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Es ist nicht besonders appetitlich, was der Bund für Umwelt und Naturschutz da ans Tageslicht befördert hat: Eine Studie ergab, dass Hähnchenfleisch aus dem Supermarkt häufig mit Krankheitskeimen belastet ist, die auch noch gegen Antibiotika resistent sind. (...)
Insgesamt 20 Proben Hähnchenfleisch aus den Supermarktregalen von Edeka, Netto, Lidl, Penny und REWE hat der BUND untersucht. Das Ergebnis klingt unappetitlich: Mehr als die Hälfte ist nach dieser Stichprobe mit Antibiotika-resistenten Krankheitskeimen belastet. (...)
Zum Thema Antibiotika-Resistenzen gibt es bedrohliche Zahlen: 15.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland, weil ihnen mit Medikamenten nicht mehr geholfen werden kann.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Zu diesem Thema gingen vor einigen Tagen viele Berichte durch die Presse (vgl. z.B. hier) - so wie schon zu anderen unappetitlichen und gesundheitsgefährdenden Vorgängen unzählige Male zuvor. Kann sich noch jemand an all die zurückliegenden Skandale aus der Lebensmittelindustrie erinnern - seien es nun dioxinbelastete Eier, vergammeltes Fleisch oder genveränderte Pflanzen? Was mag daraus geworden sein? Hat sich die Situation seitdem drastisch verbessert? Darüber wird jedenfalls nicht mehr berichtet, und so wird es auch in diesem Fall ablaufen: Die Politik kündigt medienwirksam "sofortige Maßnahmen" an, die Medien verlieren schnell das Interesse - und alles geht weiter wie zuvor.
Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn das Problem hat systemimmanente Ursachen. Es liegt doch auf der Hand, dass der Kapitalismus unweigerlich solche Zustände hervorbringt - schließlich muss im Rahmen dieses Systems die Produktion von Lebensmitteln möglichst billig sein, was zwangsweise Massentierhaltung, industrialisierte Landwirtschaft, Pestizide und viele andere Chemikalien zur Folge hat. Es geht in diesem System nicht darum, ein möglichst gutes Produkt herzustellen, sondern man will möglichst viel Profit machen - und das wäre mit guten Produkten wesentlich schwieriger (wenn nicht gar unmöglich).
So kommt es, dass unsere Supermärkte zwar überquellen vor lauter bunt verpackten Produkten - die allerdings größtenteils aus minderwertigen Zutaten und unter Verwendung eines geballten Chemiecocktails in Massenproduktionen hergestellt wurden. Formfleisch und Analogkäse sind nur die bekanntesten Vertreter dieses Drecks. Mit einer irgendwie erstrebenswerten oder sinnvollen Ernährung hat das, was man in Supermärkten kaufen kann, in den meisten Fällen nichts mehr zu tun.
Außerdem kommen weitere bedenkenswerte Aspekte hinzu, die den Wahnsinn dieses System anschaulich illustrieren, nämlich die Ausbeutung der bei der Produktion, beim Transport und Vertrieb dieser "Lebensmittel" beteiligten Menschen - auch da unterscheidet sich die Lebensmittelindustrie nicht von anderen Branchen. Es ist für uns völlig normal geworden, bei einem Einkauf Paprika aus riesigen Massenplantagen in Spanien, Tomaten aus künstlich bewässerten Oasen in Israel und einige Tiefkühl- oder Konservenprodukte einzukaufen, deren Zutaten gleich mehrfach um den ganzen Globus transportiert wurden, bevor sie dann bei uns landen. Das ist der pure Wahnsinn, wenn man die Mengen bedenkt und weiß, wie diese Mega-Plantagen - beispielsweise in Spanien - aussehen. Auf die zur völligen Perversion mutierte Massentierquälerei, die der Kapitalismus ebenfalls ursächlich zu verantworten hat, will ich an dieser Stelle gar nicht näher eingehen - das oben verlinkte Beispiel des verseuchten Geflügelfleisches sowie viele weitere bekannte Skandale dieser Art sind Indizien genug.
Fazit: Der Dreck im Essen - oder besser: Der Dreck, der uns als Essen verkauft wird, ist eine logische und zwingende Folge dieses Geld- und Wirtschaftssystems. Darüber können auch "Bio-Produkte" nicht hinwegtäuschen, deren Produzenten ja derselben perversen Wachstums- und Effizienz(un)logik unterworfen sind. Auch dort wird keineswegs das bestmögliche Produkt hergestellt, sondern eines, das gerade eben noch den (oftmals willkürlich festgelegten) Kriterien für "Bio-Produkte" gerecht wird. Der Kapitalismus sorgt dafür, dass wir die schlechtmöglichsten Produkte auf den Teller bekommen, die die größten Profite für die Superreichen schaffen und so gerade noch an der Grenze zur Legalität angesiedelt sind. Oft wird diese Grenze aber auch überschritten, was dann - wenn es entdeckt wird - zu solchen Berichten wie den oben verlinkten führt.
Wenn alle Stricke reißen, wird jene Grenze einfach mal verschoben - wie jüngst bezüglich der radioaktiven Verseuchung von Nahrungsmitteln oder der Dioxinkonzentration in Eiern geschehen. Und wenn das, wie im oben genannten Beispiel des verkeimten Geflügelfleisches, auch eine Menge Todesfälle zur Folge hat: Daran stören Kapitalisten sich nicht. Da wartet man lieber auf die nächste Grippehysterie und schenkt der Pharmaindustrie Millionen Euro Steuergelder für unsinnige und unwirksame Impfdosen, die niemand braucht - was sind dagegen schon 15.000 tote Menschen pro Jahr? - Guten Appetit!
Update 21.01.12: Passend dazu: Die Propaganda der Lebensmittelindustrie in der Zeit. Da stehen einem die Haare zitternd zu Berge ...
(Teil 2 und Teil 3)
Um den Song anzuhören, bitte hier klicken und auf der sich öffnenden Seite das blaue Play-Symbol anklicken.
(Skyhooks: "Trouble with the Computer", aus dem Album "Guilty until Proven Insane", 1978)

Went down to the bank to make a deposit yesterday.
The system just went haywire, began to overpay.
Ten too many zeros on my sixty dollars cash -
There I was like Howard Hughes, a tycoon in a flash.
Trouble with the computer, perhaps a faulty switch,
Maybe it just likes me and wants to make me rich ...
Gas bill came this morning - I was making toast -
I like the odd hot shower and sometimes Sunday roast.
But we'd all sell our houses and go and live in tents,
If the gas bill came to four grand and ninety seven cents.
Trouble with the computer, its memories gone blank,
Lucky I refused to pay, I've got myself to thank!
Trouble with the computer happens every day,
So much for brainpower - IBM is here to stay!
So if you take that plane to Sydney and end up in Taiwan,
The automatic pilot he's done something wrong.
If your ice cream tastes like tooth paste and a milk horse wins the race,
Computer's lost its logic and it's started to erase!
Trouble ... Trouble ... Trouble ... Trouble ...
Somewhere someday some smart guy will turn around and shout:
"Give me a pen and paper and I can work it out!"
But till then we are stuck with computers going wrong,
And if this verse sounds out of tune, well, a computer wrote this song!
Trouble with the computer - that's what the man said.
Some kind of random error, the light is glowin' red!
Trouble with the computer - the machine will not obey!
So much for brainpower - IBM is here to stay!
IBM is here to stay.
***
Die Skyhooks sind eine vollkommen zu unrecht vergessene Band der 70er Jahre aus Australien, die so manche Meilensteine der Rockmusik dieser Zeit geschaffen hat. Hierzulande dürfte insbesondere der Song "Women in Uniform" noch bekannt sein, der von Iron Maiden gecovert wurde (hier das Original). Der in Rede stehende Computer-Song ist ein schönes Beispiel für diese progressive Voraussicht - im Jahr 1979, als das Album erschien, besaß kein Haushalt einen Computer und es war allenfalls utopisch, sich dies auch nur vorzustellen.
Dass übliche Windows-Probleme schon so früh vorhergesagt wurden, grenzt schon fast an spirituelle Vorhersagen. ;-) Korrigierend müsste man vielleicht anmerken: "Microsoft and Apple are here to stay".
Die in Gütersloh ansässige Bertelsmann-Stiftung geriert sich als Vorreiter in Sachen Bürgerbeteiligung. Die Mitbestimmung, die hier angestrebt wird, muss aber vor allem eines sein: "unternehmerfreundlich".
(Weiterlesen)
Anmerkung: Zur Bertelsmann-Stiftung der superreichen Familie Mohn und ihrem desaströsen Einfluss auf die Politik gibt es eine ganze Reihe von Publikationen, die teilweise auch online verfügbar sind. Eine kleine Auswahl findet sich beispielsweise hier oder auf dieser Internetseite.
Auch der oben verlinkte Artikel bietet eine gute erste Übersicht zum Thema, die allerlei Veflechtungen der Familie Mohn mit der herrschenden Politik offenlegt. In den Mainstreammedien sucht man solche Informationen natürlich vergeblich - dort werden lediglich die einzelnen "Studien" oder "Rankings" der Bertelsmann-Stiftung wiedergegeben - und zwar als scheinbar neutrale, "seriöse" Quellen.
Eine einzige superreiche Familie übt hier einen so immensen Einfluss auf die Politik und unsere Gesellschaft aus, dass der Gedanke an feudalistische Strukturen sehr naheliegt. Die Themen und Ziele dieser angeblich "gemeinnützigen Stiftung" bekräftigen diese Annahme.
"Wo die sozialen Netze sind bzw. gewesen sind, soll Wettbewerb einkehren." (Frank Böckelmann über Bertelsmann)
Ist der Rottenburger KOPP-Verlag nun ein rechtspopulistischer Verlag oder "nur" ein reaktionärer? / Der Charakter des KOPP-Verlags in Rottenburg ist schwierig zu bestimmen. Das liegt auch an der Bandbreite der Bücher, die im KOPP-Verlag erscheinen. Die Bücher (...) sind irgendwo zwischen UFOs, Komplott-Theorien, Sensationismus, Rechtspopulismus und "Revisionismus" angesiedelt. Schwerpunkte (...) sind dabei Verschwörungsmythen, welche eine "Säkularisierung religiösen Aberglaubens" (Karl Popper) darstellen.
(Weiterlesen - direkter Link zur Broschüre [pdf])
Anmerkung: Zu dieser sehr empfehlenswerten Broschüre ist an anderer Stelle die Kritik geäußert worden, sie stelle die Verschwörungstheorien zu den Ereignissen vom 11. September 2001 generell in einen rechten, nicht ernst zu nehmenden bzw. verunglimpfenden Zusammenhang. Dieser Kritik kann ich jedoch nicht folgen. Allein die Tatsache, dass auch der Kopp-Verlag – wie unzählige andere Verlage auch – auf dieses Thema aufgesprungen ist, rechtfertigt ja keine generelle Einordnung des Themas. Hier geht es um den Verlag – und der wird meiner Ansicht nach im verlinkten Beitrag ziemlich gut und aufklärend beschrieben.
Zum 11. September gibt es inzwischen auch seriöse historische Forschung, wie beispielsweise die Arbeiten von Dr. Daniele Ganser von der Universität Basel. Vgl. hier und hier. Gerade der verlinkte Vortrag ist sehr zu empfehlen.
In dieser Broschüre wird - neben anderen Themen - nicht der 11. September an sich behandelt, sondern die Instrumentalisierung dieses Themas durch die Rechten. Und die findet tatsächlich überall statt – das kann man nicht nur am Beispiel des Kopp-Verlages sehen, sondern auch auf unzähligen "Infokrieger"- und anderen Seiten im Netz, die sich im rechten Randbezirk tummeln. Ein bekanntes Beispiel aus den USA ist Alex Jones, der die Ungereimtheiten rund um den 11. September einzig dafür benutzt, seine rechten Gedanken populär zu machen.
Es ist mir nicht bekannt, ob in diesem Verlag auch "gute" Literatur erschienen ist, die nicht ideologisch verseucht ist. Das ist aber auch nicht relevant – denn wenn jemand sich dafür entscheidet, sein Werk in diesem Verlag zu publizieren, muss diesem Jemand klar sein, in welche Niederungen er sich da begibt und dass er sein Werk damit in einen gewissen Kontext stellt. Wenn jemand einen Text in der BLÖD-"Zeitung" oder in der "Bunten" veröffentlicht, darf er auch nicht damit rechnen, dass dieser Text genauso wahrgenommen wird wie es eine Veröffentlichung in der Frankfurter Rundschau oder der Süddeutschen Zeittung zur Folge gehabt hätte.
Es gibt auch ein gutes Beispiel dafür: Bis vor einiger Zeit habe ich den Volkswirtschaftler und Geld- und Zinskritiker Prof. Bernd Senf sehr geschätzt. Er ist mir persönlich niemals als auch nur annähernd rechter Ideologe aufgefallen – ganz im Gegenteil. Dann habe ich aber zufällig gesehen, dass er neuerdings auch im Kopp-Verlag veröffentlicht – und von diesem Zeitpunkt an war er kein ernst zu nehmendes Thema mehr für mich. Der Mann ist sehr intelligent und muss wissen, in welches Milieu er da abgestiegen ist - und damit ist er disqualifiziert. Das ist tragisch, aber eben dies beschreibt die in Rede stehende Broschüre über den Verlag ja auch. - Ein weiteres Beispiel, das dort genannt wird, ist Ron Paul, der "ewige Präsidentschaftskandidat" aus den USA, der sich auch gern die kritische Weste anzieht, dabei aber doch bloß rechtspopulistische Positionen vertritt bzw. verschleiert. Und natürlich ist auch der in den Online-Artikeln des Kopp-Verlages zu finden - genauso wie die bekannten Rechtspopulisten Udo Ulfkotte und Eva Herrmann.
Der Erfolg und die massive Expansion dieses Verlages in den letzten Jahren machen mir regelrecht Angst. Was sind das für Menschen, die solche Bücher lesen und sie offenbar tatsächlich ernst nehmen?
- "Angola Merkel" oder die "Panzlerin": Angesichts ihres persönlichen Engagements in Sachen internationaler Rüstungshandel mit Angola und Saudi Arabien musste sich die Kanzlerin schon im vergangenen Jahr manche Verballhornung ihres Namens gefallen lassen. Kurz vor Weihnachten hat sich Merkel in einem Brief an den indischen Premierminister zusätzlich für einen der größten Waffendeals der jüngeren Geschichte eingesetzt.
Mit ihrem Schreiben an Manmohan Singh empfiehlt Merkel der indischen Regierung den Kauf von 126 Kampfjets vom Typ Eurofighter zum Preis von rund zehn Milliarden US-Dollar und setzt damit eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und dem Rüstungskonzern EADS fort.
(Weiterlesen)
- (...) Der Export von Kriegswaffen erhöhte sich 2010 gegenüber 2009 von 1,3 auf 2,4 Milliarden Euro und damit immerhin um rund 85 Prozent. Das ist eine Steigerungsrate, von der andere bundesdeutsche Exportbranchen trotz ebenfalls glänzender Geschäfte nur träumen können. Fast die Hälfte der deutschen Rüstungsexporte entfiel 2010 wiederum auf Kriegsschiffe; geliefert wurden aber auch Kampfflugzeuge, Granatwerfer, Tausende von Handfeuerwaffen und anderes mehr. (...)
Darüber hinaus hat Berlin (...) einer geplanten Verschärfung der Exportkriterien durch die EU massiven Widerstand entgegengesetzt. Bei Ausfuhrkontrollen solle das "Bestreben, Proliferationsbemühungen und destabilisierende Waffenanhäufungen zu verhindern, den legalen Handel, insbesondere die Wirtschaftsbeziehungen mit neuen Gestaltungsmächten, nicht unangemessen erschweren", hieß es in einer Stellungnahme des Bundes an die EU-Kommission vom 27. Oktober 2011. In dem 21-seitigen Papier kam das Wort Menschenrechte zwar nicht vor, dafür sind aber die meisten Vorschläge der EU-Kommission abgelehnt worden.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen - die Kanzlerin tritt immer wieder als Lobbyistin der Waffenindustrie auf und bahnt fette Geschäfte für diese Konzerne an. Menschenrechte, demokratische Legitimation der betreffenden Regime, Krisenherde - all das spielt offensichtlich keine Rolle dabei. Hauptsache, die Gewinne sprudeln. Und wir sollen allen Ernstes glauben, dass für Merkel da nichts herausspringt? - Das ist die pure Verkommenheit.
Ganz nebenbei scheint Merkel der Auffassung zu sein, dass der indische Staat in Geld zu ertrinken droht. 10 Milliarden US-Dollar [sic!] muss er jedenfalls mindestens flüssig haben, und irgendwelche sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten sieht Merkel da offenbar nicht - es müssen schon (deutsche) Kampfjets sein. Die Menschen in Indien leben nach Merkel'scher Denkungsart wohl alle in gesicherten Saus-und-Braus-Verhältnissen.
Wieder einmal spielen die Massenmedien dieses perfide Spiel mit. Erst gestern hat Albrecht Müller dazu geschrieben, es werde immer sichtbarer, "dass auch ehedem linksliberale Medien inzwischen voll auf der Linie sind, mit Kriegen könne man Probleme lösen". Diese allgemeine Kriegsbegeisterung der "westlichen Welt", auf welcher der Boom der Waffenindustrie sicherlich partiell auch begründet sein dürfte, sollte uns den Angstschweiß auf die Stirnen treiben. In Zeiten der finalen Zuckungen des Kapitalismus war es schon immer sehr beliebt, Kriege anzuzetteln, die halbe Welt in Schutt und Asche zu legen und danach wieder von vorn zu beginnen. "Kollateralschäden" werden kostenfrei mitgeliefert.
Dass diese Bande - insbesondere Merkel - sich nicht öffentlich in Grund und Boden schämt, lässt einen deutlichen Blick auf die moralische und charakterliche Verkommenheit zu, wie ich finde.
(Blackfield: "Cloudy Now", aus dem Album "Blackfield", 2004)
In a violent place we can call our country
Is a mixed up man and I guess that's me.
The sun's in the sky but the storm never seems to end.
It's a place of sorrow but we call it a home,
And the darkest thoughts, yeah, I guess they're my own.
There's wealth in the bank but there's nothing to show inside.
- It's cloudy now ... -
- It's getting cloudy now ... -
In a special place that I call my life
The father was cruel and he lost his wife.
But I don't see either 'cause I live across the street.
It's a beautiful thing when it starts to rain,
A man who drinks just to drown the pain.
And I can't stop from dreaming there's something else.
- It's cloudy now ... -
(The sun's in the sky but the storm never seems to end)
- It's cloudy now ... -
(And I can't stop from dreaming there's something else)
- It's getting cloudy now ... -
WE ARE A FUCKED-UP GENERATION
- It's cloudy now ... -
A FUCKED-UP GENERATION
- It's cloudy now ... -
WE GOTTA GET OUT OF HERE
- It's cloudy now ... -
A FUCKED-UP GENERATION
- It's cloudy now ... -
***
Anmerkung: Hat man jemals ein schöneres, traurigeres Lied gehört? Für mich drückt es die Stimmung perfekt aus, die beim Betrachten des Zustandes und des Weges der Welt entsteht.
Etwas Ähnliches hatte wohl auch der Komponist - der israelische Musiker Aviv Geffen - im Sinn, als er den Song schrieb. Für die Zusammenarbeit Geffens mit dem Porcupine-Tree-Sänger Steven Wilson in dem Bandprojekt Blackfield hat er den ursprünglich in Hebräisch geschriebenen Text ins Englische übersetzt.
Sie ist Voraussetzung für jede Karriere, Garant für bleibenden Reichtum, Grundlage einer zufriedenen Existenz – die Dummheit. Diese These vertritt Esther Vilar in ihrem in einer Neuauflage erschienenen Buch "Der betörende Glanz der Dummheit". (...)
Esther Vilar: Nun, [die Dummheit] bringt einen nach oben. Wenn man reich ist, hilft sie einem, sein Vermögen zu behalten. Einem Dummen fällt es nicht schwer, den Bedürftigen ihre Wünsche abzuschlagen, weil er sich gar nicht in diese hineinversetzen kann. Und dann geht natürlich auch das Karrieremachen leichter.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Dieses Buch ist interessant zu lesen - es bietet manch neue Einsicht in einige Dinge, über deren Wesen man eigentlich ausreichend nachgedacht zu haben glaubte. Einzig beim Thema Religion kann ich Vilar nicht folgen - es will mir partout nicht einleuchten, weshalb die Vorstellung vom Tod ein so großes Entsetzen verursachen sollte, dass auch intelligente Menschen Zuflucht bei Religionen suchen.
Desillusionierend ist das Buch aber allemal, da es wenig Raum für einen positiven Ausblick in die Zukunft lässt. Den Siegeszug der Dummheit können wir gerade ja wieder Tag für Tag mitverfolgen - sogar mit Pauken und Trompeten.

Durch die im Rahmen der "Hilfe" verordneten Sparmaßnahmen sinken Löhne und Renten, bricht das Gesundheitssystem zusammen, wächst die Arbeitslosigkeit und verarmen die Menschen, während die Politiker weiter ihre Ränkespiele aufführen (...)
Laut einer offiziellen Statistik der Statistikbehörde ELSTAT haben 27,8 Prozent der nicht als arm geltenden Haushalte ernsthafte Probleme, die Kosten für ihre Wohnung zu bestreiten. Bei den Armen sind es mehr als die Hälfte. Insgesamt 4,3 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang mehr zu regelmäßigen Mahlzeiten. 544.800 Menschen leben in Haushalten ohne einen Euro Einkommen. Besorgniserregend ist, dass diese am Dienstag veröffentlichte Statistik sich auf das erste IWF-Jahr bezieht, also auf 2010. Für 2011 werden noch erschreckendere Daten erwartet. Bereits jetzt leeren sich in der Provinz komplette Dörfer. Die arbeitsfähige Bevölkerung wandert ab. (...)
Unmenschliche Ausmaße nimmt die Krise im Gesundheitswesen an. Es häufen sich Klagen von Patienten oder nach deren Ableben von deren Verwandten, dass lebenswichtige Medikamente aufgrund der Kosten verweigert werden. Der Grund dafür ist denkbar einfach. Zynisch verweigern Pharmakonzerne den griechischen Apothekern die Lieferung auf Kredit. Diese wiederum können keine Vorkasse mehr leisten, da einerseits die staatlichen Versicherungsträger mit ihren Zahlungen bis zu zwölf Monaten im Rückstand sind, Banken die Kredite verweigern und der Fiskus bei jedem ausgeliefertem Medikament auf einer Sollversteuerung der Rechnung besteht. Eine Verrechnung der Steuerschuld mit dem vom Staat selbst geschuldetem Geld wird nicht gestattet.
Folgerichtig drohen die Apothekerverbände nun damit, keine Rezepte der Sozialversicherungsträger zu akzeptieren. Statt dessen sollen, wenn die Drohung wahr gemacht wird, die Patienten selbst Vorkasse leisten und hinterher versuchen, von ihrem Versicherungsträger Geld zu erhalten. Wie Krebspatienten mit einer Rente von 500 Euro Medikamente im Wert von mehreren Tausend Euro zahlen sollen, können die Apothekerverbände nicht beantworten.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Es ist einfach nur noch erschreckend, was da in Griechenland passiert - und auf Drängen der "Troika" noch weiter verschärft wird. Ebenso erschreckend ist einmal mehr das Verhalten der deutschen Mainstreammedien, in denen die griechischen Zustände weiterhin völlig verzerrt dargestellt oder sogar komplett verschwiegen werden.
Es empfiehlt sich, den Artikel tatsächlich bis zum Ende zu lesen - neben all den erhellenden Daten und Fakten, die genannt werden, erfährt man zum Schluss auch noch einige skandalöse Details über das unsägliche Verhalten des neuen, demokratisch nicht legitimierten Regimes in Athen. Nach der Lektüre dieses Textes kann man nur noch vermuten, dass es wohl nicht mehr lange dauert, bis Griechenland wie ein Pulverfass explodiert.
All das geschieht - das muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen - einzig aus dem Grund, weil einige steinreiche Banken, die einigen wenigen Superreichen gehören, stetig weiter fetteste Gewinne machen und ihren Superreichtum unbegrenzt vermehren wollen und dabei - wie gewohnt - selbstverständlich über Leichen gehen. Dabei wäre es - sogar im Rahmen des kapitalistischen Systems - ohne weiteres möglich, hier sofort Abhilfe zu schaffen und den Menschen - nicht nur in Griechenland - ein besseres Leben zu ermöglichen. Das würde allerdings bedeuten, dass die Banken und damit die Superreichen auf einige ihrer Gewinne verzichten müssten. Für solche Kreise scheint allerdings zu gelten: Ein kleiner oder mittlerer Gewinn ist gar kein Gewinn. Es wird immer offensichtlicher, dass eine "Elite", die so handelt, vollkommen degeneriert und pervertiert sein muss.
Dieses Plakat hängt an allen großen Bahnhöfen: "Danke, Deutschland", heißt es darauf in großen Lettern. [Warum da gedankt wird], steht gleich darüber: "So viele Menschen in Arbeit wie nie zuvor". Dann folgt noch die Alliteration: "Wirtschaft. Wachstum. Wohlstand." Die Botschaft soll also nach Hause gehämmert werden. (...)
So viele Plakate sind natürlich nicht umsonst zu haben. Rund 330.000 Euro hat die "Danke, Deutschland"-Kampagne gekostet, teilt das Ministerium auf Anfrage mit. Das ist viel Geld für eine Lüge. (...)
Stattdessen arbeiten mehr Menschen weniger, wie sich zeigt, sobald man nicht auf die Zahl der Erwerbstätigen starrt - sondern auf die geleisteten Arbeitsstunden. Dann stellt sich heraus: Im Jahr 2000 wurden insgesamt 57,7 Milliarden Arbeitsstunden absolviert, 2010 waren es 57,43 Milliarden. Wo ist da der Fortschritt? Es ist etwas übertrieben, dafür zu "danken", dass in zehn Jahren das Arbeitsvolumen leicht geschrumpft ist. (...)
Es ist kein Zufall, dass das Wirtschaftsministerium so dringend behaupten will, dass in Deutschland ein Paradies der Erwerbstätigkeit eröffnet hat. Die "Danke, Deutschland"-Plakate sind Teil einer größeren Erzählung, die da lautet: "Hartz IV" war notwendig. Es war die Rettung der Bundesrepublik, dass damit ein Niedriglohnsektor geschaffen wurde. Ohne die "Agenda 2010" hätte es 2010 niemals so viele Beschäftigte gegeben.
Diese Groß-Erzählung wird nicht nur von der schwarz-gelben Regierung betrieben. Sie ist genauso beliebt bei vielen Sozialdemokraten und Grünen, die ja unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder die Hartz-Reformen erfunden haben. Gegen dieses parteiübergreifende Kartell der Schönfärberei ist schwer anzukommen. Deswegen sei es - noch einmal - gesagt: Nein, Hartz IV hat gar nichts gebracht. Die Zahl der Arbeitsstunden ist nicht gestiegen; es wurde keine neue Beschäftigung geschaffen.
Es war eben schon immer ein Trugschluss zu glauben, man könnte Arbeit erzeugen, indem man den Arbeitsmarkt reformiert. Stattdessen wurden nur die Arbeitnehmer enteignet. Die Hartz-Reformen haben keine Beschäftigung geschaffen, dafür aber die Verhandlungsmacht der Beschäftigten beschnitten.
(Weiterlesen)
Anmerkung: So notwendig und begrüßenswert es auch ist, einen solchen Kommentar in der taz lesen zu können, so unzureichend ist er doch gleichermaßen. Schließlich wird hier wieder nur ein kleiner Teilaspekt des großen Lügengebäudes berührt - der Hartz-Terror hat weitaus dramatischere und grundsätzlichere Konsequenzen, die weit über das hinausgehen, was im Text angesprochen wird.
Als Beispiele seien an dieser Stelle nur die Zwangsverarmung ganzer Bevölkerungsschichten, die Entrechtung, Bevormundung und Schikanierung aller Arbeitslosen und Nicht-Erwerbsfähigen, die Aushebelung des Grundgesetzes (Gebot der Menschenwürde, Verbot der Zwangsarbeit, Gebot der freien Berufswahl, Gebot der freien Wahl des Aufenthaltortes u.v.a.m.) und nicht zuletzt die Inkompetenz der behördlichen Mitarbeiter genannt. Diese Liste ließe sich fast endlos verlängern - aber auch so wird schon deutlich, dass die Lügereien bezüglich des angeblichen "Jobwunders" ein eher kleineres Übel darstellen, das diese Deformierung des Sozialstaates bewirkt hat.
Im letzten Satz weist die Kommentatorin dann doch noch auf einen dieser weiteren Aspekte hin, wenn sie schreibt: "Es schafft keine Arbeit, sondern nur Armut, die Löhne zu drücken." Das ist zwar richtig, geht aber wiederum nicht weit genug - Löhne haben schließlich nur für diejenigen Menschen eine Bedeutung, denen noch ein - wie auch immer gearteter - Arbeitsplatz in diesem System zugute kommt. Die Armut der Arbeitslosen, Kranken, Kinder und Alten scheint da nicht weiter zu interessieren.
Die ganze Perfidie dieser Rösler-Kampagne wird jedenfalls nicht deutlich, wenn man allein den Kommentar liest. Wieso die taz es unterlässt, auf den ganzen kranken Wahnsinn des Hartz-Terrors hinzuweisen und ihn endlich einmal klar zu benennen, ist wohl ebenfalls nur mit der politischen Nähe zu den Grünen erklärbar, die ja - wie es sogar dem Text zu entnehmen ist - maßgeblich an der Entwicklung und Einführung beteiligt waren und bis heute dazu stehen. Darauf weist die Kommentatorin sogar hin - ohne jedoch die entsprechenden Schlüsse zu ziehen und ihre Kritik auszuweiten.
Ich habe das schon oft geschrieben und es wird mit jedem Mal dringlicher: Die gesamten Hartz-Deformationen müssen endlich wieder rückstandslos abgeschafft werden. Es gab kein perfektes, aber zumindest ein halbwegs funktionierendes Sozialsystem in Deutschland, bevor Schröder und Fischer unter tatkräftiger Mitwirkung von Union und FDP es restlos zerstört haben. Dasselbe gilt für das Renten- und das Gesundheitssystem. Wenn sich nicht endlich zumindest auf der angeblich linken Seite diese Erkenntnis durchsetzt, wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, die neoliberalen Zerstörungen der Sozialsysteme endlich zu beenden und umzukehren. Albrecht Müller hat auf den NachDenkSeiten seine Forderungen für eine Wiederherstellung des Rentensystems formuliert, denen ich mich vorbehaltlos anschließe. Dasselbe muss nun auch für die Arbeitslosenversicherung, das Gesundheitssystem und die Sozialhilfe erfolgen.
Liebe taz, liebe Frau Herrmann - es wäre u.a. Eure Aufgabe, diese Themen endlich ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken.
(Charlie: "Fight Dirty", aus dem gleichnamigen Album, 1979)
I've been a nice guy too long, I must make myself strong,
Gotta make myself harder than nails.
I've been learning real quickly, there's no-one gonna trick me,
If they try, well, they surely will fail.
Gonna learn to fight dirty, ain't no-one gonna hurt me,
I'll soon know every trick of the trade.
Gonna play crooked poker, yes I'll be the big joker,
I will break every promise I made.
Gonna try sterner action, I must have satisfaction,
I'm just hoping they think I'm still green ...
I must wait 'til I'm ready, gotta hold it real steady,
When I move gonna make that break clean.
Gonna learn to fight dirty, ain't no-one gonna hurt me,
I'll soon know every trick of the trade.
Gonna play crooked poker, yes I'll be the big joker,
I will break every promise I made.
When I think of the times I've been cheated,
And the times that I've been badly treated - it makes me mad!
Tried to keep all my options wide open,
All I get are those promises broken - it makes me mad!
But it makes me so sad that I've got to change ...
I've been cornered and now I must fight back!
Gonna push, gonna watch all those smiles crack - I'll make them mad!
I will show all those people no favours!
I have finished with my best behaviour - I'll make them mad!
Oh, it makes me so sad that I've got to change ...
I've been a nice guy too long, now I know: I've been wrong,
I've been used and I've just realised.
All that haze has been lifted, I'm no longer restricted,
Oh, the nice guy you knew has just died ...
Gonna learn to fight dirty, ain't no-one gonna hurt me,
I'll soon know every trick of the trade.
Gonna play crooked poker, yes I'll be the big joker,
I will break every promise I made.
I've been cornered and now I must fight back!
Gonna push, gonna watch all those smiles crack - I'll make them mad!
I will show all those people no favours!
I have finished with my best behaviour - I'll make them mad!
But it makes me so sad that I've got to change ...
(Text & Musik: Terry Thomas)
Anmerkung: Dieser Song der völlig zu Unrecht unbekannten britischen Band Charlie aus dem Jahr 1979 ist eine fantastische, zynische Lernanleitung für junge Menschen, die im Kapitalismus überleben müssen ... oder auch eine Anleitung für all diejenigen, die Politiker in diesem System werden wollen. Letztere dürften allerdings nicht sonderlich traurig darüber sein, dass sie sich auf die dunkle Seite schlagen und damit natürlich ihre Persönlichkeit sehr negativ verändern müssen.
Das Saxophon-Solo am Schluss ist umwerfend ... man kann die aufkommende Niedertracht förmlich hören ... :-)
Kleine Notiz am Rande: Es ist zu einem kleinen Teil auch meiner Wenigkeit zu verdanken, dass diese Band um Terry Thomas und Julian Colbeck, die sich 1983 eigentlich aufgelöst hatte, sich im Jahr 2008 wieder reformiert und 2009 ein neues Album veröffentlicht hat. Ich startete und betrieb seinerzeit die "offizielle Homepage" der Band und bekam so allmählich Kontakt zu allen ehemaligen Bandmitgliedern, die sich teilweise völlig aus den Augen verloren und seit über 20 Jahren nichts voneinander gehört hatten. Der neu initiierte Kontakt war offensichtlich fruchtbar, wie man auf dem Album von 2009 - "Kitchens of Distinction" - nachhören kann.
Das neue Jahr startet für die Portugiesen sehr unerfreulich. Steuern werden allgemein erhöht, neue Gebühren eingeführt oder vorhandene deutlich erhöht. Dass es an die Fundamente geht, zeigt sich am Gesundheitssystem. Denn wer ab dem 1. Januar krank wird, wird besonders stark zur Kasse gebeten. Wer sich fortan in ein Krankenhaus, eine Gesundheitsstation oder zu einem Arzt begibt, muss neue oder deutlich höhere "Zugangsgebühren" für das staatliche Gesundheitssystem (SNS) bezahlen. Damit will die Regierung insgesamt 100 Millionen Euro einsparen, etwa ein Prozent der Gesamtkosten für die staatliche Gesundheitsversorgung im Land.
(Weiterlesen)
Anmerkung: Es ist einmal mehr erschreckend, die im Artikel genannten Zahlen und Fakten auf sich wirken zu lassen - die Menschen in Portugal müssen seit Anfang Januar tatsächlich für jeden Pups beim Arzt und im Krankenhaus Gebühren bezahlen. Wie soll sich das jemand leisten können, wenn der Mindestlohn in diesem Land bei nur 485 Euro liegt und bereits jetzt 40% der Beschäftigten mit weniger als 600 Euro im Monat auskommen müssen?
Aber Hauptsache, die Banken erhalten brav ihre Zinsmilliarden - was aus den Menschen im Land wird, geht der neoliberalen Bande am Allerwertesten vorbei. Bedanken können sich die Menschen in Portugal (sowie in Griechenland, in Spanien, in Italien, in ...) natürlich auch bei Merkel, die durch ihren Katastrophenkurs des "Sparens in die Rezession" und der strunzdämlichen Exportfixierung einen nicht unerheblichen Teil der Schuld an der Ausblutung und Verarmung der Menschen in Europa trägt.
Und damit wir alle nicht vergessen, wie der Kapitalismus allgemein und der neoliberale Wahnsinn speziell funktioniert, lassen wir uns das noch einmal von KenFM anschaulich und prägnant erklären:
Vordergründig hat Klaus Vorwerk einen Entwicklungsroman geschrieben: Junger Mann zieht in die Welt hinaus, um erwachsen zu werden. Tatsächlich handelt das Buch aber von den Theorien hinter unserer Wirtschaftsordnung. (...)
Allmählich erkennt Davide, dass weite Bereiche der Wirtschaft mehr von einer quasi-religiösen Stimmung geprägt werden, als von harten wissenschaftlichen Fakten. Es geht nicht darum, die Wirklichkeit zu beschreiben, wie sie ist. Vielmehr stellt man Glaubenssätze auf, an die sich die Wirklichkeit anzupassen hat. Das System rechtfertigt es scheinbar, dass die einen immer reicher werden, während die anderen oft kaum genug zum Überleben haben. Wenn wenige viele ausrauben wollen, ohne dass die Menge sich wehrt, bedarf es einer Art von Religion. Solange niemand genauer hinsieht und das Geld in die richtigen Taschen fließt, funktioniert diese "Religion der Diebe" wunderbar.
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Anmerkung: Diesen Roman von Klaus Vorwerk kann ich nur jedem ans Herz legen. Schon allein die grandiose Idee, den Neoliberalismus als "Religion der Diebe" zu bezeichnen, ist preiswürdig. Zudem erfährt man nebenbei noch viel über die internen Vorgänge in Unternehmen und Banken - und man ahnt schon, dass dies keine Informationen sind, die Manager, Unternehmer und Banker in einem sonderlich guten Licht erstrahlen lassen. Leseempfehlung!
"Es gibt einen extra von Gott gepolsterten Platz mit vier Buchstaben: P-O-P-O. Da kann man Kinder unter Umständen hinschlagen, auch mit einer Rute." Das erklärt Wilfried Plock in einem Vortrag. Er berichtet, wie er einmal seine Kinder bestraft habe, nachdem sie Süßigkeiten aus einer fremden Wohnung gestohlen hätten: "Es war klar. Der Sohn bekommt zehn Schläge mit dem Stock auf den Po und die Tochter fünf. Und das haben wir gemacht und das hat beiden wehgetan. Das soll wehtun!" Der Vortrag war lange Zeit im Internet zu hören, wurde aber jetzt entfernt - nachdem der NDR Wilfried Plock dazu einige Fragen geschickt hatte.
Plock ist ein christlicher Prediger, Leiter eines Zusammenschlusses von mehr als 200 Gemeinden in Deutschland, der "Konferenz für Gemeindegründung" (KfG). Er ist oft unterwegs, um Vorträge zu halten, unter anderem zum Thema "Ehe und Familie". Anfang dieses Jahres war er in Niedersachsen, in Garbsen. Dort ging er zwar nicht auf die Prügelstrafe ein, empfahl aber ein Buch zur Kindererziehung von einem amerikanischen Autor: Tedd Tripp. Auch Tripp rät, Kinder "körperlich zu züchtigen", also zu schlagen. Sein Buch "Eltern - Hirten der Herzen" ist laut dem deutschen Verleger mittlerweile vergriffen - zu kaufen sind aber noch CDs und DVDs mit Mitschnitten von Vorträgen, die er in Gemeinden in Deutschland gehalten hat.
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Anmerkung: Wer auf den obigen Link klickt, braucht starke Nerven: Im Text des NDR kommen noch einige weitere Zitate von solchen "Predigern" oder Buchautoren vor, in denen sogar die Art und Weise der Prügelstrafe detailliert beschrieben wird - dabei kann einem nur schlecht werden.
Ich bin ja bezüglich jeder Religion sehr skeptisch - aber sobald eine Religion fundamentalistisch ausgelegt wird, wie das diese Evangelikalen mit dem Christentum tun, wird das für die Welt richtiggehend gefährlich. Das Prügeln von Kindern ist da nur ein Aspekt unter vielen anderen. Wer sich die Mühe machen möchte, kann beispielsweise nach dem Begriff "Kreationismus" im Netz suchen - da fallen beim Lesen öfter mal die Augäpfel vor lauter Entsetzen aus dem Kopf.