Man kennt und hasst es inzwischen bis zum Erbrechen: Im Kapitalismus muss es zu allem und jedem ein "Ranking" geben, denn schließlich ist der "Wettbewerb" das höchste aller vorstellbaren, allerdings allein dem Pöbel vorbehaltenen Güter in diesem menschenfeindlichen System. So war kürzlich auch bei n-tv wieder einmal ein solcher "Bericht" zu finden, in dem – fein säuberlich in einer "Bildstrecke" auf satte 28 Seiten aufgebläht – das lächerliche Märchen von den "lebenswertesten Städten" des gesamten Planeten erzählt wurde.
Es versteht sich von selbst, dass dieses "Ranking" hanebüchener, geradezu hirnverneinender Unsinn ist und nicht im Entferntesten essenzielle Grundlagen berücksichtigt, die in diesem Zusammenhang bedeutsam wären. Im fragmentarischen Text wird – freilich nur exemplarisch – sogar kurz darauf hingewiesen:
Der "Economist" hat für seine Rangliste unter anderem eingeschätzt, wie es in Sachen Gesundheitswesen, Kultur, Umwelt, Bildung und Infrastruktur steht. Einbezogen wurde auch, wie groß die Gefahr von Terroranschlägen ist. Ausgenommen sind dagegen die Wohn- und Mietkosten der 140 untersuchten Städte.
Man muss gar nicht erst fragen, was denn hier mit "Terroranschlägen" gemeint ist – die asoziale, faschistoide Agenda-Politik der kapitalistischen "Elite", die inzwischen weltweit ekelige Triumphe feiert, ist es gewiss nicht. Auch in Sachen "Gesundheitswesen" finden wir hier ein überaus groteskes Bild, denn im Text heißt es allen Ernstes:
Auckland, die größte Stadt Neuseelands. Im Bereich Bildung erreicht Auckland wie alle anderen Städte Ozeaniens den Maximalwert. Dafür gibt es im Gesundheitswesen Abstriche: Neuseeland hat ausschließlich eine staatliche Krankenversicherung.
Ja, das muss man sich einmal vorstellen: In Auckland gibt es tatsächlich (noch) keine private Krankenversicherung! Das kann natürlich nur negativ gewertet werden, denn wir wissen ja seit Jahrzehnten – und die Propagandapresse wird nicht müde, das immer wieder in lauten, ständig wiederholten goldenen Fanfaren in die verkommene Welt zu posaunen: "Privat ist gut, Staat ist schlecht!" – Was dahintersteckt, wird in der Regel gar nicht thematisiert – schließlich muss der Profit für Konzerne und Superreiche sprudeln, alles andere einschließlich der Gesundheitsversorgung der Menschen ist lästige Nebensache und überhaupt viel zu teuer und daher abzulehnen.
Auf jenen 28 Seiten werden indes nicht nur die "Spitzenplätze", sondern auch die "Verlierer" dieses perversen "Wettbewerbes" genannt. Es überrascht wohl nur AfD-Wähler, CDU-Minister, Esoteriker oder ähnlich geistig Umnachtete, dass es sich dabei vornehmlich um Städte handelt, die in heutigen vom Westen bombardierten Kriegsgebieten und/oder in der völlig verarmten, vom Westen gnadenlos und bis aufs Blut ausgebeuteten sogenannten "Dritten Welt" liegen. Irgendein Zusammenhang mit dem postulierten Wohlstand (der, wohlgemerkt, auch in den "Wohlfühlzonen" nur für einige Menschen, und keineswegs für alle gilt) in den "guten" Städten wird freilich nicht hergestellt – den darf es ja laut kapitalistischer Ideologie und menschenfeindlicher Unlogik auch gar nicht geben. Es verwundert ein wenig, dass die USA auf den negativen Spitzenplätzen nicht vertreten sind – aber auch das ist gewiss nur ein ungesteuerter, alternativloser Zufall.
Völlig außer acht gelassen wird hier die Frage, inwiefern es überhaupt wünschenswert ist, in einem grausigen Koloss von Großstadt zu leben. Die prognostizierte Konzentration von immer mehr Menschen weltweit, die vom Land in die "urbanen Zentren" übersiedeln, ist ja einzig dem kapitalistischen Wahn der Verfügbarkeit von "Humanressourcen" geschuldet und daher ohnehin in Frage zu stellen – ganz abgesehen von dem Elend, das diese Bevölkerungswanderung in vielen Teilen der Welt verursacht. Auch davon finden wir im launischen Wettbewerbs-Zirkus der "lebenswertesten Städte" jedoch kein Wort. Dafür gibt's – sofern man keinen Adblocker benutzt – reichlich hirntötende Reklame auf 28 Seiten zu bestaunen, auf dass die Zombies noch mehr stets überteuerten Bockmist kaufen.
Ich möchte in keiner der dort gepriesenen Städte wohnen müssen und bin heilfroh, dass nicht ein Einkaufszentrum, ein Bankturmviertel oder ein Fußballstadion, sondern bloß ein läppischer, meist menschenleerer Wald vor meiner Haustüre liegt.
Alle Jahre wieder versorgt uns der Kuhjournalismus mit abstrusen Meldungen, die ich schon als Teenager nicht nachvollziehen konnte. Dazu gehört das peinliche Gedudel und Geseiere über das "schöne Wetter". Sicher ist das kein Thema, dem man große Beachtung schenken muss – aber trotzdem nervt es mich ungemein, wenn immer wieder behauptet wird, ein "heißer Sommer" mit möglichst nur Sonnenschein, mit Temperaturen um die 30 Grad und ohne Regen sei ein in welcher Form auch immer "schöner Sommer".
Die Temperaturen sind aber überall recht mau. Häufig werden es Tageshöchstwerte um oder etwas unter 20 Grad. (...) Denn an den mageren Temperaturen ändert sich wenig bis nix. (...) Es wird dabei landesweit wieder wärmer, aber zunächst nur im Süden sommerlich mit bis zu 25 am Montag und bis zu 28 Grad am Dienstag, während es im Norden mit 20 bis 23 Grad eher mäßig warm weitergeht.
Abgesehen davon, dass für mich persönlich "schönes Wetter" erst dann gegeben ist, wenn es sich mindestens um einen bewölkten Tag bei höchstens 20 Grad handelt, kenne ich auch niemanden, der sich je darüber gefreut hat, wenn eine Bullenhitze (also mehr als 25 Grad) bei wolkenlosem Himmel länger als nur ein paar Stunden herrschte. Vielleicht kenne ich auch nur seltsame Menschen, das will ich gar nicht ausschließen – allerdings bezweifle ich sehr stark, dass es zumindest in den hiesigen Breiten sonderlich viele Menschen gibt, die ihren Alltag in tropischem Klima unter einer stets brennenden Sonne bewältigen möchten.
Das hält die Bekloppten in den Medienhäusern aber nicht davon ab, seit Jahrzehnten stets aufs Neue und bei jeder sich bietenden Gelegenheit wie stumpfsinnig den Blödsinn vom "tollen Sommerwetter" in die Welt zu blasen. Ob das damit zusammenhängt, dass diese Figuren meist in gut klimatisierten Räumlichkeiten arbeiten (und vermutlich in ebenso gut klimatisierten Karossen herumfahren) dürfen, weiß ich nicht. Ich jedenfalls hasse es wie die Pest, wenn ich bei tropischen Temperaturen arbeiten, Auto fahren oder auch nur irgendwelche Termine wahrnehmen muss – das ist kein "schönes", sondern völlig widerwärtiges Wetter.
Für mich ist ohnehin der Herbst die schönste Jahreszeit: Dann nämlich fangen die lärmenden Menschen endlich wieder damit an, ihre Aktivitäten in die Innenräume zu verlegen – es wird somit erheblich stiller in dieser lärmverseuchten Welt; außerdem wird es früher dunkel und ein Spaziergang im herbstlichen Wald – gerne auch bei Regen und Nebel – ist ein unvergleichliches Naturerlebnis. Wenn ich könnte wie ich wollte, lebte ich längst in der nördlichen Hälfte Finnlands, wo es kaum Lärm (und kaum Menschen) und sogar im Sommer nur selten tropische Temperaturen gibt, dafür aber endlose, kühle Wälder und tausende Seen. Dort kann die Seele ganz in Frieden gesunden.
Ich erinnere mich gut: Ich saß einmal abends vor der damals für einen Appel und ein Ei gemieteten einsamen Holzhütte an einem Seeufer mitten in den einsamen finnischen Wäldern, als ich plötzlich ein nie zuvor gehörtes, äußerst seltsames Geräusch in der Ferne vernahm: Es klang wie das Prasseln von kleinen Nägeln, die man aus einer großen Schale ins Wasser schüttet. Zuerst war es nur ein kaum wahrnehmbares Flüstern, das von den zirpenden Grillen in meiner Umgebung fast übertönt wurde, aber sehr langsam und kontinuierlich wurde es immer lauter, bis ich nach etwa 20 Minuten endlich begriff, was ich da hörte: Es war schlicht der sich allmählich nähernde, auf den Wald prasselnde Regen. – Ich habe niemals wieder schöneres, beeindruckenderes Sommerwetter erlebt.
(Abendlicher Blick von der Holzhütte über den See, während die Regenfront langsam nahte. Die nächste Stadt – mit etwa 1.000 Einwohnern – war weit über 100 km entfernt.)
Ob wir davonkommen ohne gefoltert zu werden, ob wir eines natürlichen Todes sterben, ob wir nicht wieder hungern, die Abfalleimer nach Kartoffelschalen durchsuchen, ob wir getrieben werden in Rudeln, wir haben's gesehen. Ob wir nicht noch die Zellenklopfsprache lernen, den Nächsten belauern, vom Nächsten belauert werden, und bei dem Wort Freiheit weinen müssen. Ob wir uns fortstehlen rechtzeitig auf ein weißes Bett oder zugrundegehen am hundertfachen Atomblitz, ob wir es fertigbringen mit einer Hoffnung zu sterben, steht noch dahin, steht alles noch dahin.
Anmerkung: 47 Jahre nach der Erstveröffentlichung ist dieser Text – und nebenbei das gesamte, sehr empfehlenswerte Büchlein – so aktuell wie nie zuvor. Eine solche perverse Erfolgsgeschichte des kontinuierlichen, konsequenten Unterganges kann wohl nur der Kapitalismus schreiben.
Sie wissen es schon: Früher war alles besser. Die heutige Jugend ist eine Bande verweichlichter Warmduscher, die freiwillig Staatswanzen mit sich herumschleppen, brav von Konzernen vorgegebenen "Trends" und "Moden" nachlaufen, allesamt egozentrisch und empathielos sind und ohnehin nicht begreifen, wieso diese Welt so unsagbar scheiße ist. Das habe ich letztens bei n-tv bestätigt bekommen. Dort hieß es:
Das Auge wählt mit: Junge bevorzugen schlanke Kandidaten / Wer Jungwähler erreichen will, muss ihnen laut einer neuen Studie heutzutage mehr bieten als den richtigen Wahlslogan und genügend Erfahrung: Fitte und attraktive Spitzenkandidaten haben demnach bessere Chancen, gewählt zu werden.
Nun reicht nicht mehr nur ein peppiger Reklameslogan aus, um "Jungwähler" zu ködern – nein, man muss als politischer Akteur gleich auch noch das zeitgeistige Image der "Fitness" und "Attraktivität" bedienen. Es sei denn, man heißt Merkel. Dann ist das nämlich egal, denn dieses Scheusal wird trotzdem gewählt: "Mütter müssen nicht schön sein, damit sie geliebt werden." – Was ist das bloß für eine Jugend, die einerseits einem hässlichen Katastrophenmonstrum, das einer Mutter so ähnlich ist wie ein dreiköpfiger Drache, die Erstwählerstimme gibt und andererseits einen aktenkoffertragenden, ebenso korrupten wie inkompetenten Schlips-Borg wie Lindner allen Ernstes attraktiv findet? Echt, den Lindner? Da sind doch sogar meine Hämorrhoiden um Längen attraktiver.
Auch in Österreich stehen ältere Menschen ebenso bass erstaunt vor demselben finsteren Höllenpfuhl:
"Strache hat abgebaut. Er wirkt leicht übergewichtig, blass und nicht vital. Er strahlt keine Dynamik mehr aus." Ganz im Gegensatz zu Kurz. Der konservative Politiker treffe auch mit seinen Slogans zum Beispiel über die "Schließung der Mittelmeerroute" einen Nerv bei den jungen Menschen.
Das sind doch alles Nazis. Wenn eine solche Forderung einen "Nerv bei jungen Menschen" trifft, dann können sie sich allesamt unverzüglich die Hakenkreuzarmbinde anlegen und stumpf nach dem Führer brüllen. Überhaupt scheint das Ariertum wieder voll im jugendlichen Trend zu liegen – dazu passt auch die Feststellung, dass der beliebte, "konservative" Herr Kurz ein "Meister der Dekomplizierung" sei. Ja, das können sie, die Nazis: Komplizierte Sachverhalte so umbiegen, umlügen und verunstalten, dass sie plötzlich ganz einfach erscheinen. Und auf solche billigen Hütchenspielertricks fällt die heutige Jugend einmal mehr herein! Pfui Deibel.
Das wäre uns damals nie passiert. Wir wussten noch, dass in der Ostzone der leibhaftige Teufel haust und dass wir nur durch harte Arbeit ein Wirtschaftswunder vollbracht haben, um das uns bis heute alle Welt beneidet. Wir haben Politiker wie Wehner und Brandt gewählt, die weder fit, noch attraktiv, noch reklamesloganfähig waren. Die haben unseren schönen Kapitalismus zur goldenen Blüte gebracht, so dass wir uns ein Auto auf Pump, einen jährlichen Urlaub in Italien und manchmal sogar ein kleines Häuschen leisten konnten, das wir bis zum heutigen Tage bei der Bank abbezahlen. Dass es nebenbei auch ein paar Multimillardäre gab, fiel da nicht ins Gewicht. Und was der gemeine Neger, der Zonenbewohner, der Schlitzäugige oder andere Untermenschen derweil erlitten haben, davon wussten wir nichts und wollten es auch gar nicht wissen, denn wir bekamen einen Kühlschrank, ein Fernsehgerät und später sogar ein eigenes Telefon. Ein Telefon! Mit einer damals vierstelligen Rufnummer, denn man war privilegiert – es gab noch nicht viele, die sich das leisten konnten.
Und heute ist die Jugend wieder so oberflächlich und nationalsozialistisch. Wie kann man nur so dumm sein, ich versteh das einfach nicht. Klar, die SPD kann man heute nicht mehr von den Schwarzen unterscheiden, aber Lafontaine oder Wagenknecht sagen doch immer wieder Gutes – z.B. dass wir hier in Deutschland nicht so viele Neger und andere Ali-Babas aufnehmen können und dass man endlich mal etwas für mehr Rente für echte Deutsche tun sollte. Wieso wählen die Jungen trotzdem lieber die schwarz-gelben Heuchler?
Ich glaube, ich wähle im September doch lieber die AfD. Da gibts keine Merkelmonster und Aktenkofferträger. Der Gauland gefällt mir sehr. Gauen und Gauleiter gab es früher sowieso häufiger. Diese Jugend kann mir mal den Buckel runterrutschen: Wenn die lieber wieder dasselbe haben wollen wie 1933, dann sollen sie es bekommen. Ich wasche meine Hände in Unschuld und knabbere dann sowieso längst von unten an den Radieschen!
---
Anmerkung von Charlie: Dieser, äh, Text wurde dem "Narrenschiff" per Mail zugesandt; der Verfasser ist mir persönlich bekannt. Ich habe nach dem Genuss von drei Litern Hustensaft und mitten im Fieberwahn entschieden, ihn hier zu veröffentlichen. Danach entschwand ich für längere Zeit auf dem Klo, da mich der Brechdurchfall plagte – und ich meine mich zu erinnern, dass mir mein dortiges Spiegelbild über dem Waschbecken eine üble Persönlichkeitsspaltung attestiert hat. Aber das war sicher nur ein weiterer böser Traum.
---
Habt Erbarmen mit den Sorgen eines armen alten Mannes
Seit Anfang August 2017 ist es nun "amtlich": In Deutschland gibt es ein Gesinnungsstrafrecht, das es erlaubt, Menschen "rechtskräftig" zu verurteilen und jahrelang einzusperren, die keine Straftat begangen haben, sondern denen lediglich "plausibel" unterstellt wird, derartig Schändliches in der Zukunft möglicherweise begehen zu wollen. n-tvberichtete:
In dem Fall ging es um einen Deutschen aus München, der zweimal vergeblich versucht hatte, ins syrische Bürgerkriegsgebiet zu reisen, um dort für einen islamischen Gottesstaat zu kämpfen. Im Oktober 2015 wurde er am Flughafen München festgenommen. Vom dortigen Landgericht wurde der damals 27-Jährige im Mai 2016 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil ist nun rechtskräftig.
Der Bundesgerichtshof [sic!] hat dieses Freisler'sche Urteil bestätigt. So intensiv ich auch nachdenke – mir fällt dazu kein sinnvoller Kommentar ein, den ich hier auch veröffentlichen könnte, ohne ausfällig zu werden. Ich stelle stattdessen einfach die Frage in den Raum, wie man gemeinhin (autoritäre) Staaten bezeichnet, welche die eigenen Staatsbürger aufgrund eines Ausreiseversuches – aus welchen Gründen der auch immer geplant gewesen sein mag – strafrechtlich verfolgen und in den Knast sperren? Ob das Urteil wohl ebenso ausgefallen wäre, wenn dem Mann nicht die Ausbildung in einem "Terror-Camp" in Syrien, sondern beispielsweise in einem "Terror-Wolkenkratzer" der menschenfeindlichen Bankmafia an der Wallstreet als Ziel unterstellt worden wäre – oder gar eine Teilnahme am Krieg auf Seiten der "gemäßigten Rebellen" [*lol*] in Nahost oder sonstwo? – Die Antwort liegt klar auf der Hand.
Es ist nicht allzu weit hergeholt, dass demnächst auch wieder Schwerstkriminelle wie ich vor Gericht gestellt und weggesperrt werden, denn ich träume ja – wenn auch ohne jede Hoffnung – nach wie vor von einer sozialistischen Revolution, die dieses furchtbare kapitalistische System endlich, endlich in die finstere Kanalisation der Geschichte spült, wo es schon so lange hingehört – und das sogar öffentlich und ganz und gar nicht "verdeckt". Wie lange mag es noch dauern, bis wieder einmal nicht mehr "erst" der Ausreiseversuch "geahndet" wird, sondern die Männer in den schwarzen Mänteln schon lange vorher hämmernd vor der Türe stehen? – Cogito ergo criminalis sum?
---
Wer läutet draußen an der Tür?
Wer läutet draußen an der Tür,
kaum dass es sich erhellt?
Ich geh schon, Schatz. Der Bub hat nur
die Semmeln hingestellt.
Wer läutet draußen an der Tür?
Bleib nur; ich geh, mein Kind.
Es war ein Mann, der fragte an
beim Nachbarn, wer wir sind.
Wer läutet draußen an der Tür?
Lass ruhig die Wanne voll.
Die Post war da; der Brief ist nicht
dabei, der kommen soll.
Wer läutet draußen an der Tür?
Leg du die Betten aus.
Der Hausbesorger wars; wir solln
am Ersten aus dem Haus.
Wer läutet draußen an der Tür?
Die Fuchsien blühn so nah.
Pack, Liebste, mir mein Waschzeug ein
und wein nicht: sie sind da.
(Theodor Kramer [1897-1958], geschrieben am 18. Juni 1938, in: "Gesammelte Gedichte Bd. 1-3", 1989)
Nach einigen Tagen des persönlichen Totalausfalles aus gesundheitlichen Gründen reiche ich heute ein paar kommentierte Meldungen der letzten Wochen nach, die ich eigentlich viel ausführlicher im Blog behandeln wollte. Ich bitte um Nachsicht, dass dies nun nur fragmentarisch geschieht und ich nur wenige meiner Gedanken dazu hier unterbringen kann.
Ab 2040 dürfen in Großbritannien keine Dieselfahrzeuge oder Benziner mehr verkauft werden. Ähnliche Pläne werden nun auch in Deutschland diskutiert.
Gerade dies ist ein Thema, zu dem ich mich eigentlich sehr ausführlich äußern wollte, denn ich halte diesen Elektro-Hype und die zugrundeliegende, aufgrund eines "plötzlichen Skandals" in Bewegung gesetzte Verteufelung des Verbrennungsmotors (aktuell muss der Diesel dafür herhalten, aber dabei wird es gewiss nicht bleiben) nicht nur für einen wahnwitzigen Irrweg, sondern für gezielt verdummende, kapitalistische Propaganda, die einzig dazu dient, der Automobilindustrie zu noch mehr Neuwagenverkäufen zu verhelfen, um den Profit weiter zu steigern.
Die Indizien dafür sind so reichhaltig wie der Sand im Watt von Ostfriesland. Es ist beispielsweise jedem, der ein halbwegs funktionsfähiges Gehirn besitzt, bekannt, dass jede automobile "Dreckschleuder" im Vergleich mit einem Neuwagen um Längen "ökologischer" ist, je älter sie ist. Soviel Dreck kann eine alte Karre auch in hundert Jahren nicht ausstoßen, wie die Produktion eines Neuwagens – egal welcher Art – an ökologischen Schäden und Ressourcenverschwendung verursacht.
Die Fragen nach der Herkunft und der Speicherung des benötigten Stroms sind ebenso ungeklärt wie die alltagstauglichen Lademöglichkeiten für Millionen von Fahrzeugen. Von den benötigten Rohstoffen allein für die heute verwendeten Batterien, die erforderlich wären, wenn dieser Irrweg weiter verfolgt wird, will ich gar nicht erst reden.
Die Gründe liegen indes auch klar und offen auf dem Tisch: Im Kapitalismus muss stetig neuer Schrott produziert und verkauft und "Altes" entsorgt werden, sonst funktioniert dieses absurde, zerstörerische System nicht einmal scheinbar. Dennoch sieht diese Gründe niemand und die Propagandapresse brüllt weiterhin im Chor mit den Irren aus der Politik und Wirtschaft das alte, böse, so unsäglich dämliche Lied: "Wachstum, Fortschritt, Wachstum, Fortschritt! Krebs bis zur Unendlichkeit!"
2. Flächendeckende Gesichtserkennung im deutschen Orwell-Staat
Jörg Schieb hat zum entsprechenden "Pilotprojekt" in Berlin Stellung bezogen. Dort werden am "Ostkreuz" seit dem 01.08. "probehalber" Kamerasysteme eingesetzt, die in Echtzeit Gesichter erkennen und mit staatlichen Datenbanken abgleichen können. Es versteht sich von selbst, dass niemand weiß, wie diese ominösen Datenbanken zustandekommen, wer die Kriterien festlegt, nach denen ein Mensch dort geführt wird oder von wem das ganze eigentlich kontrolliert wird. Das interessiert in Kapitalistan aber auch niemanden – Hauptsache, die Bevölkerung wird flächendeckend überwacht und zukünftig auch sofort "erkannt".
Schieb, der in seiner Eigenschaft als öffentlich-rechtlicher Redakteur nun wahrlich nicht dem Verdacht ausgesetzt ist, irgendwelchen Verschwörungstheorien anzuhängen, kommt zu dem Resümee:
Dem Überwachungsstaat ist damit Tür und Tor geöffnet. Harmlose Menschen verhüllen sich nicht – und werden zuverlässig erkannt. Der Schwarzfahrer. Der Sprayer. Vor allem Du und ich. Es setzt schon eine Menge Vertrauen voraus, davon auszugehen, dass solche Technologien nicht missbraucht werden – jetzt nicht und auch in Zukunft nicht. Dieses Vertrauen habe ich nicht.(Hervorhebung von mir, Anm.d.Kap.) / Lässt sich zusammenfassen: Die echten Straftäter haben nichts zu befürchten. Alle anderen schon. Klingt nach keinem guten Deal.
Das ist zwar arg harmlos formuliert, enthält aber trotzdem wesentliche Elemente der allzu nötigen und dennoch ignorierten Kritik – wenngleich, wie immer, die kapitalistischen Ursachen konsequent ausgeblendet werden.
3. Die unsäglichen Freuden des Kapitalismus
Diese Meldung muss ich eigentlich nicht weiter kommentieren, denn sie spricht für sich. n-tvmeldete vor zehn Tagen:
9.500 Euro erhalten Bundestagsabgeordnete seit dem 1. Juli monatlich als Diät. Doch jeder vierte Parlamentarier verdient nebenbei dazu – in der Summe mindestens 26,5 Millionen Euro. Vor allem Abgeordnete von CDU und CSU bessern ihren Verdienst auf.
Das sind übrigens dieselben schmierigen Gestalten, die – inzwischen sogar unter Strafandrohung – Millionen von zwangsverarmten Menschen strikt verbieten, auch nur läppische 50 Euro hinzuzuverdienen. Das wird dann nämlich auf die Diät "Transferleistung" angerechnet. Wundert sich ernsthaft jemand darüber, dass solche Figuren den Kapitalismus toll finden, obwohl auch sie nur zu den Schuhputzern der Reichen gehören?
4. SPD: "Dinner for One"
Im Verlauf des bekannten Kindergartenspieles "Bäumchen, wechsle dich" innerhalb der kapitalistischen Einheitspartei hat es natürlich die SPD mal wieder zu Höchstleistungen des absurden Rinderwahnsinns gebracht. Nachdem die olle Eiter-Elke in Niedersachsen von der rechts-olivgrünbraunen auf die rechts-olivschwarzbraune – im Propagandasprech der alarmistischen Medien natürlich "völlig konträre" – Seite gewechselt war, meinte der rechts-olivrotbraune Thomas Oppermann voller Entrüstung (das Wort darf bitte nicht ernstgenommen werden, denn "Rüstung" ist schließlich ein wesentliches Kernthema des Kapitalismus):
Der ganze Vorgang verstößt gegen den politischen Anstand und ist ein beispielloser Verfall der politischen Moral.
Ich verschluckte mich heftig, als ich das las, und riss mir danach – wahrscheinlich irre lachend und hasenhaft umherhüpfend – büschelweise die Haare aus dem Schädel, um den Schmerz zu bändigen, den dieser Ausspruch ausgelöst hatte: "Politischer Anstand" und "politische Moral"!!! Mir blieb am Ende die Luft weg, ich lief blau an und schämte mich deswegen, weil ich um alles in der Welt nicht mit den Rechtsradikalen der AfD in Verbindung gebracht werden wollte. Der Oppermann muss einfach ein U-Boot der Titanic-Redaktion sein! Er muss! Er muss! Er muss! – Ich wiederholte diese Aussage solange, bis mein Kopf, den ich bei jedem dieser Worte mit sozialdemokratischer, schrödianischer Wucht auf die Tischplatte geknallt hatte, endlich dem blutigen Brei der CDU-Hirne glich, die in diesem lächerlichen Propagandatheater nicht minder hirnzersetzende Äußerungen in die Welt gefurzt und gekackt hatten.
Ich weise explizit darauf hin, dass ich der CDU hier immerhin etwas Blut, also ein Mindestmaß an Sauerstoffversorgung in der Hirnregion, unterstellt habe. Oh ja, ich weiß, ich bin völlig irre.
---
Vielleicht bleibe ich doch lieber weiter krank und beschäftige mich nicht mehr mit diesem hirnverbrannten, menschenfeindlichen, abgrundtief dämlichen Bockmist, über den man so herzlich lachen könnte, wenn er nicht so unsagbar fürchterliche Auswirkungen auf die Menschen und diesen verzweifelt um Gnade winselnden Planeten hätte. Realitätsfluchten sind doch so viel schöner.
Komm, Fieber, oh komm schnell zurück.
---
Wald draußen
(Gemälde von Renate Sautermeister [1937-2012] aus dem Jahr 1982, Acryl auf Leinwand, unbekannter Verbleib)
Ich gehe bzw. ging ja sehr gerne essen. Aus bekannten, finanziellen Gründen kann ich mir das heute aber so gut wie nie leisten, so dass es ein kulinarisches Highlight war, dass ich am vergangenen Sonntag endlich wieder in diesen Genuss kam. Ich hatte mich mit einem alten Freund verabredet und wollte – hungrig, wie ich war – eines dieser wundervollen Jägerschnitzel zu mir nehmen, das ich Wochen zuvor in jenem Etablissement am Nachbartisch gerochen und gesehen hatte.
Natürlich hatte ich extra nicht gefrühstückt – einen solchen kulinarischen Höhepunkt gilt es schließlich zu feiern. So saßen wir also entspannt quasselnd in diesem Bistro, mit einem Tässchen Kaffee und einem weitläufigen Blick über den geruhsam in der Sonntagssonne dahinplätschernden Fluss, als mein Blick irgendwann auf die Karte fiel: Das Jägerschnitzel war durchgestrichen.
Mir stockte das Herz. Da hatte ich nun wochenlang gespart, um endlich mal wieder mein Leibgericht zu mir nehmen zu können – um vom Kellner sodann zu erfahren, dass dieses Gericht, das als "Snack" auf der Karte aufgeführt ist, in den kommenden drei Wochen nicht mehr verfügbar sei. Der Grund ist natürlich ein kapitalistischer: Da der Inhaber des Bistros mehrere Geschäftsstätten betreibt und die "Mutter" gerade Betriebsferien habe, könne das Essen nun auch in diesem "Tochterunternehmen" zeitweise nicht angeboten werden. Ich glotzte wohl wie eine Dampflok oder sedierte Kuh, während der junge Mann mir das offenbarte.
Ähnlich erging es anderen Gästen dieses Bistros – ich schnappte Gesprächsfetzen auf wie "Aber wir sind doch gerade wegen der Schnitzel hier!" – Mein Freund und ich beschlossen also, den Kaffee schnell auszutrinken und eine andere Futterstelle aufzusuchen. Nach einigem Herumirren – am Sonntagmittag ist es in dörflichen Gefilden sogar mitten im Ruhrgebiet nicht so einfach, eine geöffnete Küche jenseits des üblichen Fast-Food-Mists zu finden – nahmen wir also Platz in einem anderen Bistro. An den Nachbartischen saßen schon die besagten Herr- und Frauschaften, die wir schon vom Schnitzel-Gate-Bistro kannten.
Inzwischen war mein Hunger auf die Stufe "Ich esse jetzt alles, Hauptsache es macht satt" angeschwollen. Der Kellner pries mir das Tagesgericht an: Ein Schweinebraten mit köstlicher Soße an Salzkartoffeln mit Rotkohl. Ich bestellte es begierig. Kurze Zeit später kam der Mann wieder an unseren Tisch und sagte: "Tut mir leid – es handelt sich um einen Rinder- und nicht um einen Schweinebraten." Ich winkte ab und sagte: "Egal, ich habe Hunger!" Zehn Minuten später bekam ich endlich mein Essen: Zwei dünne Scheiben Rindfleisch, die so zäh waren wie meine Schuhsohlen, garniert mit sechs maschinell geschälten Kartoffeln (vermutlich aus dem Glas) und einem Haufen Rotkohl, der ebenfalls aus dem Glas stammte. Dazu gab es eine leckere Tüten-Soße. Das ganze war offenbar in der Mikrowelle – ohne Abdeckung – erhitzt worden, so dass sowohl das Fleisch, als auch die Kartoffeln eine trockene Haut aufwiesen, die dem Messer tapfer widerstand.
Ich aß nicht einmal ein Viertel dieser Speise, bezahlte dennoch 8,90 Euro und ging hungrig nach Hause. Mein Freund meinte beim Abschied nur lachend: "Loriot war ein Realist."
Gestern ist der hochgeschätzte Stefan Gärtner in seinem sonntäglichen Frühstückskommentar zu gar wunderlichen Schlüssen gelangt: Neben vielen nachvollziehbaren Schlussfolgerungen kommt er dort unter anderem auch zu dieser:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, nebenbei, kann ich leider nicht wählen, denn neben durchgehend Richtigem will sie "Freiheit für Palästina", und ich muss im Leben nicht mehr viel werden, und linker Antisemit schon gar nicht.
Der Text sitzt wie gewohnt, und ich habe dem dennoch einiges hinzuzufügen. Denn ich fragte mich beim Lesen, ob es aus linker Sicht denn tatsächlich schon ausreicht, eine Partei, die ansonsten "durchgehend Richtiges" anstrebt, allein aufgrund dieser dummen, fast schon traditionellen Palästina-Groteske als "unwählbar" zu klassifizieren. Ich habe nicht einmal nachgeschaut, ob die MLPD diese dämliche Forderung tatsächlich in ihr Wahlprogramm geschrieben hat – ich vertraue darauf, dass der Herr Gärtner das stattdessen getan hat.
Freilich ist es dumm und kontraproduktiv, eine solche "palästinensische" Position einzunehmen, die weder etwas mit der Sozialpolitik, noch mit den gerade in Deutschland – dem großen "Vorreiter" des kapitalistischen Wahns – dringend notwendigen Korrekturen zu tun hat. Alberne Alibi-Parteien wie die korrumpierte "Linke" samt ihren Systemschranzen können und wollen dieses Vakuum nicht füllen, weshalb Alternativen zwingend nötig sind – und seien sie auch noch so marginal. Ich hätte dem Gärtner eine so überaus oberflächliche Behandlung dieses Themas jedenfalls nicht zugetraut. – Sicherlich ist die kapitalistische Politik-"Elite" in Israel ganz genauso scharf zu kritisieren wie in allen anderen kapitalistisch verseuchten Regionen dieser verkommenen Welt – weshalb der Mann aber ins propagandistische Gegenteil verfällt und dieser nötigen Kritik den Stempel "Antisemitismus" aufdrückt, weil sie gängigen pseudolinken Klischees widerspricht, erschließt sich mir nicht.
Es geht hier, daran sei noch einmal erinnert, um die "Wählbarkeit" einer linken Partei in Deutschland aus humanistischer Sicht. Wenn dem geschätzten Herrn Gärtner tatsächlich kein anderes Argument einfällt, um die MLPD als "unwählbar" zu diskreditieren, kann ich das nur als ideologisch verbohrten Blödsinn bezeichnen.
Ich wiederhole noch einmal: Ein Slogan wie "Freiheit für Palästina" ist so unsäglich dumm, dass das entsetzte Gebälk im Hirnbereich mit dem dumpfen Knarzen gar nicht mehr nachkommt; gleichzeitig ist aber die Aussage, dass eine Partei, die dies neben vielem anderen fordert, "unwählbar" sei, ebenso absurd. Die Fähigkeit zur Differenzierung hätte ich dem Gärtner dann doch noch zugetraut. Was wählt er stattdessen? Gar nichts? Die "Bibeltreuen Christen" oder die "Vegane Front"?
Ich jedenfalls werde diese kommunistische Splitterpartei im September wählen – und ich bin mir sehr bewusst, dass ich damit genauso viel erreiche wie mit meinen Bemühungen, die lästigen Fliegen vor meinem Computermonitor durch hektische Handbewegungen zu vertreiben. Durch alberne Wahlen ist der beschlossene kapitalistische Untergang ganz sicher nicht mehr aufzuhalten – dies ist lediglich ein letztes Zeichen meinerseits, das ich noch setzen kann, bevor das kapitalistische Grauen den letzten Rest der Hoffnung aufgefressen hat wie ein Zombie das kleine Kind.
Ein exklusiver Bericht des Narrenschiff-Reporters Charlie Charlieson vom Ort des Grauens
Ich zittere noch am ganzen Körper. Gestern hat in der freiheitlich-demokratischen Bundesrepublik Deutschland ein "politisches Erdbeben" (NDR, Tagesschau) stattgefunden, das scheinbar alles aus den Angeln hebt, was zuvor noch religiös als ewige Gewissheit gepriesen wurde. Fassungslose Kuhjournalisten haben Eilmeldungen und Sondersendungen am Fließband produziert, während die Bande der Schlips-Borg wie gewohnt abzuwiegeln versuchte.
Welche unsägliche Katastrophe ist also über das glückselige Paradies Deutschland, in dem es "uns so gut geht wie nie zuvor" (BLÖD-"Zeitung" vom 04.08.17), hereingebrochen? Haben endlich die DKP und die MLPD die Regierungsgeschäfte übernommen? Sind Außerirdische in Hannover gelandet und haben den Kommunismus ausgerufen? Ist Hitler von der dunklen Seite des Mondes zurückgekehrt und hat mithilfe von Flugscheiben und finsteren Echsenmenschen die Macht an sich gerissen? – Ich habe knallhart recherchiert und decke hier auf:
Eine Hofschranze der Kapitalistischen Einheitspartei (KED) aus der norddeutschen Provinz, die jenseits der dortigen Kuhweiden niemand kennt, hat plötzlich herausgefunden, dass der olivgrüne Giftlack, mit dem sie sich zuvor angepinselt hatte, doch nicht so gut zu ihrem Teint und ihrer Geldbörse passt. Deshalb hat sie ihn abgelegt, um künftig lieber wieder den schwarzen Originalanstrich des Rautenmonstrums zu zeigen.
In der Tat: Das ist noch viel schlimmer als ein Erdbeben – man spürt förmlich, wie die verängstigte, panische Bevölkerung in Scharen aus den einsturzgefährdeten Häusern auf die Straßen strömt und um den Fortbestand des freiheitlich-demokratischen Paradieses bangt. In unserer geliebten, alternativlosen KED ist "irgendeine Olle" (Zitat aus Regierungskreisen) vom Bezirk KED-3 zu KED-1 gewechselt, und flugs ruft die Staatspropaganda den Notstand aus. Schließlich ändert sich dadurch nicht nur auf den norddeutschen Kuhweiden, sondern auch sonst alles! Wir haben es hier mit nicht weniger als einem Staatsstreich zu tun, der unser gelobtes Paradies in den Grundfesten erschüttert: In Niedersachsen gibt es ab sofort eine rot-grüne Minderheitsregierung und eventuell sogar Neuwahlen! Dagegen wäre ein Tsunami aus der Nord- und Ostsee, der die gesamte Provinz in Schutt und Asche legt, nur eine Randnotiz auf Seite 17 der örtlichen Kuhblätter. – "Man muss schon sehr genau wissen, was staatsgefährdend ist und was nicht", sagte Carsten Maschmeyer (CDU, vormals SPD) dazu, während er eine Flasche Bier mit einem gewissen Herrn Schröder (noch immer SPD) leerte.
Wie soll es nun bloß weitergehen? Die Ungewissheit treibt die Menschen in der Krisenregion zu maßlosen Hamsterkäufen. Auf den Autobahnen in Richtung Süden bilden sich gigantische SUV-Staus und niemand weiß, ob er die Nacht überleben wird. Die rechtsstaatlichen Strukturen sind zusammengebrochen und ein plündernder Mob zieht durch die ansonsten menschenleeren Straßen und Feldwege des einstmals blühenden Landes und melkt Kühe und Ziegen (zum Eigenbedarf). Und doch harre ich auch weiterhin aus und berichte vom Ort des Grauens, während Hannover in Flammen aufgeht. Morgen wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.
---
Und morgen lesen Sie an dieser Stelle: Skandal! Helene Fischer popelt in aller Öffentlichkeit!
---
Tempo der Zeit
(Zeichnung von Hannes König [1908-1989], in: "Der Simpl", Nr. 10 vom August 1946)
Jeder angebliche Gänsehaut-Thriller, der mir mit den Adjektiven "hochspannend", "gruselig", "schlafraubend" etc. empfohlen wird, hat bei mir eine Chance von 50 Seiten. Danach klappe ich das Buch entweder zu oder ich merke gar nicht, dass ich bereits bei Seite 100 angelangt bin.
Zuletzt hatte ich hier das Buch "Wolfsspinne", einen aktuellen Roman über die Hintergründe des NSU-Komplexes, vorgestellt. Es war eines der ganz wenigen Bücher, die ich von einem auf den anderen Tag durchgelesen habe, weil es mich fesselte.
Nun habe ich mit dem "Präsidenten", einem erst vor wenigen Tagen in deutscher Sprache erschienenen Roman von Sam Bourne alias Jonathan Freedland, offenbar einen neuen Rekord aufgestellt, denn ich verzichtete zugunsten der Lektüre sogar auf meine Joggingrunde – und das will etwas heißen: 479 Seiten in unter 24 Stunden. Auf dem Cover sieht man die Silhouette von Donald Trump. Obwohl er und andere historische bzw. hochaktuelle Protagonisten wie Hillary Clinton nicht namentlich erwähnt werden, weiß der Leser, um wen es sich jeweils handelt. Es fehlt vermutlich deshalb der Hinweis, dass "Übereinstimmungen mit lebenden Personen oder Ereignissen rein zufällig" seien.
Die Geschichte beginnt gleich auf den ersten Seiten mit dem Befehl des US-Präsidenten an das Pentagon, alle boden-, see- und luftgestützten Atomwaffen in Richtung China und Nordkorea in Marsch zu setzen. Nach einem Wortgefecht mit den Staatsführern fühlte sich der Präsident beleidigt. Sein Finger liegt bereits auf dem "roten Knopf", denn er wartet im Oval Office auf die Bestätigung der Startcodes. Den Mitwissern im Weißen Haus ist eines klar: Jemand muss sofort etwas unternehmen, ansonsten steht die Welt kurz vor dem 3. Weltkrieg. Ein Attentat scheint der einzige Ausweg.
Um nicht zu spoilern, verkneife ich mir, mehr zum Inhalt zu schreiben. Der Preis des Taschenbuches dürfte mit 10 Euro auch erschwinglich sein.
Nach längerer Abstinenz möchte ich heute mal wieder von einer Realitätsflucht berichten, die es wahrlich in sich hat. Diesmal handelt es sich um das Spiel "Enderal", einer – analog zum Vorgänger "Nehrim" – sogenannten "Total conversion" des Spieles "The Elder Scrolls V: Skyrim". Geschaffen wurde auch dieses Meisterwerk von dem Non-Profit-"Studio" SureAI. Das Spiel ist kostenlos für jedermann und seit 2016 verfügbar – Voraussetzungen sind lediglich eine installierte Version von "Skyrim" sowie, damit unweigerlich verbunden, ein Steam-Account.
Details zum Download und zur einfachen Installation finden sich auf enderal.com. – Der folgende Text sowie die Bilder beinhalten Spoiler, vor denen ich jeden, der dieses Spiel noch genießen möchte, ausdrücklich warne.
"Enderal" hat mich umgehauen. Gerade eben lief erst der Abspann und ich stehe noch voll und ganz unter dem Eindruck, den dieses beeindruckende Kunstwerk hinterlassen hat. Die Damen und Herren von SureAI, die auch diesmal in jahrelanger, nebenberuflicher Detailarbeit entgeltfrei und aus reinem Enthusiasmus an diesem Mammutprojekt gearbeitet haben, entführen den Spieler hier auf den abermals völlig neu entworfenen Kontinent Enderal. Dort erinnert so gut wie nichts an "Skyrim", denn die komplette Spielwelt, die fast ebenso groß ist wie die des Originals, wurde völlig neu gestaltet.
(Startszene des Spieles: Das "goldene Zwielicht, wo alles begann")
Im Gegensatz zu den Originalspielen aus dem Hause Bethesda besticht "Enderal" vor allem durch eine tiefsinnige, ausgeklügelte und immer wieder äußerst überraschende Geschichte, zu der ich hier aber nichts verraten möchte. Spieltechnisch ist "Enderal" allerdings mit "Skyrim" vergleichbar, auch wenn die Entwickler hier manches geändert haben: Ein beliebiger Teleport zu einer bereits entdeckten Stätte ist hier beispielsweise nicht möglich; ebenso verbessert man seine Fähigkeiten nicht mehr dadurch, dass man sie schlicht anwendet – stattdessen muss man für teils extrem viel Gold entsprechende Lehrbücher kaufen und (nur begrenzt zur Verfügung stehende) "Lernpunkte" investieren, um zum Beispiel den Fernkampf oder diverse Nahkampf- oder Verteidigungstechniken zu verbessern. Auch die "Selbstheilung" bei erlittenem Schaden im Kampf ist hier stark eingeschränkt: Lebensenergie regeneriert sich nicht von selbst, sondern die Regeneration muss veranlasst werden – was außerhalb des Kampfes beispielsweise durch den Verzehr von Nahrungsmitteln oder durch Schlaf geschieht. "Selbstheilungszauber" sowie Heiltränke gibt es zwar ebenfalls – allerdings haben diese einen unangenehmen, negativen Nebeneffekt, auf den ich hier "aus Gründen" nicht näher eingehen möchte, so dass sie nur eingeschränkt nutzbar sind.
Überhaupt ist das Spiel selbst auf der leichtesten Stufe um Längen schwieriger als "Skyrim". Und das macht eine Menge Spaß, auch wenn das Werk zu Beginn etwas sperrig daherkommt und man erst langsam hineinfinden muss. Gerade das macht ja aus meiner Sicht ein wirklich gutes Computerspiel aus: Da gibt es keinen netten Spieleonkel, der den Spieler bei der Hand nimmt und ihm jedes Denken abnimmt. Zwar gibt es (meistens) einen Questmarker auf der Karte – wie man allerdings an den jeweiligen Ort gelangt (was allzu oft gar nicht so leicht herauszufinden ist), muss man schon selber erkunden.
Wie gewohnt gibt es neben der großen Hauptquest unzählige Nebenquests zu erledigen, die größtenteils ebenfalls durch Originalität und Kreativität glänzen: Deppenaufgaben wie "Sammle fünf Vogeleier und bringe sie zu X" sind glücklicherweise die Ausnahme. Einige dieser Nebenquests sind gut versteckt und werden erst gestartet, wenn man mit bestimmten NPCs redet, Bücher liest oder Orte erkundet. Überhaupt die Orte: Die Spielwelt ist vollgestopft mit Höhlen, Lagern, Ruinen und ähnlichen Stätten, von denen nur die wenigsten questrelevant sind. Es lohnt sich sehr, sie alle zu erkunden, denn nicht selten findet man dort wertvolle Gegenstände, magische Waffen oder besondere Rüstungsteile, die im weiteren Spielverlauf höchst nützlich sind. – Ich habe beim ersten Durchlauf allenfalls geschätzte 60 Prozent gefunden und erforscht, obwohl ich nun wirklich in jeden Winkel schaue und immer erst nach rechts abbiege, wenn mein eigentliches Ziel links zu suchen ist. Das illustriert auch die Randnotiz, dass ich von den im Spiel versteckten 100 "magischen Symbolen" gerade mal lächerliche 32 gefunden habe.
Auch die einzige größere (von lebendigen Menschen bevölkerte) Stadt im Spiel – Ark – hat es in sich: Hier verbringt man freiwillig mehr Zeit zur Erkundung als in allen eher langweiligen Städten Skyrims zusammen.
(Ark, die Hauptstadt von Enderal)
Wie schon im Original kann man auch "Enderal" auf höchst unterschiedliche Weise spielen. In meinem ersten, gerade zuende gegangenen Durchlauf habe ich beispielsweise eine strahlende Heldin gespielt, die mittels Schleichen, Bogen und – für den Notfall – dicker Zweihandaxt jedes kriminelle Vergehen sowie jedweden magischen Schnickschnack abgelehnt und stets zum Wohle der Allgemeinheit heroische Taten vollbracht hat. Das geht selbstredend auch anders: Es ist ein völlig anderes Spielerlebnis, einen Nahkämpfer, einen Magier, einen fiesen Dieb oder beliebige Mischformen davon zu wählen und entsprechend auszubauen.
Auch der oft morbide Humor kommt hier – trotz der dramatischen Geschichte – nicht zu kurz. Bei der Erkundung eines zerstörten, menschenleeren Dorfes bietet sich auch schonmal ein solcher Anblick:
(Ein Kind auf einem Schaukelpferd)
Grafisch gibt es zu "Enderal" nichts zu sagen – es handelt sich um das bekannte "Skyrim"-Niveau. Das umfangreiche Spiel, für das ich beim ersten Mal etwa 300 Stunden gebraucht genossen habe, ist auch ansonsten professionell produziert: Die Vertonung der sehr vielen Dialoge haben größtenteils professionelle SprecherInnen übernommen, und die Musik steht dem Soundtrack anderer Spiele in nichts nach (die Musik kann hier kostenlos heruntergeladen werden). Hier sind besonders die vielen Lieder (ich glaube, ich habe 15 gezählt), die man zum Beispiel in Tavernen hören kann, wenn man den dortigen BardInnen lauscht, hervorzuheben. Ein Beispiel:
(Das Lied vom letzten Sonnenuntergang)
Das Spiel lief auf meinem Win7/64-System bis auf wenige Abstürze problemlos – es ist in solchen Spielen ohnedies immer sehr sinnvoll, oft zu speichern. Gelegentlich tauchten Bugs wie verschwundene Begleiter oder eine durch die Oberfläche ins "Nichts" gefallene Spielfigur auf, die aber durch einen Neustart des Spieles stets schnell zu beheben waren. Bis heute werden kontinuierlich Patches veröffentlicht, die man im Launcher auch sofort angezeigt bekommt, sobald sie verfügbar sind.
Ganz besonders hervorheben möchte ich noch das "epische" Finale, das ich in einer vergleichbaren Form noch in keinem anderen Spiel oder auch Film erlebt habe. Ich würde hier sehr gerne ein Video verlinken, um das zu veranschaulichen – rate aber jedem, der das Spiel vielleicht einmal selber ausprobieren möchte, davon ab, es bei youtube zu suchen. Dieses Finale ist bombastisch. Davon können sich die hochbezahlten Profis der kommerziellen Entwicklungsstudios nicht nur eine Scheibe, sondern gleich einen ganzen Batzen oder auch zwei abschneiden. So kam denn auch der Rezensent von gamestar.de zu dem entwaffnenden Schluss, den ich nur doppelt unterstreichen kann:
Auch im Anschluss erzählt Enderal eine Geschichte auf Weltklasse-Niveau, die nicht nur mit einem Skyrim den Boden aufwischt, sondern auch durchgehend von professionellen Sprechern vertont wurde.
Wer dieses grandiose, tatsächlich unvergleichliche Spiel, das an die besten, längst vergangenen Zeiten der Gothic-Reihe erinnert, trotz alledem nicht ausprobiert, ist selber schuld. Ich ziehe meinen Hut bis in die Kniekehle vor all den Menschen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben, ohne einen einzigen lausigen Cent dafür zu bekommen.
(Schlussbild eines der verschiedenen Enden von "Enderal")
Von der FDP ist man ja so einiges gewohnt: Vom schmierigen Teppich-Schmuggler Niebel, über den staatlich Zwangsverarmte der spätrömischen Dekadenz bezichtigenden Westerwelle, den ewig pubertären Aktenkofferträger Lindner bis hin zur offen Sitzungsgelder abzockenden EU-Schwänzerin Koch-Mehrin war schon alles und noch viel mehr dabei. Diese Parteisimulation, die tatsächlich bloß ein offen korrupter Lobbyverein ist, kann aber auch heute noch ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen, wie gerade beim WDRnachzulesen war:
Personalengpässe an Schulen in NRW sollen nach den Vorstellungen von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) vorübergehend mit Fachkräften aus der Wirtschaft überbrückt werden.
Ja, wenn das mal nicht eine richtig gute, sehr rückwärtsgewandte Idee ist: Wer sollte den SchülerInnen auch besser die kapitalistische Indoktrination verpassen als pädagogisch völlig unbedarfte "Fachkräfte" [sic!] aus den Reihen der Habgierigen? Schließlich sollen aus "unseren" lieben Kindern ja keine guten oder gar kritischen, eigenständig denkfähigen Menschen, sondern verdummte SklavInnen werden, die lediglich dem Konsum-, Arbeits- und Eigenverantwortungswahn frönen und ansonsten nichts zu sagen haben, das über Schminke, Mode, Trash und Trends hinausgeht.
Da passt wieder einmal der kapitalistische Arsch auf den verkeimten Kackeimer, dass es eine wahre Wucht ist; und folgerichtig findet auch der Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen:
"Das ist eine sehr gute Idee" (...). "Wir fordern als IHK schon lange, dass man das Thema Wirtschaft stärker in den Unterricht miteinbezieht." Fachkräfte aus der Wirtschaft als Lehrer einzusetzen, sei eine Möglichkeit. Die Kosten für den Einsatz müsse allerdings die öffentliche Hand tragen.
Selbstverständlich muss der Steuerzahler die Kosten tragen – wo kämen wir denn auch hin, wenn stumpfe kapitalistische Propaganda zugunsten der "Wirtschaft" auch von ebenjener bezahlt werden müsste! So etwas Widersinniges, geradezu Blasphemisches gibt es im strahlenden Kapitalistan von Kim jong Merkel & Co. nicht.
Wieso ist hier eigentlich nirgends die Rede von den vielen arbeitslosen oder nur prekär und in ständiger, meist durch Ferien unterbrochenen Teilzeit beschäftigten Pädagogen? Gibt es die im wirren FDP-Universum gar nicht oder sind die alle derartig "linksgrünversifft", so dass man sie nicht beschäftigen oder ordentlich bezahlen und entsprechend sozial absichern will? Das ist freilich eine böse Unterstellung meinerseits – wahrscheinlich weiß die arme Frau Gebauer, die ja nichts anderes kennt als die knochenklappernde FDP-Hölle, einfach nichts von deren Existenz. Da muss man also rücksichtsvoll sein.
Dazu passt wunderbar, dass dieselbe Dame auch erwägt, "Schulrankings" in NRW einzuführen. Schließlich brauchen wir nichts dringender als ein deutliches Unterscheidungskriterium, damit "Elite-Schulen" für Reiche von heruntergekommenen, abrissreifen Abstell-Buden für den dummen Rest der Blagen von überflüssigen Habenichtsen endlich klar voneinander abgegrenzt werden können. "Schulrankings"! Mir fällt bei dieser Vorstellung mehr halbverdautes Essen aus dem Gesicht, als ich gestern zu mir genommen habe. Und das ist eine höchst diplomatische Wortwahl.
Wahrlich, die FDP hat in den Jahren der ungewollten und einen leichten Aufatmungsreiz verursachenden Parlamentsabstinenz nichts von ihrem heißen, erotisch stimulierenden, sado-masochistischen Charme verloren.
---
Die abgebauten Junglehrer
"Sie müssen Ihre Existenz dem Staatswohl opfern, meine Herren! Analphabeten lassen sich leichter regieren, und die Notverordnungen werden sowieso durch den Rundfunk bekannt gemacht."
Ein Musik- und Literaturwissenschaftler auf der heiteren Odyssee bzw. vergeblichen Suche nach dem Humanismus.
Ich verstehe dieses Blog weder als "links", noch als "linksliberal" - es versucht, schlicht der Logik zu folgen, sucht die oft verschleierte Wahrheit und landet daher fast zwangsweise immer wieder in sozialistischen Regionen, in die es nie wollte. Die Logik lässt sich nicht so leicht austricksen wie es der interessengeleitete menschliche Geist tut.
Dennoch gilt auch weiterhin Spocks weiser Spruch: "Logik ist nur der Beginn aller Weisheit - und nicht ihr Ende."
Der Blogbetreiber stellt sich vor - auf dass NSA, "Verfassungsschutz", BKA und so viele andere nicht mehr so ausufernd suchen müssen:
Facebookfreie Zone
Das gilt selbstredend auch für alle anderen Datenkraken und "sozialen Netzwerke".
Statt Facebook lieber Ghostery :-)
Dieses kleine, kostenlose Plugin gibt's für alle gängigen Browser - macht es den Werbefuzzis und Überwachungsfetischisten doch wenigstens ein bisschen schwerer, Euren Spuren im Netz zu folgen ...