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Nimm hin mein Lied -
es ist nicht froh.
Der Regen weint und weint.
Und wer ihn sieht
weiß sowieso,
wie es das Glück gemeint.
Es ist vorbei,
die helle Zeit,
die Lachen uns gelehrt.
Sie ging entzwei,
Zwiespalt gedeiht -
wenn auch die Welt sich wehrt.
Kehrt sie zurück?
Ich weiß es nicht.
Vielleicht weiß es der Wind.
Er kennt das Glück -
wenn's nicht zerbricht,
so sagt er's uns geschwind.
Doch sieh, der Wind
verbirgt sich doch -
er ist ja gar nicht da.
Ganz wie ein Kind,
so glaubt er noch:
Nur er weiß, was geschah.
Nimm hin mein Lied.
Vielleicht bringt es
das Lachen einst zurück.
Und wer es liest,
der sagt: Ich seh's,
und meint damit das Glück.
(Selma Meerbaum-Eisinger [1924-1942]: "Blütenlese". Gedichte 1939-1942)
Anmerkung: Die Autorin war Jüdin und starb im Alter von nur 18 Jahren 1942 im Arbeitslager Michailowka in der Ukraine. In einer Rezension ihrer lange nach ihrem Tod entdeckten und publizierten Gedichte in der Zeit hieß es 1981: "Selma Meerbaum-Eisinger war ein Mädchen aus armen Verhältnissen, mit vielen Hoffnungen und keiner Zeit, sich Wünsche zu erfüllen. Der Gedichtband gibt auch Auskunft darüber, welch unglaublichem Zufall es zu verdanken ist, dass überhaupt noch etwas von ihr übrigblieb. Mehr noch als eine Dokumentation mit Fakten über die Ermordung von Millionen anonymen Menschen vermitteln diese Gedichte die Zerstörung von Träumen, Talenten und Leben."
Der komplette Gedichtband steht - wenn auch leider nur in einer fürchterlichen Flash-Version - online zur Verfügung. Für alle, die den Band nicht ohnehin im Bücherregal stehen haben, ist das eine unbedingte Pflichtlektüre.

Wer seinerzeit Thilo Sarrazins "Deutschland schafft sich ab" nur als Rassistenbibel wahrgenommen hatte, erlag einem Irrtum. Das war die vom Spiegel vorgegebene "Lesart". Bei Sarrazin geht es gegen die "Unterschichten", praktischerweise gegen "Unterschichten mit Migrationshintergrund". Die damit ("endlich spricht mal einer aus, was wir alle denken") losgetretene verbale Hatz auf Migranten, Unterschichten und Muslime hatte mitnichten ein Ende gefunden als klar wurde, dass einem rassistischen Diskurs immer die Tat zu seinen Gedanken folgt.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Bitte unbedingt lesen - in dieser komprimierten Form habe ich nirgends sonst so viele Daten und Fakten zum erschreckenden Rechtsruck gefunden. Insbesondere die im Text erwähnte Studie (pdf-Version) von Oliver Decker, Johannes Kies und Elmar Brähler sollte zur Pflichtlektüre werden: "Die Mitte in der Krise / Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010". Der Autor vergleicht diese Studie mit der Aktualisierung aus dem Jahr 2012 und stellt eine erschreckende Zunahme der Verbreitung des rechtsextremen Gedankenguts in Deutschland fest:
"'Der manifeste und organisierte Rechtsextremismus ist eingebunden in ein breites Umfeld von latentem Rechtsextremismus.' Decker/Kies/Brähler sprechen von bis zu 30 Prozent der Befragten. Das ist das quantitative Potenzial der NSDAP am Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts!"
In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal auf die Heitmeyer-Studie "Deutsche Zustände" verweisen, die dieselben furchtbaren Tendenzen offenbart.
Auch der Kollege von der Schrottpresse hat jüngst einen bedrückenden Text zur staatlichen Ungleichbehandlung von Rechten und Linken in Deutschland geschrieben, den ich Euch auch ans Herz legen will. Es wird immer offensichtlicher, dass rechtsextremes Gedankengut nicht nur in Teilen der Bevölkerung - und zwar gerade in der Mittelschicht - tief verwurzelt ist, sondern selbstverständlich und mit langer Tradition auch in Teilen des gesamten Staatsapparates - und mitnichten "nur" innerhalb des "Verfassungsschutzes".
Thilo Sarrazin beispielsweise ist ein Symptom dieses Problems, nicht die Ursache. Dieser Rassist hat vor kurzem wieder einen ekelwürdigen Auftritt absolviert, bei dem er eine Dunkelhaarige wie selbstverständlich als "muslimische Frau" bezeichnet und u.a. den denkwürdigen Satz zum NSU-Skandal herausgehauen hat: "Das ganze Geschehen wäre nicht so ausgeartet, hätten wir starke Führer an der Macht." Hier wird das ganze widerliche Ausmaß der geschlossen rechtsextremen Weltbilder deutlich, von denen in der oben genannten Studie die Rede ist.
Der Autor des verlinkten Artikels zieht noch das Zwischenfazit: "Rechtsextremismus favorisiert aus Sicht der Autoren [der Studie] sehr absolut gesetzte Ungleichwertigkeitsvorstellungen. Er zielt auf Diktatur und impliziert chauvinistische, antisemitische, fremdenfeindliche und sozial-darwinistische Vorstellungen. Nicht zuletzt rechtfertigt oder relativiert er die Verbrechen des Nationalsozialismus. Man darf ihn also getrost Faschismus nennen." Dem schließe ich mich vorbehaltlos an und möchte es sogar eine Pflicht nennen, alles Faschistische auch so zu bezeichnen.
Angesichts der Erstarkung der Rechtsextremisten in vielen Teilen Europas (Ungarn, Griechenland, Niederlande etc.) müssen wir gerade auch in Deutschland mit einem extrem mulmigen Gefühl und äußerster Wachsamkeit in die Zukunft schauen - gerade weil wir wissen, welche furchtbaren Konsequenzen ein "geschlossen rechtsextremes Weltbild" haben kann, wenn es schon wieder bei 30 Prozent unserer lieben MitbürgerInnen vorherrscht.
Mir wird schlecht.
---
Nacht und Nebel

(bitte unbedingt ansehen)
Wer von uns wacht hier und warnt uns, wenn die neuen Henker kommen? Haben sie wirklich ein anderes Gesicht als wir? Irgendwo gibt es noch Kapos, die Glück hatten, Prominente, für die sich wieder Verwendung fand, Denunzianten, die unerkannt blieben; gibt es noch all jene, die nie daran glauben wollten - oder nur von Zeit zu Zeit.
Und es gibt uns, die wir beim Anblick dieser Trümmer aufrichtig glauben, der Rassenwahn sei für immer darunter begraben, uns, die wir dieses Bild entschwinden sehen und tun, als schöpften wir neue Hoffnung, als glaubten wir wirklich, dass all das nur EINER Zeit und nur EINEM Land angehört, uns, die wir vorbeisehen an den Dingen neben uns und nicht hören, dass der Schrei nicht verstummt.
(Jean Cayrol [1911-2005]: Schlusskommentar in der Dokumentation "Nacht und Nebel" [1955], übersetzt von Paul Celan [1920-1970])
Anderthalb Jahre nach der Atom-Katastrophe redet die Regierung die Lage schön und kauft sich die Ärzte, die die Strahlenbelastung für unbedeutend erklären. Doch der Widerstand der Menschen im Land wächst. Japans prominenter Atomkraft-Kritiker Kazuhiko Kobayashi erklärt gegenüber dem Südkurier, wie die Menschen in Japan für dumm verkauft werden.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Lest Euch das bitte unbedingt durch - es ist nicht zu fassen, mit welchen Betrügereien, Lügen und Tricks in Japan versucht wird, die Katastrophe kleinzureden und um des Profits Willen massenhaft Menschen zu gefährden. Trotzdem bleibt da ein sehr schaler Geschmack zurück, denn Japans Bevölkerung hat gerade eine neue, konservative Regierung an die Macht gewählt, die den nach Fukushima (bis zum Jahr 2040 - *lol*) beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft wieder rückgängig machen will - das war sogar Wahlkampfthema dort!!! Manchmal fasst man es einfach nicht, wie unsäglich dämlich die Menschen doch sind. Das ist also der im Interview beschriebene "wachsende Widerstand"?
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Den Deutschen traue ich etwas Ähnliches - und noch weitaus schlimmere Dinge - selbstverständlich auch zu. Wer so merkbefreit wie der deutsche Michel immer wieder solche windigen Knopfleisten- und Schlips-Borg von der CDU-SPD oder gar Aktenkofferträger und heuchlerische Kirchenheinis von der FDP und den Grünen wählt und dabei dauerhaft nicht schnallt, bis aufs Hemd ausgenommen und belogen zu werden, der wählt auch zwischendurch mal wieder das alte Tiefbraun.
Aber zurück nach Japan: Was muss denn da bitte passieren, damit die Menschen dort mehrheitlich aufwachen? Wenn solche Katastrophen wie das Erdbeben, der Tsunami und die explodierenden Atomkraftwerke noch nicht ausreichen, was bitte muss dann geschehen? Im Bericht der Süddeutschen heißt es dazu: "Viele Japaner nehmen der DJP übel, dass sie die Hoffnungen auf einen politischen Neuanfang nicht erfüllt hat." - Aha ... weil die angeblich linke Partei sich als gar nicht links herausgestellt hat, wählt man danach eben wieder rechts??? Was soll das für eine bescheuerte Logik sein? Das ist wie in Absurdistan-Deutschland: Nachdem alle gemerkt hatten, dass Schröder und Fischer keinen Neuanfang nach Kohl bedeuteten, sondern eine äußerst üble Verschärfung der asozialen Politik zugunsten der Superreichen betrieben haben, wurde im Anschluss wieder das stinkende Original gewählt, das es ja bekanntermaßen genauso macht. --- Ich verstehe diese Menschen nicht. Ich verstehe sie einfach nicht.
Wo um alles in der Welt bleibt das Raumschiff, das mich endlich abholt ...?
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"Ich erkläre hiermit meinen Austritt aus der sozialdemokratischen Partei. Wir hatten unseren Weihnachtsbaum tip-top elektrisch eingerichtet. Am heiligen Abend streikten die Arbeiter des Elektrizitätswerkes und brachten uns um unsere Festfreude."
(Zeichnung von Thomas Theodor Heine [1867-1948], in "Simplicissimus", Heft 38 vom 20.12.1922)
Deutschlands Armutsbericht wurde von der FDP Korrektur gelesen. Obwohl geschönt, schlug er immerhin mediale Wellen. Den entsprechenden Report "Armutsgefährdung und soziale Ausgrenzung in der EU 27" hingegen scheint niemand zur Kenntnis nehmen zu wollen. Am Montag meldete die Statistikbehörde Eurostat in einer Presseerklärung zu der Erhebung, dass "im Jahr 2011 insgesamt 24 Prozent der Bevölkerung" (ungefähr 120 Millionen Menschen) in den 27 EU-Mitgliedsländern "von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht" waren.
Ein Armutszeugnis stellen sich auch die deutschen Medien aus. In den großen Blättern, ebenso wie in Funk und Fernsehen, wurde das Ergebnis der Eurostat-Untersuchung weitgehend ignoriert.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf - in unserer Propagandapresse wurde statt dessen lauthals herumschwadroniert, es gebe speziell in Deutschland in Wahrheit gar keine "echte Armut", das sei alles ein "neidvolles Gejammere auf hohem Niveau" und dergleichen mehr (ich habe die Links zu Spiegel, Welt & Co. nicht parat, Ihr habt das aber sicher sowieso gelesen bzw. wollt Euch das nicht antun). Da passen solche üblen Zahlen wie 24 Prozent der Bevölkerung, die 2011 arm oder armutsgefährdet waren, nicht ins neoliberale Glitzerbild. Die Zahlen für 2012 dürften noch wesentlich verheerender ausfallen, wenn sie nicht rechtzeitig vor der Publikation noch geschönt werden.
Mit Fug und Recht dürfen wir auch jetzt bereits von geschönten Zahlen ausgehen, so dass die tatsächliche Anzahl der im Jahr 2011 zwangsverarmten und ausgegrenzten Menschen in der EU in Wahrheit noch größer als angegeben sein dürfte. In jedem Fall hat sich der Trend aus 2010 wieder verstärkt.
Hier ein Beispiel aus Spanien: "Die Schwächsten bleiben auf der Strecke / In Spanien leiden Millionen unter sozialer Ausgrenzung und Armut / Es ist der eisige Wind der Austeritätspolitik, der jetzt Zehntausende Behinderte und Pflegebedürftige in Madrid auf die Straße trieb: Erstmals protestierten sie mit einer großen Demonstration gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung."
Heißa, da freuen wir uns doch diebisch auf das Jahr 2013 und den nächsten "XXL-Aufschwung", das nächste "Jobwunder" und das nächste "Ende der Krise"! Armut? Gibt's nicht - die wird demnächst einfach verboten oder gerichtlich für "aufgelöst erklärt".
Und Orwell rotiert in Überschallgeschwindigkeit im Grabe.
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Strenge Diät

"Sind Se man vorsichtig mit'm Essen, lieber Freund!" - "Det trifft sich jut, Herr Doktor - seit jestern bin ick arbeitslos."
(Zeichnung von Franz Reinhardt [1904-1965], in "Simplicissimus", Heft 42 vom 16.01.1928)
(The Old Dead Tree: "It's The Same For Everyone", aus dem Album "The Nameless Disease", 2002)
You won't wait a long time,
We will join you soon
It's a fateful crime
But it's the same for everyone
We live our life and then we go
I know you were suffering
Watching us a last time
Emotional torture
But it's the same for everyone
We live our life and then we go
Yes, he was a good man,
He was the best among us
But God chose him to be back to his home
Everyone's already lost someone ...
How many friends, relatives and loves
Have we lost?
Will it take end, will we be able to stop
This endless pain?
But no-one is prepared
To live something
Like the suicide
Of a 21-years-old friend
Who lived his life in pain
And went before his end
Now that you are gone
Lifeless as a stone
We have learned something:
That life is the same for everyone
We live our life,
and then we go
But we can't accept
To stay without you!
A common wish to die
but it's the same for everyone
You've left our life
But we've to go on ...

Anmerkung: Zum Thema Selbstmord möchte ich nur exemplarisch auf zwei aktuelle Schlagzeilen der Propagandapresse verweisen: "Spanien stoppt Zwangsräumungen nach Suizid-Serie" und "Suizidrate in Griechenland steigt drastisch an". Beide Texte vermeiden es natürlich kategorisch, nach den tatsächlichen, systemischen Gründen für die dramatische Zunahme der Selbsttötungen in diesen ausgepressten Ländern mit ihren radikal zwangsverarmten Menschen zu fragen, aber mit nur ein wenig Intelligenz kann jeder Leser auch ohne entsprechende Hinweise die logischen Schlüsse ziehen.
In der Zeit zwischen den Gedanken lausche ich sehr gern der überaus gelungenen Interpretation dieses perversen Themas von der mittlerweile leider aufgelösten Formation TODT und erinnere mich daran, dass das Los dieser fallen gelassenen Menschen in Spanien, Griechenland, aber auch in Deutschland und so vielen anderen Ländern des superreichen Westens nur ein billiger Abklatsch dessen ist, was in Afrika, Asien und Südamerika seit vielen Jahrzehnten bitterste Normalität und perverser Alltag ist. Wahrlich - "It's the same for everyone". Es ist ein passendes Motto für das Krebsgeschwür des Kapitalismus ... sollen sich die Überflüssigen und Unnützen doch am besten selbst umbringen, dann müssen es die Schergen des Kapitals nicht tun.
Demnächst auch in Deutschland - ich hoffe, dass sich hier niemand in einer trügerischen Sicherheit wähnt, die es gerade hierzulande gewiss nicht gibt. Obdachlosigkeit, Hunger und existenzielle Not sind nur einen Steinwurf entfernt, während eine kleine Minderheit weiterhin im stetig zunehmenden Champagner badet.
Noch perverser könnte diese schauderhafte Welt kaum sein.
Dem ungeborenen Nachwuchs von Catherine und William Mountbatten-Windsor ans kleine Herz gelegt
Gut, einerseits:
Im Mund der Löffel silbern, golden
der Rand Deines royalen Latz.
Umschwirrt von hundert Nannies, holden,
wirst Du gehütet wie ein Schatz.
Aber, ach! ach! aber:
Die Kackklamotten Deiner Mutter!
Dein Leben lang nur Pferdesport,
nie -wurst! Nur dieses High-Class-Futter
und Paparazzi am Abort.
Das darfst Du niemals: Scheiße bauen,
nur Kutsche fahren und sonst nix.
Nur Krone, Thron, Paraden schauen –
ein Leben lang nur Adelswichs!
Ich würd's mir gut überlegen ...
(Moritz Hürtgen, in: "Titanic-Magazin" vom 22.12.2012)
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(Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz)
(Diese Karikatur aus dem Jahr 1848 trägt den Titel "Zwischen mir und mein Volk soll sich kein Blatt Papier drängen", ein Zitat König Friedrich Wilhelms IV. aus seiner Eröffnungsrede zum ersten Vereinigten Landtag in Preußen. Dort hatte er deutlich gemacht, dass er nicht beabsichtigte, seine "durch das Gottesgnadentum legitimierte Herrschaft" durch ein "Blatt Papier", nämlich eine Verfassung, schmälern zu lassen. Während der König hier vor den Abgeordneten mit ihrer Forderung nach einer demokratischen Verfassung die Tür zu verschließen versucht, wird er vom Militär unterstützt, das traditionell monarchistisch und gegen jegliche demokratischen Bestrebungen war. Die Abwehr der Forderungen der Bevölkerung durch den auf die militärische Gewalt gestützten König und die damit einhergehende reaktionäre Phase führten schließlich dazu, dass die Bevölkerung mit Gewalt versuchte, sich das "Blatt Papier", das ihre Rechte sichern sollte, zu erkämpfen. "Satyrische Zeitbilder No. 28 bei B.S. Berendsohn in Hamburg", Lithografie, koloriert, 1848.)
Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat einen Entwurf für die Änderung des Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorgelegt, der der Polizei weitreichende Vollmachten einräumen würde.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Der Horror nimmt kein Ende. Diese Gestalten verfolgen ihr Konzept der totalen Überwachung und uneingeschränkten polizeilichen Freibriefe für alle nur denkbaren Rechts- und Freiheitsbeschneidungen der Bürger unbeirrt weiter - es macht fast den Eindruck, als habe sich der Drang zur Überwachung und Kontrolle bereits vollkommen verselbstständigt.
Auch dieser Vorstoß aus Sachsen-Anhalt ist wieder nur einer von vielen - es kommen nahezu im Wochentakt neue hinzu, Tendenz steigend. Wie in dieser Irrenhaus-Republik üblich, haben auch diese Schlips-Borg in Sachsen-Anhalt nichts aus der DDR, der BRD und der faschistischen Katastrophe gelernt - jedenfalls nicht das richtige. Lest Euch das genau durch und vergleicht es dann mit den Ermächtigungen, die der Gestapo einstmals nach und nach (pdf) eingeräumt wurden. Das kam auch nicht alles von heute auf morgen, sondern schleichend.
Was im Artikel nicht explizit erwähnt wird: "Die Unterbrechung oder Verhinderung der Kommunikation" umfasst ja nicht nur Sendemasten für den Mobilfunk - zur Kommunikation gehören heute selbstverständlich auch das Festnetztelefon genauso wie das Internet. Und in diesem Land gibt es allen Ernstes noch peinliche Polit-Marionetten, die sich tatsächlich über die "Zensur in China" oder anderswo aufregen? Und wozu brauchen wir überhaupt Richter und Gerichte - solange sie noch nicht vollständig auf Freisler-Kurs gebracht sind, mag sich so mancher Schlips-Borg fragen ...
Sämtliche Horrorfilme und -spiele sind ein lächerlicher Furz gegen die deutschen "Sicherheitsbehörden" und ihre politischen Strippenzieher und Orwell-Verehrer. Noch können wir dank der vielfach belegten Inkompetenz dieser antidemokratischen Vasallen einigermaßen ruhig schlafen - aber wir dürfen sicher sein, dass dieser Zustand mit zunehmender Willkür und überbordenden polizeilichen Allmachtsfantasien schnell vorbei sein wird.
In diesem schnarchenden, hoffnungslosen Land gibt es nur eine sehr kleine Gruppe, die die "öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet" - und das ist die habgierige Bande der Superreichen und die angeschlossene Kooperationsbande der willfährigen Polit-Clowns der NED, die allen anderen die Luft zum Atmen stehlen. Und genau diese Eigennutzmehrer wollen nun die Totalüberwachung der großen Mehrheit wieder einmal ausbauen. Wenn es nicht so gefährlich wäre, müsste man sich angesichts dieser Pläne 24 Stunden am Tag vor Lachen ausschütten, bis man entkräftet zusammenbricht.
(...) Die Abschaffung der Sanktionspolitik kann nur ein erster Schritt sein – aber ein sofortiger. Darüber hinaus ist die vollständige Beseitigung der Gesetze, die unter dem Begriff der Agenda 2010 subsummiert werden, dringend notwendig und schnellstmöglich durchzuführen. Diese Gesetze haben bei einem nicht geringen Teil der Bevölkerung unnötige Härten bewirkt und sie in zunehmender Armut und tiefer Perspektivlosigkeit versinken lassen.
Statt dessen ist es notwendig, die Sozial- wie auch die Wirtschaftspolitik völlig neu auszurichten und wieder das Kriterium in den Mittelpunkt des politischen Handelns zu rücken, welches gemäß Grundgesetz der Mittelpunkt zu sein hat: Das Wohl aller Menschen.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Diesen deutlichen Worten zur "in Gesetz gegossenen Verfassungswidrigkeit" namens "Hartz IV" ist kaum etwas hinzuzufügen. Es ist bezeichnend, dass die neoliberale Bande von Schwarz über Gelb bis zu Rot und Grün sich nach wie vor völlig einig ist, an diesen skandalösen, menschenverachtenden und verfassungswidrigen Zuständen dauerhaft nichts verändern zu wollen - es drängt sich sogar der Eindruck auf, dass diese "Elite"-Vertreter der Meinung sind, die Instrumente der Schikane, Drangsalierung, Entrechtung und Zwangsverarmung der Bürger seien angesichts der heraufziehenden Verschärfung der kapitalistischen Krise sehr nützlich für die "Elite".
Ich kann jeden Betroffenen nur immer wieder dazu ermuntern, sich gegen diese Willkür-Behörde mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr zu setzen - es gibt in sehr, sehr vielen Städten und Gemeinden Anlaufstellen, Bürgervereine oder andere unabhängige Gruppen, die Beratungen und Unterstützung im Kampf gegen die "Jobcenter" und "Sozialbehörden" anbieten. Eine Auflistung findet sich beispielsweise hier.
Es scheint nur eine Minderheit überhaupt begriffen zu haben, dass mit den Hartz-Gesetzen eine Unzahl von sozialen und humanistischen Errungenschaften einfach vom Tisch gewischt wurde, die in den 60er, 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts äußerst mühsam und zäh erkämpft worden sind. Die Gründe für diese Zerstörung waren auch nicht finanzieller Natur, wie unter Anderem die von der neoliberalen Bande seit Beginn der Krise großzügig verteilten Milliarden an private "notleidende" Banken eindrucksvoll gezeigt haben und weiterhin zeigen - die Gründe liegen natürlich in der neoliberalen Ideologie selbst (siehe "Lambsdorff-Papier"), also in der kapitalistischen Ausbeutung und der stetigen Umverteilung von unten nach oben. Wenn diese asozialen Kapitalisten der Blockparteien heute immer noch darüber schwadronieren, der Sozialstaat sei "nicht finanzierbar", während sie weiter die Milliarden den Superreichen in die gierigen Rachen werfen, kann man sie eigentlich nur noch schallend auslachen und darf für die nächsten 30 Jahre nie wieder ein Kreuz auf einem Wahlzettel für diese Betrüger und korrupten Egoisten machen.
Schaut Euch dazu auch mal den "etwas anderen Jahresrückblick" von Urban Priol an, der zu vielen relevanten Themen kritisch Stellung nimmt:
Es war ein ungewöhnlicher Fall für die Hamburger Mordkommission: Ein Angler zog die Leiche eines 43-Jährigen aus der Elbe - sie steckte in einem Sack, eine Schusswunde im Kopf. Das Opfer hatte ein geheimnisvolles Leben geführt. Inzwischen gehen die Ermittler von einem Suizid aus.
(Weiterlachen)
Anmerkung: Diesen hochnotpeinlichen Erguss des neoliberalen Kampfblattes, der nicht vom 1. April stammt und hier seinen Anfang nahm, kommentiere ich besser nicht, sonst lande ich am Ende noch in der Psychiatrie oder ebenfalls in einem verschnürten Sack in der Elbe ... ;-)
Bezüglich der zweiten Variante möchte ich hier offiziell kundtun, dass ich zur Zeit keinesfalls vorhabe, mich selbst zu entleiben. Sollte - aus welchen Gründen auch immer - eine Änderung dieses Zustandes eintreten, werde ich das ebenfalls vorher [oder auch danach, Anm. d. Verfassungsschutzes] ausführlich bekanntgeben.

Kürzlich stach mir die Überschrift einer Zeitschrift ins Auge, als ich an der Kasse eines Supermarktes stand. Auf der Titelseite hieß es: "Kaufen, wo die Kanonen donnern". Beim Näherkommen sah ich, dass es sich nicht um ein Satire-, sondern um ein deutsches Börsenblatt handelte. Max Otte, Politikberater mit Professorentitel, empfahl seinen Mitanlegern, dort zu investieren, wo gerade "Krisen" die Welt erschüttern. Das sei eine über hundert Jahre alte Weisheit von Finanzgenies, die sich bewährt habe. Mitgeliefert wurde eine Statistik weltweiter "Krisen" (unschwer hier als Umschreibung für Kriege erkennbar), deren Grafikkurve zu Beginn der "Krise" Kurseinbrüche und im weiteren Verlauf steile Aufschwünge verzeichnete. Herr Maschmeyer und ein weiterer "Experte" stützten die Anlageempfehlung in dem Beitrag. (...)
Den Deutschen, versteht sich, wird dann wieder erfolgreich eingeredet werden, sie seien angegriffen worden, und selbstverständlich müssen sie sich dann wieder wehren mit großem Trara. Wenn daraus dereinst der Dritte Weltkrieg entstanden sein wird, will es wieder niemand vorausgesehen haben.
Die Ruhe hierzulande gleicht einem Lähmungszustand, der dumm und kalt macht, weil man dumm und kalt sein muss, um das alles nicht wahrnehmen zu müssen. Die einzigen, die offen nach Kanonen rufen, sind die Max Ottes, die Parlamentsberater der Börsenszene. Da gibt es nur eins: Entmachtung der Börse, Entflechtung der Konzerne, Banken in die Hände des Volkes!
(Weiterlesen)
Anmerkung: Ein guter und wichtiger Text - bitte weiter verbreiten! Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob "dumm und kalt" in diesem Zusammenhang das korrekte Wortpaar ist. Kalt ist die selbsternannte "Elite" zweifellos, aber Dummheit würde ich ihr nicht pauschal unterstellen - "kalt und erklärtermaßen bewusst menschenfeindlich" träfe es sicherlich besser. Diese Leute wissen, was sie tun und dass ihre "Investitionen" in Kriege tausendfachen Tod, Not, Elend, Leid, Verstümmelungen, Verelendungen etc. zur Folge haben - sie tun es aus reiner Geldgier trotzdem. - Für die Mehrheit der "gelähmten" und den Kapitalismus stützenden Bevölkerung ist das Wörtchen "dumm" allerdings sehr passend.
Für den geneigten Humanisten sind das nun keine bahnbrechenden Neuigkeiten - es bleibt aber trotzdem wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, denn unsere Propagandamedien tun das üblicher Weise nicht. Die neoliberalen Blockparteien sind sowieso schon lange auf demselben Kurs - Merkel findet Kriege genauso toll wie Steinbrück, Rösler oder Trittin. Jedenfalls solange der Krieg nicht direkt vor der eigenen Haustür stattfindet ... aber auch dann würden sie wohl eher ihre Haustüre verlagern als zum Kriegsgegner zu mutieren.
Ich bin sicher, dass wir auch in diesem Jahr wieder einige hübsch inszenierte, propagandistisch aufbereitete "Krisen" in der Welt erleben werden, an denen sich die habgierige Bande weiter bereichern wird. Die Autorin fasst das prägnant und einfühlsam zusammen:
"Das ist das Chaos des Kapitalismus, einer sich selbst immer wieder zerstörenden Wirtschaftsform, die man auch als staatlich gefördertes Verbrechertum betrachten könnte und die momentan sogar schon dabei ist, Teile ihrer bürgerlichen Schichten und die ihrer Unterstützer zu verringern. Das sind gefährliche Zeiten, dann drohen Kriege nicht nur in den Absatz- und Rohstoffländern, dann drohen sie unter den kapitalistischen Staaten selbst und gefährden unser bequemes Drohnendasein."
Da freut man sich doch so richtig auf die Zukunft.
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Die Stimme des Konfuzius

"Es ist merkwürdig, dass sie immer den Völkern Kultur beibringen wollen, die Kohlengruben besitzen."
(Zeichnung von Wilhelm Schulz [1865–1952], in "Simplicissimus", Heft 41 vom 04.01.1922)
(Ayreon: "Come Back To Me (Day Seven: Hope)", aus dem Album "The Human Equation", 2005)
Let me take you back
To the time when we were chasing all the girls
Two maniacs
Indulging in the pleasures of this world
So much to see, so much to live for
Questions to answer, places to go
So much to be, so much to care for
Deep down inside I think you know:
You are free ... come back to me!
Look ahead and see
There are still so many borders we could cross
Just you and me
Making up for all the time that we have lost
So much to see
- He may be right
So much to live for
- I've got to fight
Questions to answer
- I will pull through
Places to go
- Take me with you
So much to be
- I will not break
So much to care for
- I must awake
Deep down inside
I think you know
- I think I know
You are free
- I am free
Come back to me!
Come back to me -
There's no way out, my whole world is black!
Come back to me -
I try to shout, something's holding me back!
Come back to me ...

Anmerkung: Das Video zu diesem Song ist eine zwar sehr kurze, aber exakte Zusammenfassung meiner eigenen Jugend inklusive der damit verbundenen Hoffnungen, Pläne und Träume - zu jeder einzelnen Szene gibt es eine reale Entsprechung, zu der ich eine passende Anekdote erzählen könnte. Lucassen fasst hier sehr schön zusammen, wo all dieser Mumpitz letztlich immer landet - nämlich symbolisch auf der Intensivstation, auf der sich das Leben zu verabschieden gedenkt. Das Resümee lautet folgerichtig: "There's no way out, my whole world is black!"
Dass der Song im Gefüge des sehr empfehlenswerten Konzeptalbums, aus dem er stammt, dennoch mit "Hope" betitelt ist, sollte nachdrücklich zum Nachdenken anregen.
2012 neigt sich dem Ende zu und ich wünsche allen Mitleserinnen und Mitlesern einen möglichst angenehmen Übergang ins neue Jahr - das sicherlich eine Menge Paukenschläge für uns alle bereit hält.
Vielen Dank an alle KommentatorInnen, MailschreiberInnen und sonstigen FreundInnen, die mir ein Feedback geben und mir zeigen, dass es nicht vollkommen sinnlos ist, was ich hier tue. Wir sehen / hören / lesen uns im nächsten Jahr, um den Wahnsinn weiter zu begleiten - in einer neuen Runde im Irrenhaus unserer grotesken Realität.
Silvester 1931
Menschenskind, das war ein Jährchen,
das die schlimmsten Schauermärchen
trüber Unken übertrumpft!
Dass es schnell der Teufel hole,
denkt man vor der dünnen Bowle,
hoffnungslos und abgestumpft.
Immer beim Silvester-Proste
sagte man sich schon zum Troste:
Schlimmer werden kann es nich'!
Und dann ward es dennoch immer
- und nicht nur ein bisschen schlimmer,
sondern äußerst wesentlich ---
Dies Jahr aber, denk' ich, könnte
man schon glauben, bis zum Ende
sei nur noch ein kleiner Schritt -
Und entweder tät' man diesen
oder aus Ruin und Krisen
löste uns ein großes "Quitt!".
Soll man überhaupt noch hoffen -?
Diese Frage lass ich offen,
weil die Antwort leicht missfällt -
Tja, man müsste sich besaufen,
bis die Augen überlaufen,
doch auch dazu fehlt das Geld ---
(Karl Kinndt alias Reinhard Koester [1885-1956], in "Simplicissimus", Heft 39 vom 28.12.1931)
---
Neujahrsnacht-Beklemmungen
Neujahrsnacht. Nach zwölf ... und du stehst da,
und du äugst vielleicht ein bisschen in den Himmel.
Und von einem Turme macht's Trara
nach dem obligaten Glockenspiel-Gebimmel.
In der Höhe stehn die Sterne und
zwar genau so teilnahmslos wie immer.
Und der Himmel ist auch heute rund
und so dunkel wie ein Kohlentrimmer.
Nichts von Neujahrsmerkmal in der Kosmosgegend.
Dort geht alles seinen steten Gang.
Nur die Menschen finden Neujahr Sensation-erregend -
Und darüber wird dir etwas bang:
Das dort oben hat gewiss nie Lust,
sich mit unserm Kleinkram zu befassen.
Wenn du dich hier unten schinden musst,
wenn es Pleite gibt in allen Kassen,
wenn du dich mit ideellen Zielen,
so veranlagt, abzuschleppen hast,
wenn Elitemenschen an der Börse spielen
und die andern jagen nach dem Pfennig fast ---;
Das ist alles Zirkus von Mikroben,
die die Erde eigentlich konstant verseuchen -
und dem ungeheuren Apparat dort oben
lohnt es nicht mal, uns davonzuscheuchen.
(Walther C.F. Lierke [1892-?], in "Simplicissimus", Heft 39 vom 28.12.1931)
---
Silvester 1931

"Den Silvester-Punsch kann sich die Menschheit diesmal sparen - der Welt-Kater ist schon vorher da."
(Zeichnung von Thomas Theodor Heine [1867-1948], in "Simplicissimus", Heft 39 vom 28.12.1931)
(Gebrüder Engel: "Sie fangen wieder an", aus dem Album "Magengesicht", 1980)
Die Rune bleckt schon wieder zwischen unseren Plakaten
Da stehn sie wieder Samstags in den Einkaufsstraßen
Sie wagen es tatsächlich mit dem Megaphon -
So weit ist es schon?!
Die finden jetzt schon wieder, dass die Zeit gekommen ist
Selbst im Fernsehen präsentierte sich ein stolzer Jungfaschist
Die machen doch tatsächlich eine Demonstration -
So weit ist es schon?!
Sag nicht, wir haben nichts geahnt,
Sag nicht, das sind nur ein paar Mann!
Der böse Geist hat wieder hier und da ein Maul:
Sie fangen wieder an!
Die laden doch tatsächlich zu "Gesprächen" ein
Der eine oder andere fällt schon wieder darauf rein
Die wagen glatt zu sagen, dass die Dinge anders waren -
Nach den paar Jahren?!
Die träumen jetzt schon wieder davon auszurotten
Sie schmieren wieder Hakenkreuze an die Synagogen
Sie gröhlen hier und da schon ihre üblen Lieder -
So schnell schon wieder?!
Sag nicht, wir haben nichts geahnt,
Sag nicht, das sind nur ein paar Mann!
Der böse Geist hat wieder hier und da ein Maul:
Sie fangen wieder an!
Die drücken sich am Mittag an den Schulen rum
Die spinnen schon in Wäldern mit Gewehren rum
Die mieten auch schon Rock'n'Roll-Hallen -
Dreist vor uns allen?!
Bestimmte Söhne schon und noch bestimmte Väter
Von Polizei umstellte Menschlichkeitsverräter
Wagen es tatsächlich und mit Megaphon -
So weit ist es schon!!!
Sie fangen wieder an ...

Bayerns Verfassungsschutz hat sich laut Informationen der Süddeutschen Zeitung in den neunziger Jahren aktiv am Aufbau des rechtsextremen Thule-Netzes beteiligt - eigentlich, um die Neonazi-Szene zu kontrollieren. Doch der gut entlohnte V-Mann wurde selbst zur treibenden Kraft.
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Anmerkung: Diesen Bericht der Süddeutschen solltet Ihr unbedingt lesen, wenn Ihr das noch nicht getan habt - und ihn vor allem nicht wieder vergessen. Denn eines ist schon jetzt klar: Auch in diesem Fall haben die Veröffentlichungen keine weiteren Folgen - der "Verfassungsschutz" macht einfach weiter wie bisher, er wird sogar noch ausgebaut und mit weiterreichenden Berechtigungen ausgestattet, und auch politisch/personell wird es keine Konsequenzen geben. Es bleibt alles ruhig und beim Alten in der Bananenrepublik.
Die braune Soße in diesem Land wurde und wird konsequent und unbeeindruckt von Enthüllungen staatlich verordnet aufgekocht und finanziert, damit sie - was großflächig ja bereits gelungen ist - in alle Ritzen der Gesellschaft eindringen und sich ausbreiten kann. Heitmeyers Studien und viele andere Untersuchungen belegen das erschreckende Ausmaß (siehe beispielsweise hier, hier, hier und hier). Und was tun Merkel und die übrigen hochdekorierten Damen und Herrn unserer lieben Bundesregierung dagegen? Natürlich: Nichts. Denn von genau diesen zwielichtigen Gestalten gingen und gehen diese verfassungsfeindlichen, rechtsextremen Planspiele ja aus.
Man braucht sich nur einmal kurz zu vergegenwärtigen, was für ein widerwärtiger, menschenfeindlicher Schmutz dem Gehirn beispielsweise des "christlich-sozialen" Innenministers Hape Friedrich entspringt, um zu wissen, wes Geistes Kind dieser Mann ist. Da quillt der Faschismus aus jeder einzelnen Schweinelocke.
Es ist alles gut in Deutschland - keine Sorgen bitte! Hinsetzen und weitermachen - unsere hochseriösen Politiker, Behörden und Amtsträger handeln nur zu ihrem eig..., äh, zu unserem Besten, ebenso wie es die Banken, Versicherungen, Konzerne und deren Eigentümer tun. - Und wenn sie nicht gestorben sind ...
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Wotan

"Das würde alles ganz anders blühen, wenn wir keine Juden [Muslime, Türken, Südländer, Sinti und Roma, Behinderten, Arbeitslosen, Kranken, Alten ...] in Deutschland hätten."
(Zeichnung von Wilhelm Schulz [1865–1952], in "Simplicissimus", Heft 9 vom 30.05.1927)
Die Grundlage der Demokratie ist die Volkssouveränität und nicht die Herrschaftsgewalt eines obrigkeitlichen Staates. Nicht der Bürger steht im Gehorsamverhältnis zur Regierung, sondern die Regierung ist dem Bürger im Rahmen der Gesetze verantwortlich für ihr Handeln. Der Bürger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen, wenn er glaubt, dass sie demokratische Rechte missachtet.
(Gustav Heinemann [1899-1976], deutscher Bundespräsident 1969 bis 1974)
Anmerkung: Vergleichen wir diese Aussage einmal mit den Ansprachen der letzten Bundespräsidenten, insbesondere mit dem heuchlerischen, schwer erträglichen Sermon des Pfaffen Gauck - und ganz schnell wird deutlich, in welch einer gruseligen, erneut nach rechts außen driftenden, menschenfeindlichen Zeit wir leben. Auch Heinemann war kirchlich engagiert, doch weitere Ähnlichkeiten mit dem verlogenen Kapitalisten und Eigennutzmehrer Gauck vermag ich auf die Schnelle nicht zu entdecken.
Stellen wir uns nur einmal kurz vor, ein heutiger Bundespräsident nähme zum Jahresende 2012 ähnliche Worte in den Mund - das Schäumen und Verdammen der versammelten neoliberalen Bande von BLÖD-"Zeitung" über Tagespropagandaschau und fast sämtliche Parteien hinweg bis zu den üblichen Verdächtigen der Lobbyismus-Beauftragten wäre ihm gewiss. Nicht einmal ein (theoretisch erdachter) Bundespräsident von der Linkspartei dürfte sich einen solchen Fauxpas heute erlauben, ohne unverzüglich abgesetzt, gevierteilt und in Ascheform ins Meer des Vergessens gestreut zu werden.
Die Grundlage der Demokratie, wie sie unsere heutigen Knopfleisten- und Schlips-Borg verstehen, ist nur noch eines: Geld. Möglichst viel davon im eigenen Elite-Strumpf. Das stopfen sie sich solange in alle erdenklichen Körperöffnungen, bis sie endlich daran ersticken. Dummerweise ersticken wir dann allesamt mit ihnen. Unser Recht und unsere Pflicht, die Regierung und insbesondere die selbsternannte "Elite" zur Ordnung zu rufen, haben wir dann wieder einmal verwirkt.
Dass auch Heinemanns Spruch seinerzeit nur Makulatur und Ablenkung war, steht auf demselben Blatt, ist hier aber nicht Gegenstand des Interesses.
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Die Reichsminister sind für Mäßigkeit

"Wenn die Kabinettsmitglieder nicht mehr zu unseren Banketten kommen - wo sollen wir ihnen denn dann unsere Notlage klarmachen?"
(Zeichnung von Erich Schilling [1885-1945], in "Simplicissimus", Heft 33 vom 14.11.1927)