Donnerstag, 15. Oktober 2009

Horst Köhler und die Ausbeuter

Vor kurzem lobte Bundespräsident Horst Köhler ausdrücklich die Mitbestimmung von Arbeitnehmern. Nun besuchte er eine sächsische Firma, die ihre Mitarbeiter ausbeutet und einen Betriebsrat verhindert.

(...) Anfang September hatte sich Ulrike Dettmer auf eine Vollzeitstelle als kaufmännische Mitarbeiterin bei [dem Bass- und Gitarrenhersteller] Warwick beworben. Gefragt nach ihren Gehaltsvorstellungen, gab die Diplom-Betriebswirtin 2100 Euro an - das ist bereits deutlich weniger, als für ihre Qualifikation üblich. Doch die Firma, die verschiedene Rock-, Pop-, und Jazzmusiker beliefert, darunter auch den U2-Bassisten Adam Clayton, hat für ihre Mitarbeiter andere Konditionen im Sinn: Für eine 47,5-Stunden-Woche - tägliche Arbeitszeit von 8.30 Uhr bis 19 Uhr plus zwei Samstage im Monat - sollte Dettmer 1100 Euro verdienen. Brutto. "Dies stellt für Sie sicherlich kein Problem dar", schrieb die Personalerin. (...)

Dass Horst Köhler gerade solch ein Unternehmen besucht, steht im merkwürdigen Kontrast zu seinen jüngsten Lobeshymnen auf die Gewerkschaften: "Sie werden gebraucht", sagte Köhler beim DGB-Geburtstag. "Bleiben Sie stark, bleiben Sie streitbar."

Ulrike Dettmer blieb stark. Nun steht sie ohne Job da.

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