"Ich weiß noch nicht, ob ich kommen soll, Mama - im Himmel waren so viele, viele graue Soldaten, - die haben mir alle dringend abgeraten ..."
(Zeichnung von Friedrich Heubner aus der satirischen Zeitschrift Simplicissimus, Heft 44 vom 29.01.1933)
Anmerkung: Nur einen Tag später, am 30.01.1933, wurde Hitler von Hindenburg als Reichskanzler vereidigt und der bittere Weg in die Finsternis begann.
Auf derselben Seite der Heftausgabe befindet sich bezeichnender Weise noch dieses Spottgedicht über Hitler:
Es ist ein beredtes Zeugnis für die Unterschätzung einer katastrophalen, lebensbedrohlichen Gefahr. Derlei Zeichnungen und Texte konnten danach in Deutschland natürlich nicht mehr publiziert werden.
Sämtliche Ausgaben des Simplicissimus kann man im Übrigen hier ansehen. Die Lektüre dieser Zeitschrift, insbesondere der Ausgaben aus den 30er Jahren, ist sehr spannend und erhellend - die erschreckenden Parallelen zur heutigen Zeit sind an vielen Stellen unverkennbar. Beispielhaft sei nur auf diese Karikatur vom 15.09.1930 verwiesen, die den folgenden Begleittext trägt: "Jewiß, sparen ist heutzutage 'ne vitale Notwendigkeit für alle. Aber ob unsereiner 'n Auto mehr oder weniger anschafft, spielt doch gar keine Rolle im Vergleich zu den Riesensummen, die sich durch Lohnkürzungen einsparen lassen!"
Es ist alles beim Alten.
