eine Atombombe in den Vorgarten geliefert bekommt – so geht "christliches Abendland" auf Kapitalistisch.
Gibt es eigentlich irgendwo einen geistig zurückgebliebenen Menschen in ganz Europa, der diese infantile Erzählung für vertrocknete Topfpflanzen noch glaubt (vielleicht abgesehen von Claus Kleber & Co.)? Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Selbst der Dümmste müsste inzwischen doch begriffen haben, dass es hier nicht um "Verteidigung", sondern um Aufrüstung zur Generierung von Profiten sowie um militärische Dominanz, Macht, Geopolitik und böse Angriffskriege aufgrund privatwirtschaftlicher Interessen geht, die zumindest auf Deutschland bezogen zutiefst verfassungswidrig sind.
Die einzig logischen Schlussfolgerungen aus dem vergangenen 20. Jahrhundert, das als das Mörderischste seit dem Aufbruch der "intelligenten Menschheit" in der Steinzeit angesehen werden muss, können nur sein:
Die Abschaffung der Bundeswehr sowie jeder anderen militärischen Organisation (einschließlich sämtlicher "Geheimdienste") und Überführung des Personals, technischen Wissens und Equipments in das Technische Hilfswerk oder vergleichbare humanitäre, gemeinwohlorientierte Organisationen,
das Verbot der Entwicklung, Herstellung und des Vertriebs von Waffen und Waffensystemen jeder Art,
eine konsequent pazifistische Ausrichtung der Politik und damit letzlich auch der Gesellschaft,
eine gerichtliche Aufarbeitung der Machenschaften von Rüstungskonzernen (samt ihren Managern, Angestellten und natürlich Eigentümern), PolitikerInnen, LobbyistInnen und anderen Beteiligten, sowie
ein striktes Verbot von Anzügen, Schlipsen, Aktenkoffern, BWL-Leerhirnen und anderen Uniformen.
Ich weiß, ich träume zu viel. Leider ist Europa stattdessen lieber wieder in die Weimarer Zeit zurückgesprungen und damit auf dem furchtbaren Weg, dieselben fatalen "Fehler" – die auch damals schon keine waren, da sie "systemkonform", systemimmanent und von interessierter Seite durchaus gewollt waren und es auch heute noch sind – zu wiederholen. Unser schöner Kapitalismus wird uns auch diesmal wieder ein Feuerwerk der Extraklasse bescheren – da können wir ganz sicher sein. Ich bete jeden Abend zum Spaghettimonster, dass die wahnsinnigen Schlipsgewürgten bzw. Knopfleisten- und Hosenanzuggemarterten sich noch etwas gedulden und ihre Mordlust bändigen können, damit meine Töchter das nicht mehr erleben müssen.
Meine Söhne, sagt Herr Fahrenkamp, sind wortkarg genug. Ich frage sie dieses und jenes, ich bin kein Unmensch, es interessiert mich, was die Jugend denkt, schließlich war man selbst einmal jung. Wie soll nach Eurer Ansicht die Zukunft aussehen, frage ich und bekomme keine Antwort, entweder meine Söhne wissen es selber nicht oder sie wollen sich nicht festlegen, es soll alles im Fluss bleiben, ein Fluss ohne Ufer sozusagen, mir geht das auf die Nerven, offen gesagt. Darüber, was es nicht mehr geben soll, äußern sich meine Söhne freimütiger, auch darüber, wen es nicht mehr geben soll, den Lehrer, den Richter, den Unternehmer, alles Leute, die unseren Staat aufgebaut haben, in größtenteils demokratischer Gesinnung, aus dem Nichts, wie man wohl behaupten kann, und das ist jetzt der Dank. Schön und gut, sagen meine Söhne, aber Ihr habt etwas versäumt, und ich frage, was wir versäumt haben, die Arbeiter sind zufrieden, alle Leute hier sind satt und zufrieden und was gehen uns die Einwohner von Bolivien an. Ihr habt etwas versäumt, sagen meine Söhne und gehen hinunter in den Hobbyraum, den ich ihnen vor kurzem habe einrichten lassen. Was sie dort treiben, weiß ich nicht. Meine Frau meint, dass sie mit Bastelarbeiten für Weihnachten beschäftigt sind.
Vor einigen Tagen wurde auf den Seiten der Frankfurter Rundschau eine Abgeordnete der Grünen himmelhochjauchzend bejubelt, die im Bundestag die Vorgehensweise der AfD im parlamentarischen Gesetzgebungsbetrieb angeprangert hatte. Der FR-Autor kommt gar zu der wilden Einschätzung:
In der Diätendebatte des Bundestages putzte Haßelmann die AfD so sehr nach Strich und Faden runter, dass sogar die Union in Begeisterungsstürme ausbrach.
So weit, so gut. Es ist ja völlig richtig, die im Text benannten Machenschaften bloßzustellen, auch wenn sie – was allerding weder Haßelmann noch der FR-Autor erwähnen – gang und gebe im Betrieb der parlamentarischen Politiksimulation quer durch sämtliche Parteien Kapitalistans sind. Wer erinnert sich beispielsweise nicht an all die medienwirksamen Forderungen der SPD oder CDU, die von der Linkspartei, den Grünen oder der FDP in Form vom Gesetzentwürfen in den Bundestag eingebracht und dennoch stets abgelehnt wurden, weil die Initiative von "den Falschen" ausging bzw., was wahrscheinlicher ist, die Forderungen gar nicht ernst gemeint waren, um nur ein Beispiel zu nennen? Allein deshalb ist der gesamte Text also schon eine Nullnummer, die allenfalls boulevardesken, also strikt ablenkenden "Wert" besitzt. Die "Breitseite für die AfD" ist folglich gar keine, sondern ein fettes, überaus dummes Eigentor mit Anlauf.
Das stört allerdings niemanden im politisch-medialen Tollhaus. Richtig peinlich wird die Posse nämlich erst aufgrund des Umstands, dass der eigentliche Skandal, der als Anlass für dieses alberne Ränkespielchen unter Korrupten diente, gar nicht mehr weiter hinterfragt oder gar kritisiert wird. Hier ging es um die "Diätenerhöhung" der Bundestagsabgeordneten: Seit 2017 erhalten die Parlamentarier fast 1.000 Euro monatlich mehr als noch 2015 (aktuell sind das 9.541,74 Euro "Aufwandsentschädigung" pro Monat zzgl. einer "Aufwandspauschale" in Höhe von 4.318,38 pro Monat – von den bis heute nicht vollständig offengelegten "Nebeneinkünften", die diese monatliche Summe in satter Höhe von 13.860,12 Euro nicht selten um ein Vielfaches übersteigen, schweige ich lieber); und weil die sauberen Damen und Herren sehr gerne vermeiden möchten, dass sich eine (Originalzitat) "öffentliche Empörung (darüber) regelmäßig wiederholt", wurde nun also beschlossen, dass die jährliche Erhöhung der "Diäten" von nun an "automatisiert" – also gänzlich ohne Debatte, Abstimmmung und damit auch Berichterstattung – zu erfolgen habe.
Das muss man sich erst einmal ausdenken. Leute, die so etwas – mit exakt dieser ganz und gar nicht verschleierten, sondern tatsächlich offen ausformulierten, mafiösen Begründung – beschließen, werfen nun also der gewiss schmierigen AfD vor, dass diese Partei offensichtlich ebenso korrupt ist wie sie selber und denselben opulenten Schampus säuft, während sie vehement stilles Wasser predigt. Und die Qualitätspresse nimmt das wohlwollend begleitend zum Anlass, ins gleiche Propagandahorn zu stoßen, anstatt so etwas Altertümliches und Überkommenes wie Journalismus zu betreiben. Offenbar herrscht auch hier längst ein (medial-dystopischer) Automatismus vor, den ich nicht mehr kommentieren kann, ohne ausfällig zu werden.
Die korrupte, kapitalistische Bande ... geisteskranke Vollidioten ... widerliche Schmierfinken ... habgierige Menschenfeinde ... alle in einen Sack und mit dem Knüppel ... [der Rest des Kommentars musste leider gelöscht werden, da er explizite Ausdrücke und Gewaltfantasien beinhaltete. Der Zensor]
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"Wie fleißig du warst, mein guter Junge! Kaum zwei Monate Abgeordneter und schon ein Automobil!"
Wusstet Ihr schon, dass der Satan tatsächlich existiert? Das jedenfalls hat der aktuelle Papst herausgefunden und er ließ dementsprechend jüngst verlautbaren:
Papst Franziskus hat die Katholiken eindringlich vor jeglicher Kontaktaufnahme mit dem Teufel gewarnt: Die Gläubigen sollten "nicht mit dem Satan reden", weil dieser eine sehr intelligente, rhetorisch überlegene "Person" sei. (...) / Satan stehe für das konkrete Böse und nicht für eine diffuse Sache, warnte der Papst. "Wenn du anfängst, mit Satan zu reden, bist du verloren. Er verdreht dir den Kopf." Es sei besser wegzugehen. Auch Priestern und Bischöfen gaukle Satan Gelehrtheit vor. "Und wenn du es nicht rechtzeitig bemerkst, dann endet es böse", fügte der Pontifex hinzu.
Zuerst habe ich ja gedacht, dass der senile Opi meinen geschätzten Freund Faulfuß meint, bis mir auffiel, dass hier ja von "Gelehrtheit" die Rede ist, womit der nun leider ausscheidet. Wer also könnte mit jener "Person" gemeint sein? Irgendwelche PolitikerInnen kommen aus demselben Grund nicht in Frage, habgierige KapitalistInnen und KriegstreiberInnen erst recht nicht, und über Nazis müssen wir uns in diesem Zusammenhang gar nicht unterhalten. Wer ist also "gelehrt", "rhetorisch begabt" und aus der lodernden Hölle emporgestiegen, um Menschen hinterlistig auf absurde, teuflische Wege mitten hinein ins "Böse" zu führen? Hat der Greis wohl doch einmal in den Spiegel geschaut, bevor er zu dieser Erkenntnis gelangt ist? ;-)
Ach nein, das "glaube" ich nicht – ich befürchte vielmehr, dass der arme, sehr reiche Mann in seinem Wahn gar nicht bemerkt, dass er eigentlich in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gehört, da sein abstruser, infantiler Geisterglaube nun wahrlich keine "Privatsache" ist, sondern viele weitere Menschen, die leider ebenso anfällig für derlei Erkrankungen sind, massiv beeinflusst. So auch meinen besagten Freund Faulfuß, denn der hat sich des Popen Anweisung zum Umgang mit dem Gehörnten schon längst zu eigen gemacht:
So hatte Franziskus in der Vergangenheit Priestern empfohlen, lokale Exorzisten hinzuzuziehen, sollten sie im Beichtstuhl Zeuge großer spiritueller Unordnung werden.
Gut, Fauli ist kein Priester und sein Eso-Blog kein Beichtstuhl – aber warum sollte man es da auch so genau nehmen! Während dort nämlich unverhohlen und fleißig Werbung für esoterische Abzocker gemacht wird, ist der Exorzismus im Kommentarbereich stets aktiv: Blasphemische – also allzu kritische – Kommentare werden brav getilgt und literweise mit Weihwasser und Papsturin besprüht, um die "spirituelle Ordnung" nicht zu gefährden. Endlich verstehe ich diese Zensur – dem Popen sei's gedankt – und weiß damit auch, wer zur Hölle jener ominöse Poltergeist des Popen sein muss ...
Ich versichere reinen und lodernden Herzens: Der Exorzismus wirkt nicht, und ein Gespräch mit mir und anderen Atheisten endet auch niemals böse – ganz im Gegenteil. :-)
Vor zwei Wochen habe ich mit Interesse und großem Vergnügen bei spektrum.de die Glosse "Was wäre, wenn Weltretter gar nicht die Welt retten möchten?" von Vince Ebert gelesen. Dabei handelt es sich um einen – freilich stark komprimierten und selbstredend nicht alle Facetten beleuchtenden – Text zum komplexen Thema "Ökologie", das Ebert mit einem Zitat von Prof. Josef Reichholf zusammenfasst:
Der Ökologismus hat sich vor einem Dritteljahrhundert der Ökologie bemächtigt und zu einem religionsartigen Lebensmodell entwickelt, das uns in immer stärkerem Maße vorschreibt, was zu tun und zu lassen ist.
Den lesenswerten Beobachtungen Eberts kann ich – gänzlich unwissenschaftlich und aus rein persönlichen Erfahrungen heraus, wie das auf diesem Gebiet allgemein üblich ist – nur beipflichten: Der "Ökologismus" als Religionsersatz begegnet mir seit Jahren (eher: seit Jahrzehnten) in immer radikalerer und stets vehement missionierender Form – und er ist dabei keineswegs nur auf diverse "NGOs" beschränkt, sondern hat sich bereits bis weit in die – meist "bürgerliche" oder sich dafür wähnende – Gesellschaft ausgebreitet.
Ob es nun darum geht, beispielsweise "Wale zu retten", indem man einen kapitalistischen "Erlebnistourismus" wie "Whale watching" etabliert; ob man besonders "niedliche" Tiere wie beispielsweise den Pandabären instrumentalisiert, der inzwischen strikt geschützt wird, während weniger "niedliche" Tiere weiterhin gnadenlos und oft unbeachtet ausgerottet werden; oder ob es um das leidige Thema der "gesunden" Ernährung geht, zu der es selbst in der Wissenschaft fast so viele unterschiedliche Thesen wie Lehrstühle gibt – letztlich verfolgt die ökologistische Religion doch allzu oft ganz andere Interessen, die eher mit persönlichem Profit und weniger mit Ökologie zu tun haben. Ebert bringt ein hübsches Beispiel dafür:
Können Sie sich noch an den Skandal um Brent Spar erinnern? Greenpeace behauptete damals, dass die Ölplattform so stark mit Giftstoffen belastet wäre, dass eine Versenkung im Meer das Ökosystem dort hochgradig belasten würde. Die Behauptungen über die Schadstoffe waren nachweislich aus der Luft gegriffen, und die Umweltorganisation entschuldigte sich später dafür. Dennoch wurde das Ungetüm für 60 Millionen Euro an Land entsorgt. Hätte man es stattdessen im Nordatlantik versenkt, wäre es sehr schnell zu einem Lebensraum für Meerestiere geworden. Salopp gesagt hat Greenpeace den Shell-Konzern gezwungen, 60 Millionen Euro für die Zerstörung eines seltenen Korallenriffs auszugeben.
Ein weiteres Exempel ist die aktuelle, unsägliche Debatte um Glyphosat, die ebenfalls größtenteils kampagnenartig und weniger bzw. gar nicht mit Fachwissen geführt wird. Auch hier zeigt sich die religiotische Tendenz des Ökologismus', bestimmte Produkte, Ereignisse oder Aspekte herauszugreifen, ohne einen Blick über den jeweiligen, sehr begrenzten Tellerrand hinaus zu wagen: Wer – aus welchen "ökologischen" Gründen auch immer – gegen den Einsatz von Glyphosat ist, muss logischerweise auch gegen den Einsatz aller anderer Herbizide in der Landwirtschaft – und selbstverständlich auch im eigenen Garten bzw. auf der gepflasterten Zufahrt zur SUV-Garage – sein. Alles andere ist populistischer Schmonzes und letzten Endes nichts weiter als eine der üblichen Ablenkungen vom eigentlichen Problem. Die naheliegende Frage, wie eine Landwirtschaft aussehen müsste, die auch ohne den Einsatz von Herbiziden die wachsende Weltbevölkerung ernähren könnte bzw. ob das überhaupt sinnvoll oder machbar wäre, kommt im Kontext der Anti-Glyphosat-Kampagnen schlicht gar nicht vor. Die Monstranz wird dennoch tapfer hochgehalten.
Ebenso sind "Bio-Produkte" aus meiner unmaßgeblichen Sicht inzwischen oft nichts weiter als Nebelkerzen der Reklame, die in erster Linie – wie sollte es in Kapitalistan auch anders sein – Profitzwecken dienen. Letzte Woche im Supermarkt sah ich doch allen Ernstes Kiwi-Früchte aus Neuseeland, die mit dem Label "Bio" angepriesen wurden – für weniger als zwei Euro für sechs Stück, hübsch verpackt in Plastikfolie. Da freut sich die Natur ein dickes, eiterndes Loch in den Bauch. Und diese absurde Liste ließe sich fast beliebig ins schier Unendliche verlängern.
Vince Ebert beschließt seinen Beitrag mit einer Anekdote, die ich hier nicht unerwähnt lassen kann:
Neulich kam ich übrigens mal in der Fußgängerzone mit einem jungen Umweltschützer ins Gespräch. Als ich ihn fragte, warum seine Organisation denn immer nur gegen Pelzmäntel demonstriert, aber nie gegen Lederbekleidung, zuckte er mit dem Schultern: "Weil man ältere Damen risikoloser anpöbeln kann als die Hells Angels!"
In diesem Sinne: Amen.
(Oder vielleicht doch eher ein satirisches "Fuck you".)
Ein Musik- und Literaturwissenschaftler auf der heiteren Odyssee bzw. vergeblichen Suche nach dem Humanismus.
Ich verstehe dieses Blog weder als "links", noch als "linksliberal" - es versucht, schlicht der Logik zu folgen, sucht die oft verschleierte Wahrheit und landet daher fast zwangsweise immer wieder in sozialistischen Regionen, in die es nie wollte. Die Logik lässt sich nicht so leicht austricksen wie es der interessengeleitete menschliche Geist tut.
Dennoch gilt auch weiterhin Spocks weiser Spruch: "Logik ist nur der Beginn aller Weisheit - und nicht ihr Ende."
Der Blogbetreiber stellt sich vor - auf dass NSA, "Verfassungsschutz", BKA und so viele andere nicht mehr so ausufernd suchen müssen:
Facebookfreie Zone
Das gilt selbstredend auch für alle anderen Datenkraken und "sozialen Netzwerke".
Statt Facebook lieber Ghostery :-)
Dieses kleine, kostenlose Plugin gibt's für alle gängigen Browser - macht es den Werbefuzzis und Überwachungsfetischisten doch wenigstens ein bisschen schwerer, Euren Spuren im Netz zu folgen ...